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	<title>2002 - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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		<title>Amadeu Antonio: Gedenken Eberswalde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Dec 2018 13:32:16 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p>Am 6. Dezember 1990 starb <em>Amadeu Antonio</em>, der als angolanischer Vertragsarbeiter in die DDR kam. In der Nacht auf den 25. November 1990 wurde er vor einem Gasthof in Eberswalde von etwa 60 rechten Jugendlichen mit Kn&uuml;ppeln angegriffen und ins Koma gepr&uuml;gelt. Er erlag Tage sp&auml;ter seinen Verletzungen.</p><p>In Gedenken an <em>Amadeu Antonio</em> findet am Donnerstag, den 6. Dezember um 17 Uhr eine Kundgebung an der Mahn- und Gedenktafel (Eberswalder Str. 261, 16225 Eberswalde) statt. Zur anschlie&szlig;enden Begegnung und gemeinsamen Essen laden der <em>Afrikanische Kulturverein Palanca e.V.</em>, die <em>Barnimer Kampagne &bdquo;Light me Amadeu&ldquo;</em> und die <em>Antifaschistische Initiative Eberswalde</em> in die R&auml;ume von Palanca in der Coppistra&szlig;e ein.</p><p>Anl&auml;sslich des Gedenkens wird momentan unsere Ausstellung <em><a href="http://todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">[Kein sch&ouml;ner Land</a>]</em> zu Todesopfern rechter Gewalt in Brandenburg in der Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde gezeigt. Zur Er&ouml;ffnung berichtete Andreas Michael, Mitarbeiter der <em>Opferperspektive</em>, &uuml;ber die aktuelle Situation in Eberswalde. Den Redebeitrag dokumentieren wir hier.</p><p><strong>Rechte Gewalt in Eberswalde und die aktuelle Situation f&uuml;r Betroffene</strong></p><p>F&uuml;r das erste Halbjahr z&auml;hlte die Opferperspektive 97 Angriffe im Land Brandenburg. Bis zum 1. August waren es schon &uuml;ber 100, welche f&uuml;r dieses Jahr registriert wurden. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2017 wurden 98 F&auml;lle gez&auml;hlt, im ganzen Jahr 171. 80 F&auml;lle, und damit die weit &uuml;berwiegende Zahl der Angriffe, war rassistisch motiviert.</p><p>Es muss festgestellt werden, dass es in den letzten Monaten keinen R&uuml;ckgang rechter Gewalttaten gegeben hat. Das Niveau rassistischer Gewalt bleibt stabil hoch, obwohl viele Gr&uuml;nde, die in den letzten drei Jahren f&uuml;r den Anstieg rechter Gewalttaten herangezogen wurden, derzeit nicht gegeben sind. Weder gibt es in diesem Jahr Landtags- oder Bundestagswahlen, noch kommen derzeit in hoher Zahl Gefl&uuml;chtete in Brandenburg an. Rassistische Gewalt ist in den letzten drei Jahren f&uuml;r einen Teil der Brandenburger Bev&ouml;lkerung offenbar zu einer normalen und akzeptierten Handlungsweise im Umgang mit Migrant*innen geworden.</p><p>Allein im Landkreis Barnim registrierte die Opferperspektive bis dato 13 rechte Gewalttaten. Dies stellt einen Anstieg gegen&uuml;ber den Vorjahren dar. So gab es 2015 sechs, 2016 f&uuml;nf und 2017 elf Angriffe, die Gesamtzahl der Angriffe ist damit die h&ouml;chste, welche seit Beginn des Monitorings im Jahr 2002 durch die Opferperspektive dokumentiert wurde. Dazu muss gesagt werden, dass 2017 in fast allen anderen Landkreisen die Gewalttaten einen leichten R&uuml;ckgang hatten.</p><p>Die Stadt Eberswalde ist ein Schwerpunkt rechter Angriffe im Barnim, hier stieg die Angriffszahl von sechs im Jahr 2017 auf acht Angriffe an. Das h&auml;ufigste Tatmotiv bei diesen Angriffen ist Rassismus, bei 85% aller Taten lag diese Motivation zugrunde. Betroffen davon sind vor allem Menschen mit realer oder zugeschriebener Migrationsgeschichte, vermeintlich Gefl&uuml;chtete aber auch internationale Studierende. So zum Beispiel Anfang August als eine Gruppe junger Frauen in Eberswalde mit dem Fahrrad unterwegs war und bei einem Streit mit einem Autofahrer erst rassistisch beleidigt wurde und dann eine von ihnen in den Gegenverkehr geschubst wurde. Gl&uuml;cklicherweise konnte das ihr entgegen kommende Fahrzeug rechtzeitig bremsen, sodass Schlimmeres verhindert wurde.</p><p>Neben diesen rassistisch motivierten Gewalttaten, die vor allem in Bernau, Biesenthal, Eberswalde und Wandlitz die h&auml;ufigste Tatmotivation bilden, wurden durch Opferperspektive auch zwei k&ouml;rperliche Angriffe auf politische Gegner*innen bzw. nicht Rechte registriert. K&ouml;rperverletzungsdelikte, einfache wie gef&auml;hrliche, bilden weiterhin die mit Abstand h&auml;ufigsten Tatbest&auml;nde. Die Opferperspektive z&auml;hlte vier einfache und eine gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung in Eberswalde, eine gef&auml;hrliche so wie eine einfache K&ouml;rperverletzung in Bernau, eine versuchte gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung in Biesenthal und eine versuchte einfache K&ouml;rperverletzung in Wandlitz. In Biesenthal wurde ein Mann aus Somalia, welcher mit dem Fahrrad durch die Bahnhofsstra&szlig;e fuhr, rassistisch beleidigt und dann mit einem schweren Kettenfahrradschloss beworfen. In Eberswalde wurden an verschieden Tagen junge Menschen aus der russischen F&ouml;rderation rassistisch beleidigt und angegriffen, in einem Fall konnte der Angriff abgewehrt werden. Ebenfalls in Eberswalde gab es einen rassistisch motivierten Angriff auf eine Frau aus Vietnam.</p><p>Neben diesen t&auml;tlichen Angriffen registrierte die Opferperspektive drei F&auml;lle von N&ouml;tigungen und Bedrohungen, beispielsweise Mitte April in Wandlitz. Am Liepnitzsee werden zwei M&auml;nner rassistisch beleidigt und bedroht, bis sie den See verlassen. Aber auch in Bernau und Eberswalde kommt es immer wieder zu rassistischen Beleidigungen und Bedrohungen. Aufgrund der Tatsache, dass es im Barnim nur sehr wenig Kontakt zu den Betroffenen gibt, geht die Opferperspektive hier davon aus, dass die Zahlen nicht das tats&auml;chliche Ausma&szlig; widerspiegeln. Aus der allgemeinen Beratungspraxis heraus l&auml;sst sich sagen, dass, wie auch in den Vorjahren, Menschen mit Fluchterfahrung die Hauptbetroffenengruppe rechter Gewalt in Brandenburg sind.</p><p>Bei rassistischen Gewaltdelikten kommen allerdings auch &Uuml;bergriffe auf Personen mit zugeschriebener oder realer Migrationsgeschichte hinzu. Sie erleben rassistische Gewalt und Anfeindungen in allen Lebensbereichen: Durch Nachbar*innen im eigenen Wohnumfeld, beim Sport, Einkaufen oder auf offener Stra&szlig;e. Verst&auml;rkt treffen die Beratenden Betroffene in einem Zustand gro&szlig;er Hoffnungslosigkeit: Der erfahrene Rassismus ist f&uuml;r die Angegriffenen so allgegenw&auml;rtig, dass die M&ouml;glichkeit eines Alltags jenseits dieser Erlebnisse v&ouml;llig unrealistisch ist. Oft wird der tats&auml;chliche k&ouml;rperliche Angriff nicht mehr als herausragendes Erlebnis wahrgenommen, sondern als ein weiterer Baustein in einer Kontinuit&auml;t der Ablehnung, die psychisch wesentlich schwerer wiegt. Wege aus dieser Situation zu finden ist nicht nur eine gro&szlig;e Herausforderung f&uuml;r die Betroffenen, die Unterst&uuml;tzenden vor Ort und die Beratenden. Sie ist vielmehr eine zentrale Problemstellung f&uuml;r die Landespolitik und die Brandenburger Gesellschaft. Hier muss der in der Landesverfassung formulierte Anspruch, als Land der &bdquo;Verbreitung rassistischen Gedankenguts&ldquo; entgegen zu treten, mit Leben gef&uuml;llt werden. Das eben dort erw&auml;hnte &bdquo;friedliche Zusammenleben der Menschen&ldquo; wird in Brandenburg durch rassistische Gewaltt&auml;terInnen Tag f&uuml;r Tag infrage gestellt.