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	<title>Farid Guendoul - Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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		<title>Guben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 May 2018 15:10:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Nacht vom 24. auf den 25. Mai verschafft sich ein Rechter Zutritt zu einer Geflüchtetenunterkunft und reißt Personen aus dem Schlaf, indem er angibt Security zu sein und vorgibt eine Kontrolle zu machen. Im späteren Verlauf wird eine Gruppe von drei Heranwachsenden syrischer Herkunft vor der Unterkunft, unter Anwesenheit der mittlerweile eingetroffenen Polizei, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Nacht vom 24. auf den 25. Mai verschafft sich ein Rechter Zutritt zu einer Geflüchtetenunterkunft und reißt Personen aus dem Schlaf, indem er angibt Security zu sein und vorgibt eine Kontrolle zu machen. Im späteren Verlauf wird eine Gruppe von drei Heranwachsenden syrischer Herkunft vor der Unterkunft, unter Anwesenheit der mittlerweile eingetroffenen Polizei, durch die gleiche Person angegangen. Der Rechte schlägt zwei von ihnen mit der Faust.<br />
Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um den Rädelsführer der sogenannten Hetzjagd von Guben vom 13. Februar 1999, bei welcher der damals 28-jährige Farid Guendoul in den Tod getrieben wurde.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/guben-26">Guben</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Ausstellung zum 15. Todestag von Farid Guendoul</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/ausstellung-zum-15-todestag-von-farid-guendoul</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Feb 2014 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
		<category><![CDATA[Todesopfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 13. Februar 2014 öffnet in der Berliner Galerie "Werkraum Bild und Sinn" eine Ausstellung zum 15. Todestag von Farid Guendoul mit dem Titel: <strong>"Wenn der so bekloppt ist und durch die Scheibe läuft..." Guben 15 Jahre nach der tödlichen Hetzjagd auf Farid Guendoul</strong></p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/ausstellung-zum-15-todestag-von-farid-guendoul">Ausstellung zum 15. Todestag von Farid Guendoul</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p>Der Algerier Farid Guendoul starb 1999 im brandenburgischen Guben auf der Flucht vor einer Gruppe rechter Jugendlicher, die ihn und seine beiden Begleiter jagten.<br>
Die Ausstellung pr&auml;sentiert eine audio-visuelle Erinnerungsinstallation, die die Februarnacht 1999 vor aktuellen Fotografien damaliger Ereignisorte erz&auml;hlt. Sie bildet den Abschluss des Projektes RE:GUBEN, das sich ein Jahr lang dem Umgang mit dem Gedenken an die Todesopfer rechter Gewalt und der Erinnerung an Farid Guendoul in Guben gewidmet hat.</p><p>13. Februar, 19 Uhr (Vernissage) bis 13. M&auml;rz 2014 (Finissage)</p><p>Werkraum Bild und Sinn, Bergmannstra&szlig;e 59, 10961 Berlin (in der Weinbar Peccato DiVino)<br>
&Ouml;ffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag ab 16 Uhr; Bildprojektion auf Anfrage, Eintritt frei</p><p><a href="http://www.werkraumbildundsinn.de/">www.werkraumbildundsinn.de/</a><br>
<a href="http://www.re-guben.de/">www.re-guben.de/</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/ausstellung-zum-15-todestag-von-farid-guendoul">Ausstellung zum 15. Todestag von Farid Guendoul</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>In den Tod getrieben</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/in-den-tod-getrieben</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Parolen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ereignisse des 13. Februar 1999</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind die Abendstunden des 12. Februar 1999. Ein Freitagabend wie jeder andere – noch. Einige Stunden später macht sich eine Gruppe rechter Gubener im Alter zwischen 17 und 21 Jahren auf die Jagd nach einem Schwarzen. Er soll einen ihrer Freunde, den stadtbekannten Neonazi Ronny P., bei einer Auseinandersetzung vor der Diskothek Danceclub verletzt haben. In Wahrheit war es zu einer von jungen Rechten provozierten Auseinandersetzung gekommen, bei der Ronny P. einen Schlag ins Gesicht erhielt. Aufgeputscht mit Alkohol und Musik der Nazi-Band »Landser«, laden sie Pflastersteine in ihre Autos und machen sich auf die Suche nach dem »N-Wort«, der ihren Kumpel »mit der Machete aufgeschlitzt« haben soll.</p>
