Source: Opp
Gedächtnisprotokoll
Für Geschädigte und ZeugInnen einer rechten Gewalttat ist es empfehlenswert, ein schriftliches Gedächtnisprotokoll anzufertigen, das den Ablauf und die Umstände mit allen Details enthält. Das kann als Erinnerungsstütze bei späteren Vernehmungen sehr hilfreich sein.
Viele Opfer und ZeugInnen glauben zunächst, dass sie einen Vorfall nie wieder vergessen werden. Aber es zeigt sich, dass manchmal die Erinnerung schon nach Monaten verblassen kann; die tatsächliche Wahrnehmung in jenem Augenblick vermengt sich zudem mit später Gehörtem oder Geschlussfolgerten.
ZeugInnenaussagen sind wichtige Beweismittel in einem Strafverfahren. Schon allein deshalb ist es wichtig, an diesem Punkt sorgfältig zu sein. Schriftliche Gedächtnisprotokolle, die vor einer Vernehmung noch einmal gelesen werden können, helfen, die richtigen Worte zu finden und geben Sicherheit, damit man nicht durch viele kleinteilige, sich wiederholende Fragen an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln beginnt.
Gerichtsverhandlungen können in manchen Fällen erst mehrere Jahre nach der angeklagten Tat stattfinden. Das Gedächtnisprotokoll hilft, sich an entscheidende Details zu erinnern, eine gute Zeugenaussage zu machen und sich nicht durch die Nachfragen der Prozessbeteiligten aus der Ruhe bringen zu lassen.
Das Gedächtnisprotokoll sollte nur die persönliche Wahrnehmung enthalten und möglichst detailliert sein. Äußerungen der TäterInnen, ihre Kleidung oder getragene Symbole mit möglicherweise rechtem Hintergrund können wichtige Hinweise auf eine rechte Tatmotivation sein.
Ein Gedächtnisprotokoll könnte folgende Angaben enthalten:
- Ort, Datum und Zeit des Angriffs
- Zeitlicher Verlauf der Eskalation: Wer hat wann was getan? Wann begann der erste Kontakt mit den TäterInnen?
- Räumlicher Verlauf der Eskalation: Von wo kamen die TäterInnen? Wie waren sie beim Angriff positioniert? Von wo kamen Tritte oder Schläge? Welche Schläge und Tritte können welchen AngreiferInnen zugeordnet werden?
- Die AngreiferInnen: Kleidung, Schuhe, Haartracht, Größe, Tätowierungen, Waffen, Auffälligkeiten der Sprache, Alkoholisierung
- Äußerungen der AngreiferInnen
- Mögliche ZeugInnen
Weiterführende Dokumente
Straftatbestände und Hinweise auf rechte Tatmotivationen
(OPP)

