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	<title>Jahresbericht - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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		<title>Brandenburg 2023: Bedrohliche Demos, starke AfD und massive Gewalt</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/jahresrueckblick_2023_brandenburg</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2024 15:11:36 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p>Zuletzt erschienen bei <a href="https://www.belltower.news/brandenburg-2023-bedrohliche-demos-starke-afd-und-massive-gewalt-154977/" aria-label="brandenburg 2023 bedrohliche demos starke afd und massive gewalt 154977">Belltower News (11. Januar 2024)</a>.</p><p style="text-align: justify"><strong>Der Jahresr&uuml;ckblick 2023 f&auml;llt in Brandenburg d&uuml;ster aus. Die AfD scheint immer mehr Unterst&uuml;tzer*innen zu gewinnen. Das zeigt sich auch auf den Stra&szlig;en.</strong></p><p style="text-align: justify">Joschka Fr&ouml;schner, der beim Verein Opferperspektive Betroffene rechter Gewalt ber&auml;t, zieht eine ern&uuml;chternde Bilanz f&uuml;r das vergangene Jahr. Denn Worten folgen Taten: In Brandenburg kommt es regelm&auml;&szlig;ig zu &Uuml;bergriffen aus rechten Demos heraus, Gegendemonstrant*innen werden angegriffen. Vor allem nicht-wei&szlig;e Menschen werden wieder immer &ouml;fter Opfer massiver Gewalt.</p><p style="text-align: justify"><strong>Belltower.News: Was waren in Brandenburg die wichtigsten Ereignisse rechtsau&szlig;en 2023?</strong><br>
Das weitere Erstarken der AfD, mit immer h&ouml;heren Umfragewerten, die Pr&auml;senz, die sie auch in kleineren Orten entfaltet, ist aktuell pr&auml;gend f&uuml;r die Stimmung in Brandenburg. In einigen Landkreisen gab es im vergangenen Jahr Wahlen, bei denen Kandidat*innen der AfD in die Stichwahlen gekommen sind. Es gab B&uuml;rgermeister*innenwahlen mit aussichtsreichen AfD-Kandidaten, die es knapp nicht geschafft haben. Die Bedrohungssituation und die Gefahr f&uuml;r Leute, die sich gegen die AfD stellen, kann man vergleichen mit der bei NPD-Demonstrationen in der Vergangenheit oder bei solchen aus dem Kameradschaftsspektrum.</p><p style="text-align: justify"><strong>Als Beratungsstelle schaut die Opferperspektive in erster Linie auf konkrete Gewalttaten und unterst&uuml;tzt die Betroffenen. Gab es die im Zusammenhang mit der AfD auch?</strong><br>
Es kam am Rande von mehreren AfD-Kundgebungen zu &Uuml;bergriffen auf Gegendemonstrant*innen. <a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe/mittenwalde-2" aria-label="mittenwalde 2">Zum Beispiel in Mittenwalde im April</a>, dort wurde ein Gegendemonstrant niedergeschlagen, um ihm eine Fahne zu rauben. In Luckenwalde gab es im September eine sehr unangenehme Demonstration, wo Gegendemonstranten eine bedrohliche Stimmung beschrieben haben, die sie so schon lange nicht mehr erlebt h&auml;tten. Ein rechter Demonstrationsteilnehmer hat versucht, eine Demonstrantin mit einem Laserpointer zu blenden. Ein weiterer Rechter ist mit seinem Fahrrad in die Gegenkundgebung gefahren und hat eine teilnehmende Person geschlagen. Diese Kundgebungen sind ein Indikator daf&uuml;r, dass die AfD in Brandenburg ganz eindeutig eine extrem rechte Partei ist, die eine aggressiv k&auml;mpferische Anh&auml;ngerschaft um sich schart. Mit Sorge blicken wir jetzt schon auf die Situation in 2024, wenn Wahlen anstehen, denn das hei&szlig;t die Kundgebungen werden sich h&auml;ufen und die Situation wird sich zuspitzen.</p><p style="text-align: justify"><strong>Gibt es in der Brandenburger AfD noch Auseinandersetzungen zwischen vermeintlich gem&auml;&szlig;igten und radikalen Stimmen?</strong><br>
Es gibt zwar immer wieder interne Konflikte, aber die entz&uuml;nden sich nicht zwischen einer gem&auml;&szlig;igteren und einer extrem rechten Haltung, sondern das sind Grabenk&auml;mpfe innerhalb des extremen rechten Milieus, die da ausgefochten werden. Das wird schon am Personal deutlich. Christoph Berndt, der Fraktionsvorsitzende der Partei im Landtag, ist eng mit dem von ihm gegr&uuml;ndeten Verein &bdquo;Zukunft Heimat&rdquo; verkn&uuml;pft, der seit 2015 rassistische Demos veranstaltet und von Anfang an den Schulterschluss mit extremen rechten Kr&auml;ften, auch jenseits der AfD gesucht hat.</p><p style="text-align: justify"><strong>Wie macht sich der Einfluss der Partei abseits von Demonstrationen bemerkbar?</strong><br>
