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	<title>Bedrohung - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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		<title>Prozessbericht: Beleidigung und Bedrohung eines Schülers aus Panketal</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jun 2018 10:24:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Opferperspektive begleitet Prozess wegen Angriff auf 15-jährigen Schüler Am Freitag, den 15. Juni 2018, beginnt um 9:45 am Amtsgericht Bernau die Fortsetzung des Verfahrens wegen Beleidigung und Bedrohung eines 15-jährigen Schülers. Die Opferperspektive begleitet den Prozess und ruft zur solidarischen Prozessbeobachtung auf. „Wir hoffen, dass auch bei diesem Termin viele Besucher_innen ihre Unterstützung für den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Opferperspektive begleitet Prozess wegen Angriff auf 15-jährigen Schüler</strong></p>
<p>Am Freitag, den 15. Juni 2018, beginnt um 9:45 am Amtsgericht Bernau die Fortsetzung des Verfahrens wegen Beleidigung und Bedrohung eines 15-jährigen Schülers. Die Opferperspektive begleitet den Prozess und ruft zur solidarischen Prozessbeobachtung auf.</p>
<p>„Wir hoffen, dass auch bei diesem Termin viele Besucher_innen ihre Unterstützung für den Betroffenen zeigen. Im Februar war der Verhandlungssaal bis auf den letzten Platz besetzt“, sagt Anne Brügmann, Beraterin der Opferperspektive, die am Verhandlungstag vor Ort sein wird.</p>
<p>Angeklagt ist ein 20-jährigen Panketaler. Ihm wird vorgeworfen, am 7. September 2017 gemeinsam mit zwei weiteren Männern den Schüler wegen seiner Antifa-Sticker auf der Straße angehalten und bedroht zu haben. Als sich der Betroffene ins Bürgerbüro der Partei „Die Linke“ flüchtete, tauchten die drei Männer auch dort auf und hämmerten gegen die Tür, die von den anwesenden Parteimitgliedern zugehalten wurde. Dabei fielen u.a. antisemitische Beleidigungen und Drohungen gegen den Jugendlichen. Erst als die Anwesenden mit der Polizei drohten, verschwanden die Täter.</p>
<p>Der Vorsitzende Richter Andreas Müller hatte am ersten Verhandlungstag im Februar verkündet den Prozesstermin unter anderem anberaumt zu haben, um die Namen der Mittäter zu erfahren. Der Angeklagte, der den Tatablauf weitgehend eingeräumt hatte, war hierzu ohne Rücksprache nicht bereit. Als der Betroffene im Zuge seiner Zeugenaussage von einer weiteren Bedrohung durch die Angeklagten im November 2017 berichtete, wurde die Verhandlung unterbrochen.</p>
<p>Pressekontakt und Ansprechpartner_innen:</p>
<p>Anne Brügmann<br />
Tel: 0151-59100085</p>
<p>Büro der Opferperspektive<br />
Tel.: 0331-8170000</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/presse/fortsetzung-am-bernauer-amtsgericht">Prozessbericht: Beleidigung und Bedrohung eines Schülers aus Panketal</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>2017: Anzahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ungebrochen hoch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2018 10:00:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p align="justify"><span style="font-size: medium"><i>Der Verein Opferperspektive e.V. hat 2017 im Land Brandenburg 171 rechte Angriffe registriert. Dies stellt einen R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber den Vorjahren (2016: 221, 2015: 203) dar. Die Zahl der rechten Gewalttaten liegt immer noch deutlich &uuml;ber dem Niveau des Zeitraums von 2002 bis 2014. Die Summe der gez&auml;hlten K&ouml;rperverletzungsdelikte (148) ist die zweith&ouml;chste Zahl, die jemals im Rahmen des Monitorings durch die Beratungsstelle erfasst wurde.</i></span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Das h&auml;ufigste Tatmotiv war 2017 Rassismus: 84 Prozent aller Taten lag diese Motivation zu Grunde. Dies ist ein erneuter Anstieg gegen&uuml;ber 2016 (79 Prozent). In der Mehrzahl dieser F&auml;lle waren Gefl&uuml;chtete von den Attacken betroffen. Hierzu erkl&auml;rt Judith Porath, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Opferperspektive: &bdquo;Die rassistische Gewaltwelle, die vor allem gefl&uuml;chtete Menschen betrifft, muss endlich gestoppt werden. Eine Gesellschaft, in der sich Alteingesessene und Neuangekommene auf Augenh&ouml;he begegnen k&ouml;nnen, ist nicht m&ouml;glich, solange die Orte fehlen, an denen sich Gefl&uuml;chtete angstfrei bewegen k&ouml;nnen.&ldquo;</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Neben den 143 durch die Opferperspektive registrierten rassistischen Gewalttaten (2016: 175) wurden 25 (2016: 24) Angriffe durch Rechte auf politische Gegner_innen ver&uuml;bt. Zwei &Uuml;bergriffe auf nicht-rechte und alternative Personen (2016: 14) wurden erfasst, au&szlig;erdem ein Angriff aus einer sozialdarwinistischen Motivation heraus. Mehrheitlich handelte es sich bei den der Beratungsstelle bekannt gewordenen Gewalttaten um K&ouml;rperverletzungsdelikte, davon 79 einfache und 69 gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzungen (2016: 85/101). In Brandenburg wurden 2017 zwei rechtsmotivierte Brandstiftungen, in Templin und Kremmen, ver&uuml;bt (2016: 9). Der Molotowcocktail-Anschlag von Kremmen wird durch die Opferperspektive als versuchtes T&ouml;tungsdelikt gewertet. Des weiteren wurden eine versuchte schwere K&ouml;rperverletzung, 13 F&auml;lle von N&ouml;tigung und Bedrohung (2016: 13), 3 massive Sachbesch&auml;digungen (2016: 6), ein rechtsmotivierter Raub und ein Fall von Landfriedensbruch statistisch erfasst. In zwei F&auml;llen versuchten rassistisch motivierte T&auml;ter mittels Kraftfahrzeugen, Personen zu verletzen. </span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Von den Angriffen waren 2017 264 Personen direkt betroffen (2016: 335) und 161 Personen indirekt (2016: 196), z.B. als Zeug_innen oder Angeh&ouml;rige. Von einem gro&szlig;en Dunkelfeld ist nach Ansicht der Opferperspektive auszugehen. Deutlich zugenommen hat die Zahl der betroffenen Kinder (vollendetes 13. Lebensjahr oder j&uuml;nger). Die Opferperspektive erlangte Kenntnis von 35 Kindern, die 2017 Opfer rechter Gewaltt&auml;ter wurden &ndash; eine deutliche Zunahme gegen&uuml;ber 2016 (22) und 2015 (26). </span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Der schon 2016 erkennbare Trend der regionalen Ausdifferenzierung bez&uuml;glich rechter Gewalttaten hat sich auch 2017 fortgesetzt und weiter verst&auml;rkt. Die kreisfreie Stadt Cottbus ist mit 32 rechtsmotivierten Angriffen erneut der Ort mit den meisten registrierten Angriffen. Dies stellt die zweith&ouml;chste Zahl rechter &Uuml;bergriffe dar, die durch die Opferperspektive jemals in einem Landkreis bzw. einer kreisfreien Stadt registriert wurde (H&ouml;chstzahl 41, ebenfalls Cottbus, 2016). Gleichzeitig gibt es in anderen Regionen teils erhebliche R&uuml;ckg&auml;nge: In Spree-Nei&szlig;e (von 27 Angriffen auf 8 Angriffe), Frankfurt (Oder) (von 16 Angriffen auf 5 Angriffe), in M&auml;rkisch-Oderland (von 13 Angriffen auf 2 Angriffe) und im Havelland (von 11 Angriffen auf 2 Angriffe) zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich. Dem entgegen stehen Steigerungen der Angriffszahlen in Teltow-Fl&auml;ming (14, 2016:11), Oberhavel (12, 2016:11), Barnim (11, 2016: 5) und der Prignitz (8, 2016: 5). Neben Cottbus bleibt der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit 16 rechten Gewaltdelikten (2016: 21) ein Schwerpunkt rechter Gewalt in Brandenburg.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">In Cottbus hat sich in der Stadt eine gewaltt&auml;tige Stimmung, vor allem gegen&uuml;ber Gefl&uuml;chteten, verfestigt. Mit den Demonstrationen des rassistischen Vereins &bdquo;Zukunft Heimat&ldquo; ist eine Mobilisierungsplattform entstanden, die unterschiedlichste Str&ouml;mungen des lokalen, regionalen und &uuml;berregionalen rechten Spektrums vereint und vernetzt. &bdquo;Rassistische Gewalt wird durch die aktuelle Stra&szlig;enmobilisierung legitimiert, indem sie als &bdquo;Notwehr&ldquo; gegen einen angeblichen, durch Zuwanderung bedingten &bdquo;Volksaustausch&ldquo; umgedeutet wird&ldquo;, erl&auml;utert Judith Porath. Auch die &ouml;rtliche rechte Hooliganszene besucht die Demonstrationen in Cottbus. So kommt es im Umfeld dieser Veranstaltungen wiederholt zu &Uuml;bergriffen auf politische Gegner_innen aus diesem Personenkreis. Die Opferperspektive sieht die Gefahr, dass Cottbus zum Vorbild f&uuml;r rassistische Kampagnen in weiteren Kommunen im Land Brandenburg wird.