Vor Ort: Schwedt/ Oder

Zuerst erschienen in: Schattenberichte – Nachrichten aus der Opferperspektive Juli 2018 (gesamte Ausgabe hier)

Ein Mann, der als psychologischer Betreuer in Schwedt (Uckermark) arbeitet, wird im März auf
einem Supermarktparkplatz von einer Gruppe umzingelt und rassistisch beleidigt, ein Mann zeigt den sogenannten Hitlergruß. Für den Betroffenen, der bereits in Ghana sein Psychologiestudium abgeschlossen hatte und nun in Schwedt seine Erfahrungen in die Jugendsozialarbeit u.a mit geflüchteten Jugendlichen einbringt, ist dieses Erlebnis nur eine von vielen rassistischen Erfahrungen: Sein Auto wird mit Steinen beworfen, an der Bushaltestelle wird er angespuckt. Als drei Männer vor seiner Wohnung stehen und rassistische Beleidigungen brüllen, weigert sich die Polizei, eine entsprechende Anzeige aufzunehmen, da es keine Beweise gäbe. Nach Hasspostings in einem lokalen Internetportal bleiben solidarische Reaktionen aus. Dienstleistungen werden ihm verweigert und seine Zahlungsfähigkeit angezweifelt. Da er dem massiven Rassismus nichts entgegensetzen kann, verlässt der Mann die Oderstadt.

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