<p>Unterwegs beschimpfen und bedrohen die rechten Jugendlichen unbeteiligte Passanten. In der Nähe der Diskothek in der Obersprucke stoßen sie auf drei BiPoC. Die Wagen bremsen scharf, die Meute springt heraus und stürzt sich auf die erschrockenen Geflüchteten. Diese laufen panisch zurück in Richtung Disco. Ihre Verfolger springen wieder in die Autos und schneiden ihnen den Weg ab. Der 28-jährige Farid Guendoul und Issaka K. rennen los in Richtung eines Häuserblocks, Khaled B. flieht in Richtung eines Parkplatzes.</p>
<h2>Todesangst</h2>
<p>Auch die Angreifer teilen sich auf und rennen hinter ihren Opfern her. Khaled B. wird auf dem Parkplatz niedergeschlagen und getreten, er fällt mit dem Kopf gegen ein Auto und wird bewusstlos. Die Täter lassen von ihm ab, weil sie denken, er sei tot. Farid Guendoul und Issaka K. erreichen keuchend und in Todesangst die Eingangstür der Hugo-Jentzsch-Straße 14. Farid Guendoul tritt in seiner Panik die gläserne Eingangstür des Plattenbauaufgangs ein. Die Scherben reißen die rechte Knieschlagader auf. Nach wenigen Minuten ist der junge Mann verblutet.</p>
<p>Die Nachricht von der Hetzjagd macht schnell die Runde. Am nächsten Tag findet eine Mahnwache am Tatort statt, an der hochrangige Vertreter der Landesregierung teilnehmen. Die »Antifa Guben« demonstriert. Insgesamt 500 Menschen nehmen an den beiden Veranstaltungen teil. Es folgen Trauer- und Gedenkfeiern sowie Benefizkonzerte.</p>
<p>Nach einer ersten Phase der Betroffenheit wollen viele Gubener bald wieder zur Tagesordnung übergehen. Zwei Wochen nach der Tat, berichtet der damalige Bürgermeister Gottfried Hain, habe er Schmähbriefe ohne Absender erhalten. Ob denn eine Mahnwache nicht genügt hätte und er sich nicht lieber um seine Arbeit kümmern wolle? Die Ereignisse würden doch nur von den Medien aufgebauscht – so der Tenor. Doch es bleibt nicht bei Worten: Bereits zwei Tage nach der Tat werden am Tatort Hakenkreuze und rechte Parolen gesprüht.</p>
<p><em>Martin Beck</em></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/in-den-tod-getrieben">In den Tod getrieben</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Es ist wichtig, die Geschichte zu erzählen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Pfarrer Michael Domke</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/es-ist-wichtig-die-geschichte-zu-erzaehlen">Es ist wichtig, die Geschichte zu erzählen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wann haben Sie vom Tod Farid Guendouls erfahren?</strong></p>
<p>Ich habe davon auf dem Rückweg vom Winterurlaub im Radio gehört. Dass so etwas in unserer Nähe passiert, das war mir ein schrecklicher Gedanke.</p>
<p><strong>Wie waren Ihre ersten Reaktionen?</strong></p>
<p>Zusammen mit meiner Frau habe ich ein Plakat gemalt, auf dem Stand »Wer Fremde jagt als Mensch versagt«. Damit waren wir am nächsten Tag bei der Mahnwache, an der auch Ministerpräsident Stolpe und andere teilnahmen. Einen Tag später, am Montag, bin ich dann mit Schülern der 2. und 3. Klasse im Religionsunterricht zum Tatort gegangen. Die Schüler haben anschließend an die Freunde von Farid Guendoul im Asylbewerberheim einen Brief geschrieben.</p>
<p><strong>Wie kann man Ihrer Meinung nach angemessen auf eine solche Tat reagieren?</strong></p>
<p>Als der Gedenkstein für Farid Guendoul geschändet wurde, fand sich eine Initiative, die gesagt hat, wir müssen Gesicht zeigen, wir pflegen den Stein. Seitdem ist es ruhig geworden. Der hinter dieser Initiative stehende Grundgedanke, dass sich Menschen finden müssen, die sagen, wir stehen für dieses Gedenken, teile ich uneingeschränkt. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass Menschen sagen, das lassen wir uns nicht gefallen – ähnlich wie bei der Schändung des jüdischen Friedhofs im Jahr 2000, nach der am nächsten Tag 30 Menschen vor Ort waren und die Schäden beseitigt haben.</p>
<p><strong>Wie ist der Umgang heute mit den Ereignissen vor zehn Jahren in Guben?</strong></p>
<p>Der Tod von Farid Guendoul ist kein Gesprächsthema. Der Erfolg der NPD bei den Kommunalwahlen, aber auch Aufkleber und Plakate im Stadtbild zeigen deutlich, dass Neonazis in Guben immer noch aktiv sind – vor allem oben im Neubaugebiet. Und natürlich gibt es die Menschen, die der Meinung sind, wir dürfen darüber nicht immer reden, dadurch würde das Bild von Guben beschädigt. Dabei könnte sich Guben genau umgekehrt hervortun und sagen, wir sind für eine bunte Vielfalt und gegen braune Einfalt.</p>