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Untenstehend finden Sie das Hintergrundpapier der Opferperspektive zur Ver&ouml;ffentlichung der Jahresstatistik 2017 mit ausf&uuml;hrlichen Analysen sowie die grafische Aufarbeitung der Statistik. Die Grafiken sind unter Nennung der Quelle (Peer Neumann/ Opferperspektive) frei verwendbar.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">F&uuml;r R&uuml;ckfragen stehen Ihnen zur Verf&uuml;gung:</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Hannes P&uuml;schel: </span>0151 50768549</p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Joschka Fr&ouml;schner: 0151 50724851</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">B&uuml;ro: 0331 817 0000</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Opferperspektive e.V.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Rudolf-Breitscheid-Str.164</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">14482 Potsdam</span></p><p align="justify"><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2018/03/Infosheet_Recht_Rass_Gewalt_BRB2017_PRINT.pdf" aria-label="Infosheet Recht Rass Gewalt BRB2017 PRINT">Infografik rechte Gewalt in Brandenburg 2017</a></p><p align="justify"><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2018/03/Hintergrundpapier-Statistik-2017.pdf" aria-label="Hintergrundpapier Statistik 2017">Hintergrundpapier der Opferperspektive zur Jahresstatistik 2017</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/anzahl-rechter-gewalttaten-in-brandenburg-ungebrochen-hoch">2017: Anzahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ungebrochen hoch</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Einschüchterungsversuch gegen Berater_innen der Opferperspektive in Cottbus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jan 2018 14:37:58 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pressemitteilung vom 22.01.2018</strong></p>
<p><strong>Einschüchterungsversuch gegen Berater_innen der Opferperspektive in Cottbus</strong></p>
<p>Nach der rassistischen Demonstration von „Zukunft Heimat“ am Sonnabend in Cottbus kam es zu Bedrohungen gegen Mitarbeiter_innen der Opferperspektive e.V. Die Berater_innen für Betroffene rechter Gewalt wurden im Rahmen ihrer Berufsausübung zum Ziel gewalttätiger Demonstrationsteilnehmer_innen. Die Berater_innen wurden Zeug_innen des Angriffs auf eine JournalistinInnenpolitik-Brandenburg-Cottbus durch einen bekannten Cottbusser Hooligan. Dieser stieß die Betroffene von einer Bank, so dass sie zu Fall kam. Die Berater_innen begaben sich zu der angegriffenen Person, um sie u.a. bei der Aufgabe einer Strafanzeige zu unterstützen. Ein sie  begleitender Sozialarbeiter der Stadt Cottbus wurde in dieser Situation durch einen rechten Fußballanhänger angerempelt, so dass sein Handy zu Boden fiel und beschädigt wurde.</p>
<p>Während der Anzeigenaufnahme wurden die Journalistin, der Sozialarbeiter und die  Mitarbeiter_innen der Opferperspektive durch rechte Demonstrantinnen beleidigt und gefilmt. Diese Täter_innengruppe hatte schon während der Demonstration eine weitere Journalistin angespuckt  und beleidigt.</p>
<p>Nachdem die Strafanzeige aufgegeben wurde, verließen die Berater_innen den Platz. Dabei  wurden sie von einer Gruppe Hooligans bis zum Parkhaus verfolgt und sexistisch beleidigt und  beschimpft. Einer der Beteiligten war bereits im Sommer 2017 bei einer Demonstration von „Zukunft Heimat“ im Zusammenhang mit einem gewalttätigen Übergriff aufgefallen. Erst als erneut die Polizei zur Hilfe gerufen wurde, ließen die Hooligans von den Mitarbeiter_innen der  Opferperspektive ab.</p>
<p>„Aus unserer Sicht ging es den Täter_innen darum, eine Atmosphäre der Bedrohung aufzubauen.  Die Täter_innen benutzen gezielt ihr Image als bekannte Gewalttäter, um Menschen, die sich dem rassistischen Klima und der rechten Gewalt in Cottbus entgegenstellen könnten, einzuschüchtern.“<br />
erklärte dazu die Geschäftsführerin der Opferperspektive e.V. Judith Porath.</p>
<p>Die Berater_innen der Opferperspektive waren am Samstag in Cottbus, um die Demonstration zu  beobachten, weil dort rechte Übergriffe zu erwarten waren. Die Opferperspektive berichtet seit drei  Jahren von einem Anwachsen rassistischer Stimmungen in Cottbus und warnt vor einer rechten Gewalteskalation.</p>
<p>„Die Ereignisse nach der Demonstration verdeutlichen, dass es sich hierbei nicht um die Artikulation berechtigter Sorgen handelt, sondern um den Versuch, in Cottbus eine rechte  Hegemonie zu manifestieren und Ausländer_innen aus der Stadt zu vertreiben. In dieser Situation muss das Handeln staatlicher und kommunaler Stellen davon bestimmt sein, demokratische  Verhältnisse und die Sicherheit aller Einwohner_innen Cottbus zu garantieren. Es bedarf spätestens jetzt einer abgestimmten Strategie gegen das Klima rassistischer Gewalt in Cottbus. Der Verein Opferperspektive e.V. stellt unmissverständlich klar, dass wir rechte Einschüchterungsversuche nicht stillschweigend hinnehmen und Betroffene rechter Gewalt in Cottbus solidarisch unterstützen werden,“ so Porath weiter.</p>
<p>Pressekontakt und Ansprechpartner_innen:<br />
Tel.: 0331-8170000</p>
<p>Judith Porath (0151-59100082)<br />
Joschka Fröschner (0151-50724851)</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/einschuechterungsversuch-gegen-berater_innen-der-opferperspektive-in-cottbus">Einschüchterungsversuch gegen Berater_innen der Opferperspektive in Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Rechte, rassistische und antisemitische Angriffe in Ostdeutschland, Berlin und NRW im Jahr 2016</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2017 14:37:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p><strong>+ 1948 (1747 im Vorjahr) F&auml;lle rechts motivierter Gewalt in Ostdeutschland, Berlin und NRW&nbsp;</strong><br>
<strong>+ Weiterer Anstieg auf hohem Niveau</strong><br>
<strong>+ Mindestens 5 Angriffe pro Tag</strong></p><p>Die Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt dokumentieren f&uuml;r das Jahr 2016 einen erneuten Anstieg der Gewalt. In den ostdeutschen Bundesl&auml;ndern, Berlin und NRW haben sich die Angriffe von 1747 im Jahr 2015 auf auf 1948 im Jahr 2016 erh&ouml;ht. Mindestens 3050 Personen (2015: 2237) wurden 2016 in den sieben Bundesl&auml;ndern verletzt und massiv bedroht.</p><p>&nbsp;</p><ul>
<li>2015 hatten sich die rechts motivierten Angriffe im Vergleich zu 2014 nahezu verdoppelt. 2016 ist ein erneuter Anstieg um 11 Prozent zu verzeichnen.</li>
<li>Deutliche Zunahme rassistischer Gewalt von 1056 im Jahr 2015 auf 1306 Angriffe im Jahr 2016. Der Anteil rassistischer Gewalt am Gesamtaufkommen 2016 stieg damit erneut von 60 auf 68 Prozent.</li>
<li>Ein Anstieg rassistischer Gewalttaten war in allen Bundesl&auml;ndern gleicherma&szlig;en zu verzeichnen, insbesondere in Th&uuml;ringen, wo rassistische Gewalttaten um knapp 90 Prozent anstiegen. Die Anzahl der Angriffe auf Menschen, die von den T&auml;ter_innen als politische Gegner_innen angesehen werden, darunter auch auf Journalist_innen und politische Verantwortungstr&auml;ger_innen, sank hingegen von 465 auf 363 und damit von 26 auf knapp 19 Prozent aller Vorf&auml;lle.</li>
</ul><p>Dazu Andrea H&uuml;bler f&uuml;r den Verband der Beratungsstellen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG): <em>&bdquo;Rassistische Gewalt nimmt weiter zu, die Hemmschwelle sinkt. Das zeigt sich an der zunehmenden Brutalit&auml;t und daran, dass auch vor Angriffen auf Kinder kein Halt gemacht wird. Deshalb bleiben unsere zentralen Forderungen:</em></p><ul>
<li><em>Schnelles und konsequentes Vorgehen der Ermittlungsbeh&ouml;rden</em><br>
<em>Bleiberecht f&uuml;r Menschen ohne sicheren Aufenthaltstitel, die Opfer einer rechts motivierten Gewalttat wurden</em><br>
