2009-11-18 

Finanzübersicht

Der Verein Opferperspektive ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt; zuletzt wurde dies vom Finanzamt Potsdam am 14. Januar 2008 bestätigt. Die Einnahmen und Ausgaben lagen in den letzten drei Jahren zwischen 350.000 Euro und über 400.000 Euro. Die Mittel werden für die Hilfe für Opfer rechter Gewalt, für politische Bildung und Gewaltprävention verwendet.

Der Schwerpunkt, für den über Dreiviertel der Gelder ausgegeben werden, ist die aufsuchende Opferberatung. Mit dem restlichen Drittel werden Bildungsangebote und befristete Projekte finanziert. Davon sind über zehn Prozent Spenden und Hilfsgelder, die direkt an Opfer ausgezahlt werden. Etwa 15 Prozent der Einnahmen werden unter anderem durch Spenden, Bußgelder und private Zuschüsse erwirtschaftet. Rund 20 Prozent stammen von Stiftungen und Kooperationspartnern. Ungefähr 65 Prozent sind staatliche Zuschüsse, hauptsächlich aus dem Landeskonzept »Tolerantes Brandenburg« sowie aus dem Bundesförderprogramm »kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus«.

EINNAHMEN 2008 2007 2006
Zuschüsse für Opferberatung 264.040,18 253.699,66 242.463,87
Zuschüsse für Koordination von Beratungsstellen - 18.236,28 55.715,12
Zuschüsse für Bildungsarbeit 92.657,32 18.466,32 6.233,50
Spenden 20.630,48 25.538,97 25.601,40
Bußgelder 1.850,00 2.950,00 6.060,00
Sonstige Einnahmen 6.363,69 5.596,18 4.946,32
Zweckgebundene Spenden und Opferhilfen 16.294,34 18.221,40 39.457,50
Gesamteinnahmen 401.836,01 342.708,81 380.477,71
AUSGABEN      
Gehälter und Honorare 245.511,25 237.430,13 257.749,19
Fortbildungskosten 1.273,60 3.902,98 3.477,47
Mietkosten 7.935,50 8.602,32 9.069,91
Bürokosten 13.668,15 18.177,92 13.753,80
Reise- und Fahrzeugkosten 12.804,98 19.733,08 11.821,36
Kosten der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit 117.969,97 18.224,50 9.420,47
Sonstige Ausgaben 7.535,99 9.784,36 10.082,16
Auszahlung von Spenden und Opferhilfen 14.779,73 24.509,30 33.485,96
Gesamtausgaben 421.479,17 351.454,13 348.860,32
Gewinn/Verlust 19.643,16 8.147,69 31.617,39

Stand: 18.11.2009

Spenden

Ein Teil der Einnahmen – 2008 waren es über 15.000 Euro – kommt durch zweckgebundene Spenden und Opferhilfen zustande, mit denen Menschen unterstützt werden, die durch rechte Gewalttaten in besondere Notlagen geraten sind. Darunter sind Menschen, die besondere medizinische Versorgung benötigen oder die arbeitsunfähig geworden sind, sowie Waisen. Hilfen und Entschädigungen für KlientInnen, oft AsylbewerberInnen, die kein Konto haben, kommen dazu. Diese zweckgebundenen Spenden und Zahlungen werden ohne Abzüge an KlientInnen ausgezahlt.

Die Unterstützung durch Förderer ist auch die Grundlage der Arbeit des Vereins, die durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Bußgeldzuweisungen finanziert wird. Für das Jahr 2008 konnten wir erfreulicherweise über 20.000 Euro Spenden verzeichnen. Leider ist es bislang nicht gelungen, in vergleichbarer Größenordnung Bußgeldzuweisungen zu erhalten – das soll in den nächsten Jahren erreicht werden. Die Gelder werden vor allem verwendet, um öffentliche und private Fördermittel zu erhalten. Allein 20.000 Euro werden als Eigenanteil eingesetzt, um einen staatlichen Zuschuss für die Opferberatung zu bekommen.

Fördermittel

Die Beratung für Opfer rechter Gewalt wird seit dem zweiten Halbjahr 2007 von der Landesregierung Brandenburg im Rahmen des Handlungskonzepts »Tolerantes Brandenburg« gefördert. Die Fördergelder stammen zu einem großen Teil aus dem Bundesprogramm »kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus«, das an die Stelle des Civitas-Programms getreten ist, mit dem die Bundesregierung seit 2001 Modellprojekte in der Bekämpfung des Rechtsextremismus in Ostdeutschland gefördert hatte. Damit fiel Mitte 2007 die Stelle weg, die bei der Opferperspektive sechs Jahre lang die ostdeutschen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt koordiniert hatte. Das neue Bundesprogramm läuft bis zum Ende des Jahres 2010.

Die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit – Ausstellungen, Publikationen, Studien, Seminare und Veranstaltungen – wird aus Zuschüssen sowie durch Kooperationen finanziert. Im Jahr 2008 stieg dieser Posten beachtlich. Mit rund 85.000 Euro förderte die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« ein Kooperationsprojekt der Opferperspektive mit der polnischen Organisation »Nigdy Więcej« (»Nie Wieder«), in dessen Rahmen Monitoring-Ansätze im Feld rechts motivierter Gewalttaten sowie Beratungsangebote für Opfer in Polen und Deutschland untersucht werden. Darüber hinaus beteiligten sich an der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in den letzten Jahren: der Verein 2002, das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg, das Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit und die Nationalagentur Jugend für Europa. Bei der Wanderausstellung »Opfer rechter Gewalt« kooperiert die Opferperspektive jeweils mit lokalen Vereinen und Institutionen, die die Kosten der Ausstellungen tragen.

Ausgaben

Bei den Ausgaben machen die Gehälter der OpferberaterInnen zusammen mit Fortbildungskosten und Honoraren etwa 60 Prozent aus. Weitere zehn Prozent werden für das Büro in Potsdam und Arbeitsmittel aufgewendet. Für die aufsuchende Beratung im Flächenland Brandenburg fallen erhebliche Reisekosten an; zwei Autos, ein Carsharing-Vertrag sowie Bahnfahrten machen etwa drei Prozent der Kosten aus. Etwa fünf Prozent entfallen als durchlaufende Posten auf Spenden und Opferhilfen. Ebenfalls fünf Prozent wurden in den letzten Jahren für Ratgeber und andere Publikationen sowie Veranstaltungen aufgewendet. Im Jahr 2008 stiegen die Ausgaben in diesem Bereich durch das Kooperationsprojekt mit der polnischen Organisation »Nigdy Więcej«auf rund 25 Prozent.

OPP