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Antidiskriminierungs-beratung

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CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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26.03.2014  » Bernau bei Berlin / Barnim
Bernau Ein 17-Jähriger arabischer Herkunft wird in einer Jugendwohneinrichtung von einem 18-jährigen Bernauer rassistisch beleidigt, mit einem Messer beworfen und in ein Zimmer eingeschlossen. Gegen den einschlägig bekannten Täter wird drei Tage später vom zuständigen Amtsrichter Untersuchungshaft angeordnet.  (Quelle: Internetwache)
24.03.2014  » Fürstenwalde/Spree / Oder-Spree
Fürstenwalde Ein 16-jähriger Roma wird auf einem Supermarktparkplatz überraschend von drei Unbekannten angegriffen. Ein Täter ergreift den Jugendlichen von hinten und hält ihn fest. Daraufhin schlagen zwei weitere Männer auf ihn ein. Als der Betroffene zu Boden geht, lassen die Täter von ihm ab und er kann fliehen. Die Polizei schließt ein rassistisches Motiv nicht aus.  (Quelle: OPP, Polizei)
07.03.2014  » Templin / Uckermark
Templin/OT Annenwalde Nachdem der Besitzer eines Restaurants einem polizeibekannten Templiner den Zutritt zu diesem verwehrt, zeigt dieser den sogenannten Hitlergruß und brüllt dabei »Heil Hitler«. Als ein couragierter Gast sein Missfallen darüber äußert schlägt ihn der 50-jährige Täter ins Gesicht. Dann droht er dem Restaurantbesitzer ihn umzubringen. Die alarmierte Polizei nimmt ihn kurze Zeit später in Gewahrsam.  (Quelle: gegenrede, OPP)
13.02.2014  » Bernau bei Berlin / Barnim
Bernau In den Abendstunden wird ein 47-jähriger Bernauer kenianischer Herkunft auf dem örtlichen Busbahnhof verbal attackiert und mit einer Flasche beworfen, welche glücklicherweise ihr Ziel verfehlt. Ein polizeibekannter 25-Jähriger wird als Tatverdächtiger ermittelt.  (Quelle: KBORG, OPP)
08.02.2014  » Cottbus / Cottbus
Cottbus Am Nachmittag werden Jugendliche im Puschkinpark beim Aufhängen von Plakaten für »Cottbus Nazifrei« bedroht. Zwei Rechte laufen auf sie zu und entwenden mehrere Plakatpappen. Der Aufforderung, diese zurückzugeben, kommen sie nicht nach. Einer der beiden Männer zerreißt die Plakate, der andere baut sich vor einem der Jugendlichen auf, bedroht und schubst ihn.  (Quelle: OPP)
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Antidiskriminierung

Gegen den Strom: Bild 7

Beratung Betroffener rassistischer Diskriminierung

Weitere Informationen hier

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16.11.2011
Source: OPP

Opferberatungsprojekte fordern Entschuldigung der Bundesregierung

Die Beratungsprojekte für Opfer politisch rechts, rassistisch und antisemitisch motivierter Gewalt in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt fordern die Bundesregierung auf, sich bei den Angehörigen der Todesopfer der rassistischen Mordserie des Neonazistischen Untergrunds (NSU) sowie bei den überlebenden Opfern der Nagelbombenanschläge in Köln zu entschuldigen und sie angemessen zu entschädigen.

»Nachdem die Ermittlungsbehörden jahrelang das Leiden der Familien dadurch erhöht haben, dass sie im unmittelbaren Umfeld ermittelt haben, muss sich die Bundesregierung bei Hinterbliebenen, Angehörigen und den Überlebenden der Nagelbombenanschläge entschuldigen«, sagt eine Sprecherin der Opferberatungsprojekte.

Darüber hinaus müsse endlich eine auf Dauer angelegte Förderung der Beratungsstellen im Osten gewährleistet und der zügige Aufbau vergleichbarer Strukturen in Westdeutschland angegangen werden. »Unsere Solidarität gilt den Angehörigen und Überlebenden, denen wir Beratung und Unterstützung anbieten«, so die Sprecherin weiter.

Viele Opfer rechter Gewalt mussten in den letzten Jahren erleben, wie Sicherheitsbehörden und politisch Verantwortliche rechte Gewalt und rassistischer Angriffe verharmlost, entpolitisiert und geleugnet haben. Mit dieser Haltung wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass über ein Jahrzehnt lang vom NSU unbehelligt von staatlicher Verfolgung aus rassistischen Motiven gemordet werden konnte und neonazistische und rassistische Schläger den Alltag von Tausenden von Menschen in Ost- und Westdeutschland dominieren. Dazu gehöre auch, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz und die nachgeordneten Landesämter das Ausmaß rechter Gewalt und Bedrohung herunterspielen. Allein in den neuen Bundesländern wurden von den Beratungsprojekten 2010 mehr als 704 politisch rechts motivierte Gewalttaten, darunter auch einen Mord in Leipzig registriert. Dagegen spricht das Bundesministerium des Inneren lediglich von 806 solcher Gewalttaten im gesamten Bundesgebiet.

Die tödliche Gefahr für alle, denen im Weltbild der Neonazis das Lebensrecht abgesprochen wird, entstehe, weil die Betroffenen ohnehin schon gesellschaftlich marginalisiert sind – und nicht den notwendigen Schutz staatlicher Stellen erfahren. Wenn Polizei und Justiz in der Strafverfolgung nach rechten Gewalttaten beispielsweise gegen Flüchtlinge oder linke Jugendliche versagen, werden vor Ort nicht nur die Opfer, sondern alle aus diesen Gruppen eingeschüchtert und die Macht der Rechten wächst.

Kontakt
ReachOut Berlin
Opferperspektive Brandenburg
Lobbi Mecklenburg-Vorpommern
Opferberatung RAA Sachsen
Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt Sachsen-Anhalt
Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt Dessau

(mabe)

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