<p><strong>Was wünschen Sie sich für die Zukunft?</strong></p>
<p>Es gibt einen Konsens über Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg in dieser Sache, es gibt Menschen, die wachsam sind. Es ist ermutigend, dass man jetzt zu dem Gedenken das ganze Jahr über Veranstaltungen machen will, um damit vor allem die Jugendlichen zu erreichen, die damals noch Kinder waren und davon eigentlich nichts wissen. Da sie besonders im Visier der Nazipropaganda stehen, ist es besonders wichtig, ihnen die Geschichte zu erzählen und sie über die Ziele der Neonazis aufzuklären.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/es-ist-wichtig-die-geschichte-zu-erzaehlen">Es ist wichtig, die Geschichte zu erzählen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Schock hört nicht auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Milde Strafen für eine entsetzliche Tat</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>21 Monate nach dem Tod von Farid Guendoul verkündete die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Cottbus am 13. November 2000 ihr Urteil. In den 17 Monaten, die der Prozess gedauert hatte, waren die Umstände des Verbrechens, das zum Teil fragwürdige Verhalten der Polizei sowie das Verhalten der Opfer mitunter peinvoll erörtert worden. Die Angeklagten, die sich an der Hetzjagd direkt beteiligt hatten, wurden wegen fahrlässiger Tötung von Farid Guendoul und gefährlicher Körperverletzung von Khaled B. schuldig gesprochen. Drei Heranwachsende erhielten Haftstrafen von zwei Jahren, sechs wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt und zwei weitere Angeklagte lediglich verwarnt.</p>
<p>Das Verfahren sorgte bundesweit für Aufsehen. Der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sprach mit Blick auf den Prozess davon, dass »der Rechtsstaat nicht mit rechtsextremistischen Taten fertig wird«. In die Kritik geraten waren im Laufe des Verfahrens vor allem die zeitweise über 22 Verteidiger, unter ihnen auch rechtsextreme Anwälte wie das NPD-Mitglied Wolfram Nahrath. Die Verteidigung hatte unter anderem mit rund 45 Befangenheitsanträgen das Verfahren in die Länge gezogen. Fast alle Anwälte behaupteten vor Gericht, ihre Mandanten seinen keine »rechte Schläger«: Man dürfe sich von ihrem Äußeren nicht täuschen lassen, so die Verteidiger, obwohl einige der Angeklagten ihre Schädel kahl rasiert hatten und Springerstiefel trugen – selbst im Gericht.</p>
<h2> Alle Angeklagten tragen Schuld</h2>
<p>Auf die Revisionen der Nebenkläger und einiger Angeklagter änderte der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes am 9. Oktober 2002 unter Vorsitz der heutigen Generalbundesanwältin Monika Harms die Schuldsprüche der Hauptangeklagten auf versuchte Körperverletzung mit Todesfolge. Der Haupttäter Alexander Bode erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren. Auch stellte das Gericht fest, dass alle aktiv an der Verfolgung beteiligten Angeklagten das gleiche Maß an Verantwortung trügen. Das Strafmaß wurde nicht geändert.</p>
<p>Die Brüder von Farid Guendoul zeigten sich nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs bedrückt und enttäuscht. Malik und Kamel Guendoul berichteten, dass die Eltern der Familie seit dem Tod des Sohnes wie gelähmt seien. »Der Schock hört nicht auf«, sagte Malik Guendoul leise. </p>
<p><em>Martin Beck</em></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/der-schock-hoert-nicht-auf">Der Schock hört nicht auf</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Auf der Seite der Opfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Opferperspektive und die Hetzjagd in Guben</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/auf-der-seite-der-opfer">Auf der Seite der Opfer</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die »Opferperspektive« war 1999 eine ehrenamtliche Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hatte, Opfer rechter Gewalt in Brandenburg mit dem, was sie erlebt haben, nicht allein zu lassen. Die Initiative wollte sie unterstützen und ihnen eine Stimme geben. Die »Opferperspektive« nahm gemeinsam mit der »Anlaufstelle für Opfer rechtsextremer Gewalt« aus Cottbus direkt nach den Ereignissen vom 13. Februar 1999 Kontakt zu den Betroffenen auf. Die Überlebenden zu unterstützen, hieß auch, das Geschehen aus der Sicht der Opfer zu beschreiben, ungeschminkt, ohne Rücksicht auf das Ansehen einer Stadt, die sich selbst als Opfer der Medien fühlte.</p>
