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	<title>Brandstiftung - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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		<title>Oderberg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2019 14:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Oderberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Acht offensichtlich alkoholisierte Männer zwischen 14 und 49 Jahren fahren auf dem Anhänger eines Traktors durch den Ort und rufen dabei lautstark &#8222;Sieg Heil&#8220;. Vor der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete werfen sie einen Böller, der mit lautem Knall vor dem Gebäude zündet. Die Polizei ermittelt u.a. wegen versuchter schwerer Brandstiftung.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/oderberg-2">Oderberg</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Acht offensichtlich alkoholisierte Männer zwischen 14 und 49 Jahren fahren auf dem Anhänger eines Traktors durch den Ort und rufen dabei lautstark &#8222;Sieg Heil&#8220;. Vor der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete werfen sie einen Böller, der mit lautem Knall vor dem Gebäude zündet. Die Polizei ermittelt u.a. wegen versuchter schwerer Brandstiftung.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/oderberg-2">Oderberg</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Prozessbericht: Rassistisches Motiv am Landgericht Neuruppin anerkannt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jul 2018 16:16:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen­­­ &­­ Stellungnahmen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Urteil wegen Brandanschlag auf Asylunterkunft in Kremmen gefällt &#8211; Opferperspektive begrüßt die Anerkennung des rassistischen Motivs im Urteil Das Landgericht Neuruppin hat am Donnerstag, den 05. April, das Urteil im Prozess wegen eines Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Kremmen im April 2017 gefällt. Das Gericht betonte in seiner Urteilsbegründung die „ausländerfeindliche und nationale Gesinnung“ der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Urteil wegen Brandanschlag auf Asylunterkunft in Kremmen gefällt &#8211;<br />
Opferperspektive begrüßt die Anerkennung des rassistischen Motivs im Urteil</p>
<p>Das Landgericht Neuruppin hat am Donnerstag, den 05. April, das Urteil im Prozess wegen eines Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Kremmen im April 2017 gefällt. Das Gericht betonte in seiner Urteilsbegründung die „ausländerfeindliche und nationale Gesinnung“ der beiden Täter und<br />
erkannte ein „fremdenfeindliches Motiv“ für die Tat.</p>
<p>Verurteilt wurden ein 29-Jähriger und ein 33-Jähriger aus Kremmen wegen gemeinschaftlich versuchter schwerer Brandstiftung. Dem Vorwurf des versuchten Mordes folgte das Gericht dagegen nicht. Nach Angaben der beiden Angeklagten sollte den Bewohner_innen „nur ein Schrecken eingejagt werden“. Das Gericht sah darin eine mögliche Gefährdung für Leib und Leben, gestand den Angeklagten jedoch zu, dass sie keine Tötungsabsicht hatten. Der Richter stellte deutlich klar, dass der Angriff geeignet sei den öffentliche Frieden „ganz erheblich zu stören“.</p>
<p>„Es ist wichtig, dass ein Brandanschlag auf eine bewohnte Unterkunft nicht verharmlost wird. Traurige Beispiele wie Mölln zeigen wie Menschen bei solchen Angriffen ums Leben kommen“, erinnert Christin Jänicke vom Verein Opferperspektive.</p>
<p>„Der Angriff zielte zwar auf die Bewohner_innen der Unterkunft, meinte aber alle Geflüchteten und Migrant_innen. Ein Teil der Bevölkerung sollte damit in Angst versetzt werden“, gibt die Mitarbeiterin zu bedenken. Von dieser Angst war auch im Prozess die Rede. Zwei Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft wurden als Zeugen im Prozess gehört. Sie hielten sich zum Zeitpunkt des Angriffes in einem der Zimmer auf. Einer der Brandsätze, der zielgerichtet auf die Hausfassade unmittelbar auf das angekippte Fenster der Bewohner geworfen wurde, brannte als er zu Boden ging. Aus Angst verließen die Beiden das Gebäude.</p>