<em>verbesserter Schutz f&uuml;r von rechts motivierter Diskriminierung und Gewalt Betroffene&ldquo;</em></li>
</ul><p>Das Gewaltpotential ist weiter angestiegen. Das zeigt sich insbesondere am Anstieg der gef&auml;hrlichen K&ouml;rperverletzungen um 28 Prozent. Schwere K&ouml;rperverletzungen bzw. versuchte T&ouml;tungen haben sich von 10 auf 20 F&auml;lle verdoppelt. Allein in Th&uuml;ringen und Sachsen wurden 4 solcher F&auml;lle registriert, in Sachsen-Anhalt sogar 6.</p><p>In Zerbst (Sachsen-Anhalt) wurde am 30. Juni 2016 ein 34-j&auml;hriger Pakistani von zwei Unbekannten M&auml;nnern angegriffen. Sie schlugen und traten auf den Mann ein und lie&szlig;en ihn dann verletzt auf den Bahngleisen zur&uuml;ck. Der schwer verletzte Betroffene konnte sich mit Gl&uuml;ck noch so aufrichten, dass ihn ein herannahender Zug lediglich an der Schulter streifte.</p><p>2016 ist erneut ein Todesopfer rechter Gewalt zu beklagen.</p><p>Am 17. September wurden in Berlin-Lichtenberg ein 34-j&auml;hriger Mann in einem Supermarkt vom Filialleiter aus rassistischer und sozialdarwinistischer Motivation geschlagen. Der 34-J&auml;hrige verstarb drei Tage sp&auml;ter an den Folgen des Angriffs.</p><p>Von den 1948 Angriffen waren mindestens 3051 Menschen in sieben Bundesl&auml;ndern betroffen. Das sind &uuml;ber 800 Menschen mehr als im Jahr zuvor (2237). Im Jahr 2016 waren 272 Kinder von rechter und rassistischer Gewalt betroffen. Damit waren fast 9 Prozent aller Betroffenen unter 14 Jahre alt.<em> &bdquo;Dieser dramatische Anstieg von Gewalt gegen Kinder ist besonders alarmierend und verdeutlicht, dass die letzten Hemmungen bei den T&auml;tern nach und nach fallen.&ldquo;</em>, so Andrea H&uuml;bler (VBRG).</p><p>Unserer Statistik nach waren Kinder am h&auml;ufigsten in Berlin, Sachsen-Anhalt (jeweils 45), in Th&uuml;ringen (48) und in Sachsen (73) betroffen.</p><p>So wurde am 6. Oktober 2016 wurden in Sebnitz (Sachsen) drei Kinder aus Syrien im Alter zwischen f&uuml;nf und elf Jahren von mehreren Jugendlichen geschlagen und mit einem Messer bedroht.</p><p>Auch Angriffe auf oder im Umfeld von Gefl&uuml;chtetenunterk&uuml;nften (bewohnte und unbewohnte; zentrale und dezentrale) haben in den ostdeutschen Bundesl&auml;ndern, Berlin und NRW noch einmal deutlich zugenommen. Z&auml;hlten die Beratungsstellen 2015 noch 146 Angriffe, waren es 2016 bereits 252 (+72 Prozent). Wie schon im Jahr zuvor fanden die meisten dieser Angriffe in NRW (98) und Sachsen (53) statt, gefolgt von Berlin (41). Dabei handelte es sich vor allem um gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzungen (88) und Brandstiftungen (62). In 5 F&auml;llen handelte es sich um versuchte T&ouml;tungen.</p><p>In Gr&auml;fenhainichen (Sachsen-Anhalt) wurde am 26. Februar und in Niesky (Sachsen) am 23. Juli auf eine Gefl&uuml;chtetenunterkunft geschossen. Brandanschl&auml;ge, die als versuchte T&ouml;tungen gewertet wurden, wurden am 22. Mai in Zwickau (Sachsen), am 8. September in Wilnsdorf (NRW) und am 1. Oktober in J&uuml;terbog (Brandenburg) ver&uuml;bt.<br>
<strong>Dimension rechter Gewalt in den Bundesl&auml;ndern<br>
</strong><br>
F&uuml;r das Jahr 2016 verzeichneten die unabh&auml;ngigen Beratungsstellen in Ostdeutschland, Berlin und NRW 1948 F&auml;lle rechts motivierter und rassistischer Gewalt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein erneuter Anstieg um 11 Prozent.</p><ul>
<li>In Sachsen wurden mit 437 F&auml;llen die meisten Angriffe gez&auml;hlt (2015: 477, -4 %).</li>
<li>In Berlin wurden 381 Angriffe registriert (2015: 320, +19 %)</li>
<li>In NRW 335 (279, +20 %)</li>
<li>In Sachsen-Anhalt 265 Angriffe (2015: 217, + 22 %)</li>
<li>In Brandenburg 221 (2015: 203, +9 %)</li>
<li>In Th&uuml;ringen 160 Angriffe (2015: 121, +32 %)</li>
<li>In Mecklenburg-Vorpommern 149 Angriffe (2015: 130, +15 %).</li>
</ul><p>Damit fanden im letzten Jahr in Ostdeutschland, Berlin und NRW pro Tag im Durchschnitt 5,3 rechtsmotivierte Gewalttaten statt.</p><p>Zum &uuml;berwiegenden Teil handelte es sich dabei um (versuchte) K&ouml;rperverletzungsdelikte: 778 gef&auml;hrliche und 692 einfache K&ouml;rperverletzungen, au&szlig;erdem 20 schwere K&ouml;rperverletzungen bzw. versuchte T&ouml;tungen. In 274 F&auml;llen handelte es sich um N&ouml;tigungen oder Bedrohungen, in 95 F&auml;llen um Brandstiftungen, in 59 F&auml;llen um massive Sachbesch&auml;digungen und in 29 F&auml;llen um sonstige Gewalttaten wie Raub oder Landfriedensbruch.<br>
<strong>Rassismus ist weiterhin das h&auml;ufigste Tatmotiv</strong></p><p>Die Zahl rassistisch motivierter Gewalttaten stieg im Vergleich zu 2015 um weitere 24 Prozent an, nachdem bereits 2015 eine massive Zunahme rassistischer Angriffe verzeichnet wurde.</p><p><em>&bdquo;In Deutschland bestehen f&uuml;r POCs, Schwarze Menschen und Gefl&uuml;chtete Angstr&auml;ume. Wir erheben lediglich die Gewalttaten, keine Beleidigungen oder Diskriminierungen, doch auch verbale Attacken sind f&uuml;r Betroffene an der Tagesordnung. Deshalb bedarf es neben Opferberatungsstellen wie uns, zus&auml;tzlich unabh&auml;ngiger Antidiskriminierungsstellen.&ldquo;</em> erl&auml;utert H&uuml;bler.</p><p>In den ostdeutschen Bundesl&auml;ndern, Berlin und NRW waren 1306 der Angriffe rassistisch motiviert, 363 Angriffe richteten sich gegen Menschen, die von den T&auml;ter_innen als politische Gegner_innen angesehen wurden, darunter 27 gegen Journalist_innen. 98 Angriffe richteten sich gegen nicht-rechte und alternative Personen, 80 Angriffe gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identit&auml;t. 37 Angriffe waren antisemitisch motiviert. Zudem registrierten die Beratungsstellen 8 rechts motivierte Angriffe gegen Menschen mit einer Behinderung und 5 gegen wohnungslose Menschen.</p><p>Bei Nachfragen zur Situation in den jeweiligen Bundesl&auml;ndern und f&uuml;r weitere Informationen k&ouml;nnen Sie sich direkt an die Projekte wenden oder die Statistiken und Ver&ouml;ffentlichungen der einzelnen Bundesl&auml;nder auf der Internetseite des Verbands ansehen (verband-brg.de)</p><hr><p>Hinweis: Nicht alle Beratungsprojekte haben die Ressourcen f&uuml;r ein unabh&auml;ngiges Monitoring. Aus den Bundesl&auml;ndern Bayern, Hamburg, Hessen und Schleswig-Holstein gibt es deshalb kurze Hintergrundberichte, die sie im Anhang finden. Die durch die neu entstandenen Beratungsstellen registrierten F&auml;lle rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt in NRW zeigen jedoch deutlich, dass ein fundiertes Monitoring in allen Bundesl&auml;ndern unabdingbar ist um das Ausma&szlig; rechts motivierter ein St&uuml;ck weit sichtbar machen zu k&ouml;nnen.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Bayern &ndash; B.U.D. Bayern</strong></p><p>Aufgrund fehlender Ressourcen war es der seit 2009 existierenden bayerischen Beratungsstelle B.U.D. (Beratung. Unterst&uuml;tzung. Dokumentation. F&uuml;r Opfer Rechtsextremer Gewalt) auch 2016 nicht m&ouml;glich, ein eigenst&auml;ndiges Monitoring durchzuf&uuml;hren.<br>
Die offiziellen Zahlen f&uuml;r das Bundesland Bayern (z. B. PMK Rechts) sowie die Chronologien unabh&auml;ngiger Initiativen (z.B. Aida, AAS) zeigen jedoch einen Trend der erh&ouml;hten &Uuml;bergriffzahlen an, der sich auch in der Arbeit von B.U.D. widerspiegelte.<br>
Die Beratungsstelle war 2016 in &uuml;ber 20 Vorf&auml;lle involviert, die zumeist auf rassistischen Motiven beruhte. Auch Bedrohungen und Angriffe auf politisch Andersdenkende bzw. in der Fl&uuml;chtlingsunterst&uuml;tzung aktive Menschen nahmen erneut zu, wobei das Spektrum von Bedrohung im Internet bis zur schweren K&ouml;rperverletzung reichte. Die T&auml;ter kamen hierbei nicht nur aus dem Kreis &bdquo;der &uuml;blichen Verd&auml;chtigen&ldquo; mit entsprechendem rechtsradikalen Hintergrund, sondern des &Ouml;fteren auch aus dem Kreis der bis dato politisch unauff&auml;lligen B&uuml;rger_innen.<br>