</p><p>In den allermeisten F&auml;llen f&uuml;hrt rassistische Gewalt bei Betroffenen zu einem R&uuml;ckzug aus dem &ouml;ffentlichen Raum ins Private. Die durch RassistInnen erzwungene Isolation verst&auml;rkt aber oft die psychischen Auswirkungen der Angriffe und erschwert die Verarbeitung der Gewalterfahrung, die bei Menschen mit Fluchtbiografie h&auml;ufig nicht die Erste ist. Selbst die allt&auml;glichen Dinge, wie das Einkaufen von Lebensmitteln, werden zu einer komplexen Aufgabe: Telefonketten werden gebildet, Freund*innen um Unterst&uuml;tzung gebeten, damit die Wohnung nicht mehr verlassen werden muss, Unternehmungen au&szlig;erhalb werden auf das Notwendigste beschr&auml;nkt. Dies sind die Begleitumst&auml;nde, unter denen viele Menschen mit Fluchtgeschichte versuchen m&uuml;ssen, in der Brandenburger Gesellschaft anzukommen. Eine Gesellschaft, in der sich Alteingesessene und Neuankommende auf Augenh&ouml;he begegnen k&ouml;nnen, ist nicht m&ouml;glich, solange im &ouml;ffentlichen Raum die Orte fehlen, an denen sich Gefl&uuml;chtete angstfrei bewegen k&ouml;nnen.</p><p>Die Entwicklung hinsichtlich rechter Gewalt bleibt besorgniserregend. Rassistische Gewalt ist zur Normalit&auml;t geworden. Diese hat Teile der Gesellschaft erfasst, welche zuvor durch rechte AkteurInnen nicht erreichbar waren. Eine neue Dynamik gewinnt die Situation durch die AfD, die sich mit ihrer politischen Ausrichtung in Brandenburg immer eindeutiger dem extrem rechten Spektrum zuordnen l&auml;sst und bei Wahlen als erfolgreicher Ausdruck dieser Stimmung fungiert. Die hasserf&uuml;llte Pr&auml;senz und Lautst&auml;rke, die rassistische Positionen derzeit in gesellschaftlichen Debatten haben, erwecken bei rechten Gewaltt&auml;terInnen den Eindruck, dass die Mehrheit der Gesellschaft hinter ihren Taten steht. Es besteht in dieser Situation die Gefahr, dass Rassismus und Gewalt Gegenpositionen aus den politischen Diskussionen vor Ort verdr&auml;ngen. Wenn sich rassistische Gewaltt&auml;terInnen derart als gesellschaftlich wirksam erleben, existiert die Gefahr, dass diese Erfahrung auch zuk&uuml;nftig reaktivierbar bleibt. Die Betroffenen der rechten Angriffe hingegen, f&uuml;hlen sich derzeit so bedroht und verunsichert, dass eine Teilhabe f&uuml;r sie nur stark eingeschr&auml;nkt m&ouml;glich ist. Selbst bei einem R&uuml;ckgang rechter Gewalt wird es l&auml;ngere Zeit dauern, bis das Vertrauen in Gesellschaft und Institutionen wieder ein Ma&szlig; annehmen kann, welches f&uuml;r ein unbelastetes Zusammenleben notwendig ist.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/eberswalde-gedenken-an-amadeu-antonio">Amadeu Antonio: Gedenken Eberswalde</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Rassistische Gewalt ungebrochen</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jul 2018 13:53:14 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p><em>2017 aus Sicht der Opferperspektive</em></p><p>Zuerst erschienen in:<em> Schattenberichte &ndash; Nachrichten aus der Opferperspektive Juli 2018 </em> (gesamte Ausgabe <a href="https://www.opferperspektive.de/schattenberichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="schattenberichte (&ouml;ffnet in neuem Tab)">hier</a>)</p><p>Rechte Gewalt und die Bedrohungen durch rechte Pr&auml;senz im S&uuml;den Brandenburgs, insbesondere in der<br>
Stadt Cottbus, sind seit drei Jahren ungebrochen. Wir als Opferperspektive und auch Andere haben darauf bereits mehrfach hingewiesen. Anfang dieses Jahres waren Berater_innen der Opferperspektive selbst Ziel von Bedrohungen und Einsch&uuml;chterungsversuchen: Nach der rassistischen Demonstration der Initiative &bdquo;Zukunft Heimat&ldquo; im Januar in Cottbus wurden unsere Mitarbeiter_innen beschimpft und bedroht. Sie hatten die Demonstration beobachtet, da rechte &Uuml;bergriffe zu erwarten waren.</p><p>Im M&auml;rz stellten wir die Jahresstatistik f&uuml;r 2017 der &Ouml;ffentlichkeit vor. Der Verein Opferperspektive registrierte im vergangenen Jahr 171 rechte Angriffe im Land Brandenburg. Dies stellt zwar einen R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber den Vorjahren (2016: 221, 2015: 203) dar, die Zahl der rechten Gewalttaten liegt aber immer noch deutlich &uuml;ber dem Niveau des Zeitraums von 2002 bis 2014. Die kreisfreie Stadt Cottbus ist mit 32 rechtsmotivierten Angriffen erneut der Ort mit den meisten registrierten Taten. Diese Entwicklung setzt sich 2018 fort: Zehn F&auml;lle sind bereits im ersten Quartal zu z&auml;hlen. Der S&uuml;den Brandenburgs bleibt ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Aber auch in anderen Teil des Landes sind rechte und rassistische Gewalttaten und Diskriminierungen allt&auml;glich. Unsere Arbeit beschr&auml;nkt sich an all diesen Orten nicht auf die Beratung der Betroffenen, sondern wir unterst&uuml;tzen auch deren Umfeld und die Kommunen in der Auseinandersetzung mit rechter Gewalt und begleiten Strafprozesse. Zum Beispiel im Norden Brandenburgs, in den St&auml;dten Wittstock, Schwedt oder in Bad Freienwalde.</p><p>Befeuert wird die rassistische Stimmung in Cottbus und im restlichen Land auch durch die Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) (siehe dazu die <a href="https://www.mmz-potsdam.de/files/MMZ-Potsdam/Download-Dokumente/EJGF_Mitteilungen_2018_02.pdf" aria-label="EJGF Mitteilungen 2018 02">&bdquo;Die Sprache der &sbquo;Asylkritik'&ldquo; der EJGF</a>. Mit Besorgnis beobachten wir, wie die AfD parlamentarische Mittel nutzt, um unliebsamen Kritiker_innen die staatliche F&ouml;rderungen abzuerkennen. Neben Kleinen Anfragen zur Verwendung von F&ouml;rdergeldern f&uuml;r emanzipatorische und antirassistische Projekte in verschiedenen Bundesl&auml;ndern, hatte die Brandenburger AfD ein Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, unseren Partner_innen des Aktionsb&uuml;ndnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit die Landesf&ouml;rderung zu entziehen und ihre Arbeit als verfassungswidrig zu brandmarken. Der Angriff der AfD blieb erfolglos: Das Gutachten erkannte keinen Verfassungsversto&szlig;. Dieses Ergebnis begr&uuml;&szlig;en wir und gehen noch weiter: Wir sehen es als einen Auftrag der Verfassung, sich mit den rassistischen Positionen in der Gesellschaft zu befassen. Denn in Artikel 7a der Landesverfassung hei&szlig;t es: &bdquo;Das Land sch&uuml;tzt das friedliche Zusammenleben der Menschen und tritt der Verbreitung rassistischen und fremdenfeindlichen Gedankenguts entgegen.&ldquo; Das schlie&szlig;t auch AfD-Positionen ein.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/schattenberichte/rassistische-gewalt-ungebrochen">Rassistische Gewalt ungebrochen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>2017: Anzahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ungebrochen hoch</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2018 10:00:57 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p align="justify"><span style="font-size: medium"><i>Der Verein Opferperspektive e.V. hat 2017 im Land Brandenburg 171 rechte Angriffe registriert. Dies stellt einen R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber den Vorjahren (2016: 221, 2015: 203) dar. Die Zahl der rechten Gewalttaten liegt immer noch deutlich &uuml;ber dem Niveau des Zeitraums von 2002 bis 2014. Die Summe der gez&auml;hlten K&ouml;rperverletzungsdelikte (148) ist die zweith&ouml;chste Zahl, die jemals im Rahmen des Monitorings durch die Beratungsstelle erfasst wurde.