Viele Spenden für verwüsteten Imbiss

Susanne Meier vom Rathenower Kinder- und Jugendparlament, Tobias Pieper von der Opferperspektive und der Bürgermeister der Havelstadt Ronald Seeger übergaben am 23. Januar 1.353 Euro Spenden an die Rathenower Familie P., deren Dönerimbiss im November des vergangenen Jahres zerstört und mit Nazi-Parolen beschmiert worden war.

Rathenow, 23.1.2009: Übergabe von Spenden an einen Imbissbetreiber, dessen Dönerstand verwüstet worden war

Rathenow 2009: Übergabe von Spenden an einen Imbissbetreiber, dessen Dönerstand verwüstet worden war

Wie auf einem Schlachtfeld hatte es am Morgen des 18. November 2008 in dem Dönerimbiss am Bruno- Baum-Ring ausgesehen. Jugendliche waren eingebrochen und hatten »Hitler live« und »HaSS« an die Wand geschmiert. Die Einbrecher hatten den Inhalt eines Feuerlöschers im Raum verteilt und Rattengift unter die Lebensmittel gemischt. Der Getränkeautomat war aufgebrochen, die Friteuse zerstört, auf Fotos waren die Köpfe der Mitarbeiter durchgestrichen. Sachschaden: Über 3.000 Euro.

Die Täter wurden gefasst und in eine Jugendeinrichtung eingewiesen. Doch sie haben nicht das Geld, um für den angerichteten Schaden aufzukommen. Und eine bezahlbare Versicherung gibt es für freistehende Imbisscontainer leider nicht. Mustafa P. sah deshalb keine andere Möglichkeit, als sich zu verschulden. Der Imbiss, von dessen Einnahmen die Familie lebt, musste schließlich schnell wieder hergestellt werden.

Zusammen mit der Stadtverwaltung bat die Opferperspektive daraufhin die Rathenower BürgerInnen, mit Spenden zu helfen. Die Stadtverordneten schlossen sich in ihrer Sitzung am 10. Dezember 2008 dem Aufruf an. Einen Tag vor Weihnachten sammelten Mitarbeiter der Opferperspektive und Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments auf dem Marktplatz Spenden. Die Sammlung wurde zu einem großem Erfolg: Die meisten Angesprochenen hatten in den Zeitungen von der Verwüstung gelesen und waren empört. Ob alt oder jung, es haben fast alle etwas gegeben. Auch Erwerbslose, die am Monatsende selbst kaum noch Geld hatten, zeigten ihre Solidarität mit einer kleinen Spende. Angesichts dessen blieb den Mitgliedern des NPD-Ortsverbands nichts übrig als die Spendenaktion argwöhnisch zu beobachten.

Mustafa P. und seine Frau freuen sich sehr über die Hilfsbereitschaft. Zumindest ein Teil des materiellen Schadens konnte wieder gutgemacht werden.

Informationen Tobias Pieper
Telefon 0171 1935669