F&uuml;r 2017 erhoffen wir uns einhergehend mit einer Verbesserung der Ressourcen dem gewachsenen Bed&uuml;rfnis nach Unterst&uuml;tzung gerecht werden zu k&ouml;nnen und die &ouml;ffentliche bzw. gesellschaftliche Diskussion in Bayern f&uuml;r dieses Themenfeld weiter zu sensibilisieren.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>M&uuml;nchen &ndash; Beratungsstelle Before</strong></p><p>Am 18. M&auml;rz 2016 nahm BEFORE, die unabh&auml;ngige Beratungsstelle f&uuml;r Betroffene rechter und rassistischer Gewalt und Diskriminierung, ihre Beratungsarbeit in M&uuml;nchen auf.<br>
Die Opferberatung rechte Gewalt bearbeitete im Jahr 2016 &uuml;ber 30 Beratungsf&auml;lle in M&uuml;nchen. Rassismus war das h&auml;ufigste Tatmotiv (69 Prozent). Menschen, die seit vielen Jahren in Deutschland leben, arbeiten, zur Schule gehen und am sozialen Leben teilnehmen, wurden attackiert, vor allem Frauen, die ein Kopftuch trugen, wurden Opfer von Anfeindungen und Gewalt.<br>
H&auml;ufig wurden Menschen im &ouml;ffentlichen Raum, im &ouml;ffentlichen Nahverkehr und im eigenen Wohnumfeld angegriffen. Das bedeutet f&uuml;r die Betroffenen zumeist eine massive Bedrohung und Unsicherheit in ihrem direkten Lebensumfeld.<br>
Aus den Beratungsf&auml;llen 2016 und den Erfahrungen der Antidiskriminierungsberatung nehmen wir in M&uuml;nchen eine gef&auml;hrliche Entwicklung wahr. Mobilisierung, Hetze und Diskriminierung mit rechtem oder rassistischem Hintergrund finden immer &ouml;fter offen statt und animieren Einzelt&auml;ter_innen zu Anfeindungen und Angriffen. Betroffen davon sind neben Gefl&uuml;chteten und Migrant_innen auch Homosexuelle und Transgender (LGBTI), Menschen mit Behinderungen sowie Menschen, die sich f&uuml;r potenzielle Betroffenengruppen engagieren.</p><p><strong>Hessen &ndash; Beratungsstelle Response</strong></p><p>Response nahm Anfang 2016 offiziell die Beratung in Hessen auf. In der zweiten H&auml;lfte des Jahres begann die Beratungsstelle zun&auml;chst Strukturen f&uuml;r ein belastbares Monitoring aufzubauen. So sind die f&uuml;r das Jahr 2016 erhobenen Zahlen zwar noch nicht aussagekr&auml;ftig genug, liefern dennoch schon jetzt einen Beitrag, um den gesellschaftspolitischen Diskurs &uuml;ber rechte Gewalt um die Perspektive der Betroffenen zu erweitern.<br>
Response z&auml;hlte 40 Vorf&auml;lle rechter Gewalt mit direkt betroffenen Personen. 12 davon sind Angriffen gegen die pers&ouml;nliche Unversehrtheit zuzurechnen, einer wird als versuchte T&ouml;tung eingeordnet. Als h&auml;ufigstes Tatmotiv ist Rassismus in 27 F&auml;llen auszumachen.<br>
Trotz dieser Entwicklung besteht in Politik und &Ouml;ffentlichkeit weiterhin der Mythos von Einzelf&auml;llen am rechten Rand der Gesellschaft. Die Vorf&auml;lle und Statistiken werden &ouml;ffentlich kaum wahrgenommen. Die Bagatellisierung des Erlebten und die Verdr&auml;ngung der Vorf&auml;lle spiegeln Erfahrungen wieder, die Betroffene von rechter und rassistischer Gewalt best&auml;ndig machen. Mit der Aufnahme des Monitorings im Jahr 2017 m&ouml;chte Response dazu beitragen, dass das Thema rechte und rassistische Gewalt st&auml;rker in der &Ouml;ffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert wird.<br>
<strong>Hamburg &ndash; Beratungsstelle Empower</strong></p><p>Im Jahr 2016 sind die Zahlen rechter, rassistischer und antisemitischer Angriffe in Hamburg weiter angestiegen. Betroffene berichten von einer aggressiven gesellschaftlichen Stimmung und einem Anstieg allt&auml;glicher Gewalterfahrungen, verbunden mit einer stetigen Sprachlosigkeit, Wut und Ohnmachtserfahrung.</p><p>Im Vergleich zu 2015, dem Jahr in dem die Beratungsstelle empower ihre Arbeit aufnahm, haben sich die Vorf&auml;lle in Hamburg mehr als verdoppelt. Auch Angriffe gegen Kinder und Jugendliche haben massiv zugenommen. Die Hemmschwelle Gewalt auszu&uuml;ben, sinkt weiter. Viele Menschen erleben nicht nur physische Gewalt, sondern sind auch massiven psychischen Bedrohungen ausgesetzt.</p><p>Schwerpunkte der Beratungen waren Gewalt gegen Gefl&uuml;chtete, antimuslimischer Rassismus, Gewalt in Schulen oder in und um Sportvereine, rechtes Stalking, vermehrt schwere K&ouml;rperverletzungen, aber auch aus Sicht der Betroffenen erlebte (Re-)Viktimisierung in Kontakt mit staatlichen Institutionen.</p><p>Die Mehrheit der Betroffenen m&ouml;chten keine Anzeigen bei der Polizei erstatten. Ursachen sind vor allem negative Erlebnisse mit der Exekutive und die Erfahrung, dass rassistische und antisemitische Taten kaum juristisch verfolgt werden. Weiterhin beklagen viele Betroffene einen Mangel an Solidarit&auml;t und R&uuml;ckhalt in der Gesellschaft.</p><p><strong>Schleswig-Holstein &ndash; Beratungsstelle zebra</strong></p><p>Seit Mitte 2015 stellt Zebra im Zuge der Beratungsarbeit einen Anstieg rechter und rassistischer Angriffe fest. Die Taten richteten sich nicht nur gegen Gefl&uuml;chtete (und deren Unterk&uuml;nfte) oder Migrant_innen, sondern auch gegen die Zivilgesellschaft, beispielsweise gegen Ehrenamtliche in der Fl&uuml;chtlingshilfe oder Menschen, die sich in ihrer Funktion als Kommunalpolitiker_innen f&uuml;r die Rechte von Minderheiten engagierten.<br>
Dieser Trend setzte sich 2016 fort. Dabei sind Beratungen zu Angriffen organisierter Rechter auf politische Gegner_innen angestiegen. Die Angriffe sind massiver, die Beratungen komplexer und langfristiger. In deutlich &uuml;ber der H&auml;lfte der F&auml;lle &ndash; etwa auch bei Angriffen auf Fl&uuml;chtlingsunterk&uuml;nfte &ndash; sind mehr als nur eine Person betroffen.<br>
Auffallend ist der Anstieg von Angriffen auf politische Verantwortungstr&auml;ger_innen, die in ihrer Massivit&auml;t deutlich zugenommen haben. Diese Beobachtung legt eine zunehmende Verrohung hinsichtlich der &bdquo;Kultur&ldquo; politischer Auseinandersetzungen nahe. Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung sich insbesondere im kommenden Landtags- und Bundestagswahlkampf fortsetzt, da die Verrohung der politischen Auseinandersetzung Teil von Wahlkampfstrategien zu sein scheint.</p><p>Factsheet als Grafik zum <strong><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2017/04/factsheet_vbrg2016.pdf" aria-label="factsheet vbrg2016">Download</a></strong></p><p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/rechte-rassistische-und-antisemitische-angriffe-in-ostdeutschland-berlin-und-nrw-im-jahr-2016">Rechte, rassistische und antisemitische Angriffe in Ostdeutschland, Berlin und NRW im Jahr 2016</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bedrohung – Wenn der Alltag zur Hölle wird</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/bedrohung-wenn-der-alltag-zur-hoelle-wird?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=bedrohung-wenn-der-alltag-zur-hoelle-wird</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2013 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Schläge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt viele Formen von Gewalt. Das Einschüchtern, Drohen, Verleumden, Zermürben – kurz: der rechte Alltagsterror gegen Andersdenkende und MigrantInnen kann genauso zerstörerisch sein, wie Fausthiebe und Stiefeltritte.