Beratungsstatistik ostdeutscher Beratungsstellen

Neun Beratungsstellen in den ostdeutschen Bundesländern bieten Hilfe für Opfer rechter Gewalt. Ihre gemeinsame Statistik gibt Auskunft über die Zahl der Menschen, die nach rechten Gewalttaten seit 2003 beraten wurden.

Die Beratungsstellen betreuten jedes Jahr über 1.000 KlientInnen (2006: 1.454, 2005: 1.020, 2004: 1.230; 2003: 1.211), wovon zuletzt 1.068 Personen (2005: 794, 2004: 822; 2003: 782) durch rechte Gewalttaten direkt geschädigt worden waren. Desweiteren betreuten die Beratungsstellen jeweils zwischen 200 und 400 Menschen, die als Angehörige, FreundInnen oder ZeugInnen miittelbar von Gewalttaten betroffen waren.

Die direkt betroffenen KlientInnen waren überwiegend männlich (2006: 818 von 1.068 KlientInnen). Die Mehrzahl der Betroffenen waren Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene. Etwa die Hälfte der KlientInnen wurden aus rassistischen Gründen angegriffen. Die zweite große Gruppe besteht aus Jugendlichen, die sich mehrheitlich einem alternativen Milieu zugehörig fühlen.

Zahl der KlientInnen nach Opfergruppen (direkt Geschädigte)

Opfergruppe2003200420052006
Rassismusopfer407360331394
Antisemitismusopfer0666
Homophobieopfer4544
Gegen nicht Rechte269329316457
Gegen politisch Aktive665671120
Gegen Behinderte2013108
Gegen sozial Benachteiligte72242
Andere982138
Unklare Tatmotivation0233129
Gesamt7828227941068

Zahl der KlientInnen nach Altersgruppen (direkt Geschädigte)

Altersgruppe20052006
O – 13 Jahre1023
14 – 17 Jahre156232
18 – 26 Jahre362475
27 – 40 Jahre169219
41 Jahre und älter7492
Unbekannt2226
Gesamt7941068

Die Erhebungskategorien wurden ab 2005 geändert.

Altersgruppe20032004
O – 13 Jahre4026
14 – 20 Jahre259317
21 – 40 Jahre399406
41 Jahre und älter8473
Gesamt782822

Zahl der KlientInnen nach Geschlecht (direkt Geschädigte)

Geschlecht2003200420052006
Männer657675675881
Frauen125147118118
Gesamt7828227941068

Quellen

Die Beratungsstellen entwickelten mit einer Förderung durch das CIVITAS-Programm von 2001 bis 2007 gemeinsame Standards und Kriterien für die Erfassung rechter Gewalttaten. Seit 2005 werden die Daten in einer gemeinsamen Datenbank dokumentiert.

Folgende Beratungsstellen sind beteiligt:

  • Mecklenburg-Vorpommern Lobbi
  • Sachsen-Anhalt Mobile Beratung für Opfer rechtsextremer Gewalt und Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Gewalt im Multikulturelles Zentrum Dessau
  • Brandenburg Opferperspektive
  • Berlin Reach Out
  • Thüringen Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt
  • Sachsen Amal sowie RAA Leipzig und Dresden

Statistikberichte

Einmal im Jahr gibt die bei der Opferperspektive angesiedelte Koordination der Beratungsstellen eine Pressemitteilung heraus, in der die statistische Entwicklung rechter Gewalt in Ostdeutschland und die Beratung der Opfer dargestellt und analysiert wird.

2006: Zunahme rechtsmotivierter Gewalttaten in Ostdeutschland

2005: Beratungsstellen veröffentlichen Statistik über Opfer rechtsmotivierter Gewalt

2004: Beratungsstellen veröffentlichen Jahresstatistik 2004

2003: Zahl rechtsextremer Gewalttaten bleibt in Ostdeutschland auf hohem Niveau

 

 

links:

, , ,