Home » Publikationen » Ermyas M  

Antidiskriminierung

Antidiskriminierung
Source: Stefan Gloede

Beratung Betroffener rassistischer Diskriminierung

Weitere Informationen hier

KONTAKT

Opferperspektive e.V.

Rudolf-Breitscheid-Str. 164, 14482 Potsdam
Telefon 0331 8170000
Telefax 0331 8170001
info(at)opferperspektive.de

Anlaufstelle Cottbus (Geänderte Sprechzeiten!)
Impressum

NEWSLETTER

Rundbrief

Sende eine Email ohne Betreff und Text an: op-news-subscribe (at) lists.so36.net

Pressemitteilungen Sende eine Email ohne Betreff und Text an: op-presse-subscribe (at) lists.so36.net

twitter | identi.ca

CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


latest 5 items
06.01.2012  » Neuruppin / Ostprignitz-Ruppin
Neuruppin Ein 40-jähriger Pakistaner wurde an seinem mobilen Verkaufsstand von einem Mann beleidigt und bedroht. Als der Betroffene den Stand verließ, um die Situation zu entschärften, schlug der Angreifer auf ihn ein und bedrohte ihn weiter. Als umstehende Passanten eingriffen, ließ der Täter von dem Betroffenen ab.  (Quelle: IW)
27.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Bei einem Hallenfußballturnier wurden Team und Fans einer Berliner Mannschaft von rechten Hooligans als "Juden" beschimpft und bedroht. Bei der vorzeitigen Abreise der Berliner wurden sie mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen.  (Quelle: Lila Kanal)
12.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Nach einem Punkkonzert wurden zwei Jugendliche von drei Männern als »Zecken« und »dreckige Punks« beschimpft und angegriffen. Eine Person wurde durch Schläge verletzt, die zweite Person verletzte sich beim Fluchtversuch.  (Quelle: BOrG FFO)
10.12.2011  » Oranienburg / Oberhavel
Oranienburg Am Bahnhof wurde alternativer Jugendlicher durch einen Neonazi aus einer siebenköpfigen Gruppe angegriffen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung schlug der Neonazi auf den Jugendlichen ein, bis die Polizei ein schritt. Es wurde Anzeige erstattet.  (Quelle: Oranienburger Register)
05.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Ein 28-jähriger Mann aus Sierra Leone wurde aus rassistischen Motiven angegriffen und geschlagen. Der Betroffene war erst wenige Tage zuvor attackiert worden.  (Quelle: Polizei)
more
print
2008-04-15
Source: OPP

Der »Fall Ermyas M.« – Chronik einer Debatte

Mit einem Dossier zieht die Opferperspektive eine kritische Bilanz der gesellschaftlichen Diskussionen, die durch den rassistischen Angriff auf den schwarzen Deutschen im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2006 ausgelöst wurden.

Cover: Der Fall Ermyas M.

Dossier:

»Der Fall Ermyas M.« – Chronik einer Debatte

(PDF, 1,5 MB, 52 Seiten, 2008)

Ermyas M. wurde am 16. April 2006 gegen vier Uhr morgens in der Nähe des Potsdamer Bahnhofs Charlottenhof mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden. Er war bewusstlos und schwebte in
Lebensgefahr, fast zwei Wochen lang. Unbekannte hatten ihm mit einem wuchtigen Faustschlag den Augenknochen zertrümmert. Kurz zuvor hatte Ermyas M. die Handy-Nummer seiner Ehefrau gewählt und ihr eine Nachricht auf die Mailbox gesprochen. Zufällig wird auch ein Streitgespräch aufgezeichnet, das er mit zwei Männern hatte. Es fallen Sätze wie: »Wir machen dich platt, du Nigger!«

Die Gewalttat löste bundesweit Betroffenheit und Empörung aus. Sie hatte eine intensive Berichterstattung zur Folge, die zunächst von einer öffentlichen, geradezu emotionalen Zuwendung zu Ermyas M. geprägt war. Bis zum Gerichtsprozess wurde ausführlich über ihn und die Ermittlungen berichtet, begleitet von einer Debatte über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Während dieser Zeit drehte sich die öffentliche Parteinahme von der anfangs großen Empathie hin zu einer weitgehenden Demontage der Person des Opfers. Gleichzeitig wurde die zunächst als sicher angenommene rassistische Tatmotivation immer stärker in Zweifel gezogen. Diese öffentlichen Bewertungen prägten die Atmosphäre und gestalteten auch wesentlich den Verlauf des Gerichtsprozesses mit.

In der Verhandlung ging es nicht nur um die Klärung der Täterschaft, sondern auch um die Würdigung der Tatmotivation, also um die Frage, was das Gericht als Rassismus ansieht und was nicht. Den Prozess haben eine Mitarbeiterin und eine Unterstützerin des Vereins Opferperspektive verfolgt. Ihre Mitschriften und ein umfangreiches Pressearchiv sind die Grundlage dieses Dossiers, das die Fachjournalistin Beate Selders mit ihnen erstellt hat.

Das Dossier besteht aus einer Chronologie der Ereignisse mit umfangreichen Quellenangaben. Es schließt sich die Darstellung der politischen Auseinandersetzungen über den Fall an. Danach werden die wesentlichen Abläufe der Ermittlungen dargestellt und erklärt, um im Weiteren die Darstellung in den Print-Medien kritisch zu beleuchten.

Ergänzt werden diese Kapitel durch drei Interviews: Elena Buck (Universität Leipzig) zeigt anhand der Berichterstattung Schnittmengen in den Diskursen der »gesellschaftlichen Mitte« und des »rechten Randes« auf. Mario Peucker (Europäisches Forum für Migrationsstudien) erläutert, weshalb die Tat – unabhängig des Gerichtsurteils – als rassistisch zu werten ist. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht der Frage nach, warum es in Deutschland auch dann vermieden wird, von Rassismus zu sprechen, wenn dieser evident ist.

(OPP)

print

Files:

Der_Fall_Ermyas_M.pdf
[Chronik einer Debatte. 2008...]
application/pdf  1.5 MB