</i></span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Das h&auml;ufigste Tatmotiv war 2017 Rassismus: 84 Prozent aller Taten lag diese Motivation zu Grunde. Dies ist ein erneuter Anstieg gegen&uuml;ber 2016 (79 Prozent). In der Mehrzahl dieser F&auml;lle waren Gefl&uuml;chtete von den Attacken betroffen. Hierzu erkl&auml;rt Judith Porath, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Opferperspektive: &bdquo;Die rassistische Gewaltwelle, die vor allem gefl&uuml;chtete Menschen betrifft, muss endlich gestoppt werden. Eine Gesellschaft, in der sich Alteingesessene und Neuangekommene auf Augenh&ouml;he begegnen k&ouml;nnen, ist nicht m&ouml;glich, solange die Orte fehlen, an denen sich Gefl&uuml;chtete angstfrei bewegen k&ouml;nnen.&ldquo;</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Neben den 143 durch die Opferperspektive registrierten rassistischen Gewalttaten (2016: 175) wurden 25 (2016: 24) Angriffe durch Rechte auf politische Gegner_innen ver&uuml;bt. Zwei &Uuml;bergriffe auf nicht-rechte und alternative Personen (2016: 14) wurden erfasst, au&szlig;erdem ein Angriff aus einer sozialdarwinistischen Motivation heraus. Mehrheitlich handelte es sich bei den der Beratungsstelle bekannt gewordenen Gewalttaten um K&ouml;rperverletzungsdelikte, davon 79 einfache und 69 gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzungen (2016: 85/101). In Brandenburg wurden 2017 zwei rechtsmotivierte Brandstiftungen, in Templin und Kremmen, ver&uuml;bt (2016: 9). Der Molotowcocktail-Anschlag von Kremmen wird durch die Opferperspektive als versuchtes T&ouml;tungsdelikt gewertet. Des weiteren wurden eine versuchte schwere K&ouml;rperverletzung, 13 F&auml;lle von N&ouml;tigung und Bedrohung (2016: 13), 3 massive Sachbesch&auml;digungen (2016: 6), ein rechtsmotivierter Raub und ein Fall von Landfriedensbruch statistisch erfasst. In zwei F&auml;llen versuchten rassistisch motivierte T&auml;ter mittels Kraftfahrzeugen, Personen zu verletzen. </span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Von den Angriffen waren 2017 264 Personen direkt betroffen (2016: 335) und 161 Personen indirekt (2016: 196), z.B. als Zeug_innen oder Angeh&ouml;rige. Von einem gro&szlig;en Dunkelfeld ist nach Ansicht der Opferperspektive auszugehen. Deutlich zugenommen hat die Zahl der betroffenen Kinder (vollendetes 13. Lebensjahr oder j&uuml;nger). Die Opferperspektive erlangte Kenntnis von 35 Kindern, die 2017 Opfer rechter Gewaltt&auml;ter wurden &ndash; eine deutliche Zunahme gegen&uuml;ber 2016 (22) und 2015 (26). </span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Der schon 2016 erkennbare Trend der regionalen Ausdifferenzierung bez&uuml;glich rechter Gewalttaten hat sich auch 2017 fortgesetzt und weiter verst&auml;rkt. Die kreisfreie Stadt Cottbus ist mit 32 rechtsmotivierten Angriffen erneut der Ort mit den meisten registrierten Angriffen. Dies stellt die zweith&ouml;chste Zahl rechter &Uuml;bergriffe dar, die durch die Opferperspektive jemals in einem Landkreis bzw. einer kreisfreien Stadt registriert wurde (H&ouml;chstzahl 41, ebenfalls Cottbus, 2016). Gleichzeitig gibt es in anderen Regionen teils erhebliche R&uuml;ckg&auml;nge: In Spree-Nei&szlig;e (von 27 Angriffen auf 8 Angriffe), Frankfurt (Oder) (von 16 Angriffen auf 5 Angriffe), in M&auml;rkisch-Oderland (von 13 Angriffen auf 2 Angriffe) und im Havelland (von 11 Angriffen auf 2 Angriffe) zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich. Dem entgegen stehen Steigerungen der Angriffszahlen in Teltow-Fl&auml;ming (14, 2016:11), Oberhavel (12, 2016:11), Barnim (11, 2016: 5) und der Prignitz (8, 2016: 5). Neben Cottbus bleibt der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit 16 rechten Gewaltdelikten (2016: 21) ein Schwerpunkt rechter Gewalt in Brandenburg.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">In Cottbus hat sich in der Stadt eine gewaltt&auml;tige Stimmung, vor allem gegen&uuml;ber Gefl&uuml;chteten, verfestigt. Mit den Demonstrationen des rassistischen Vereins &bdquo;Zukunft Heimat&ldquo; ist eine Mobilisierungsplattform entstanden, die unterschiedlichste Str&ouml;mungen des lokalen, regionalen und &uuml;berregionalen rechten Spektrums vereint und vernetzt. &bdquo;Rassistische Gewalt wird durch die aktuelle Stra&szlig;enmobilisierung legitimiert, indem sie als &bdquo;Notwehr&ldquo; gegen einen angeblichen, durch Zuwanderung bedingten &bdquo;Volksaustausch&ldquo; umgedeutet wird&ldquo;, erl&auml;utert Judith Porath. Auch die &ouml;rtliche rechte Hooliganszene besucht die Demonstrationen in Cottbus. So kommt es im Umfeld dieser Veranstaltungen wiederholt zu &Uuml;bergriffen auf politische Gegner_innen aus diesem Personenkreis. Die Opferperspektive sieht die Gefahr, dass Cottbus zum Vorbild f&uuml;r rassistische Kampagnen in weiteren Kommunen im Land Brandenburg wird.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Untenstehend finden Sie das Hintergrundpapier der Opferperspektive zur Ver&ouml;ffentlichung der Jahresstatistik 2017 mit ausf&uuml;hrlichen Analysen sowie die grafische Aufarbeitung der Statistik. Die Grafiken sind unter Nennung der Quelle (Peer Neumann/ Opferperspektive) frei verwendbar.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">F&uuml;r R&uuml;ckfragen stehen Ihnen zur Verf&uuml;gung:</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Hannes P&uuml;schel: </span>0151 50768549</p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Joschka Fr&ouml;schner: 0151 50724851</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">B&uuml;ro: 0331 817 0000</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Opferperspektive e.V.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Rudolf-Breitscheid-Str.164</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">14482 Potsdam</span></p><p align="justify"><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2018/03/Infosheet_Recht_Rass_Gewalt_BRB2017_PRINT.pdf" aria-label="Infosheet Recht Rass Gewalt BRB2017 PRINT">Infografik rechte Gewalt in Brandenburg 2017</a></p><p align="justify"><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2018/03/Hintergrundpapier-Statistik-2017.pdf" aria-label="Hintergrundpapier Statistik 2017">Hintergrundpapier der Opferperspektive zur Jahresstatistik 2017</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/anzahl-rechter-gewalttaten-in-brandenburg-ungebrochen-hoch">2017: Anzahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ungebrochen hoch</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Orazio Giamblanco: Nur noch durchhalten</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Dec 2017 11:21:45 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="um-first">Über 10 000 Menschen sind seit der Wiedervereinigung Opfer rechter Gewalt geworden – so wie Orazio Giamblanco. Nachdem ihn 1996 ein Skinhead attackierte, ist der Italiener schwer behindert. Seither begleiten Tagesspiegel und PNN ihn auf dem Lebensweg. Besuch bei einem Mann, der zu kämpfen hat</p>
<p>Es sind diese wenigen Momente, in denen Orazio Giamblanco es schafft, ganz bei sich zu sein. In denen er nicht mühsam versuchen muss, sich verständlich zu machen. In denen er spürt, was von seiner Kraft und seiner Selbstständigkeit übrig geblieben ist. Er holt dann aus Körper und Kopf soviel Energie heraus, dass er sich selbst bestätigen kann, er sei ein Kämpfer, der nicht aufgibt. Für eine halbe Stunde am Seilzuggerät mit den vielen Gewichten, die er an langen Schnüren mit Schlaufen hoch und runter bewegt. Oder für die 20 Minuten, in denen er an diesem Tag im November mit dem Elektrorollstuhl durch Bielefeld fährt. Vom Franziskus- Hospital nach Hause. Mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern in der Stunde. Wie seit mehreren Monaten schon. Unfallfrei.</p>