<p>Der Haupttäter Robert U. wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. In die Strafe einbezogen wurde der Verstoß gegen das Waffengesetz, da er für die Herstellung und das Einsetzen der Brandsätze verantwortlich gemacht wurde. Nico B. wurde als Mittäter zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf Bewährung, verurteilt. Er war an der Vorbereitung, nicht aber an der Tat selbst beteiligt. Richter Lechtermann nannte ihn einen &#8222;Mitläufer, im wahrsten Sinne des Wortes&#8220;. B. hatte U. auf dem Weg zur Gemeinschaftsunterkunft begleitet, blieb jedoch einige Meter vorher zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchten Mordes deutliche höhere Strafen gefordert.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/rassistisches-motiv-beim-brandanschlag-in-kremmen-anerkannt">Prozessbericht: Rassistisches Motiv am Landgericht Neuruppin anerkannt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Schwedt/ Oder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Sep 2016 13:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Gruppe Jugendlicher feuert Silvesterraketen in Richtung der Unterkunft für Geflüchtete. Eine Rakete wird gezielt auf den Eingang gerichtet und prallt an der Fassade ab. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/schwedt-oder-4">Schwedt/ Oder</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Eine Gruppe Jugendlicher feuert Silvesterraketen in Richtung der Unterkunft für Geflüchtete. Eine Rakete wird gezielt auf den Eingang gerichtet und prallt an der Fassade ab. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/schwedt-oder-4">Schwedt/ Oder</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>2015: Gefährliche Normalisierung rechter Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2016 12:01:24 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p><strong>Hintergrundpapier des Vereins Opferperspektive zur Ver&ouml;ffentlichung der Angriffszahlen rechter Gewalt 2015 in Brandenburg.</strong></p><p><a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/rechte-und-rassistische-gewalt-in-brandenburg-eskaliert-203-angriffe-im-jahr-2015" aria-label="rechte und rassistische gewalt in brandenburg eskaliert 203 angriffe im jahr 2015">Zur Pressemitteilung vom 1.M&auml;rz 2016</a></p><h2>Entwicklung der Angriffszahlen</h2><p>Die Opferperspektive e.V. beobachtete bereits im Jahr 2014 einen Anstieg rechter und rassistischer Angriffe in Brandenburg, f&uuml;r das Jahr 2015 ist landesweit eine Versch&auml;rfung der rechten Gewalt auf einen alarmierenden H&ouml;chststand von 203 Angriffen zu melden. Die Beratungsstelle hat Kenntnis von 415 direkt betroffenen und 291 indirekt betroffenen Personen, im Vergleich zum Vorjahr sind damit 346 % mehr Menschen in Brandenburg bedroht oder angegriffen worden.</p><p><a href="/wp-content/uploads/2016/03/gewalttaten_ohne_logo-Seite001.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="gewalttaten ohne logo Seite001 (&ouml;ffnet in neuem Tab)"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter" src="/wp-content/uploads/2016/03/gewalttaten_ohne_logo-Seite001.jpg" alt="Angriffszahlen und direkte Betroffene - 2002 bis 2015" width="500" height="236"></a></p><p>Die Gewaltbereitschaft ist insgesamt gestiegen. 138 Taten waren rassistisch motiviert, 36 aus Hass gegen politische Gegner_innen, 9 richteten sich gegen nicht-rechte Personen, 4 der Angriffe wiesen ein sozialdarwinistisches Motiv auf, 4 waren antisemitisch motiviert. 3 Angriffe richteten sich gegen Journalist_innen.</p><p><a href="/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="grafik tatmotive ohne logo Seite001 (&ouml;ffnet in neuem Tab)"><img decoding="async" class="alignright wp-image-34857 size-medium" src="/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-300x167.jpg" alt="Rechte Angriffe - Tatmotive - 2015" width="300" height="167" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-300x167.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-1024x571.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br>
Jeweils 1 Tat erfolgten aufgrund der sexuellen Orientierung der Betroffenen oder richteten sich gegen Wohnungslose (Sozialdarvinismus).</p><p>Einfache und gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzungen machten zusammen mit 67,5% den h&ouml;chsten Anteil der Angriffe aus, gefolgt von N&ouml;tigungen mit 14,7%, massiver Sachbesch&auml;digung mit 9,4% und Brandstiftung mit 5%</p><p>Rechte Angriffe fanden in allen Landkreisen Brandenburgs statt, die meisten von ihnen wurden in Cottbus und im Landkreis Spree-Nei&szlig;e ver&uuml;bt. Bis zum Herbst 2015 lie&szlig;en sich keine Schwerpunktregionen identifizieren, mit dem Anstieg der rassistischen Proteste im letzten Quartal war ein deutlicher Anstieg der rechten Gewalttaten zu verzeichnen, hier insbesondere in Cottbus mit 28 Angriffen.</p><h2></h2><p>&nbsp;</p><h2>Gewalt, Diskriminierung, Unverst&auml;ndnis:</h2><h2>Brandenburg kein sicherer Ort</h2><p>F&uuml;r Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen sind Angriffe und Bedrohungen in Brandenburg Alltag. Im Jahr 2015 sank die Hemmschwelle zur Gewalt deutlich, das Spektrum der Taten reichte von organisierten Angriffen rechter Gruppen bis zu spontanen &Uuml;bergriffen von so genannten<br>