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Thomas Merk* </em>entfernt einen Naziaufkleber, der auf einer Straßenlaterne klebt. Dabei beobachtet ihn ein lokaler Neonazifunktionär und fordert von ihm, damit aufzuhören. Tage später klingelt es an Merks Haustür. Er wohnt im Hochparterre und sieht den Neonazi mit einem Kumpanen an der Sprechanlage stehen. Sie drohen, die Wohnung zu stürmen. Zwei Stunden später das Gleiche. Etwas später hämmert jemand direkt gegen die Wohnungstür. Merk öffnet aus Angst, sie würde eingetreten. Drei Männer drohen ihm Schläge an, zwingen ihm Handygespräche mit bekannten Neonazis auf, die ihm Gewalt androhen. Die drei kündigen an, regelmäßig wiederzukommen. Merk traut sich aus Angst vor Rache nicht eine Anzeige zu erstatten. Nachbarn, die ihn anfangs unterstützten, sind inzwischen ebenfalls eingeschüchtert. Merks Bluthochdruck steigt. Er kann nachts nicht schlafen, an Wochenenden nicht mehr alleine in seiner Wohnung sein. Er bekommt Panikattacken und sucht eine höher gelegene Wohnung, die er drei Monate später beziehen kann. Familie Mircovic ist aus dem Flüchtlingsheim in eine Wohnung in der Stadt gezogen. Gegenüber wohnt eine Frau, die der Familie keine Ruhe lässt. Mit dem Satz »geht zurück ins Asylantenheim« beginnt der Kleinkrieg. Sie beschimpft die Kinder, lauert ihnen auf, bespuckt sie, droht ihnen Schläge an und wirft Steinchen und Bierflaschen auf den Balkon. Sie hetzt ihre Bekannten und das Jugendamt gegen die Familie auf. Sie schart eine Gruppe um sich, in denen die Familie Nazis zu erkennen glaubt. Jeder in der Familie hat Angst um die anderen. Sie trauen sich kaum noch aus dem Haus und erstatten Anzeige. Die Polizei vor Ort meint allerdings, man könne da nicht viel machen und rät der Familie wegzuziehen. Einen politischen Hintergrund will die Polizei nicht erkennen. Heinz Schlüter will seinen Ruhestand in einem Dorf südlich von Berlin verbringen. Er hat guten Kontakt zum ebenfalls neu zugezogenen Nachbarn, bis dieser ihm Traktate über die »Ausschwitzlüge« aufdrängt. Schlüter verbittet sich das und beendet den Kontakt, woraufhin der Nachbar eine regelrechte Verleumdungskampagne gegen ihn startet. In Zeitungsanzeigen, im Internet, am dörflichen Bekanntmachungsbrett bezichtigt er ihn der Stasimitgliedschaft, des Drogenhandels, sogar des Mordes. Schlüter erstattet Anzeige, aber die Justiz bewertet die Vorfälle als Nachbarschaftsstreit. Schlüter erhält weiter neonazistische Schriften per Post und wird bei Ämtern von seinem Nachbarn verleumdet. Im Ort brüstet der sich mit guten Kontakten in »Kameradschafts«-kreise der nahegelegenen Kreisstadt, eine verklausulierte Gewaltdrohung, die im Dorf wohl verstanden wird. Nach und nach ziehen sich die anderen Nachbarn von Schlüter zurück, wollen »damit« nichts zu tun haben. Er hat Schlafstörungen, Herzrasen und kann sich nicht mehr von der Sorge lösen, militante Neonazis aus der Kreisstadt könnten sein Haus anzünden. Soweit drei Fälle aus der jüngsten Beratungspraxis. In der Arbeit der Opferperspektive nehmen Bedrohungsfälle viel Raum ein. Die starke Wirkung auf die Betroffenen speist sich aus dem allgemeinen Wissen um die Brutalität rechter Schläger, auch wenn die TäterInnen selbst nicht dafür bekannt sind. Für sie haben Bedrohungen eine ähnliche Funktion, wie die physische Gewalt: sie verleihen das Gefühl von Macht und schüchtern nicht nur die GegenerInnen, sondern auch deren Umfeld ein. In der Beratung geht es zunächst darum, gemeinsam mit den Betroffenen die Lage zu analysieren, Gefahren realistisch einzuschätzen und eine schnelle Entlastung zu verschaffen: eine Fensterfolie kann vor Steinwürfen schützen und so das Sicherheitsgefühl erhöhen, telefonische Erreichbarkeit von Bekannten tut es außerhalb der Wohnung. Ein solidarisches Netz ist das wichtigste und – wie die beschriebenen Fälle zeigen –, schwer aufzubauen bzw. zu erhalten. Anerkannte Autoritäten, wie z.B. OrtsbürgermeisterInnen, können hier eine wichtige Vorbild- und Schutzfunktion übernehmen. Nicht nur nach außen, sondern auch, in dem sie für die Bedrohten immer erreichbar sind. Die Polizei ist oft mit dieser subtileren Form von Gewalt überfordert und sieht wenig Eingriffsmöglichkeiten. Der Staatsanwaltschaft fehlt häufig die Sensibilität für den politischen Kontext. Bedrohungen gelten offiziell nicht als politisch motivierte Kriminalität, das Ausmaß der rechten Gewalt und ihre Bedeutung für den Alltag vieler Menschen wird in diesem Bereich überhaupt nicht erfasst. Tipps, wie man sich bei Bedrohungenschützen und Bedrohte unterstützen kann, hat Katrin Meinke beschrieben, zu finden in unserem Buch »Rassistische Diskriminierung und rechte Gewalt. An der Seite der Betroffenen beraten, informieren, intervenieren.«<br />
*<em>Alle Namen im Text sind verändert</em></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/bedrohung-wenn-der-alltag-zur-hoelle-wird">Bedrohung – Wenn der Alltag zur Hölle wird</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wittenberge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2013 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Fussballspiel auf dem Schulhof kommt es zu einer antisemitischen Bedrohung. Ein 14-jähriger Schüler nimmt einen 15-jährigen Mitschüler in den Schwitzkasten und droht mit einem gezogenen Messer ihn »aufzuschlitzen«. Dabei beschimpft er ihn antisemitisch.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Fussballspiel auf dem Schulhof kommt es zu einer antisemitischen Bedrohung. Ein 14-jähriger Schüler nimmt einen 15-jährigen Mitschüler in den Schwitzkasten und droht mit einem gezogenen Messer ihn »aufzuschlitzen«. Dabei beschimpft er ihn antisemitisch.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/wittenberge-20">Wittenberge</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Bernau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während des Bernauer Hussitenfest kommt es zur Belästigung und Bedrohung alternativer Jugendlicher. Etwa acht Bernauer und Berliner Neonazis nähern sich einem Getränkestand. Einer der Neonazis fotografiert die dort anwesenden Gäste ab, während ein weiterer Neonazis die Anwesenden bedroht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während des Bernauer Hussitenfest kommt es zur Belästigung und Bedrohung alternativer Jugendlicher. Etwa acht Bernauer und Berliner Neonazis nähern sich einem Getränkestand. Einer der Neonazis fotografiert die dort anwesenden Gäste ab, während ein weiterer Neonazis die Anwesenden bedroht.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/bernau-61">Bernau</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ibraimo Alberto: Rassistische Bedrohung vor Gericht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
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		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Jahr verließ Schwedts Ausländerbeauftragter Ibraimo Alberto seine langjährige Heimatstadt &#8211; wegen des anhaltenden Rassismus. Der Vorfall, der den Wegzug auslöste, wird am 18. April in Bernau vor Gericht verhandelt.Im März 2011 war Ibraimo Alberto als Zuschauer bei einem Fußballspiel seines damals 17-jährigen Sohns. Dessen Schwedter Team trat in einem Heimspiel in der Landesklasse [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im vergangenen Jahr verließ Schwedts  Ausländerbeauftragter Ibraimo Alberto seine langjährige Heimatstadt &#8211; wegen des anhaltenden Rassismus. Der Vorfall, der den Wegzug auslöste, wird am 18. April in Bernau vor Gericht verhandelt.Im März 2011 war Ibraimo Alberto als Zuschauer bei einem Fußballspiel seines damals 17-jährigen Sohns. Dessen Schwedter Team trat in einem Heimspiel in der Landesklasse gegen eine Mannschaft aus Bernau an. Dabei fielen rassistische Äußerungen gegen zwei Schwedter Spieler. Nach Ende der Partie wurde zuerst der Sohn von Ibraimo Alberto und dann auch er selbst von einem Spieler des gegnerischen Teams massiv rassistisch beschimpft. Der Spieler suchte eine Schlägerei mit Ibraimo Alberto und drohte unter anderem: »Ich schlage dich tot«. Andere Fußballer hielten den Aggressor zurück. Der Schiedsrichter zeigte dem fraglichen Spieler nachträglich die rote Karte.</p>
<p>Der Vorfall reihte sich in der persönlichen Geschichte Ibraimo Albertos in eine Serie von Angriffen und Beleidigungen ein, die er über die Jahre in Schwedt erdulden musste. Besonders bedrückt ihn bis heute, dass zahlreiche Zuschauer den rassistischen Ausfällen »wie im Theater« wort- und tatenlos zusahen. Der Entschluss der Familie Alberto, die Stadt zu verlassen, löste eine bundesweite Diskussion über Rassismus aus. Inzwischen lebt die Familie in Karlsruhe. Noch Monate nach dem Wegzug wurde Ibraimo Alberto durch eine Anrufserie mit Verhöhnungen und Drohungen von Schwedter Neonazis belästigt.</p>
<p>Marcus Reinert, Geschäftsführer der  Opferperspektive erklärt zum Prozess: »Leider sind solche rassistischen Ausfälle kein Ausnahmeerscheinungen. Rassistische Gewalt und Diskriminierung sind immer noch überaus präsent. Der Fall zeigt, wie sich die Wirkung kleinerer und größerer Angriffe kumuliert und  die Betroffenen sogar zum Wegzug zwingen können.«</p>
<p><em>Gegen den Angeklagten Nico D., dem  mutmaßlichen Hauptaggressor beim fraglichen Fußballspiel, wird am 18. April ab 9.00 Uhr vor dem Amtsgericht Bernau verhandelt.</em><br />