<p>In diesen Momenten zeichnet sich im Gesicht des alten Italieners ein Durchhaltewillen ab, der an den introvertierten Blick eines Marathonläufers auf den letzten Kilometern erinnert. Die ganze Konzentration gilt der eigenen Anstrengung. Orazio Giamblanco genießt das. Am Seilzuggerät im Physiotherapie-Keller des Hospitals will er vor wenigen Wochen gar nicht aufhören, die Gewichte zu wuchten. Erst 25 Kilo. „Mehr“, murmelt Giamblanco. Die Tochter seiner Lebensgefährtin sticht die Schraube in den nächsten Stahlbarren. 40 Kilo. Zehn Minuten danach wieder: „mehr“, also 50 Kilo. Als er eine halbe Stunde später mit dem Rollstuhl vom Krankenhaus wegsurrt, drückt er den Hebel an der rechten Lehne durch. Für maximales Tempo.</p>
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<p>Orazio Giamblanco ist seit 21 Jahren schwer behindert. Das bedeutet, dass der 76 Jahre alte Mann aus Sizilien schon mehr als ein Viertel seines bisherigen Lebens in einem deformierten Körper gefangen ist. Seit am 30. September 1996 ein Skinhead im brandenburgischen Trebbin mit seiner Baselballkeule ausholte und Giamblanco am Kopf traf. Der Rechtsextremist war mit einem Kumpel unterwegs, um Italiener zu jagen, die auf einer Großbaustelle als Hilfskräfte angestellt waren. Giamblanco hielt sich erst wenige Tage in der Kleinstadt auf. Der rassistische Hass traf ihn mit voller Wucht.</p>
<p>Im Krankenhaus Luckenwalde retteten die Ärzte Giamblancos Leben mit einer Notoperation. Aber es war nicht zu verhindern, dass er schwer behindert bleibt. Dass er unter spastischer Lähmung leidet, dass er sich nur eingeschränkt bewegen kann, dass ihm das Sprechen schwer fällt. Und dass er oft depressiv ist. Die Hoffnung, sein Zustand könne sich verbessern, hat er längst aufgegeben.</p>
<p>Die Geschichte vom Überfall auf Giamblanco dürfte den Leserinnen und Lesern der PNN und des Tagesspiegels bekannt sein. Die Zeitungen berichten seit Anfang 1997 jedes Jahr über das Schicksal des kleinen, kompakten Mannes aus Sizilien. Und über das ebenfalls schwere Leben seiner jetzt 66-jährigen Lebensgefährtin Angelica Stavropolou und ihrer 43 Jahre alten Tochter Efthimia. Um anhand einer Langzeitstudie über ein Opfer rechter Gewalt und dessen Angehörige zu schildern, welche Folgen der Fanatismus hat – über die Schlagzeilen zur Tat und zum Prozess gegen den Täter hinaus. Um exemplarisch darzustellen, wie es einem von wahrscheinlich weit mehr als 10 000 Opfern geht, die seit der Wiedervereinigung von Neonazis und anderen Rechten attackiert wurden. Die hohe Zahl lässt sich anhand von Polizeistatistiken zu rechter Gewaltkriminalität und ihren Opfern schätzen. Allein in diesem Jahr wurden nach vorläufigen Erkenntnissen des Bundeskriminalamts bis September mehr als 300 Menschen von Rechtsextremisten verletzt.</p>
<p>In den allermeisten Fällen sind die Probleme von Opfern solcher Gewalt unbekannt. Wieviele Menschen ähnlich leiden wie Giamblanco, weiß niemand. Die Langzeitstudie kann nur eine Ahnung vermitteln, was Menschen durchmachen, die mit den Spätfolgen ihrer körperlichen Verletzung und mit ihrer Traumatisierung leben müssen. Doch das ist es wert, die Geschichte unentwegt weiter zu schreiben, als Fallstudie pars pro toto. So lange es in Bielefeld irgendwie geht. Die Verzweiflung dort hat viele Facetten. Kein Jahr ist wie das zuvor.</p>
<p>Ein Lichtblick: während der Besuche ist eine Freundschaft entstanden. Die journalistische Distanz zu Orazio, Angelica und Efthimia, meist Efi genannt, ist zugegebenermaßen reduziert. Aber in dieser Geschichte ist jedes Jahr lehrreich. Meist bitter.</p>
<p>Orazio sitzt im Elektrorollstuhl vor dem Seilzuggerät. Er zieht ruckartig die Gewichte hoch, mal mit beiden Armen, dann nur mit dem rechten, dann mit dem linken. Er stöhnt, die Augen sind fast geschlossen. „Er bleibt jetzt im Rollstuhl sitzen, wenn er am Seilzug arbeitet“, sagt Jan Rombowski. Der kräftige Mann mit dem tätowierten Arm ist Physiotherapeut, er betreut Orazio schon mehrere Jahre. „Es geht stetig runter“, sagt Rombowski. Dass Orazio an Krücken von Gerät zu Gerät gehe, „habe ich schon seit mehreren Monaten nicht mehr gesehen“. Ohne den Rollstuhl könne sich Orazio im Therapieraum nicht mehr bewegen. Sein Körper schaffe es nicht mehr.</p>
<p>2017 war für den Italiener und die beiden Frauen wieder ein schwieriges Jahr. Vielleicht sogar mehr als sonst. „Beinahe wären wir gar nicht nach Sizilien gefahren“, sagt Angelica. Die zierliche Griechin pflegt mit Hilfe ihrer ebenfalls nicht allzu kräftigen Tochter den behinderten Mann. Die jährliche Reise nach Sizilien, Orazios alte Heimat, finanziert von Spenden der Tagesspiegel- und PNN-Leser, muntert die drei immer auf. Doch im Frühjahr wäre beinahe nichts daraus geworden. „Orazios Probleme mit dem Magen waren so schlimm, dass ich mich nicht getraut habe nach Sizilien“, sagt Angelica.</p>
<p>Die Probleme mit der Verdauung seien auch eine Spätfolge des Schlags mit der Baseballkeule, meint Rombowski. „Die Statik des Körpers ist durch das jahrelange Sitzen im Rollstuhl verschoben.“ Halblaut fügt er hinzu, Orazio fahre mit dem Elektrorollstuhl nach Hause, weil er den Krankentransport nicht mehr vertrage. Jahrelang hatte ihn das Rote Kreuz in einem Transporter zur Krankengymnastikgefahren. In diesem Jahr wurde Orazio mehrmals schlecht. Seitdem fährt er mit dem Rollstuhl zum Hospital. Meist läuft Angelica nebenher.</p>
<p>Im Frühjahr ging es Orazio so schlecht, dass er wochenlang nicht zur Krankengymnastik kam. „Er war jeden Tag stundenlang auf der Toilette“, sagt Angelica, „er hat viel geweint“. Doch Efi hatte eine Idee, wie der Sizilien-Urlaub, der für Orazio und auch für die beiden erschöpften Frauen so wichtig ist, zu retten war.</p>
<p>Sie fragte Giovanni, ob er mitkommen könne. Giovanni, Anfang 60, ist ein Bruder Orazios und lebt auch in Bielefeld. Und er flog mit nach Sizilien. Die wahre Erholung war es für ihn nicht. „Er hat sich das anders vorgestellt“, sagt Efi. Sie und ihre Mutter spannten Giovanni ein, beim Transport des Rollstuhls zu helfen, bei den Verhandlungen im Hotel nahe Catania über ein größeres Zimmer mit mehr Platz für den Rollstuhl und für die Gänge zur Apotheke. Die öfter nötig waren als erwartet.</p>
<p>„Wegen der Klimaanlage hat sich Orazio eine Erkältung geholt“, sagt Efi. Von den drei Wochen Urlaub war Orazio die Hälfte der Zeit krank. Und nahezu unvermeidlich steckte er Angelica und Efi an, die an ihm häufig nah dran sind, um ihn anzuziehen, zur Toilette zu begleiten oder ihn einfach nur ein wenig aufzumuntern. Giovanni wurde zum Krankenpfleger wider Willen. „So macht Ihr Urlaub?“, habe er gefragt, erzählt Efi. Sie bezweifelt, dass Giovanni nochmal mitkommt.</p>
<p>Wenn Orazio auf seinen Körper schaut, wenn er seine nuschelige Stimme hört, wenn er seine Schmerzen spürt und die Depressionen quälen, wird ihm seit 21 Jahren täglich bewusst: sein Leiden ist lebenslänglich. „Manche Tage ich habe keine Lust mehr zu leben“, Orazio presst die Worte mühsam und kaum verständlich heraus. Der Skinhead, den das Landgericht Potsdam 1997 zu 15 Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilte, kam nach acht Jahren und zwei Tagen aus dem Gefängnis heraus. Weil er den Angriff bereute, mit der rechten Szene brach und sogar einstige Mittäter belastete. Für Orazio gibt es keine Entlassung aus dem Schicksal.</p>