Gelegenheitsrassist_innen, die in Bussen, Bahnen, im Supermarkt, in der Schule, auf der Stra&szlig;e, im Hausflur oder im Umfeld von Gemeinschaftsunterk&uuml;nften Gefl&uuml;chtete, Migrant_innen oder Menschen, die sie daf&uuml;r hielten, rassistisch beleidigten, bedrohten oder schlugen. Der aufgeheizte rassistische Diskurs schien sie zu best&auml;rken, ihr menschenverachtendes Weltbild mit Gewalt in die Tat umzusetzen.</p><p>Rassistische Gewalttaten sind Botschaftstaten und unterscheiden sich von anderen Taten dadurch, dass sie sich nie nur allein gegen die Betroffenen richten. So wirken rassistische Bedrohungen und Angriffe ebenso wie rassistische Kundgebungen und Proteste gegen Unterk&uuml;nfte auf alle Migrant_innen und Gefl&uuml;chtete in Brandenburg. F&uuml;r die Betroffenen verst&auml;rken sich die Angstr&auml;ume im Alltag und schr&auml;nken ihre Bewegungsfreiheit zum Teil massiv ein, insbesondere wenn eine eindeutige gesellschaftliche und politische Solidarisierung ausbleibt. In der Beratungspraxis der Opferperspektive berichten Klient_innen, dass sie ihre Wohnungen oder Unterk&uuml;nfte kaum noch zu verlassen wagen oder sich nicht mehr alleine auf die Stra&szlig;e trauen. K&ouml;rperliche Angriffe und Bedrohungen sind dabei nur die Spitze des Eisberges, sie kn&uuml;pfen zum Teil an t&auml;glich erlebte Diskriminierungen und bedrohliche Erfahrungen unterhalb der Gewaltschwelle an. Dies erzeugt in Brandenburg f&uuml;r Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen ein Klima der Verunsicherung und Ausgrenzung.</p><h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4><h4 style="padding-left: 30px">Allt&auml;gliche Gewalt in Zehdenick</h4><p style="padding-left: 30px">In einer Sammelunterkunft in der Kleinstadt Zehdenick lebt eine Gruppe eritreischer Gefl&uuml;chteter. Die gr&ouml;&szlig;tenteils jungen M&auml;nner, aber auch einige Frauen, berichten von t&auml;glichen Erfahrungen mit Rassismus und Ablehnung. Immer wieder werden sie von Autofahrer_innen abgedr&auml;ngt, wenn sie mit dem Fahrrad oder zu Fu&szlig; unterwegs sind. Passant_innen rufen ihnen Beleidigungen hinterher, im Supermarkt werden sie mit Einkaufswagen angesto&szlig;en und es wird ihnen der Zugang zur Sauna verweigert &ndash; da die anderen Kund_innen angeblich keine Schwarzen m&ouml;gen. Nach dem Umzug in eine eigene Wohnung scheint auch das Verh&auml;ltnis zu den Nachbar_innen rassistisch gepr&auml;gt: n&auml;chtliches Sturmklingeln, zerkratzte Klingelschilder und bedrohliche Blicke erzeugen ein Klima der Unsicherheit. Belastend f&uuml;r die Eritreer_innen ist besonders die Sprachbarriere, denn eine Verst&auml;ndigung mit&nbsp; Beh&ouml;rdenmitarbeiter_innen, Nachbar_innen und &Auml;rzt_innen ist schwierig. K&ouml;nnen sich &Auml;rzt_in und Patient_in nicht verst&auml;ndigen, ist oft auch der Zugang zur medizinischen Behandlungen erschwert; andere Hilfsangebote fallen g&auml;nzlich weg. Angesichts dieser t&auml;glich gemachten Erfahrungen erleben die Betroffenen auch dies als Resultat einer rassistischen Ausgrenzung. Sie finden kaum ad&auml;quate M&ouml;glichkeiten, ihre Lebenssituation, ihre Diskriminierungserlebnisse und die von ihnen erlebten Angriffe zur Sprache zu bringen und damit geh&ouml;rt zu werden. Lokale Beh&ouml;rden und gesellschaftlichen Institutionen erkl&auml;ren zwar, dass sie sich f&uuml;r ein friedliches Miteinander in der Stadt einsetzen wollen, unternehmen aber praktisch zu wenig, um das Bedrohungsgef&uuml;hl der Betroffenen aufzul&ouml;sen.</p><p>In Brandenburg ist Rassismus f&uuml;r viele Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen inzwischen so allt&auml;glich geworden, dass sie sich erst bei massiv erlittener Gewalt an Beratungsstellen wenden. Die Berater_innen der Opferperspektive nehmen verst&auml;rkt wahr, dass Gefl&uuml;chtete auch schwerere Angriffe wie K&ouml;rperverletzungen, Bedrohungen oder N&ouml;tigungen nicht mehr zur Anzeige bringen wollen: sie sind verunsichert, bef&uuml;rchten, dass ihnen nicht geglaubt wird oder eine Anzeige negative Auswirkungen auf ihr Asylverfahren haben k&ouml;nnte, haben schlicht Angst vor der Polizei oder m&ouml;chten keine Probleme bereiten &ndash; mit dem Hintergrund, dass sie sich dankbar zeigen wollen, &uuml;berhaupt in Deutschland sein zu d&uuml;rfen. Letzteres ist in der H&auml;ufigkeit eine neue Erfahrung in der Beratungspraxis und ein zus&auml;tzlicher Grund f&uuml;r Abweichungen zwischen der polizeilichen Statistik und den Angriffszahlen von unabh&auml;ngigen Beratungsstellen.