Info und Disclaimer Chrono Webseite + Triggerwarnung

In dieser Chronik informieren wir über rechte, rassistische und antisemitische Gewalt in Brandenburg. Die Chronik wird fortlaufend und auch rückwirkend aktualisiert, erhebt aber in keinem Fall einen Anspruch auf Vollständigkeit.

Berücksichtigt werden Vorfälle, die der Opferperspektive gemeldet oder von uns recherchiert werden, sowie Vorfälle, die von staatlichen Stellen oder in den Medien veröffentlicht werden. Taten, bei denen die Beratungsnehmer*innen um eine vertrauliche Behandlung bitten, werden nicht veröffentlicht. Die Informationslage zu einzelnen Vorfällen unterscheidet sich stark. In einigen Fällen wissen wir über Ort und Datum hinaus wenig mehr als den juristischen Tatbestand. In anderen Fällen wiederum verzichten wir bewusst auf genauere Beschreibungen, um die Anonymität der Betroffenen nicht zu gefährden.

Inhaltswarnung: Die hier geschilderten Vorfälle enthalten Tatbeschreibungen und thematisieren zum Teil schwere Gewalt. Die Schilderungen können verstörend und für Menschen, die selbst oder deren Nahestehende ähnliche Erfahrungen erleiden mussten, retraumatisierend sein. Bei der Chronologie handelt es sich um eine „Angriffschronik“, dementsprechend setzen wir die Täter*innen und ihre Handlungen ins Aktiv. Sprache unterliegt ständigem Wandel. Einzelne Begriffe, die in der Vergangenheit selbst in betroffenen Communities z.B. als Selbstbeschreibung verwendet wurden, werden heute von vielen Betroffenen abgelehnt. Wir sind in fortlaufender Diskussion darüber, welche Begrifflichkeiten wir in der Opferperspektive verwenden. Einige ältere Einträge sind aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Sofern sie keine explizit rassistischen oder anders diskriminierenden Ausdrücke beinhalten, belassen wir sie als Zeugnisse ihrer Zeit in der Chronologie.

Buckow

Eine größere Wandergruppe junger Männer und Frauen erschien am Samstagnachmittag des 18. April bei einem lokalen Trödelmarkt in Buckow. Anwesende Gäste und Standbetreuer*innen identifizierten diese anhand ihrer Kleidung als Anhänger der neonazistischen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“. Einer der anwesenden Standbetreuer sprach die Gruppe an und machte deutlich, dass sie dort nicht erwünscht seien. Auch die Veranstalterin des Trödelmarktes kam hinzu und verwies die Neonazis des Hofes. Doch die Rechten weigerten sich das Gelände zu verlassen. Mindestens drei Personen aus der Gruppe attackierten daraufhin koordiniert den Standbetreuer mit Pfefferspray und Schlägen. Einer der Angreifer wurde von den Anwesenden als Erik S. identifiziert, ein Parteikader des „Dritten Wegs“.
Trotz der gewalttätigen Attacke gelang es Besucher*innen und Standbetreuer*innen des Trödelmarkts schließlich, die Rechten vom Gelände zu entfernen und den Trödelmarkt anschließend fortzusetzen.
Die alarmierte Polizei konnte die Neonazis in unmittelbarer Nähe stellen.