<p>Ebenso wenig für Angelica und Efi. „Ich habe Probleme mit dem Blutdruck, er ist viel zu hoch“, sagt Angelica. Seit Orazios „Unfall“, wie die Frauen den Angriff des Skinheads nennen, geht sie zum Psychiater. Efi inzwischen auch. Vor vier Jahren erkrankte sie an Depressionen, bekam Wahnvorstellungen und hätte sich beinahe umgebracht. „Wir sind alle immer am Kämpfen“, sagt Efi. Leider hätten sie dieses Jahr nun auch Pech im Urlaub gehabt, „aber trotzdem war Sizilien für Orazio wichtig, das ist seine Heimat, da ist die Sonne, da redet er mit den Leute in seiner Sprache“. Nach der Reise sei es Orazio auch ein bisschen besser gegangen, trotz allem. Doch jetzt sei er wieder oft depressiv. Weil die Probleme mit dem Magen nicht aufhörten. Nachts liege er oft wach und führe Selbstgespräche. „Wir versuchen dann, ihm zu helfen“, sagt Efi, „die Psyche ist wichtig“.</p>
<p>Gegen ihre eigenen Depressionen nimmt sie starke Tabletten. Doch sie ändern nichts daran, dass ihre Lebensträume geplatzt sind. „Ich wollte eine Familie gründen, mit drei, vier Kindern“, sagt Efi. Aber sie habe keinen Mann gefunden, der akzeptiere, dass sie ihre Mutter bei der Pflege von Orazio nicht im Stich lassen wolle. „Die Männer wollen alle Freiheit“, sagt Efi, „aber für mich ist meine Familie wichtig.“ Dafür hat sie ihre Zukunft geopfert. Und sie lebt weiter Tür an Tür zu Orazio und der Mutter, obwohl Efis Mietwohnung eigentlich zu teuer ist. Als Produktionshelferin in einer Schokoladenfabrik verdient Efi nicht viel, auch wenn sie regelmäßig Nachtschichten übernimmt. Gerade jetzt, vor Weihnachten, „wird in der Firma jeder gebraucht“, sagt Efi. Wenn sie nach Hause kommt, schaut sie erstmal bei Orazio und der Mutter vorbei. Sei keine Hilfe nötig, „falle ich todmüde ins Bett“.</p>
<p>Die beiden Frauen sind stille Heldinnen. Physiotherapeut Rombowski sagt, „ohne sie würde Orazio in einem Pflegeheim dahinvegetieren. Die beiden machen wahnsinnig Einsatz“.</p>
<p>Wie es Orazio, Angelica und Efi geht, weiß auch der Täter. 2002 kam Jan W. über eine Berliner Anwältin in Kontakt mit dem Tagesspiegel. Der kräftige Mann weinte, als er zu hören bekam, was sich in Bielefeld abspielt. Er schämte sich für die Tat. „Ich habe ja in dem Moment nich’ nachgedacht“, sagte W., „det schmerzt ja immer wieder aufs Neue, auch bei mir“. Vier Jahr später gab er dem Tagesspiegel zwei Briefe an Orazio und die Frauen mit. Monatelang hatte Jan W. um Worte gerungen. „Ich war damals einfach der größte IDIOT der Welt, der sich mit falschem Stolz durchs Leben schlug“, steht in einem Brief. Ihm werde bewusst, „was ich damals für einen riesengroßen Fehler beging, indem ich Ihr Leben zerstörte“. Orazio und die Frauen waren gerührt – und ließen W. ausrichten, dass sie ihm verzeihen. Der Ex-Skinhead war erleichtert. Am Telefon fehlten ihm die Worte.</p>
<p>Sie fehlen ihm auch heute, aber wohl aus einem anderen Grund. Er will dieses Jahr offenkundig mit dem Tagesspiegel nicht reden. Vermutlich hat ihn genervt, dass er 2016 gefragt wurde, warum er bei Facebook angab, die AfD zu mögen. Und die rechte Kampagne „Heimat schützen – Asylbetrug stoppen“. Jetzt ist der Eintrag zur AfD weg. Die Kampagne ist noch da.</p>
<p>Beim Anruf im November sagt Jan W., „ist jetzt ganz schlecht“, und drückt das Gespräch weg. Bei den weiteren Anrufen geht er gar nicht erst ran. Orazio und die Frauen fragen auch dieses Jahr, wie jedes Mal, ob der Täter sich wirklich gebessert habe. Mehr wollen sie aber auch gar nicht wissen. Für die drei ist wichtig, dass Orazio halbwegs stabil bleibt. Und sie wollen auch kommendes Jahr nach Sizilien reisen. „Wenn mein Magen nicht wieder schlimmer wird“, sagt Orazio.</p>
<p>Frank Jansen</p>
<p>Mit freundlicher Genehmigung</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/orazio-giamblanco-nur-noch-durchhalten">Orazio Giamblanco: Nur noch durchhalten</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>مناهضة العنصرية ومنظمات حقوق الإنسان Kontakt zu antirassistischen Initiativen und Menschenrechtsorganisationen</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2016 12:26:45 +0000</pubDate>
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‫اإلنكليزية‪.‬‬ ‫باللغة‬ ‫متوفرة‬ ‫الصفحة‬ ‫وبوتسدام‪.‬‬ ‫بروسيا‬ ‫االستعماري‬ ‫التاريخ‬ ‫في‬ ‫يبحث‬ ‫عمل‬ ‫فريق‬ ‫هي‬</p>
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‫المدرسة‪.‬‬ ‫في‬ ‫االنخراط‬ ‫على‬ ‫والمهجرين‬ ‫الالجئين‬ ‫تساعد‬ ‫تعليمية‬</p>
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‫باللغات‬ ‫متوفرة‬ ‫اإلنترنيت‬ ‫على‬ ‫صفحتها‬ ‫الالجئين‪.‬‬ ‫حقوق‬ ‫عن‬ ‫تدافع‬ ‫الالجئين‪،‬‬ ‫من‬ ‫مجموعة‬ ‫من‬ ‫تتألف‬ ‫محلية‬ ‫شبكة‬ ‫هي‬<br />
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‫والتعصب‬ ‫العنصرية‬ ‫لمناهضة‬ ‫األوروبية‬ ‫اللجنة‬<br />
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‫‪Einrichtung‬‬ ‫‪der‬‬ ‫‪Europäischen‬‬ ‫‪Kommission‬‬</strong></p>
<p dir="rtl"><strong>‫العنصرية‬ ‫لمناهضة‬ ‫األوروبية‬ ‫الشبكة‬<br />
‫‪European‬‬ ‫‪Network‬‬ ‫‪against‬‬ ‫‪Racism‬‬</strong></p>
<p dir="rtl"><strong>‫للعنصرية‬ ‫المناهضة‬ ‫الحكومية‬ ‫غير‬ ‫المنظمات‬ ‫شبكة‬<br />
‫‪Netzwerk‬‬ ‫‪antirassistischer‬‬ ‫‪Nichtregierungsorganisationen‬‬</strong></p>
<p dir="rtl"><strong>) FRA ( ‫األساسية‬ ‫للحقوق‬ ‫األوروبي‬ ‫االتحاد‬ ‫وكالة‬<br />
European Union Agency for Fundamental Rights (FRA)</strong></p>
<p dir="rtl"><strong>‫لالتحاد‬ ‫التابع‬ ‫األجانب‬ ‫وكراهية‬ ‫العنصرية‬ ‫مراقبة‬ ‫مركز‬ ، ‫سابقا‬ ‫األجانب‬ ‫وكراهية‬ ‫العنصرية‬ ‫لرصد‬ ‫األوروبي‬ ‫المركز‬<br />
‫األوروبي‬<br />
ehemals: European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC), EU-<br />
Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit</strong><br />
<strong>‫المشترك‬ ‫الثقافي‬ ‫التفاعل‬ ‫أجل‬ ‫من‬ ‫الوحدة‬<br />
United for Intercultural Action</strong></p>
<p dir="rtl"><strong>‫العنصرية‬ ‫المجموعات‬ ‫لمناهضة‬ ‫الدولية‬ ‫المجموعة‬<br />
Internationales Netzwerk antirassistischer Gruppen</strong></p>
<h2 dir="rtl"><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999"></a></div></h2><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/arabisch/%d9%85%d9%86%d8%a7%d9%87%d8%b6%d8%a9-%d8%a7%d9%84%d8%b9%d9%86%d8%b5%d8%b1%d9%8a%d8%a9-%d9%88%d9%85%d9%86%d8%b8%d9%85%d8%a7%d8%aa-%d8%ad%d9%82%d9%88%d9%82-%d8%a7%d9%84%d8%a5%d9%86%d8%b3%d8%a7%d9%86-ko">مناهضة العنصرية ومنظمات حقوق الإنسان Kontakt zu antirassistischen Initiativen und Menschenrechtsorganisationen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>مناهضة العنصرية ومنظمات حقوق الإنسان Kontakt zu antirassistischen Initiativen und Menschenrechtsorganisationen</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/arabisch/%d9%85%d9%86%d8%a7%d9%87%d8%b6%d8%a9-%d8%a7%d9%84%d8%b9%d9%86%d8%b5%d8%b1%d9%8a%d8%a9-%d9%88%d9%85%d9%86%d8%b8%d9%85%d8%a7%d8%aa-%d8%ad%d9%82%d9%88%d9%82-%d8%a7%d9%84%d8%a5%d9%86%d8%b3%d8%a7%d9%86-k-2?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=%25d9%2585%25d9%2586%25d8%25a7%25d9%2587%25d8%25b6%25d8%25a9-%25d8%25a7%25d9%2584%25d8%25b9%25d9%2586%25d8%25b5%25d8%25b1%25d9%258a%25d8%25a9-%25d9%2588%25d9%2585%25d9%2586%25d8%25b8%25d9%2585%25d8%25a7%25d8%25aa-%25d8%25ad%25d9%2582%25d9%2588%25d9%2582-%25d8%25a7%25d9%2584%25d8%25a5%25d9%2586%25d8%25b3%25d8%25a7%25d9%2586-k-2</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Herz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2016 12:26:45 +0000</pubDate>
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<strong><a name=a04 href=#04><strong>&#8235;&#1571;&#1608;&#1585;&#1608;&#1576;&#1575;&#8236;</strong></a></strong></p><h2 dir="rtl"><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999"></a></div></h2><p dir="rtl"><a name=01 href=#anfang></a><p dir="rtl"><strong>&#8235;&#1576;&#1585;&#1604;&#1610;&#1606;&#8236;</strong></p><p dir="rtl"><strong>&#8235;&#1575;&#1604;&#1593;&#1606;&#1601;&#8236; &#8235;&#1605;&#1606;&#1575;&#1607;&#1590;&#1577;&#8236; &#8235;&#1580;&#1605;&#1593;&#1610;&#1577;&#8236;</strong><br>