<p>Monate später, im Gerichtssaal, saßen die Überlebenden den elf jungen Männern gegenüber, die sie in der Nacht mit rassistischen Parolen durch die Stadt gehetzt hatten. Die »Opferperspektive«‚ sorgte dafür, dass sie juristisch vertreten wurden. Trotzdem war ihre Belastung enorm. Im Angesicht der Täter als Zeugen aussagen zu müssen, lies die Ereignisse der Tatnacht wieder lebendig werden. Einer der beiden Zeugen brach vor seiner Aussage zusammen.</p>
<p>Nach monatelangen Ringen vor Gericht war das Urteil für die Opfer und ihre Angehörigen ein Schock. Das Entsetzen über das Urteil des Landgerichts führte zu einer beeindruckenden Spendenbereitschaft von Menschen aus ganz Deutschland, darunter auch vielen aus Guben und Umgebung. Mit den Spenden konnten die Kosten für die Revision gedeckt werden. Das restliche Geld wurde der Familie von Farid Guendoul übergeben.</p>
<h2> Die Folgen bleiben ein Leben lang</h2>
<p>Doch kein Gerichtsurteil und kein Geld können die seelischen Wunden der Überlebenden und Hinterbliebenen heilen. Die Todesangst, die Ereignisse der Nacht begleiten die Opfer ihr Leben lang.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/auf-der-seite-der-opfer">Auf der Seite der Opfer</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Spurensuche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Guben zehn Jahren nach dem Tod von Farid Guendoul</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/spurensuche">Spurensuche</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zehn Jahre sind seit dem Tod von Farid Guendoul vergangen. Welchen Platz hat dieser »Schlag«, wie Pfarrer Michael Domke die Geschehnisse nennt, im Gedächtnis Gubens. Wie ist die Lausitzstadt damit fertig geworden? Überwiegt heute immer noch die Meinung, es habe sich um einen »tragischen Unfall« gehandelt, wenn es um die Hetzjagd geht, der in der Nacht zum 13. Februar 1999 der 28-jährigen algerischen Asylbewerbers Farid Guendoul zum Opfer gefallen ist? Eine Spurensuche.</p>
<p>Sie beginnt in der Nähe des damaligen Tatorts, am Gedenkstein für Farid Guendoul. Der Stein war von der »Antifa Guben« errichtet und immer wieder, zum Teil von den Angeklagten, die den Algerier in den Tod getrieben haben, im laufenden Verfahren selbst, beschädigt und geschändet worden. Es folgte eine öffentliche Auseinandersetzung darüber, ob der Stein erhalten bleiben, verlegt oder gar offiziell zum Gedenkstein erklärt werden sollte. Er habe damals, so erinnert sich Ex-Bürgermeister Gottfried Hain, der wert darauf legt, vom »Unfall«-Opfer Farid Guendoul zu sprechen, gesagt: »Wenn es ein Stein der Behörden ist, kann er weg. Wenn es ein Stein der Bürger wird, soll er bleiben.«</p>
<h2>Der Streit um den Gedenkstein</h2>
<p>Weil sich Bürger ihm annahmen, steht der Gedenkstein heute noch. Auf Initiative des Berliner Theaterregisseurs Peter Krüger, der im Mai 2000 mit der Inszenierung des jüdischen Stücks »Der Dibbuk« ein Zeichen gegen rechte Gewalt in Guben setzen wollte, fanden sich Menschen aus der Kirche, der Gewerkschaft, vom »Internationalen Jugendverein Guben-Gubin« und von der PDS zusammen und entwickelten ein Patenschaftssystem, wo im Wochenwechsel Einzelne und Gruppen die Pflege des Steins organisierten. Diese Initiative ist inzwischen eingeschlafen. In jenen Tagen sorgte sie allerdings dafür, dass der andauernden Verhöhnung des Opfers durch Neonazis – die Gedenkplatte war entwendet und zertrümmert, Blumen zertrampelt, auf den Stein uriniert, die Inschrift zugesprüht und Aufkleber angebracht worden – die Spitze genommen wurde.</p>
<p>Der Gedenkstein ist inzwischen der einzige sichtbare Ort, der noch an die Geschehnisse vor zehn Jahren erinnert. Der Tatort, Hauseingang Hugo-Jentzsch-Str. 14, ist verschwunden. An seiner Stelle gibt es den Park am Kletterfelsen. Dort, abseits zwischen Parkplätzen und der Bundesstraße, liegt der Stein mit der Inschrift: »Mahnmal gegen Rassismus, gegen Gewalt, gegen Fremdenfeindlichkeit. Die Würde des Menschen ist unantastbar«. Im Schnee ist deutlich zu sehen, dass er Unverbesserlichen offenbar als Urinal dient, immer noch. Zwei Fußabdrücke und gelber Schnee rund um die Gedenkplatte, – dagegen wird man vermutlich nie etwas ausrichten können. Für die Gubener Studentin der Nahost-Wissenschaften, Franziska Keller, ist auch das sinnbildlich: »Der Stein ist schutzlos, aber genauso war Farid schutzlos und keiner hat ihm geholfen.« Franziska Keller, damals bei der Antifa und im Internationalen Jugendverein und heute Brandenburger Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, der sich die Geschehnisse von damals schmerzhaft ins Gedächtnis gebrannt haben, ist nicht mehr oft in ihrer Heimatstadt, der sie »Beratungsresistenz« attestiert.</p>