Quelle:</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/ibraimo-alberto-rassistische-bedrohung-vor-gericht-2">Ibraimo Alberto: Rassistische Bedrohung vor Gericht</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Glossar: Wichtige Begriffe kurz erklärt</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von A wie »Adhäsionsverfahren« bis Z wie »Zwischenverfahren« werden rechtliche und medizinische Begriffe erläutert, mit denen Opfer und ZeugInnen rechter Gewalttaten konfrontiert werden können.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><div class="glossar">
<h5><a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben A" href="#A">A</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben B" href="#B">B</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben C" href="#C">C</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben D" href="#D">D</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben E" href="#E">E</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben F" href="#F">F</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben G" href="#G">G</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben H" href="#H">H</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben I" href="#I">I</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben J" href="#J">J</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben K" href="#K">K</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben L" href="#L">L</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben M" href="#M">M</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben N" href="#N">N</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben O" href="#O">O</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben P" href="#P">P</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben Q" href="#Q">Q</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben R" href="#R">R</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben S" href="#S">S</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben T" href="#T">T</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben U" href="#U">U</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben V" href="#V">V</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben W" href="#W">W</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben X" href="#X">X</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben Y" href="#Y">Y</a> | <a title="Glossar: Wichtige Begriffe kurz erkl&auml;rt - zum Anfangsbuchstaben Z" href="#Z">Z</a></h5>
</div><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999"></a></div><br>
<a name="A"></a></p><h3>A</h3><p><a name="A"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="A"></a></p><h2>Adh&auml;sionsverfahren</h2><p>Personen, die durch eine Straftat einen verm&ouml;gensrechtlichen Schaden erlitten haben, k&ouml;nnen ihre zivilrechtlichen Anspr&uuml;che auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz bereits im Strafverfahren gegen die T&auml;terInnen geltend machen, wenn diese zum Tatzeitpunkt mindestens 18 Jahre alt waren. Die Verbindung zwischen Strafverfahren und Entscheidung &uuml;ber zivilrechtliche Anspr&uuml;che wird Adh&auml;sionsverfahren genannt. Den Adh&auml;sionsantrag stellt man beim mit der Strafsache befassten Gericht bis sp&auml;testens zum Beginn der Schlussvortr&auml;ge in der Hauptverhandlung. Der Antrag muss den Gegenstand, den Grund und die H&ouml;he des Anspruches bezeichnen und soll die Beweismittel enthalten. Vor einem solchen Antrag ist zumindest eine rechtsanwaltliche Beratung zu empfehlen. Wird durch das Strafgericht nicht &uuml;ber die Anspr&uuml;che entschieden, bleibt immer noch der Weg einer Zivilklage.</p><h2></h2><h2>Akute Belastungsreaktion</h2><p>Eine akute Belastungsreaktion ist eine mehrere Stunden oder Tage andauernde Reaktion auf eine extreme seelische und/oder k&ouml;rperliche Belastung (Trauma). Sie ist keine Krankheit, sondern eine normale Reaktion auf ein ungew&ouml;hnliches Ereignis. Die Symptome sind bei jedem Menschen verschieden. Meist jedoch beginnt eine Belastungsreaktion mit einer Art &raquo;Bet&auml;ubung&laquo;, Desorientiertheit, einer gewissen Bewusstseinseinengung, eingeschr&auml;nkter Aufmerksamkeit und der Unf&auml;higkeit, Reize zu verarbeiten. Danach k&ouml;nnen Schlafst&ouml;rungen, Unruhezust&auml;nde, Depressionen, Angstzust&auml;nde, &Uuml;beraktivit&auml;t, wiederkehrende belastende Erinnerungen oder Vermeidungsverhalten folgen.</p><p>&nbsp;</p><h2>Bedrohung</h2><p>Eine Bedrohung liegt vor, wenn eine Person eine andere mit der Begehung eines gegen sie oder eine nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht, &sect; 241 Strafgesetzbuch. Ein Verbrechen ist eine rechtswidrige Handlung, die nach dem Gesetz mit einer Mindeststrafe von einem Jahr oder dar&uuml;ber bedroht ist.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="B"></a></p><h3>B</h3><p><a name="B"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="B"></a></p><h2>Beleidigung</h2><p>Eine Beleidigung ist jede Verletzung der pers&ouml;nlichen Ehre eines anderen. Strafbar nach &sect; 185 Strafgesetzbuch ist die Kundgabe der Miss- oder Nichtachtung gegen&uuml;ber dem Beleidigten oder einem Drittem. Beleidigt werden kann auch eine Personengruppe. Voraussetzung f&uuml;r eine Strafverfolgung ist ein Strafantrag. Eine Nebenklage ist m&ouml;glich.</p><p>&nbsp;</p><h2>Berufung</h2><p>Die Berufung ist in Strafverfahren ein Rechtsmittel gegen Urteile des Amtsgerichtes. Alle Tat- und Rechtsfragen werden dann vor einem Landgericht in einer erneuten Hauptverhandlung noch einmal &uuml;berpr&uuml;ft. Die Berufung muss innerhalb von sieben Tagen nach Verk&uuml;ndung des Urteils bei der ersten Instanz eingelegt werden. Eine Berufung l&ouml;st weitere Kosten aus. Nebenkl&auml;gerInnen k&ouml;nnen Berufung nur einlegen, wenn die Angeklagten nicht wegen einer zur Nebenklage berechtigten Gesetzesverletzung verurteilt worden sind.</p><p>&nbsp;</p><h2>Bew&auml;hrung</h2><p>Wenn ein Gericht im Urteil eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren aussprechen will, besteht die M&ouml;glichkeit diese zur Bew&auml;hrung auszusetzen. Ein Bew&auml;hrungsbeschluss kann mit Auflagen versehen werden; die Einhaltung wird kontrolliert. Wer wieder straff&auml;llig wird oder gegen Auflagen verst&ouml;&szlig;t, muss dann in Haft.</p><h2>BfJ-Antrag</h2><p>Das Bundesamt f&uuml;r Justiz gew&auml;hrt Opfern rechter Gewalt auf Antrag eine Entsch&auml;digung. Betroffene sind daher nicht darauf angewiesen, den Anspruch auf Schmerzensgeld mit einer eigenen Klage gegen die T&auml;terInnen einzuklagen.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="D"></a></p><h3>D</h3><p><a name="D"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="D"></a></p><h2>Dienstaufsichtsbeschwerde</h2><p>Wenn eine im &ouml;ffentlichen Dienst arbeitende Person ihre Dienstpflicht verletzt, kann eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht werden. Die Beschwerde richtet sich an den Dienstvorgesetzten, der daraufhin ein internes Verfahren einleitet, in dem die Beschwerde gepr&uuml;ft wird. Sie ist form- und fristlos.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="E"></a></p><h3>E</h3><p><a name="E"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="E"></a></p><h2>Entsch&auml;digung</h2><p>Entsch&auml;digung ist in der Regel eine finanzielle Leistung, die zum Ausgleich erlittener Nachteile oder Einschr&auml;nkungen gew&auml;hrleistet wird. Wichtige F&auml;lle f&uuml;r Opfer von Straftaten sind Schadensersatz und Schmerzensgeld, Leistungen nach dem Opferentsch&auml;digungsgesetz, aber auch die Entsch&auml;digung von Aufwendungen, die man als Zeuge vor Gericht hatte. Opfer rechter Gewalt k&ouml;nnen vom Bundesamt f&uuml;r Justiz eine billige Entsch&auml;digung erhalten.</p><p>&nbsp;</p><h2>Ermittlungsverfahren</h2><p>Das Ermittlungsverfahren ist Ausgangspunkt jedes Strafverfahrens. Die Staatsanwaltschaft ist hauptverantwortlich. In der Praxis werden die Ermittlungen fast ausschlie&szlig;lich durch die Polizei gef&uuml;hrt. Mit Abschluss des Ermittlungsverfahrens haben Beschuldigte durch Rechtsanw&auml;ltInnen das Recht auf Akteneinsicht.