</p><p>&nbsp;</p><h2>Fehlende Konsequenzen normalisieren rechte Gewalt</h2><p>Jeden zweiten Tag wurde im Jahr 2015 statistisch gesehen in Brandenburg ein rechte Gewalttat ver&uuml;bt, ein Mensch verletzt, angegriffen oder bedroht. Dennoch blieben notwendige politische und zivilgesellschaftliche Reaktionen und Interventionen h&auml;ufig aus, Solidarit&auml;t und Empathie mit den Betroffenen und das Ernstnehmen ihrer &Auml;ngste schien sich eher zu verringern. Die Qualit&auml;t und die<br>
Quantit&auml;t der Angriffe stiegen im Jahresverlauf, gleichzeitig war zu beobachten, dass Meldungen zu rassistischen Ausschreitungen und rechten Angriffe zunehmend zu Randnotizen verkamen, mitunter auch verharmlost wurden. Bundesweit warnten Sicherheitsbeh&ouml;rden und Politik bereits vor rechtem Terror. Es gelang ihnen in der Konsequenz jedoch nicht, ausreichend f&uuml;r den Schutz von Gefl&uuml;chteten zu sorgen. D&uuml;rftige Ermittlungserfolge bei rassistischen &Uuml;bergriffen oder bei Anschl&auml;gen wie in Nauen, Neuhardenberg oder J&uuml;terbog schaffen ein wenig abschreckendes Klima f&uuml;r die Gewaltt&auml;ter_innen. Auch die Verz&ouml;gerung vieler Strafprozesse gegen rechte T&auml;ter_innen k&ouml;nnte den Eindruck von Straffreiheit best&auml;rken.<br>
Ist die Unterbringung von Gefl&uuml;chteten nicht ad&auml;quat geregelt, steigert sich ihre ohnehin schon gr&ouml;&szlig;ere Verletzlichkeit. Viele Unterk&uuml;nfte liegen fernab von jeglicher Infrastrukur und Anbindung an die n&auml;chste Siedlung, nachbarschaftlicher Kontakt und gesellschaftliche Integration ist so wenig m&ouml;glich. Dar&uuml;ber hinaus verf&uuml;gen Beh&ouml;rden in einigen F&auml;llen anscheinend nicht &uuml;ber ausreichende Kapazit&auml;ten, um ihre Aufsichtspflicht zu erf&uuml;llen: Bei Problemen mit Heimbetreibern, mit Personal und Wachschutz oder bei der Einhaltung der ohnehin schon abgesenkten Mindeststandards erfolgt<br>
Abhilfe mitunter nur sehr schleppend. Ein ausreichender Schutz der Gefl&uuml;chteten kann so oft nicht gew&auml;hrleistet werden.</p><h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4><h4 style="padding-left: 30px">Pfefferspray-Attacke in Massow</h4><p style="padding-left: 30px">Einer der schwerwiegendsten rassistischen Angriffe des letzten Jahres ereignet sich in der Gefl&uuml;chtetenunterkunft in Massow im Landkreis Dahme-Spreewald. Am ersten September dringt ein Mitarbeiter einer Baufirma, der auf dem Gel&auml;nde der Unterkunft im Auftrag der Betreiberfirma Campanet arbeitet, ausger&uuml;stet mit zwei &bdquo;Pfefferl&ouml;schern&ldquo; und einer Atemschutzmaske in das Geb&auml;ude ein und greift gezielt Bewohner_innen mit Pfefferspray an. Nach Informationen von Unterst&uuml;tzer_innen und Bewohner_innen geht die Opferperspektive von &uuml;ber 80 Betroffenen und Verletzten aus.<br>
Der T&auml;ter macht im Vorfeld aus seiner rassistischen Gesinnung keinen Hehl, bekennt sich in sozialen Netzwerken zu Pegida und zu lokalen rechten Bewegungen. Bewohner_innen berichten von antiziganistischen Beleidigungen und dem Zeigen des Hitlergru&szlig;es seitens des T&auml;ters, gegen den ein Verfahren nach &sect; 86a (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) anh&auml;ngig ist.<br>
Unmittelbar nach dem Angriff lassen offizielle Stellen und ranghohe Politiker &ouml;ffentlich verlauten, dass ein &bdquo;fremdenfeindlicher&ldquo; Hintergrund der Tat ausgeschlossen werden k&ouml;nne und melden ca. 35 verletzte Personen. Wahlweise Alkohol oder Drogen werden zur Erkl&auml;rung des Angriffs bem&uuml;ht. Noch Monate sp&auml;ter leiden Betroffene an gesundheitlichen Folgen der Pfefferspray-Attacke wie Schmerzen im Hals- und Brustbereich und Atemnot. Ihre medizinische Versorgung ist jedoch nicht gew&auml;hrleistet, Behandlungen scheitern an fehlenden Dolmetscher_innen und den daraus resultierenden Verst&auml;ndigungsproblemen.<br>
Der T&auml;ter arbeitet bis zuletzt f&uuml;r die selbe Baufirma, diesmal an einer Fl&uuml;chtlingsunterkunft in J&uuml;terbog, die auch von Campanet betrieben wird und die der Landkreis im Februar 2016 nach anhaltenden Beschwerden von Bewohner_innen und Unterst&uuml;tzer_innen aufgrund des desolaten baulichen Zustandes teilr&auml;umen l&auml;&szlig;t.<br>