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&#8235;&#8234;Einrichtung&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;der&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;Europ&auml;ischen&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;Kommission&#8236;&#8236;</strong></p><p dir="rtl"><strong>&#8235;&#1575;&#1604;&#1593;&#1606;&#1589;&#1585;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1604;&#1605;&#1606;&#1575;&#1607;&#1590;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1571;&#1604;&#1608;&#1585;&#1608;&#1576;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1588;&#1576;&#1603;&#1577;&#8236;<br>
<a href="http://www.enar-eu.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> &#8235;&#8234;European&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;Network&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;against&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;Racism&#8236;&#8236;</a></strong></p><p dir="rtl"><strong>&#8235;&#1604;&#1604;&#1593;&#1606;&#1589;&#1585;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1605;&#1606;&#1575;&#1607;&#1590;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1581;&#1603;&#1608;&#1605;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1594;&#1610;&#1585;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1605;&#1606;&#1592;&#1605;&#1575;&#1578;&#8236; &#8235;&#1588;&#1576;&#1603;&#1577;&#8236;<br>
&#8235;&#8234;Netzwerk&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;antirassistischer&#8236;&#8236; &#8235;&#8234;Nichtregierungsorganisationen&#8236;&#8236;</strong></p><p dir="rtl"><strong>) FRA ( &#8235;&#1575;&#1571;&#1604;&#1587;&#1575;&#1587;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1604;&#1604;&#1581;&#1602;&#1608;&#1602;&#8236; &#8235;&#1575;&#1571;&#1604;&#1608;&#1585;&#1608;&#1576;&#1610;&#8236; &#8235;&#1575;&#1575;&#1604;&#1578;&#1581;&#1575;&#1583;&#8236; &#8235;&#1608;&#1603;&#1575;&#1604;&#1577;&#8236;<br>
 European Union Agency for Fundamental Rights (FRA)</strong></p><p dir="rtl"><strong>&#8235;&#1604;&#1575;&#1604;&#1578;&#1581;&#1575;&#1583;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1578;&#1575;&#1576;&#1593;&#8236; &#8235;&#1575;&#1571;&#1604;&#1580;&#1575;&#1606;&#1576;&#8236; &#8235;&#1608;&#1603;&#1585;&#1575;&#1607;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1593;&#1606;&#1589;&#1585;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1605;&#1585;&#1575;&#1602;&#1576;&#1577;&#8236; &#8235;&#1605;&#1585;&#1603;&#1586;&#8236; &#1548; &#8235;&#1587;&#1575;&#1576;&#1602;&#1575;&#8236; &#8235;&#1575;&#1571;&#1604;&#1580;&#1575;&#1606;&#1576;&#8236; &#8235;&#1608;&#1603;&#1585;&#1575;&#1607;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1593;&#1606;&#1589;&#1585;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1604;&#1585;&#1589;&#1583;&#8236; &#8235;&#1575;&#1571;&#1604;&#1608;&#1585;&#1608;&#1576;&#1610;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1605;&#1585;&#1603;&#1586;&#8236;<br>
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ehemals: European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC), EU-<br>
Beobachtungsstelle f&uuml;r Rassismus und Fremdenfeindlichkeit</strong><br>
<strong>&#8235;&#1575;&#1604;&#1605;&#1588;&#1578;&#1585;&#1603;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1579;&#1602;&#1575;&#1601;&#1610;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1578;&#1601;&#1575;&#1593;&#1604;&#8236; &#8235;&#1571;&#1580;&#1604;&#8236; &#8235;&#1605;&#1606;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1608;&#1581;&#1583;&#1577;&#8236;<br>
<a href="https://unitedfia.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> United for Intercultural Action</a></strong></p><p dir="rtl"><strong>&#8235;&#1575;&#1604;&#1593;&#1606;&#1589;&#1585;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1605;&#1580;&#1605;&#1608;&#1593;&#1575;&#1578;&#8236; &#8235;&#1604;&#1605;&#1606;&#1575;&#1607;&#1590;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1583;&#1608;&#1604;&#1610;&#1577;&#8236; &#8235;&#1575;&#1604;&#1605;&#1580;&#1605;&#1608;&#1593;&#1577;&#8236;<br>
Internationales Netzwerk antirassistischer Gruppen</strong></p><h2 dir="rtl"><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999"></a></div></h2><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/arabisch/%d9%85%d9%86%d8%a7%d9%87%d8%b6%d8%a9-%d8%a7%d9%84%d8%b9%d9%86%d8%b5%d8%b1%d9%8a%d8%a9-%d9%88%d9%85%d9%86%d8%b8%d9%85%d8%a7%d8%aa-%d8%ad%d9%82%d9%88%d9%82-%d8%a7%d9%84%d8%a5%d9%86%d8%b3%d8%a7%d9%86-k-2">مناهضة العنصرية ومنظمات حقوق الإنسان Kontakt zu antirassistischen Initiativen und Menschenrechtsorganisationen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Spendenaufruf für Orazio Giamblanco</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 08:45:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>1996 wurde der Italiener Orazio Giamblanco in Brandenburg von einem Skinhead fast totgeschlagen. Einmal im Jahr besucht der Tagesspiegel den seitdem schwer Behinderten. Wir dokumentieren die aktuelle Reportage von Frank Jansen über die Lebenssituation von Orazio Gianblanco,und rufen zu Spenden auf.<br />
Bitte überweisen Sie auf das Konto der Opferperspektive und tragen das Stichwort "Orazio" auf den Überweisungsträger ein. Wir leiten Ihre Spende weiter.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><span class="hcf-headline">Orazio kämpft sich durchs Leben</span></h4>
<p>von Frank Jansen</p>
<p>Er ist schmal geworden. Die Wangenknochen treten hervor, der rote Pullover hängt mit Falten an ihm. „Magen ist schlecht“, sagt Orazio Giamblanco. Die Stimme ist nur schwer zu verstehen, aber das ist schon seit 18 Jahren so. Seit jenem Tag im September 1996. Als in Trebbin, einer Kleinstadt südlich von Berlin, ein Skinhead mit seinem Baseballschläger ausholte. Die Keule traf den Italiener mit voller Wucht am Kopf. Es ist fast ein Wunder, dass Giamblanco jetzt, so eingefallen und blass er auch ist, in einem italienischen Restaurant in Bielefeld am Tisch sitzt. Dass er überhaupt noch lebt. Und sagen kann, wie es ihm geht.<br />
Viel erzählen muss er da nicht. Das Bild spricht für sich. Der 73 Jahre alte Mann ist im Elektrorollstuhl in das Restaurant gefahren, bis zum Tisch. Giamblancos Hände, immer leicht gekrümmt, liegen auf den Lehnen des Gefährts. So sitzt er da, meist stumm, das Sprechen strengt an. Doch dann lächelt er.<br />
Seine griechische Lebensgefährtin Angelica Stavropolou und ihre Tochter Efthimia Berdes zeigen Fotos vom Urlaub auf Sizilien, Orazios alter Heimat. „War sehr gut“, nuschelt er. Auf einem Bild hält er lachend Angelicas Hand, im Garten ihres Hotels in Catania. Die Reise im Mai konnten die drei dank Spenden der Tagesspiegel-Leser finanzieren. Es ging Orazio, wenn man das so sagen kann, gut. „Es war mit dem Magen besser, er hat alles gegessen“, sagt Efthimia. Jetzt im Restaurant in Bielefeld schneidet sie ihm die Spaghetti klein, damit er sie hinunterbekommt. Die Probleme mit dem Magen haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt. Aber das ist nur eine Geschichte im Elend des Orazio Giamblanco und seiner Leidensgefährtinnen, der 63 Jahre alten Angelica und ihrer 40-jährigen Tochter Efthimia. Das Leben der drei ist ruiniert, die Momente der Freude und des Vergessens sind selten.<br />
Der Sizilianer und die beiden Griechinnen sind, sozusagen lebenslang, Opfer rassistischer Gewalt. Ein Schicksal von unzählig vielen. Sie summieren sich zu einem dunklen Kapitel in der Historie der Bundesrepublik. Seit der Wiedervereinigung haben rechte Gewalttäter, folgt man den Statistiken der Polizei, mehr als 10 000 Menschen verletzt und 63 getötet. Nach Recherchen des Tagesspiegels ist die Zahl der Toten noch weit höher.<br />