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="G"></a></p><h3>G</h3><p><a name="G"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="G"></a></p><h2>Ged&auml;chtnisprotokoll</h2><p>Ein Ged&auml;chtnisprotokoll ist eine Erinnerungshilfe, die Opfer und ZeugInnen nach einem Vorfall f&uuml;r ihren eigenen Gebrauch anfertigen k&ouml;nnen, um sich im Vorfeld von Vernehmungen relevante Details zu vergegenw&auml;rtigen.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="J"></a></p><h3>J</h3><p><a name="J"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="J"></a></p><h2>Jugendstrafrecht</h2><p>Das Jugendstrafrecht wird auf Angeklagte im Alter von 14 bis 18 Jahren angewendet. Im Unterschied zum Erwachsenenstrafrecht stehen die erzieherische Einwirkung und nicht die Bestrafung der Angeklagten im Vordergrund. Bei Heranwachsenden, das sind junge Menschen im Alter von 18 bis 21 Jahren, entscheidet das Gericht &uuml;ber die Anwendung des Jugendstrafrechts je nachdem, wie es die &raquo;Reife&laquo; der Angeklagten einsch&auml;tzt.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="K"></a></p><h3>K</h3><p><a name="K"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="K"></a></p><h2>K&ouml;rperverletzung</h2><p>Eine K&ouml;rperverletzung ist jeder Eingriff in die k&ouml;rperliche Unversehrtheit einer Person in Form einer k&ouml;rperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitssch&auml;digung. Je nach Art der Handlung und Verletzung handelt es sich um eine &raquo;einfache&laquo;, eine gef&auml;hrliche oder schwere K&ouml;rperverletzung, mit unterschiedlicher Strafandrohung. Bei einer &raquo;einfachen&laquo; K&ouml;rperverletzung kann eine Strafverfolgung von der Stellung eines Strafantrages abh&auml;ngen.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="N"></a></p><h3>N</h3><p><a name="N"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="N"></a></p><h2>Nebenklage</h2><p>F&uuml;r die Anklage von Straftaten vor Gericht ist die Staatsanwaltschaft zust&auml;ndig. Opfer der angeklagten Straftaten k&ouml;nnen sich unter bestimmten Voraussetzungen einem Strafverfahren als Nebenkl&auml;gerInnen anschlie&szlig;en und sich auf diesem Weg aktiver am Gerichtsverfahren beteiligen.</p><p>&nbsp;</p><h2>N&ouml;tigung</h2><p>Eine N&ouml;tigung liegt vor, wenn einem Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder einem &raquo;empfindlichen &Uuml;bel&laquo; gedroht wird, um eine Handlung, die Unterlassung einer Handlung oder die Duldung einer Handlung Dritter zu erzwingen.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="O"></a></p><h3>O</h3><p><a name="O"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="O"></a></p><h2>Opferentsch&auml;digungsgesetz (OEG)</h2><p>Wer in Deutschland durch eine Gewalttat einen gesundheitlichen Schaden erlitten hat, kann nach dem Opferentsch&auml;digungsgesetz Versorgung erhalten. Dazu ist ein Antrag zu stellen und ein Formular zum Vorfall und den Folgen auszuf&uuml;llen.</p><p>&nbsp;</p><h2>OpferzeugIn</h2><p>Das Opfer einer Straftat gilt als ZeugIn und wird, wie nicht gesch&auml;digte ZeugInnen, durch die Polizei und vor Gericht zum Tatgeschehen vernommen. Opfer haben in vielen F&auml;llen die M&ouml;glichkeit, als Nebenkl&auml;gerInnen der Anklage beizutreten und dadurch eine aktivere Rolle im Strafverfahren einzunehmen.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="P"></a></p><h3>P</h3><p><a name="P"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="P"></a></p><h2>Pl&auml;doyer</h2><p>Ein Pl&auml;doyer ist eine zusammenfassende Schlussrede in einem Gerichtsverfahren, mit der die Staatsanwaltschaft, die Verteidigung und die Nebenklage den Sachverhalt aus ihrer Sicht bewerten, bevor die Angeklagten das letzte Wort erhalten und das Gericht das Urteil f&auml;llt.</p><h2>Posttraumatische Belastungsst&ouml;rung</h2><p>Eine Posttraumatische Belastungsst&ouml;rung (PTBS) ist eine m&ouml;gliche Sp&auml;tfolge von extrem belastenden Ereignissen oder Situationen, die au&szlig;ergew&ouml;hnliche Bedrohungen darstellten und au&szlig;erhalb der normalen menschlichen Erfahrung liegen. Einer PTBS geht ein traumatisches Ereignis voraus, das intensive Furcht, Entsetzen und Hilflosigkeit ausl&ouml;st. Charakteristische Symptome sind das unwillk&uuml;rliche Nacherleben von Aspekten der traumatisierenden Situation (Flashbacks) sowie Albtr&auml;ume, ein erh&ouml;htes Erregungsniveau (Schlaf- und Konzentrationsst&ouml;rungen, &uuml;berm&auml;&szlig;ige Schreckhaftigkeit) sowie die Vermeidung von Handlungen und Situationen, die an das Trauma erinnern k&ouml;nnen. Es wird erst von einer PTBS gesprochen, wenn die Symptomatik l&auml;nger als vier Wochen andauert. Halten die Symptome bis zu drei Monaten an, wird von einer akuten PTBS gesprochen; treten die Symptome l&auml;nger auf, handelt es sich um eine chronische PTBS.</p><p>&nbsp;</p><h2>Prozesskostenhilfe</h2><p>Prozesskostenhilfe ist eine Beihilfe, die in Gerichtsverfahren f&uuml;r Personen mit geringem Einkommen gew&auml;hrt wird, um diesen die Wahrnehmung ihrer Rechte zu erm&ouml;glichen.</p><p>&nbsp;</p><h2>Psychotherapie</h2><p>Eine Psychotherapie ist eine vereinbarte, auf Kommunikation basierende, methodisch gestaltete und zielgerichtete Beziehung zwischen einer Person (PatientIn) und einer Therapeutin/einem Therapeut. Das Ziel der Psychotherapie ist in der Regel die Verminderung bzw. Heilung von psychischen Leiden. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Formen und Methoden. Psychotherapien werden in der Regel, aber nicht ausschlie&szlig;lich von psychologischen PsychotherapeutInnen durchgef&uuml;hrt.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="R"></a></p><h3>R</h3><p><a name="R"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="R"></a></p><h2>Residenzpflicht</h2><p>Die Residenzpflicht gilt f&uuml;r Asylsuchende und geduldete Fl&uuml;chtlinge. Sie bindet diese Menschen an den Landkreis, in dem sie gemeldet sind. Ein Verlassen des Landkreises ist nur mit einem bei der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde zu beantragenden Urlaubsschein m&ouml;glich. In Brandenburg d&uuml;rfen sich Fl&uuml;chtlinge und Gedultete seit Ende Juli 2010 im gesamten Land ohne Genehmigung bewegen.</p><p>&nbsp;</p><h2>Revision</h2><p>Die Revision ist ein Rechtsmittel, das eingelegt werden kann, wenn ein Urteil Rechtsfehler enth&auml;lt. Es gibt aber in der Revisionsinstanz &ndash; anders als in der Berufungsverhandlung &ndash; keine neue Beweisaufnahme. Das Revisionsgericht ist an die Feststellungen der vorherigen Instanz gebunden. Es pr&uuml;ft nur, ob diese rechtlich einwandfrei zustande gekommen sind und ob die erbrachten Beweise fehlerfrei gew&uuml;rdigt wurden.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="S"></a></p><h3>S</h3><p><a name="S"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="S"></a></p><h2>Sachbesch&auml;digung</h2><p>Unter Sachbesch&auml;digung wird nach dem Gesetz die vors&auml;tzliche Besch&auml;digung oder Zerst&ouml;rung einer fremden Sache verstanden. Die Gesch&auml;digten haben Anspruch auf Schadensersatz.</p><h2>Schmerzensgeld</h2><p>Das Schmerzensgeld ist eine Form des Schadenersatzes, durch die alle Unannehmlichkeiten und Unlustgef&uuml;hle ausgeglichen werden sollen, die mit einer erlittenen Verletzung am K&ouml;rper einhergehen und keinen Schaden am Verm&ouml;gen darstellen.</p><p>&nbsp;</p><h2>Staatsanwaltschaft</h2><p>Die Staatsanwaltschaft ist eine Beh&ouml;rde f&uuml;r Strafverfolgung und Strafvollstreckung. Sie ist bei allen Landgerichten und dem Bundesgerichtshof, dort unter der Leitung des Generalbundesanwaltes, eingerichtet. Der Staatsanwaltschaft obliegt die Leitung des Ermittlungsverfahrens, die Erhebung der Anklage beim Strafgericht, die Vertretung der Anklage und, nach einem Urteil, die Strafvollstreckung.