Eine Vielzahl der Betroffenen und Zeug_innen der Pfefferspray-Attacke ist inzwischen abgeschoben oder zur Ausreise gedr&auml;ngt worden. Zu bef&uuml;rchten ist, dass die &auml;u&szlig;erst restriktiven Asylgesetz&auml;nderungen, die pauschal Balkanstaaten zu &bdquo;sicheren Herkunftsl&auml;ndern&ldquo; erkl&auml;ren, nun daf&uuml;r sorgen, dass sich die Strafverfolgung im Fall Massow &auml;u&szlig;erst schwierig gestaltet.</p><p>Der Opferperspektive ist aus ihrer Beratungspraxis bekannt, dass Gerichtsverfahren ohne Zeugenaussagen oft eingestellt werden oder die T&auml;ter_innen einen Freispruch erhalten. Dies best&auml;rkt rassistische Gewaltt&auml;ter_innen in unertr&auml;glicher Weise. Bisher fehlt ein Bleiberecht f&uuml;r Betroffene rassistischer Gewalt als notwendige Ma&szlig;nahme und als klares politisches Signal gegen rechte Gewalt, das dar&uuml;ber hinaus auch endlich die Einhaltung bestehender Zeugen- und<br>
Opferschutzstandards f&uuml;r Gefl&uuml;chtete gew&auml;hrleistet.</p><h2></h2><p>&nbsp;</p><h2>Rassistische Proteste gegen die Aufnahme von Gefl&uuml;chteten spalten die Gesellschaft</h2><p>Mit 213 Kundgebungen sind 2015 in Brandenburg so viele rassistische Proteste registriert worden wie noch nie. Dabei versch&auml;rfte sich die rassistische Hetze stetig ebenso wie in den sozialen Medien und bei B&uuml;rgerversammlungen. Rechts-populistische und rassistische Forderungen scheinen zunehmend salonf&auml;hig geworden zu sein und flossen als Themengeber sogar in die Asylrechtsversch&auml;rfungen ein.<br>
Rassistische Proteste fanden zunehmend mehr R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung. Sie als Ausdruck besorgter B&uuml;rger_innen mit berechtigten &Auml;ngsten zu bezeichnen, die ernst genommen werden m&uuml;ssten, verharmlost deren Gewaltpotential. Aktivit&auml;ten von Neonazis, Rechtspopulist_innen und rassistischen B&uuml;rgerinitiativen gehen vielmehr oft Hand in Hand, ihr Hass und Drohungen richten sich nicht nur gegen Gefl&uuml;chtete, sondern gegen alle Menschen mit Migrationsgeschichte. Zeitgleich steigt auch der Bedrohungsgrad gegen Menschen, die sich in der Unterst&uuml;tzung von Gefl&uuml;chteten engagieren, gegen Journalist_innen, die von &bdquo;rechtspopulistischen&ldquo; Veranstaltungen berichten, oder gegen Politiker_innen der demokratischen Parteien an.</p><h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4><h4 style="padding-left: 30px">Rassistische Eskalation in Cottbus</h4><p style="padding-left: 30px">Das Zusammenspiel zwischen rechter Gewalt und rassistischer Mobilisierung gegen Gefl&uuml;chtete l&auml;sst sich an Cottbus nachvollziehen. Die Opferperspektive registriert hier f&uuml;r das Jahr 2015 fast eine Verdreifachung der Angriffszahlen. Mehr als die H&auml;lfte ereignet sich im letzten Quartal, als &auml;u&szlig;erst aggressive Proteste gegen eine Erstaufnahmeeinrichtung beginnen und breiten Zuspruch finden. Eine Eskalation der rechten Gewalt findet am 23. Oktober 2015 statt: Nach einer Kundgebung zieht ein offensichtlich aus rechten Hooligankreisen mobilisierter Mob durch die Stadt und macht Jagd auf (vermeintliche) Ausl&auml;nder_innen. Die Gewalt m&uuml;ndet in einem koordinierten Angriff auf Studierende durch zum Teil vermummte Personen auf dem Gel&auml;nde der BTU Cottbus. Nach Kenntnis der Opferperspektive ereignen sich allein in dieser Nacht 7 Angriffe.<br>
Im Oktober und November finden in Cottbus &uuml;ber 20 rassistische Kundgebungen statt, an denen sich auch reaktivierte militante Alt-Neonazi-Strukturen und rechte und gewaltorientierte Fanstrukturen des Vereins Energie Cottbus beteiligen. Betroffene, in der Mehrzahl Gefl&uuml;chtete, berichten von einem rassistischen Ausnahmezustand in Cottbus, der sich mit Beschimpfungen, Hitlergr&uuml;&szlig;en, Flaschenw&uuml;rfen und Ausspucken l&auml;ngst zur Normalit&auml;t verfestigt hat. Internationale Studierende erz&auml;hlen, dass sie ihr Praktikumssemester nach den letzten &Uuml;bergriffen lieber in anderen St&auml;dten absolvieren oder nach dem Abschluss so schnell wie m&ouml;glich wegziehen wollen.</p><p style="padding-left: 30px">Als Folge der Gewalt polarisiert sich die Cottbuser Stadtgesellschaft. Denn parallel zu der zunehmenden Salonf&auml;higkeit der rassistischen Hetze und der rechten Gewalt bilden sich immer mehr Strukturen heraus, die sich sowohl f&uuml;r Gefl&uuml;chtete und gegen Rassismus engagieren, als auch rechten Positionen entgegenstellen.