Wenn es Berichterstattung zu rechten Vorf&auml;llen oder rassistischen &Uuml;bergriffen gibt, ist die AfD immer wieder ein Sprachrohr f&uuml;r diejenigen, die T&auml;ter-Opfer-Umkehr betreiben und das Vorkommen von rassistischer Gewalt in Frage stellen. Beispielhaft wird das an Steffen Kotr&eacute; sichtbar, der &uuml;ber die Brandenburger Landesliste in den Bundestag gew&auml;hlt wurde und der immer wieder mit extrem rechten &Auml;u&szlig;erungen auff&auml;llt. <a href="https://www.belltower.news/rechtsextremer-alltag-in-brandenburg-149885/" aria-label="rechtsextremer alltag in brandenburg 149885">Als im Mai eine Sch&uuml;ler*innengruppe aus Berlin in seinem Wahlkreis Dahme -Spreewald von Rechten bedroht und angegriffen wurde</a>, war er einer von denen, die die Geschehnisse in Frage gestellt und gesagt haben, es sei vielleicht auch ganz anders gewesen. &Auml;hnliches haben wir als Beratungsstelle auch in vergleichbaren F&auml;llen erlebt, beispielsweise als in Lieberose, ebenfalls im Landkreis Dahme-Spreewald, <a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe/lieberose" aria-label="lieberose">eine bosnische Familie drangsaliert, angegriffen und zum Teil verletzt wurde</a>, sodass sie den Ort wieder verlassen haben. Auch da haben wir gemerkt, dass wir uns damit auseinandersetzen m&uuml;ssen, dass Erfahrungsberichte von Betroffenen immer st&auml;rker in Frage gestellt werden und dabei spielt die AfD eine wichtige Rolle.</p><p style="text-align: justify"><strong>Welche Themen waren 2023 sonst noch wichtig?</strong><br>
Sowohl politisch als auch beraterisch haben wir uns verst&auml;rkt mit Vorf&auml;llen in Schulen besch&auml;ftigt. Da gab es zum Beispiel in Burg im Spreewald einen offenen Brief, den Lehrer*innen verfasst haben, nachdem eine gr&ouml;&szlig;ere Gruppe von Sch&uuml;ler*innen durch extrem rechte Parolen aufgefallen ist, den Hitlergru&szlig; gezeigt haben und nicht-rechte Sch&uuml;ler*innen eingesch&uuml;chtert und bedroht hat. Gegen dieses Engagement der Lehrer*innen gab es massiven Widerstand. Unter anderem wurden im Ort rechtsextrem Sticker geklebt, die beiden Lehrer*innen sind im Alltag bedroht und angefeindet worden. Jean-Pascal Hohm, Vorsitzender der AfD in Cottbus hat diese Hetze gegen die beiden Lehrer*innen immer weiter befeuert und als die beiden am Ende deswegen die Schule verlassen haben, hat er das als erfolgreiches b&uuml;rgerschaftliches Engagement bezeichnet.</p><p style="text-align: justify"><strong>Wart ihr &uuml;berrascht von den Geschehnissen in Burg?</strong><br>
Zu Beginn der Berichterstattung &uuml;ber den Vorfall hie&szlig; es ja lediglich, dass es sich um eine Schule in S&uuml;d-Brandenburg handelt. Zu diesem Zeitpunkt sind viele Leute davon ausgegangen, dass ihre eigene Schule gemeint sein k&ouml;nnte. Das ist ein deutliches Zeichen, dass wir hier mitnichten von Einzelf&auml;llen sprechen, wenn es um rechte Umtriebe im Schulumfeld geht. Wir sind beraterisch in Schulen in ganz Brandenburg unterwegs und verzeichnen eine enorm hohe Zahl von Betroffenen. Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der angegriffen Kinder im Vergleich zum Vorjahr auf jeden Fall mehr als verdoppeln wird. Dabei geht es um Angriffe im schulischen Umfeld durch Gleichaltrige, aber auch um Angriffe von Erwachsenen auf Kinder. Das ist ein weiteres Zeichen von Enthemmung rechter und vor allem rassistischer Ideologie.</p><p style="text-align: justify"><strong>Gibt es auch noch andere Rechtsau&szlig;en-Akteure, au&szlig;er der AfD, die in Brandenburg aktiv sind?</strong><br>