</p><p>&nbsp;</p><h2>Strafantrag</h2><p>Mittels eines Strafantrages bekundet eine verletzte Person ihr Verlangen, dass jemand wegen einer bestimmten Tat strafrechtlich verfolgt wird. Bei bestimmten Delikten (z.B Hausfriedensbruch und Beleidigung) muss ein Strafantrag gestellt worden sein, damit es zur Anklage kommen kann. Es empfiehlt sich, immer einen Strafantrag wegen &raquo;aller in Betracht kommenden Delikte&laquo; zu stellen. Am g&uuml;nstigsten wird der Antrag in Verbindung mit einer Anzeige schriftlich zu Protokoll gegeben. Es besteht eine Frist von 3 Monaten.</p><p>&nbsp;</p><h2>Strafanzeige</h2><p>Die Strafanzeige ist die Mitteilung &uuml;ber einen Sachverhalt, der nach Meinung der anzeigenden Person Anlass f&uuml;r Strafverfolgung und Einleitung eines Ermittlungsverfahren gibt. Sie kann bei Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht gemacht werden.</p><p>&nbsp;</p><h2>Strafverfahren</h2><p>Als Strafverfahren bezeichnet man das Verfahren zur Ermittlung und Verurteilung von strafbaren Handlungen. Wesentliche Abschnitte sind das Ermittlungsverfahren, die Entscheidung &uuml;ber Einstellung oder Anklageerhebung und die Gerichtsverhandlung. Opfer k&ouml;nnen sich unter bestimmten Voraussetzungen dem Verfahren als Nebenkl&auml;gerInnen anschlie&szlig;en.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="T"></a></p><h3>T</h3><p><a name="T"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="T"></a></p><h2>T&auml;ter-Opfer-Ausgleich (TOA)</h2><p>Ein T&auml;ter-Opfer-Ausgleich ist eine Ma&szlig;nahme mit dem Zweck der Wiedergutmachung von Folgen einer Straftat. Dazu werden neutrale, professionelle VermittlerInnen eingeschaltet. Die Initiative kann vom Gericht, der Staatsanwaltschaft, von Beschuldigten oder Verletzten ausgehen. Ohne Einverst&auml;ndnis des oder der Verletzten ist ein T&auml;ter-Opfer-Ausgleich nicht m&ouml;glich. Die Durchf&uuml;hrung eines T&auml;ter-Opfer-Ausgleiches kann sich f&uuml;r die T&auml;terInnen strafmildernd auswirken oder ein Grund f&uuml;r eine Einstellung des Verfahrens sein.</p><p>&nbsp;</p><h2>Trauma</h2><p>&raquo;Trauma&laquo; ist das griechische Wort f&uuml;r Verletzung oder Wunde. Ein psychisches Trauma ist die Verletzung der Seele, die einer k&ouml;rperlichen Wunde vergleichbar ist. Es tritt oft nach bedrohlichen oder ersch&uuml;tternden Ereignissen auf. Opfer und ZeugInnen erleben Gef&uuml;hle von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Kontrollverlust und Verzweiflung. Charakteristische Folgesymptome k&ouml;nnen Schlafst&ouml;rungen, Nervosit&auml;t, Depressionen, Angstzust&auml;nde, Ersch&ouml;pfung, Reizbarkeit, Erinnerungsl&uuml;cken oder st&auml;ndig wiederkehrende belastende Erinnerungen, Vermeidungsverhalten und Isolation sein. Die Auspr&auml;gungen sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Halten die Symptome l&auml;nger als vier Wochen an, kann eine Posttraumatischen Belastungsst&ouml;rung vorliegen.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="V"></a></p><h3>V</h3><p><a name="V"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="V"></a></p><h2>Verfassungswidrige Kennzeichen</h2><p>Zahlreiche politische Organisationen sind verboten, weil sie Ziele verfolgen, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten. Dies gilt auch f&uuml;r Symbole und Parolen, die f&uuml;r diese Organisationen kennzeichnend sind. Dazu z&auml;hlen auch und insbesondere Zeichen und Parolen aus dem Nationalsozialismus.</p><p>&nbsp;</p><h2>Versorgungsamt</h2><p>Die Versorgungs&auml;mter sind unter anderem f&uuml;r die Bearbeitung von Antr&auml;gen auf gesundheitliche und soziale Versorgung nach dem Opferentsch&auml;digungsgesetz zust&auml;ndig.</p><p>&nbsp;</p><h2>Volksverhetzung</h2><p>Wer zum Hass gegen Teile der Bev&ouml;lkerung aufstachelt, zu Gewalt- oder Willk&uuml;rma&szlig;nahmen gegen sie auffordert oder die Menschenw&uuml;rde Anderer durch Beschimpfung oder Verleumdung bestimmter Teile der Bev&ouml;lkerung angreift, macht sich der Volksverhetzung schuldig.</p><p>&nbsp;</p><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div><br>
<a name="Z"></a></p><h3>Z</h3><p><a name="Z"></a></p><p>&nbsp;</p><p><a name="Z"></a></p><h2>ZeugIn</h2><p>ZeugInnen sind Menschen, die &uuml;ber einen aufzukl&auml;renden Sachverhalt Angaben machen k&ouml;nnen. Dazu werden sie von der Polizei im Ermittlungsverfahren und in der Verhandlung vor Gericht befragt. ZeugInnen sind zur Aussage verpflichtet und d&uuml;rfen sie nur unter bestimmten Voraussetzungen verweigern; etwa wenn sie mit Beschuldigten bzw. Angeklagten verwandt sind oder sich selbst belasten k&ouml;nnten.</p><p>&nbsp;</p><h2>Zivilverfahren</h2><p>Anspr&uuml;che im Bereich des Privatsrechts m&uuml;ssen in einem Zivilverfahren geltend gemacht werden. Dazu geh&ouml;ren die Anspr&uuml;che auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld. Sind die Anspr&uuml;che jedoch in Zusammenhang mit einer Straftat entstanden, sollen diese bereits im Strafverfahren mittels eines sogenannten Adh&auml;sionsantrages gegen die Angeklagten geltend gemacht werden.</p><p>&nbsp;</p><h2>Zwischenverfahren</h2><p>Als Zwischenverfahren wird der Abschnitt des Strafverfahrens bezeichnet, indem eine Anklage der Staatsanwaltschaft dem Gericht vorgelegt wird, diese vom Gericht gepr&uuml;ft wird und das Gericht &uuml;ber die Er&ouml;ffnung des Hauptverfahrens beschlie&szlig;t.</p><p>&nbsp;</p><p>
<div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999">Zur&uuml;ck zum Anfang</a></div>
</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/archiv/glossar-wichtige-begriffe-kurz-erklaert">Glossar: Wichtige Begriffe kurz erklärt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Königs Wusterhausen: Rechte Szene bedroht Antifa-Aktivisten</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/koenigs-wusterhausen-rechte-szene-bedroht-antifa-aktivisten?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=koenigs-wusterhausen-rechte-szene-bedroht-antifa-aktivisten</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Antifa]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
		<category><![CDATA[linke Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Szene]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://dev.opferperspektive.de/nix/koenigs-wusterhausen-rechte-szene-bedroht-antifa-aktivisten</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der Nacht zum 7. März 2010 wurden in Königs Wusterhausen vier Stolpersteine mit Hakenkreuzen beschmiert, im Bahnhof die Parole »Deutsche wehrt euch gegen diesen Judenstaat. Scheiß auf Israel« hinterlassen. Seit Wochen sind in der Stadt verstärkt Neonazis aktiv. Mit gezielten sogenannten Anti-Antifa-Aktionen wird ein junger Mann bedroht, der sich gegen die rechten Umtriebe engagiert.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/koenigs-wusterhausen-rechte-szene-bedroht-antifa-aktivisten">Königs Wusterhausen: Rechte Szene bedroht Antifa-Aktivisten</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Woche nach den Schmierereien im Stadtgebiet demolierten Neonazis in der Nacht zum 13. März 2010 das Auto der Mutter des Anti-Rechts-Aktivisten. Die beiden Täter konnten von der Polizei am Tatort festgenommen werden. Das ist der vorläufige Höhepunkt einer Vielzahl von Aktivitäten gegen den jungen Mann. Seit Wochen tauchen rechte Parolen, Hakenkreuze und selbst gestaltete Aufkleber in der Nähe seiner Wohnung auf. Sogar namentlich wird dem Antifa-Aktivisten gedroht. Mit solchen Aktionen versucht die rechte Szene gezielt, politische Gegner einzuschüchtern.</p>
<p>Bereits Ende des vergangenen Jahres war der junge Mann von Neonazis aus Königs Wusterhausen bedroht worden. Nach eigenen Schilderungen lauerten ihn im November 2009 eine Gruppe Neonazis in den frühen Morgenstunden vor seiner Haustür auf. Die bis zu sechs, teils vermummten Angreifer versuchten, in das Wohnhaus einzudringen. Als das nicht gelang, zündeten sie vor dem Haus eine Leuchtrakete und zogen unverrichteter Dinge ab. Am nächsten Morgen fanden sich im Wohnumfeld Sprühereien wie »Anti-Antifa heißt Angriff« und »Antifa zerschlagen«.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/koenigs-wusterhausen-rechte-szene-bedroht-antifa-aktivisten">Königs Wusterhausen: Rechte Szene bedroht Antifa-Aktivisten</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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