</p><p>Viele Menschen engagieren sich in Brandenburg in der Unterst&uuml;tzung von Gefl&uuml;chteten. In ihrer Praxis bilden sie einen wichtigen Gegenentwurf zu rassistisch gepr&auml;gten Debatten um Zuwanderung. Denn leider l&auml;sst sich festhalten, dass sich das gesellschaftliche Koordinatensystem 2015 deutlich nach Rechts verschoben hat. So besteht die Gefahr, dass rechte Gewaltt&auml;ter_innen und Rassist_innen ohne nennenswerte Gegenwehr im &ouml;ffentlichen Raum agieren k&ouml;nnen, falls die Gegenproteste gegen rassistische Kundgebungen und rechte Aufm&auml;rsche einbrechen sollten.</p><p>Das zu verhindern ist die Aufgabe f&uuml;r das Jahr 2016 .</p><p>Opferperspektive, 28.02.2016</p><p>&nbsp;</p><p><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/02/Opferperspektive_Hintergrundpapier_Jahreszahlen2015.pdf" aria-label="Opferperspektive Hintergrundpapier Jahreszahlen2015">Hintergrundpapier als pdf</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/gefaehrliche-normalisierung-rechter-gewalt-alltaegliche-angriffe-fehlende-konsequenzen-gesellschaftliche-gefaehrdung">2015: Gefährliche Normalisierung rechter Gewalt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Königs Wusterhausen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2015 20:24:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den frühen Morgenstunden brennt eine ehemalige Sportlergaststätte, die sich auf dem Gelände der zukünftigen Flüchtlingsunterkunft in Uckely befindet, bis auf die Grundmauern ab. Die Feuerwehr geht eindeutig von Brandstiftung aus, da mehrere Brandherde vorhanden sind.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/koenigs-wusterhausen-4">Königs Wusterhausen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den frühen Morgenstunden brennt eine ehemalige Sportlergaststätte, die sich auf dem Gelände der zukünftigen Flüchtlingsunterkunft in Uckely befindet, bis auf die Grundmauern ab. Die Feuerwehr geht eindeutig von Brandstiftung aus, da mehrere Brandherde vorhanden sind.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/koenigs-wusterhausen-4">Königs Wusterhausen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Feuer an Flüchtlingsheim in Premnitz gelegt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Jul 2014 08:21:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Brandanschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingsheim]]></category>
		<category><![CDATA[Folter]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Körperverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Prozess]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aufgeputscht von rassistischen Facebook-Kommentaren wollten zwei Männer eine Flüchtlingsunterkunft anzünden: Gericht verurteilte die Täter jetzt zu Bewährungsstrafen Mit Verurteilungen endete am Donnerstag (17. Juli 2014) ein Prozess gegen zwei Angeklagte vor dem Rathenower Amtsgericht wegen des Brandanschlages am 18. September 2013 auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Premnitz. Hass auf Facebook führte zum Tatplan Einer der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aufgeputscht von rassistischen Facebook-Kommentaren wollten zwei Männer eine Flüchtlingsunterkunft anzünden: Gericht verurteilte die Täter jetzt zu Bewährungsstrafen</strong></p>
<p>Mit Verurteilungen endete am Donnerstag (17. Juli 2014) ein Prozess gegen zwei Angeklagte vor dem Rathenower Amtsgericht wegen des Brandanschlages am 18. September 2013 auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Premnitz.</p>
<p><strong>Hass auf Facebook führte zum Tatplan</strong></p>
<p>Einer der Täter, der heute 21-jährige Sebastian W., räumte gleich zu Beginn der Verhandlung die Tat ein. Seiner Aussage nach lief der Abend wie folgt ab: W. und der damals 17-jährige Dominique S. trafen sich in der Wohnung von S. in Premnitz. Dort tranken sie Bier, lasen Facebook-Kommentare über das geplante Heim und fassten den Entschluss, dort ein Feuer zu legen. Kurz nach Mitternacht begaben sie sich in die Wohnung von W., holten Lampenöl und Zeitungen und fuhren zum Heim. Dort angekommen stapelten sie die Zeitungen vor der Tür des Gebäudes, zündeten diese mit Hilfe des Lampenöls an und entfernten sich zunächst. Als das Feuer drohte auszugehen, beschlossen sie zurückzukehren. Sie warfen Müll auf den glimmenden Stapel, um das Feuer erneut zu entfachen. Erst als sie die Alarmanlage bemerkten, flüchteten sie.</p>