Seit Anfang 1997 berichtet die Zeitung Jahr für Jahr, wie es Orazio, Angelica und Efthimia geht. Der Kontakt wurde so eng, dass sich die Geschichte heute mit den Vornamen der drei erzählen lässt. Aber es geht nicht um eine traurige Homestory. Die Langzeitstudie über Orazio, Angelica und Efthimia ist ein Versuch, exemplarisch die Folgen rechtsextremen Straßenterrors in Deutschland zu schildern. Über die Tat hinaus. Gegen die Regeln öffentlicher Aufmerksamkeit. Diese geht – manchmal – hoch, wenn ein blutiger Angriff geschieht, und sie kommt noch mal beim Prozess gegen den Täter. Nach dem Urteil ist es vorbei. An den weggesperrten Täter möchte kaum jemand erinnert werden, aber auch das Opfer gerät in Vergessenheit. Trotz seiner Qualen. Als 1996 rechte Gewalt in Deutschland wieder zunahm und die Illusion zerplatzte, nach den Exzessen von Hoyerswerda, Rostock, Mölln und Solingen sei das Schlimmste überstanden, erschien die klassisch aktuelle Berichterstattung zu wenig zu sein, um die humanitäre Katastrophe angemessen zu beschreiben. Der Tagesspiegel zog aus den vielen Fällen, eher intuitiv als geplant, den des Italieners aus Bielefeld heraus. Der nach wenigen Tagen als Hilfsbauarbeiter in Trebbin beinahe totgeprügelt worden war.<br />
Die Ärzte im Krankenhaus Luckenwalde konnten Orazios Leben damals mit zwei Notoperationen retten. Aber auch danach war sein Zustand so schlecht, dass er 1997 nicht in der Lage war, im Prozess gegen den Täter Jan W. am Landgericht Potsdam als Zeuge aufzutreten.<br />
Durch den Schlag mit der Baseballkeule erlitt Orazio eine spastische Lähmung. Verbunden mit Sprachstörungen, Kopfschmerzen, eingeschränkter Konzentration, Problemen bei der Verdauung, Depressionen. Orazio ist weitgehend auf den Rollstuhl angewiesen, in der Wohnung oder bei der Physiotherapie schlurft er mühsam am Rollator. Für ein paar Schritte mit Krücken, das ging einige Jahre, fehlt ihm jetzt die Kraft. Denn die Probleme mit dem Magen machen ihm zusätzlich zu schaffen. „Ich koche Brokkoli ganz weich, aus Fleisch mache ich Hackfleisch“, sagt Angelica. „Ich weiß nicht mehr, was ich kochen soll. Ich kann Suppe nicht mehr sehen.“<br />
Orazio gibt sich dennoch nicht auf. Woche für Woche lässt er sich vom Fahrdienst des Roten Kreuzes zur Physiotherapie bringen, meist ist Angelica dabei. Im Laufe der Jahre hat er öfter die Einrichtung gewechselt, weil er therapiemüde war, weil er auf neue Behandlungsmethoden hoffte. Mehrere Krankenhäuser und Fitnessstudios in Bielefeld und Umgebung sind Orazio vertraut. In diesem Jahr setzt er sich im Franziskus-Hospital an die Geräte. Im Tiefgeschoss ist ein Studio für Physiotherapie. „Seit drei Monaten ist Herr Giamblanco hier“, sagt Abteilungsleiter Jan Rombowski, „er wird hier aktiv durchbewegt“. Der bullige Mann hilft Orazio, in den Liegesitz einer „Beinpresse“ mit Gewichten zu steigen. Orazio stemmt seine Füße gegen eine Stahlplatte. Die Liege, auf einen Gleitschlitten montiert, bewegt sich nach hinten. Orazio schweigt und schließt die Augen. Rombowski hat seinen Patienten schon vor 15 Jahren gesehen, im Städtischen Krankenhaus. „Leider ist es nicht besser geworden.“ Doch die Therapien seien notwendig „zur Erhaltung der Restbeweglichkeit“.<br />
Efthimia ist mitgekommen zur Physiotherapie. Als Orazio seine Übungen an drei Geräten hinter sich hat, holt Efthimia den Rollstuhl. Sie zieht Orazio eine Strickjacke an und legt ihm einen Schal um den Hals. Als er sich gesetzt hat, hebt Efthimia seine Füße auf die Fußstützen. Dann löst sie die Bremse und schiebt ihn aus dem Studio. Ohne die Frau und ihre Mutter, sagt Rombowski, würde es Giamblanco nicht so gut gehen. Die Worte „so gut“ betont der Therapeut, als sei es eigentlich der falsche Begriff.</p>
<p><strong>Die Tochter ist an Depressionen erkrankt, es war zu viel</strong></p>
<p>Der Begriff würde auch nicht zu Efthimia und der Mutter passen. Efthimia ist vergangenes Jahr an Depressionen erkrankt. Der Stress, neben dem Dreischicht-Job in einer Schokoladenfabrik bei der Pflege des schwerbehinderten Orazio zu helfen, hat sie zermürbt. Efthimia bekam Angstzustände und Wahnvorstellungen, sie fügte sich eine lebensbedrohliche Verletzung zu. Das war im Mai 2013. Sie kam auf eine Intensivstation, blieb wochenlang im Krankenhaus. Es folgten drei Monate Reha, eine Langzeittherapie und eine Kur. „Ich habe gedacht, ich bin stark“, sagte Efthimia vor einem Jahr dem Tagesspiegel. Auch jetzt ist noch zu spüren, dass sie mit sich ringt. Und sich mehr zumutet, als ihr guttut.<br />
Sie fing im Frühjahr dieses Jahres an, wieder zu arbeiten. Voll. Obwohl sie weiß, dass die Depressionen nur unterdrückt sind, mit harten Medikamenten. Aber Efthimia fühlt sich verpflichtet, alles zu geben. Bei der Arbeit, bei der Unterstützung ihrer Mutter, die rund um die Uhr für Orazio da ist. Der in manchen Nächten alle zwei Stunden aufwacht, mit Magenschmerzen. Und dann ins Bad muss. Seine Lebensgefährtin hebt ihn aus dem Bett und geht jeden Schritt mit.<br />
Angelica sieht aus wie die Schwächste der drei. Klein, zerbrechlich, trauriger Blick. Doch Angelica ist die Stärkste. Auch wenn sie seit Jahren zum Psychiater geht, der Blutdruck zu hoch ist und der Rücken schmerzt. Ohne Angelicas Hilfe könnte Orazio nicht in der Wohnung leben und nicht nach Sizilien reisen. Und es war Angelica, die im September Efthimia für vier Wochen nach Griechenland schickte, weil die Tochter endlich auf andere Gedanken kommen sollte. „Ich hab&#8216; jetzt zwei, auf die ich aufpassen muss“, sagt Angelica, „Orazio und Efi“.<br />
Der Mann, der den endlosen Horror verursacht hat, trägt schwer an seiner Schuld. „Wenn ich zur Ruhe komme“, sagt Jan W., „dann denke ich drüber nach“. Der 40 Jahre alte Bauarbeiter, ein kräftiger Kerl, impulsiv, aber auch nachdenklich, bereut den Schlag mit der Baseballkeule. „Wenn man nich’ weiß, wo man hin will, kommt man dahin, wo man nicht hin will“, sagt er. Wo Jan W. nicht hin will, weiß er schon länger. Von den Neonazis wandte er sich bereits im Gefängnis ab. Das Landgericht Potsdam hatte Jan W. im April 1997 zu 15 Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt. 2002 belastete er frühere Kumpane, die bei der Jagd nach italienischen Bauarbeitern in Trebbin mitgemacht hatten. Die Rechtsextremen kamen allerdings mit milden Strafen davon.<br />
Jan W. hat Orazio und die beiden Frauen um Verzeihung gebeten. 2006 gab er dem Tagesspiegel zwei lange Briefe mit nach Bielefeld. „Mir wird immer wieder vor Augen geführt, dass ich mit meinem damaligen Verhalten und meiner Verantwortungslosigkeit unserer aller Zukunft verbaut habe“, schrieb Jan W. etwas ungelenk. Aber treffend, zumindest was die drei in Bielefeld betrifft. Jan W. selbst hat es geschafft, sich ein neues Leben aufzubauen. Mit einer kleinen Familie, mit Jobs. 2011 hat er seinen Baggerschein gemacht, so verdient er mehr. Jan W. hat eine Zukunft.<br />
In Bielefeld hoffen sie auf die kleinen Fluchten. Auch im kommenden Jahr möchten Orazio, Angelica und Efthimia nach Sizilien fliegen. Es täte ihnen gut. Er wolle dann wieder den Rollator mitnehmen, sagt Orazio. Auf Sizilien fällt es ihm leichter, damit das Gehen zu üben.</p>
<p>Frank Jansen</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/spendenaufruf-fuer-orazio-giamblanco-2">Spendenaufruf für Orazio Giamblanco</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Jahrbuch 2002</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jun 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fallbeispiele, Analysen und Interviews aus der Arbeit der Opferperspektive im Jahr 2002</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><h3>Inhalt:</h3><ul>
