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CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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28.08.2010  » Schwedt/Oder / Uckermark
Schwedt Eine Gruppe Rechter lauerte am Rande des Konzertes »Unsere Stadt hat Nazis satt« einigen Besuchern auf. Ein Jugendlicher wurde zusammengeschlagen, einem anderen wurde Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Schon am Nachmittag war einer Mitorganisatorin mit »Vergasung« gedroht worden.  (Quelle: OPP; Uckermark Kurier, Gegenrede, 30.08.2010)
08.08.2010  » Neuruppin / Ostprignitz-Ruppin
Neuruppin Gegen Mitternacht wurde ein Restaurantbesitzer von zwei Männern zusammengeschlagen und rassistisch beleidigt. Vorher hatten sie vor dem Restaurant randaliert und Mobiliar zerstört. Beide Täter wurden in Gewahrsam genommen.  (Quelle: OPP, MAZ)
05.08.2010  » Wittstock/Dosse / Ostprignitz-Ruppin
Wittstock Die Fensterscheiben eines Dönerimbiss wurden in der Nacht mit Steinen eingeworfen. Bereits am 3. August und am 12. Juni war die Glasfront des Imbiss zerstört worden. In einem Fall hatten Zeugen zwei männliche Personen beobachtet, die unmittelbar nach der Tat verfassungswidrige Parolen riefen.  (Quelle: IW 06.08.2010; MAZ 20.08.2010))
15.07.2010  » Forst (Lausitz) / Spree-Neiße
Forst In den frühen Morgenstunden betraten 15-20 vermummte Personen das Gelände des alternativen Jugendtreffs Park7 und warfen mit Pflastersteinen die Fensterscheiben des Hauptgebäudes ein.  (Quelle: Antifa Forst)
10.07.2010  » Templin / Uckermark
Templin Nach dem WM-Fußballspiel Uruguay-Deutschland versetzte ein früher als Rechter bekannter Mann aus einer Gruppe heraus einem jungen Alternativen einen Schlag ins Gesicht. Zuvor hatte der Angreifer erfolglos versucht, einen Begleiter des Jugendlichen gezielt zu schlagen.  (Quelle: OPP)
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2004-01-21

Gewaltige Abweichungen bei Angriffszahlen

Für das Jahr 2003 registrierte der Verein Opferperspektive bisher 116 gewaltsame Angriffe mit rechtsextremen oder fremdenfeindlichen Hintergrund in Brandenburg. 51 davon waren fremdenfeindlich motiviert, 53 richteten sich gegen nicht-rechte Jugendliche.

Betroffen waren insgesamt 151 Opfer. Eine traurige Spitze mit 19 Angriffen verzeichnete der Landkreis Havelland, gefolgt von der Uckermark und der Stadt Potsdam mit jeweils 15 Angriffen.

Besonders besorgniserregend ist die Serie von zehn Brandstiftungen an türkischen und vietnamesischen Imbissständen, deren ökonomische Existenz bedroht ist. Nicht einbezogen ist hier der Mord an einem Punk in Frankfurt (Oder) am 29. März, bei dem auch das Gericht die Motivation der rechten Skinheads nicht klären konnte.

Die Frage, ob es im Jahr 2003 einen Anstieg oder eine Abnahme der rechten Gewalt gegenüber dem Vorjahr gab, ist nicht zu beantworten. Anfang Januar 2003 hatte die Opferperspektive von 106 rechtsextremen Angriffen im Jahr 2002 gesprochen; später wurden weitere 22 Angriffe bekannt. Doch ein detaillierter Vergleich der Angaben beim LKA und bei der Opferperspektive ergab erhebliche Abweichungen. Von den 81 vom LKA genannten waren der Opferperspektive 35 nicht bekannt.

Umgekehrt fehlten auf der Liste des LKA 73 Gewalttaten, die der Opferperspektive als rechtsextrem motiviert eingestuft hatte, darunter auch mindestens zehn Angriffe, die der Generalbundesanwalt als rechtsextrem bewertete.

Diese Abweichungen legen den Schluss nahe, dass beide Statistiken, die der Opferperspektive und die des LKA, ein nur unzureichendes Abbild des wirklichen Ausmaßes der rechten Gewalt in Brandenburg darstellen. Das LKA hat gegenüber der Opferperspektive angekündigt, den Ursachen der Abweichungen auf den Grund zu gehen und die von Karlsruhe als rechtsextrem eingestuften Angriffe erneut zu untersuchen.

Kay Wendel vom Verein Opferperspektive bemerkt dazu: »Die Zahl von 116 rechten Gewalttaten im Jahr 2003 ist ein Indikator eines erschreckend hohen Levels der Gewalt. Diese Zahl ist aber ein sehr unzuverlässiger Indikator. Sie sagt wenig aus über das Ausmaß der Angst der Opfer, der Einschüchterung, die ganze Gruppen wie Asylbewerber oder alternative Jugendliche befällt. Doch darin liegt das Hauptproblem, in der alltäglichen Bedrohung und Ausgrenzung von Minderheiten. Nur durch eine breite gesellschaftliche Solidarisierung mit den Opfern kann dem begegnet werden.«

Seit dem Jahr 2000 führt die Opferperspektive im Internet eine kontinuierliche Chronik der rechtsextremen Gewalt in Brandenburg.

(OPP)

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