<p>Wenn man hört, was Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) zum Fall Farid Guendouls zu sagen hat, wird nachvollziehbar, was sie damit meint. Das Stadtoberhaupt wiederholt ungebrochen, was damals an Bemerkungen über Farid Guendoul zu hören war: »Was haben die Damen und Herren, also die beiden Algerier, was haben die dort gemacht, zu einer Zeit, wo sie eigentlich schon woanders hätten sein müssen?« Und er geht noch weiter, wenn er letztlich die Version der Täter wiederholt: »Warum reagieren die so, mal ganz unabhängig von der Gedankenwelt dieser Jugendlichen, was ist da im Vorfeld konkret passiert? Dass da Provokationen stattfanden, ist ja herauslesbar.« Er springt auf und holt von seinem Schreibtisch die Prozessakte, um die Stelle aus dem Urteil des Cottbusser Landgerichts herauszusuchen, in der den Tätern Fahrlässigkeit vorgeworfen, aber keine Absicht, schon gar keine Tötungsabsicht unterstellt wird.</p>
<h3>Wer hat schuld?</h3>
<p>Dass der Bundesgerichtshof im Revisionsverfahren im Oktober 2002 nicht nur das Strafmaß bestätigte und eine Fahrlässigkeit verneinte, sondern die Tat als »versuchte Körperverletzung mit Todesfolge« bewertete, für die selbst diejenigen Angeklagten verantwortlich gewesen seien, die im Auto warteten, hat in Hübners Sicht keinen Platz. Dem, neben dem sterbenden Farid Guendoul und dem zu Boden geprügelten Khaled B., dritten Gejagten, Issaka K., wirft Hübner gar Versagen vor: »Die Tür war offen, da hätte keiner durch die Tür gehen müssen. Und warum hat die Notfallversorgung nicht funktioniert, wer hat denn alles versagt in der Richtung, warum ist der Kollege, der mit war mit dem Herrn, warum hat der nicht geholfen?« Blendet nicht, wer so spricht, die panische Todesangst des Toten und der anderen Opfer aus, die selbst das Landgericht Cottbus festgestellt und der Bundesgerichtshof nochmals unterstrichen hat?</p>
<h3>Fehlgeleitete Verpflichtung</h3>
<p>Dass eine Gruppe mit Hass-Musik aufgeputschter Jungrechter, die alkoholisiert und gewaltbereit durch die Straßen Gubens fuhren, verschiedene »alternative« und »dunkelhäutige« Menschen aggressiv anpöbelten, die Schaufenster eines Asia-Ladens einwarfen und sich auf die Suche nach einem »N-Wort« machten, dass alles taucht in der Erzählung Hübners nicht auf. Auch nicht, dass sie dabei eine Kneipe belagerten und die völlig überforderte Polizei bis zur Wache in der Berliner Straße verfolgten und bedrängten. Wohl aber die ominöse, frei erfundene »Machete« und die Provokation gegenüber einem »deutschen« Jugendlichen in der Disco Danceclub, die von eben diesem Schwarzen gekommen sei.</p>
<p>Hübner will bis heute – zehn Jahre später – nachvollziehbar erscheinen lassen, dass diese Horde sich als Hilfssheriffs auf die Suche nach dem »Täter« gemacht haben soll. Von der damaligen pogromartigen Stimmung gegen Ausländer und Asylsuchende in ganz Deutschland ist bei ihm keine Rede: Letztlich waren diese »Damen und Herren«, wie der Bürgermeister sie nennt, die nicht pünktlich in ihr Lager zurückgekehrt sind, selber schuld. Für ihn heißt das Opfer Guben: »Was mich dabei am meisten berührt, ist, dass man heute, zehn Jahre danach, noch dieses Treppenhaus zeigt und Guben in Verbindung bringt mit dem Thema rechts.«</p>
<h3>Sich der Verantwortung stellen</h3>
<p>Es gibt Menschen in der Stadt, die verdrehen die Augen, wenn die Sprache auf Hübner kommt. So auch Kerstin und Frank Nedoma. Die Fraktionschefin der LINKEN in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) hat damals schon deutliche Worte gefunden, wenn es um die Hetzjagd, den Gedenkstein und den Umgang Gubens mit dem Thema rechte Gewalt ging. Sie erinnert sich noch gut an die Diskussionen um den Gedenkstein in der SVV, bei der mit nur einer Stimme Mehrheit, der Erhalt an Ort und Stelle gesichert werden konnte. Kerstin Nedoma beklagt bis heute, dass alle Bemühungen, Konsequenzen aus der Gewalttat von Obersprucke zu ziehen, im Sande verlaufen sind: »Die anderen Fraktionen waren nicht bereit, da richtig mitzuarbeiten, es ist ja dann auch ein Handlungskonzept erstellt worden, es ist Papier beschrieben worden, aber es ist nichts verwirklicht worden.«</p>