<li>Streitbar im demokratischen Diskurs: Geleitwort von Wolfram H&uuml;lsemann, Mobiles Beratungsteam (MBT)</li>
<li>Arbeit im Lebensbereich der Gewaltopfer: Geleitwort von Renate Kirchner, Arbeitskreis der Opferhilfen (ado)</li>
<li>Die Arbeit der Opferperspektive 2002: Editorial</li>
<li><a title="Wie helfen BeraterInnen den Opfern rechter Gewalt?" href="https://www-dev.opferperspektive.de/publikationen/wie-helfen-beraterinnen-den-opfern-rechter-gewalt" aria-label="wie helfen beraterinnen den opfern rechter gewalt">Wie helfen BeraterInnen den Opfern rechter Gewalt?</a> Fragen an die Opferberaterin Judith Porath</li>
<li>Statistiken und Analysen: Rechte Gewalt und Opferberatung 2002</li>
<li><a title="Der Tod von Kajrat Batesov" href="https://www-dev.opferperspektive.de/publikationen/der-tod-von-kajrat-batesov" aria-label="der tod von kajrat batesov">Der Tod von Kajrat Batesov</a>: Unterst&uuml;tzung russlanddeutscher AussiedlerInnen in Wittstock</li>
<li>&raquo;<a title="&raquo;Ich will ein normales Leben f&uuml;hren&laquo;" href="https://www-dev.opferperspektive.de/publikationen/ich-will-ein-normales-leben-fuehren" aria-label="ich will ein normales leben fuehren">Ich will ein normales Leben f&uuml;hren</a>&laquo;: Nach einem rassistischen &Uuml;berfall muss Neil D. die Abschiebung f&uuml;rchten &ndash; Interview</li>
<li>Opfererfahrungen von Fl&uuml;chtlingen und MigrantInnen: Gesellschaftliche Bedingungen f&uuml;r die Verarbeitung von rassistischen &Uuml;bergriffen</li>
<li><a title="Rivalit&auml;ten zwischen Jugendlichen?" href="https://www-dev.opferperspektive.de/publikationen/rivalitaeten-zwischen-jugendlichen" aria-label="rivalitaeten zwischen jugendlichen">Rivalit&auml;ten zwischen Jugendgruppen?</a></li>
<li>Rechtsextremisten greifen immer brutaler alternative Jugendliche an</li>
<li><a title="Das Martyrium des Herrn N." href="https://www-dev.opferperspektive.de/publikationen/das-martyrium-des-herrn-n" aria-label="das martyrium des herrn n">Das Martyrium des Herrn N</a>.: Ein Mann wird gejagt, gequ&auml;lt &ndash; und allein gelassen</li>
<li>Rechte Gewalt in Brandenburg: Dokumentation exemplarischer F&auml;lle</li>
<li>Ein Signal der Solidarit&auml;t: agOra fordert ein dauerhaftes Bleiberecht f&uuml;r Opfer rassistischer Gewalt</li>
<li>In die Zukunft investieren: Finanzbericht 2002. Die Opferperspektive muss SpenderInnen und F&ouml;rdermittel gewinnen</li>
</ul><p>&nbsp;</p><hr><p>&nbsp;</p><h4>Files:</h4><p><span class="doc_attach"> <a href="https://www-dev.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2014/04/Jahrbuch_2002.pdf" aria-label="Jahrbuch 2002">Jahrbuch_2002</a><br>
[2003, 44 S.]<br>
application/pdf &nbsp;457.9 KB </span></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/jahrbuch-2002">Jahrbuch 2002</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Nazis überfallen in der Silvesternacht Jugend- und Kulturprojekt in Potsdamer Innenstadt</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/nazis-ueberfallen-in-der-silvesternacht-jugend-und-kulturprojekt-in-potsdamer-innenstadt?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=nazis-ueberfallen-in-der-silvesternacht-jugend-und-kulturprojekt-in-potsdamer-innenstadt</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Dec 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[2002]]></category>
		<category><![CDATA[Angriffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Nacht vom 31. Dezember 2002 zum 01. Januar 2003 greifen Neonazis die Räumlichkeiten des Jugend- und Kulturvereins »Chamäleon e.V.« in der Hermann-Elflein-Straße an. Gegen 20.00 Uhr beginnnen sie das Haus von außen gezielt mit Pyro-Pistolen zu beschießen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis Mitternacht versammeln sich etwa 50 Angreifer auf der Kreuzung vor dem Haus. Die Vereinsmitglieder reagieren panisch und verängstigt, als im Erdgeschoß schließlich 48 Fensterscheiben eingeschlagen werden und versucht wird, die Türen aufzubrechen. </p>
<p>Hausbewohner Jakob, der in dieser Nacht einen Nervenzusammenbruch erleidet, sagt: »Ich hatte fürchterliche Angst, als die Nazis durch die eingeworfenen Scheiben eindringen wollten!« Im ersten Stock des Hauses wird von den Angreifern ein Brandsatz durch das Fenster geschossen, der ein Feuer auslöst, welches glücklicherweise sofort gelöscht werden konnte. </p>
<p>Die Angriffe wurden während der gesamten Zeitspanne &#8211; vom Beginn der Ausschreitung bis zum Eintreffen der Polizei um 00.30 Uhr &#8211; von faschistoiden, verfassungswidrigen Parolen wie »Sieg-Heil« begleitet. Gegen die Vereinsmitglieder im Haus wurden Drohungen ausgesprochen, zum Beispiel »Wir kriegen euch alle!« </p>
<p>Für den Verein bedeutet das enorme Ausmaß des entstandenen Sachschadens, das womöglich Veranstaltungen ausfallen müssen. Der Schaden muß behoben werden, jedoch zählt Vandalismus nicht zu Versicherungsleistungen.</p>
<p>Deshalb bitten wir, der Jugend- und Kulturverein »Chamäleon e.V.«, um Spenden auf das Konto:</p>
<p>Chamäleon e.V.; Konto 350 100 7301; Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam; BLZ 160 500 00</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/nazis-ueberfallen-in-der-silvesternacht-jugend-und-kulturprojekt-in-potsdamer-innenstadt">Nazis überfallen in der Silvesternacht Jugend- und Kulturprojekt in Potsdamer Innenstadt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Potzlow</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[2002]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://dev.opferperspektive.de/nix/potzlow-2</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der 16-jährige Marinus Schöberl wurde von drei Rechten ermordet. Die 17- bis 23-jährigen Täter bezeichneten ihr Opfer als »Jude«, weil er eine Hiphopper-Hose und blond gefärbte Haare trug. Dann schlugen sie auf ihn ein, schleppten ihn auf eine LPG und erschlugen ihn dort. Den Leichnam vergruben sie in eine Jauchegrube, wo er im November 2002 [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/potzlow-2">Potzlow</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><div id="attachment_25133" style="width: 260px" class="wp-caption alignleft"><a href="/wp-content/uploads/2014/04/schoeberl_250x500.jpeg" aria-label="schoeberl 250x500"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-25133" class="size-full wp-image-25133" src="/wp-content/uploads/2014/04/schoeberl_250x500.jpeg" alt="Marinus Sch&ouml;berl" width="250" height="350" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2014/04/schoeberl_250x500.jpeg 250w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2014/04/schoeberl_250x500-214x300.jpeg 214w" sizes="(max-width: 250px) 100vw, 250px" /></a><p id="caption-attachment-25133" class="wp-caption-text">Marinus Sch&ouml;berl</p></div>
</p><p>Der 16-j&auml;hrige Marinus Sch&ouml;berl wurde von drei Rechten ermordet. Die 17- bis 23-j&auml;hrigen T&auml;ter bezeichneten ihr Opfer als &raquo;Jude&laquo;, weil er eine Hiphopper-Hose und blond gef&auml;rbte Haare trug. Dann schlugen sie auf ihn ein, schleppten ihn auf eine LPG und erschlugen ihn dort. Den Leichnam vergruben sie in eine Jauchegrube, wo er im November 2002 gefunden wurde.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/potzlow-2">Potzlow</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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