<p><strong>Bewährungsstrafen für die Täter</strong></p>
<p>Sebastian W., welcher derzeit von ALG II lebt, wurde, dem Antrag der Staatanwaltschaft folgend, zu zwei Jahren Gefängnis auf drei Jahre Bewährung verurteilt. Außerdem muss er innerhalb von sechs Monaten 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Strafe setzt sich zusammen aus der gemeinschaftlichen Brandstiftung, einer mitverhandelten Trunkenheitsfahrt aus dem selben Jahr und unter Berücksichtigung einer bereits erhaltenen Freiheitsstrafe, für die er sich noch auf Bewährung befand. W. wurde 2012 bereits zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung wegen besonders schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Gemeinsam mit zwei Mittätern hatte er 2009 einen schwerbehinderten Mann in dessen Haus überfallen, ausgeraubt, mit Handschellen gefesselt und schwer zusammengeschlagen. Der Mann erlitt mehrere Brüche im Gesicht und hat noch heute unter den Folgen der Tat zu leiden. Als Bewährungsversager ist W. nur einer Haftstrafe entgangen weil er sich vor Gericht geständig und reuig zeigte und ihm eine günstige Sozialprognose bescheinigt wurde.</p>
<p>Der zum damaligen Zeitpunkt minderjährige S. stand zum ersten Mal vor Gericht und wurde verurteilt, ein soziales Training zu absolvieren und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten. Beide Angeklagte wurden auf Grund ihres Alters und ihrer Entwicklungsdefizite nach Jugendstrafrecht verurteilt.</p>
<p><strong>Rassismus als Tatmotiv nur unzureichend benannt</strong></p>
<p>Die rassistische Motivation der Brandstiftung wurde im Urteil nur am Rande zur Sprache gebracht. Wie solch eine Tat politisch wirkt, wie sie auf die Flüchtlinge wirkte, die das geplante Heim beziehen sollten und die aus ihren Heimatländern auf Grund von Krieg, Verfolgung, Folter flüchten mussten, wurde nicht thematisiert. Sowohl die Verteidiger der Angeklagten wie auch der Richter fühlten sich mehrmals bemüßigt zu betonen, dass die Standortwahl von Flüchtlingsheimen in bestimmten Städten nicht akzeptabel und Unzufriedenheit darüber nachvollziehbar sei.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/feuer-an-fluechtlingsheim-in-premnitz-gelegt">Feuer an Flüchtlingsheim in Premnitz gelegt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Cottbus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextreme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drei Personen warfen einen brennenden Gegenstand in einen von Vietnamesen betriebenen Imbisswagen. Es entstand erheblicher Sachschaden. Am Abend vor der Brandstiftung hatten Rechtsextreme auf dem Platz, auf dem sich der Wagen befindet, eine Wahlkampfveranstaltung der Linkspartei gestört.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-205">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Personen warfen einen brennenden Gegenstand in einen von Vietnamesen betriebenen Imbisswagen. Es entstand erheblicher Sachschaden. Am Abend vor der Brandstiftung hatten Rechtsextreme auf dem<br />
Platz, auf dem sich der Wagen befindet, eine Wahlkampfveranstaltung der Linkspartei gestört.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-205">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Grünewald</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Carport wurde angesteckt und brannte völlig aus. Die Feuerwehr konnte das Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Wohnhaus verhindern. Die Polizei geht von einer Brandstiftung aus, die sich gegen »sonstige politische Gegner« richtete. Es konnten keine Tatverdächtigen ermittelt werden.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/gruenewald-2">Grünewald</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Carport wurde angesteckt und brannte völlig aus. Die Feuerwehr konnte das Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Wohnhaus verhindern. Die Polizei geht von einer Brandstiftung aus, die sich gegen »sonstige politische Gegner« richtete. Es konnten keine Tatverdächtigen ermittelt werden.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/gruenewald-2">Grünewald</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Prozess gegen rechtsextreme Brandstifter in Neuruppin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 May 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Brandanschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Imbiss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die drei Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 26 Jahren sollen in der Nacht vom 6.11. zum 7.11.2003 einen vietnamesischen Imbissstand in Pritzwalk angezündet haben.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/prozess-gegen-rechtsextreme-brandstifter-in-neuruppin">Prozess gegen rechtsextreme Brandstifter in Neuruppin</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Landgericht Neuruppin, Feldmannstr. 1, beginnt am 05.05.2004 ein Prozess gegen vier rechtsextreme Brandstifter. Die drei Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 26 Jahren sollen in der Nacht vom 6.11. zum 7.11.2003 einen vietnamesischen Imbissstand in Pritzwalk angezündet haben.</p>