<p>Auch daran, dass nach dem ersten Schreck und einer bewegenden, spontanen Demonstration im Beisein des damaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe damit begonnen wurde, sich »einzumauern«, erinnert sich Nedoma. Eine Wagenburg-Mentalität machte sich breit, welche alles Schlechte von außen eindringen sah, Reporter, Neonazis, Antifa-Leute, Ausländer, einfach alles. Und wer diese Wagenburg, wie sie, infrage stellte, sei schnell als Nestbeschmutzer empfunden worden. »Dieses Einmauern hat natürlich auch damit zu tun, dass politische Entscheidungsträger, und dazu zähle ich auch die überwiegende Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung, nicht bereit waren, sich offensiv damit auseinanderzusetzen«, so ihre Bilanz heute.</p>
<p><em>Friedrich C. Burschel</em></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/spurensuche">Spurensuche</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die NPD spricht bis heute von einem »Unfall«</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/die-npd-spricht-bis-heute-von-einem-unfall</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Partei der Menschenjäger hat einen Sitz im Stadtparlament</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die NPD trat bei den brandenburgischen Kommunalwahlen im vergangenen September beinahe flächendeckend an und gewann reichlich Mandate. Auch in Guben stellte sie eine ganze Reihe von Kandidaten auf. Auf Platz zwei der NPD-Liste kandidierte Alexander Bode, der Haupttäter der Hetzjagd von Guben, der sich auch für den Kreistag Spree-Neiße zur Wahl stellte.</p>
<h2> NPD verhöhnt die Opfer</h2>
<p>Als Einziger der elf Angeklagten kam Bode nicht mit einer Bewährungsstrafe davon. Zwei Jahre saß er im Jugendgefängnis. Bode, der den Slogan »White Power« (»weiße Macht«) auf dem Oberarm tätowiert hat, wurde noch während des Prozesses wieder auffällig – er war mit dabei, als der Gedenkstein für Farid Guendoul geschändet wurde. 2002 wurde erneut gegen ihn ermittelt. Diesmal Mal soll er einen Mann mit einer Schreckschusspistole im Gesicht verletzt haben. Selbst während des Kommunalwahlkampfes ermittelte die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen Bode, weil er im September des Vorjahres einen anderen Mann geschlagen haben soll.</p>
<p>In ihren öffentlichen Erklärungen fordert die NPD immer wieder »wesentlich höhere Strafen für Gewaltdelikte«. Dass der NPD-Kandidat Alexander Bode ein prominenter gewalttätiger Neonazi ist, ist jedoch für die NPD kein Grund, sich öffentlich von ihm zu distanzieren. Ganz im Gegenteil, sie stellt sich schützend vor ihn und präsentiert eine ganz eigene Sicht auf die Ereignisse am 13. Februar 1999.</p>
<p>Für sie ist die Hetzjagd nichts weiter als eine »Klamotte«, um der NPD zu schaden. Damals wären lediglich – so die NPD-Version in Kurzfassung – »deutsche Jugendliche von Ausländern provoziert« und einer dieser Jugendlichen dann verletzt worden. Zufällig bemerkten die »Jugendlichen« später »Ausländer« in der Stadt, die sie für die Provokateure hielten und die sie ohne Böses im Sinn »stellen« wollten. Völlig unmotiviert rannten die »Ausländer« davon, wobei einer von ihnen versuchte, »in einen Hausflur einzudringen« und sich dabei tödlich verletzte. Eine Hetzjagd habe es nie gegeben. Das Ganze sei ein »Unfall« gewesen, bei der ein »in Guben als Drogendealer bekannter« Algerier ums Leben gekommen sei.</p>
<p>Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie viele Menschen den Lügen und Verdrehungen der NPD bezüglich der Hetzjagd von Guben Glauben schenken. So empörend sie sind, so geschickt sind sie formuliert, denn sie sind angelehnt an Versionen des Geschehenen, die in den Wochen nach der Tat an Gubener Stammtischen kursierten.</p>
<h3> 359 Stimmen für einen militanten Rassisten</h3>
<p>Immerhin weiß man, wie die NPD bei den Kommunalwahlen abschnitt. In Guben kam sie auf 4,26 Prozent, das sind insgesamt 1.094 Stimmen. Seitdem sitzt der Tischler Marco Neuling für die Neonazipartei in der Gubener Stadtverordnetenversammlung. Für Alexander Bode hat es trotz der 359 Stimmen nicht für einen Sitz im Stadtparlament gereicht. 359 Stimmen für einen militanten Rassisten wie Bode – ist das viel oder wenig? </p>
