Chronologie  

CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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27.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Bei einem Hallenfußballturnier wurden Team und Fans einer Berliner Mannschaft von rechten Hooligans als "Juden" beschimpft und bedroht. Bei der vorzeitigen Abreise der Berliner wurden sie mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen.  (Quelle: Lila Kanal)
12.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Nach einem Punkkonzert wurden zwei Jugendliche von drei Männern als »Zecken« und »dreckige Punks« beschimpft und angegriffen. Eine Person wurde durch Schläge verletzt, die zweite Person verletzte sich beim Fluchtversuch.  (Quelle: BOrG FFO)
10.12.2011  » Oranienburg / Oberhavel
Oranienburg Am Bahnhof wurde alternativer Jugendlicher durch einen Neonazi aus einer siebenköpfigen Gruppe angegriffen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung schlug der Neonazi auf den Jugendlichen ein, bis die Polizei ein schritt. Es wurde Anzeige erstattet.  (Quelle: Oranienburger Register)
05.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Ein 28-jähriger Mann aus Sierra Leone wurde aus rassistischen Motiven angegriffen und geschlagen. Der Betroffene war erst wenige Tage zuvor attackiert worden.  (Quelle: Polizei)
03.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Angriff auf ein Alternativprojekt durch eine Gruppe von Neonazis. Die Rechten riefen Parolen, trugen ein Transparent und zündeten Feuerwerkskörper. Die Polizei nahm drei Neonazis in Gewahrsam.  (Quelle: Antifa, Polizei)
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2011-03-18

Statistik rechter Gewalttaten in Brandenburg

Seit 2002 wertet die Opferperspektive registrierte rechte Gewalttaten statistisch aus.

Für das Jahr 2010 wurden 108 rechts motivierte Angriffe in Brandenburg gezählt (Stand: 3. März 2011). Die Zahl rechter Gewalttaten lag damit in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. 2009 erfasste die Opferperspektive 101 Fälle, 2008 110. Die höchste Zahl war 2007 festgestellt worden, als 159 Angriffe erfasst wurden.

Die 2010 registrierten Straftaten richteten sich gegen 149 Personen, weitere 42 Menschen wurden mittelbar als Begleitpersonen von Angriffen betroffen (2009: 138 und 58). Etwa 70 Prozent aller rechten Gewalttaten sind Körperverletzungen; im Jahr 2010 waren es 74 der 108 Fälle. Daneben weist die Statistik der Opferperspektive für das vergangene Jahr 21 versuchte Körperverletzungen und Nötigungen, 11 Sachbeschädigungen und 2 Brandstiftungen aus.

Zahl rechter Gewalttaten und Geschädigter

Statistik 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Gewalttaten (OPP) 130 117 137 140 140 159 104 101 108
Gewalttaten (LKA) 78 87 105 97 90 93 71 53 66
Direkt Geschädigte (OPP) 171 152 179 196 206 262 174 138 149

Stand: 18. März 2011

Die Fallzahlen des Landeskriminalamts (LKA) und der Opferperspektive sind nicht direkt vergleichbar. Die Opferperspektive erfasst zusätzlich zu den vom Landeskriminalamt nach der Definition Politisch motivierte Kriminalität-rechts gezählten Delikten auch Bedrohungen, Nötigungen und Sachbeschädigungen. Bis 2005 waren, wenn man nur die nach dem Erfassungssystem PMK-rechts erhobenen Delikte betrachtet, dennoch erhebliche Abweichungen vorhanden. Seit 2006 enthält die Statistik der Opferperspektive auch Fälle, die nur dem LKA bekannt wurden. Diese werden regelmäßig den Antworten der Landesregierung Brandenburg auf Kleine Anfragen der Landtagsfraktion der Partei DIE LINKE entnommen.

Zahl rechter Straftaten nach Tatmotiven

Motiv 2006 2007 2008 2009 2010
Rassismus 50 67 30 49 49
Antisemitismus 8 2 2 3 2
Homophobie 0 0 2 0 0
gegen Behinderte 1 1 1 0 0
gegen sozial Benachteiligte 0 1 1 1 0
gegen politische Gegner 30 39 34 26 25
gegen nicht Rechte 42 38 32 18 27
Sonstiges 1 0 0 0 0
Unklar 8 11 2 4 5

Stand: 18. März 2011

Rund die Hälfte der Gewalttaten ist von Rassismus motiviert; 2010 waren dies 49 von 108 Angriffen. Betroffen werden Flüchtlinge und MigrantInnen ebenso wie Deutsche unterschiedlicher Herkunft. Die Mehrheit der Angriffe richten sich gegen nicht-rechte Jugendliche, Punks und Linke. 2010 wurden die Opfer in 25 Fällen als politische Gegner eingestuft, bei 27 Gewalttaten einem alternativen Milieu zugeordnet.

