Vor Ort: Cottbus


Aus unserem Rundbrief Schattenberichte Juli 2019

Ende Januar gerät ein Studierender der BTU Cottbus am Hauptbahnhof der Stadt in eine rassistische Polizeikontrolle. Als er – gemeinsam mit über hundert anderen Fahrgästen – den voll besetzten Regionalzug verlässt und den Bahnhof mit dem Ziel Uni-Campus verlassen will, wird er zielgerichtet von zwei Beamten der Bundespolizei angehalten. Diese unterstellen ihm Drogenkonsum und führen noch in der Bahnhofsunterführung einen zweifelhaften Drogenschnelltest durch. In der Wache im Bahnhofsgebäude muss sich der Betroffene teilweise entkleiden, seine Sachen werden eingehend untersucht.

Nach ca. 30 Minuten erklären die Beamten die Kontrolle für beendet und bitten den Betroffenen ohne Tatnachweis die Wache zu verlassen. Die Bitte um einen schriftlichen Beleg über die durchgeführte Kontrolle, wird barsch zurückgewiesen. Gemeinsam mit der Opferperspektive reicht der Betroffene eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Beamten ein, da er von racial profiling ausgeht. Die Bundespolizei weist die Beschwerde zurück und erklärt die Kontrolle für „rechtmäßig und verhältnismäßig“. Eine Begründung für die Verweigerung der Aushändigung eines Nachweises über die Kontrolle gibt die Polizeibehörde allerdings nicht.

Die gesamte Ausgabe ist als PDF hier zu finden:

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