<p><em>Christoph Schulze</em></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/die-npd-spricht-bis-heute-von-einem-unfall">Die NPD spricht bis heute von einem »Unfall«</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Nicht wegschauen</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/nicht-wegschauen</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Peter Stephan, Initiative Jahr der Mahnung</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/nicht-wegschauen">Nicht wegschauen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was bewegt Sie ganz persönlich dazu, sich in der Initiative Jahr der Mahnung zu engagieren?</strong></p>
<p>Es entspricht meiner Grundeinstellung. Dass ein Mensch in den Tod gehetzt wird, kann ich nicht akzeptieren. Am Tag der Hetzjagd war ich zwar selbst nicht in Guben, aber als dann darüber diskutiert wurde, ob der Gedenkstein ins Rathaus verlegt werden soll, habe ich mich eingemischt. Der Gedenkstein gehört in die Obersprucke, er soll ja zum Nachdenken anregen. Zum Nachdenken anregen und sich dem stellen, was vor zehn Jahren in unserer Stadt passiert ist, dazu will ich auch jetzt beitragen.</p>
<p><strong>Hat Guben Ihrer Meinung nach zu einem angemessenen Umgang mit dem Tod von Farid Guendoul gefunden?</strong></p>
<p>Nein, eigentlich nicht. Es gibt die Leute, die – aus ihrer humanistischen Grundhaltung oder ihrem antifaschistischen Verständnis – heraus, klar Stellung beziehen und für die im Vordergrund die menschenverachtende Haltung steht, die sich in der Hetzjagd ausgedrückt hat. Zehn Jahre später verhält sich die Mehrheit aber immer noch indifferent. Hier wollen wir mit unserer Initiative ansetzen. Im Mittelpunkt muss stehen, dass damals ein Mensch in den Tod gehetzt wurde, und nicht die Befürchtung, die Beschäftigung mit dem Thema würde den Ruf Gubens beschädigen.</p>
<p><strong>Wird die Initiative von der Stadt unterstützt? Fühlen Sie sich von ihr in Ihrem Anliegen ernst genommen?</strong></p>
<p>Dass Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Bereichen die Sache selbst in die Hand nehmen, ist ja im Grunde sehr gut. Zudem arbeiten in unserer Initiative zwei Vertreterinnen der Verwaltung mit. Beide sind unabhängig voneinander zu uns gekommen. Insofern fühlen wir uns von den Verwaltungsmitarbeitern ernst genommen. Mit den politischen Vertretern der Stadt sind Gespräche geführt worden. Auch sie wollen die Initiative unterstützen. Jetzt gilt es, dass jeder auch in seinem privaten Umfeld dieses Thema anspricht und die Menschen sensibilisiert.</p>
<p><strong>Was möchten Sie mit ihren Veranstaltungen, die sie für das Jahr planen, erreichen?</strong></p>
<p>Vor allem wollen wir damit die Menschen ermutigen, sich zu engagieren und nicht wegzuschauen.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/nicht-wegschauen">Nicht wegschauen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Aus dem Sinn?</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/aus-dem-sinn</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Angriff]]></category>
		<category><![CDATA[Brandanschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Guendoul]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Todesopfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Frage nach einer Kultur der Erinnerung für Opfer rechter Gewalt</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnert sich noch jemand an Jorge Gomondai? Er war eines der ersten Todesopfer rechter Gewalt nach der Wende in Ostdeutschland. Jährlich mahnt ein Gedenkweg kirchlicher und antirassistischer Gruppen in Dresden daran, dass der Mosambikaner am 31. März 1991 bei einem Zusammenstoß mit Skinheads aus einer fahrenden Straßenbahn fiel und wenig später starb. Dieser Gedenkweg ist leider eine Ausnahme: Für die meisten der Todesopfer rechter Gewalt gibt es weder ein öffentliches Gedenkzeichen noch eine Kultur der Erinnerung. Sie sind, wiewohl ihre Namen und die Umstände ihrer Todes bekannt sind, im Wortsinne vergessen.</p>
<h2>Umstrittenes Gedächtnis</h2>