Eindeutig politisch motivierte Gewalt, die auf Verachtung der Opfer aufgrund ihres sozialen Status (vor allem Wohnungslosigkeit oder Erwerbsarbeitslosigkeit) beruht, wird selten festgestellt. Im Jahr 2009 lag 1 Angriff diese Motivation zugrunde, im vergangenen Jahr wurde keine solche rechte Gewalttat der Opferperspektive bekannt. Es wird vermutet, dass das Dunkelfeld bezüglich dieser Opfergruppe besonders groß ist.

Ebenfalls vergleichsweise selten werden antisemitische Gewalttaten (2010: 2), Angriffe gegen Homosexuelle (2010: 0) und gegen Behinderte (2010: 0) erfasst. Das hat, neben dem ebenfalls als groß einzuschätzendem Dunkelfeld, unterschiedliche Gründe. Antisemitische Straftaten sind überwiegend Propagandadelikte sowie Friedhofsschändungen und Sachbeschädigungen, die hier nicht erfasst werden. Rechte Gewalttäter wählen Opfer häufig spontan nach deren äußerer Erscheinung aus. Anders als Schwarze oder linke Jugendliche sind Jüdinnen und Juden wie auch Homosexuelle in Brandenburg in der Regel nicht durch ihre Erscheinung für Rechte zu erkennen.

Zahl rechter Gewalttaten nach Landkreisen und kreisfreien Städten

Landkreis/Kreisfreie Stadt 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Barnim 10 6 3 6 7 5 2 3 2
Brandenburg an der Havel 1 1 2 2 1 1 3 0 2
Cottbus 13 9 9 9 7 13 5 13 19
Dahme-Spreewald 12 3 7 9 13 6 4 4 3
Elbe-Elster 1 2 1 5 1 10 1 2 3
Frankfurt (Oder) 5 7 6 2 13 9 5 5 0
Havelland 14 18 24 17 11 13 6 10 2
Märkisch-Oderland 4 7 15 6 3 9 8 8 7
Oberhavel 6 6 5 7 10 12 8 1 8
Oberspreewald-Lausitz 7 1 4 4 2 3 2 4 2
Oder-Spree 3 1 12 15 7 9 6 3 3
Ostprignitz-Ruppin 9 6 7 9 7 8 6 7 15
Potsdam 12 15 15 27 22 14 17 12 7
Potsdam-Mittelmark 2 6 7 8 9 8 2 4 3
Prignitz 4 5 1 3 2 3 4 3 4
Spree-Neiße 15 5 1 0 7 13 10 8 16
Teltow-Fläming 3 4 10 5 10 9 4 6 7
Uckermark 8 15 8 6 8 14 9 6 5

Stand: 18. März 2011

Diese Daten geben die regionale Verteilung rechter Gewalttaten in Brandenburg nach Verwaltungsgebieten wieder. Die Landkreise und Städte können nicht direkt verglichen werden. Enthalten sind nur Daten, die der Opferperspektive bekannt wurden, und die Quellenlage ist unterschiedlich gut. In der Größe, Einwohnerzahl und Sozialstruktur gibt es zudem erhebliche Unterschiede.

Pressemitteilungen

Einmal im Jahr gibt die Opferperspektive eine Pressemitteilung heraus, in der die statistische Entwicklung rechter Gewalt dargestellt und analysiert wird. Auf Grund von Nachmeldungen weichen die dort publizierten Zahlen von der auf dieser Seite wiedergegebenen Statistik ab.

2010: Rechte Gewalt in Brandenburg stabilisiert sich auf hohem Niveau

2009: Rechte Gewalt in Brandenburg weiter auf hohem Niveau

2008: Weniger rechte Gewalttaten in Brandenburg

2007: Zahl rechter Gewalttaten unverändert hoch und Mehr rechte Gewalttaten

2006: Rechte Gewalt: Rückgang, aber keine Entwarnung

2005: Mehr rechte Angriffe auf alternative Jugendliche

2004: Rechte Gewalt erreicht Höchststand

2003: Gewaltige Abweichungen bei Angriffszahlen

2002: Mehr rechte Gewalt in Brandenburg

(OPP)

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