<p>Anschließend versuchten sie, einen Döner-Imbiss in der Rossstr. in Pritzwalk anzuzünden, was aber misslang. Da sich über dem Döner-Imbiss eine Wohnung befindet, lautet die Anklage auf versuchten Mord.</p>
<p>Während am Döner-Imbiss nur leichter Russschaden entstand, brannte der vietnamesische Imbiss vollständig ab. Khao Vu Van, der Betreiber, stand vor den Trümmer seiner Existenz. Nur durch umfangreiche Spenden aus der Bevölkerung konnte er sich einen neuen Imbisscontainer anschaffen.</p>
<p>Der Prozess ist auf fünf Verhandlungstage angesetzt:</p>
<p>05.05.2004, 9.00 Uhr, Saal 2;<br />
07.05.2004, 9.00 Uhr, Saal 2;<br />
12.05.2004, 9.00 Uhr, Saal 2;<br />
14.05.2004, 9.00 Uhr, Saal 2;<br />
26.05.2004, 9.00 Uhr, Saal 2.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/prozess-gegen-rechtsextreme-brandstifter-in-neuruppin">Prozess gegen rechtsextreme Brandstifter in Neuruppin</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rechtsextreme Anschlagsserie auf Verein »Pfeffer und Salz« in Angermünde</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/rechtsextreme-anschlagsserie-auf-verein-pfeffer-und-salz-in-angermuende?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=rechtsextreme-anschlagsserie-auf-verein-pfeffer-und-salz-in-angermuende</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
		<category><![CDATA[Brandstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vermieter kündigt Vereinsräume</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten zwei Monaten kam es zu einer Serie rechtsextremer und antisemitischer Anschläge auf das Büro des Angermünder Vereins »Pfeffer und Salz«. Der Verein engagiert sich seit mehreren Jahren gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Im April organisierte er z.B. einen Aktionstag in Prenzlau mit einem Auftritt der HipHop-Band »Brothers Keepers«. Jetzt hat ihm der Vermieter gekündigt.</p>
<p>In der Nacht zum 28.10.02 wurde ein großer Feldstein durch das Fenster des Büros in der Templiner Straße in Angermünde geworfen. Der Stein verfehlte ein Vereinsmitglied nur wenige Zentimeter am Kopf. In der Nacht zum 3.12.02 wurden sieben Farbbeutel auf die Fenster des Büros geworfen, die seitdem völlig verschmutzt sind. In der Nacht zum 18.12.2002 wurden die Eingangstür und die Außenwände des Büros mit schwarzer Farbe und den Initialen eines »Autonomen Widerstandes Angermünde« beschmiert. In der Nacht zum 19.12.2002 wurde das Auto eines Vereinsmitgliedes mit einem Davidsstern und dem Wort »Jude«, groß, mit der gleichen schwarzen Farbe auf der Kühlerhaube beschmiert. Wie am Tag zuvor hinterließen die Täter ein mit Computer geschriebenes Blatt mit dem Text: »Wir kriegen euch alle! Autonomer Widerstand Angermünde.«</p>
<p>Alle Angriffe wurden angezeigt, den Geschädigten wurden jedoch noch keine Auskünfte über den Stand der Ermittlungen erteilt.</p>
<p>Der Vermieter der Büroräume, die »MIB Baugesellschaft« in Angermünde, nahm die offensichtlich rechtsextrem motivierten Anschläge zum Anlass, den Mietvertrag zum Ende des Jahres zu kündigen. Rechtsextremisten haben sich im Internet schon erfreut geäußert. Mit der Kündigung wurde das erklärte Ziel des in der Region aktiven »Märkischen Heimatschutzes«, den antifaschistisch engagierten Verein zu vertreiben, verwirklicht.</p>
<p>Der Verein »Opferperspektive« ruft die politisch Verantwortlichen und alle Bürger Angermündes auf, dem Verein »Pfeffer und Salz« beizustehen und ihm bei der Suche nach neuen Büroräumen zu unterstützen. Zu wünschen wäre weiterhin eine effektive und für die Geschädigten transparente Ermittlungstätigkeit der Polizei.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/rechtsextreme-anschlagsserie-auf-verein-pfeffer-und-salz-in-angermuende">Rechtsextreme Anschlagsserie auf Verein »Pfeffer und Salz« in Angermünde</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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