<p>Wie Opfern rechter Gewalt öffentlich gedacht werden kann, ist immer wieder umstritten. Wie kann eine Erinnerungskultur aussehen? Zentral sind die Anerkennung des Charakters der Tat und der Respekt für das Opfer. Meist werden Respekt und Anerkennung nur jenen Opfern entgegengebracht, deren Eigenschaften und/oder Todesumstände eine positive Identifikation erlauben. Sie erlangen jenes öffentliche Mitleid, welches anderen verwehrt bleibt, weil man sich in ihre Lebensumstände nicht hinein zu versetzen vermag und deshalb mit Abwehr reagiert. Obdachlosen, Punks und vielen Migranten wird in vielen Fällen eine Kultur der Anerkennung verwehrt, obwohl sie die größten Opfergruppen bilden.</p>
<p>Wo sich Kommunalpolitiker schwer tun, Todesopfern rechter Gewalt Anerkennung zu zollen, setzt sich deren im Leben erfahrene Ausgrenzung und Missachtung über den Tod hinaus fort. Am Rand einer Kundgebung zum zehnten Todestag von Samuel Yeboah wurde in Saarlouis im Jahr 2001 eine Gedenktafel angebracht, um an das erste Todesopfer rassistischer Übergriffe in Westdeutschland nach der Wiedervereinigung zu erinnern. Der 26-Jährige kam bei einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim ums Leben. Nur wenige Stunden hing die Gedenktafel für den ermordeten Ghanaer, bis der Saarlouiser Oberbürgermeister sie entfernen ließ und Strafanzeige gegen den Anmelder der Kundgebung erstattete.</p>
<p>Aber auch dort, wo Gedenktafeln an die Opfer erinnern, werden sie – wie in Guben trotz der zeitweiligen Patenschaft für den Gedenkstein für Farid Guendoul immer wieder geschehen – entwendet, beschmiert und zerstört. Selbst Gräber sind nicht tabu. Mehrfach wurde in Magdeburg das Grab des von Neonazis getöteten Punks Frank Böttcher demoliert.</p>
<p>Die Angehörigen ließen den Grabstein schließlich entfernen. Sie konnten nicht mehr das Geld aufbringen, um die Schäden zu beseitigen. Dieses Beispiel zeigt: Neben der öffentlichen Schmähung und Provokation der Angehörigen erzielen die Täter durch ihre Untaten in Einzelfällen sogar das Verschwinden der öffentlichen Präsenz des Opfers. Auch das Verhalten des Saarlouiser Bürgermeisters hatte diesen Effekt.</p>
<p>Kann es eine Kultur der Erinnerung an Opfer rechter Gewalt geben, die nicht in Ritualen der jeweils eigenen Selbstvergewisserung erstarrt? Kranzniederlegungen und Ansprachen reichen jedenfalls nicht aus, wenn es um ein lebendiges Gedenken gehen soll. Davor schützen kann nur ein Gedenken, das an die Lebensumstände des Opfers zurückgebunden ist. Und das zugleich dazu dient, deutlich zu machen, vor welchen Herausforderungen die Gesellschaft durch rechtsextreme Gewalt steht.</p>
<h3>Umstrittenes Gedächtni</h3>
<p>16 Jahre nachdem Amadeu Antonio am 25. November 1990 in Eberswalde (Brandenburg) bei einem Angriff von 60 Rechtsextremisten auf eine Gruppe von Afrikanern mit Knüppeln ins Koma geprügelt wurde und elf Tage später starb, trafen sich über 150 Menschen aus Eberswalde und der Gemeinde Schorfheide. Einen ganzen Tag lang redeten sie darüber, wie sie Vorurteilen und Diskriminierungen entgegentreten können. Die Initiative hierzu kam von den drei Schulen aus der Region, die den Titel »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« tragen. Unter dem Motto »Light me Amadeu« finden seitdem Veranstaltungen, Konzerte und Aktionen zur Überwindung von Rassismus und Rechtsextremismus statt.</p>
<p>Mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht ist auch das langjährige Engagement gegen Rechtsextremismus am Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller im bayrischen Schwandorf. 1988 hatte ein 19-jähriger Neonazi in der Innenstadt ein Haus in Brand gesetzt, in dem überwiegend Türken wohnten. Vier Menschen verloren ihr Leben. Der Auszubildende war zu jener Zeit Schüler an jener Schule. »Seit dem damaligen schrecklichen Ereignis versuchen bei uns Lehrerinnen und Lehrer, ihren Schülerinnen und Schülern das menschenverachtende Potenzial einer Weltanschauung vor Augen zu führen, die keine Achtung vor der Würde des anderen besitzt und auch vor gemeinen Mord nicht zurückschreckt«, erklärten 2006 die Schülersprecherin Hasret Atas und der Lehrer Günter Kohl.</p>
<p>Wenn am 21. April 2009 das Gubener Pestalozzi-Gymnasium den Titel »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« erhält, ist das ein ermutigendes Zeichen.</p>
<p><em>David Begrich</em></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/aus-dem-sinn">Aus dem Sinn?</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Beratung für betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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