Der &bdquo;III. Weg&rdquo; ist auf jeden Fall nach wie vor in Brandenburg relevant und hat auch versucht, an dieses Schulthema anzudocken und hierzu eigene Flyer produziert. Die Neonazis legen den Fokus aber eher auf interne Organisierung als auf &ouml;ffentlichkeitswirksame Aktion. Zum Beispiel im Raum M&auml;rkisch-Oderland bis ins Berliner Umland merkt man, dass sich da Kameradschaftsstrukturen wie die Kameradschaft MOL, die noch 2022 sehr auff&auml;llig war, mit dem &bdquo;III. Weg&rdquo; verbinden. Die NPD, jetzt die Heimat, ist in Brandenburg aktuell tats&auml;chlich nicht mehr relevant. Es kommt immer noch zu Gewalttaten aus diesem Milieu, aber der Gro&szlig;teil der rechten Gewalttaten wird nicht von Personen ver&uuml;bt, die eindeutig zu rechten Szenestrukturen geh&ouml;ren, sondern es sind h&auml;ufig Gelegenheitstaten.</p><p style="text-align: justify"><strong>Was ist aus den &bdquo;Querdenker*innen&rdquo; geworden?</strong><br>
In Frankfurt an der Oder ist nach wie vor eine Gruppe aus dem verschw&ouml;rungsideologischen Corona-Leugnungs-Spektrum aktiv und h&auml;lt weiterhin Demos ab: die &ldquo;Freigeister&rdquo;. Personen, die sich an einer Sitzblockade beteiligt haben, um einen dieser Aufm&auml;rsche zu blockieren, wurden k&ouml;rperlich angegriffen, und die &ldquo;Freigeister&rdquo; treten zum Teil auch an Schulen offensiv auf und versuchen dort ihr Material zu verteilen.</p><p style="text-align: justify"><strong>Gibt es einen besonderen ideologischen Fokus aktuell?</strong><br>
Ein zentraler Fokus rechter Ideologiebildung und Vernetzung zwischen unterschiedlichen Szenen ist LGBTQ*-Feindlichkeit und Antifeminismus im weiteren Sinne. Und das hat leider auch einen Einsch&uuml;chterungseffekt f&uuml;r die queere Community in Brandenburg. Im Vergleich zu den Vorjahren haben queerfeindliche &Uuml;bergriffe deutlich zugenommen.</p><p style="text-align: justify"><strong>Im Juni sind Kommunalwahlen in Brandenburg und im Herbst Landtagswahlen. Wie ist die Stimmung?</strong><br>
In der engagierten Zivilgesellschaft hat das Bedrohungsgef&uuml;hl zugenommen. Die AfD hat sich derma&szlig;en etabliert, dass Leute vor allem in den kleineren Orten und St&auml;dten gar nicht mehr wissen, wo die politischen Gegner*innen sind, weil sie einen umgeben und keine klare Abgrenzung mehr da ist. Verunsicherung ist aktuell weit verbreitet. Aber: An vielen Orten in Brandenburg gibt es Menschen, die sich Gedanken machen und &uuml;berlegen, was man gerade jetzt in diesem Wahljahr tun kann.</p><p style="text-align: justify">Ich komme nochmal auf Burg zur&uuml;ck, denn da hat es Bewegung gegeben. Die Lehrer*innen haben ein B&uuml;ndnis gegr&uuml;ndet, so ist das &bdquo;Netzwerk f&uuml;r mehr Demokratie an Schulen&ldquo; entstanden und f&uuml;r das Thema wurde Aufmerksamkeit hergestellt. Leute haben sich zusammengefunden, sich dazu ge&auml;u&szlig;ert und sich aus der Deckung gewagt und nicht geschwiegen. Das wiederum macht auch die Bedrohungslage deutlich: Denn diese Positionierungen f&uuml;hren zu Reaktionen von den Rechten. Ein Beispiel ist der <a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe/spremberg-28" aria-label="spremberg 28">Brandanschlag auf die Spremberger Kirchengemeinde im Juni 2023</a>. Sie hatte eine Regenbogenfahne am Geb&auml;ude befestigt, die mit einem Molotowcocktail in Brand gesetzt werden sollte. Der Anschlag ist zwar gescheitert, aber in dem Geb&auml;ude haben Leute geschlafen. Die Gefahr, dass Menschen sterben, war also durchaus gegeben. In dem Ort haben sich auch einige zu den Vorg&auml;ngen in Burg positioniert und Rechtsextremismus verurteilt. Wie geht man damit um? Sich zu engagieren kann bedeuten, dass man selber angegriffen und angefeindet wird.</p><p style="text-align: justify"><strong>Gab es 2023 neue Trends, die ihr beobachtet habt?</strong><br>
Sozialdarwinismus. Da gehen wir von einem gro&szlig;en Dunkelfeld aus, weil Zug&auml;nge f&uuml;r wohnungslose Menschen oder Menschen mit Suchterkrankungen schwer zu schaffen sind und die Betroffenengruppen h&auml;ufig nicht in Hilfe-Systeme eingebunden sind. Aber da haben wir 2023 einige F&auml;lle, die zum Teil mit massiver, Gewalt, Erniedrigung und &auml;hnlichem einhergehen. <a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe/prenzlau-89" aria-label="prenzlau 89">Mitte des Jahres wurde etwa ein wohnungsloser Mann in Prenzlau durch mehrere Jugendliche angegriffen</a>, die ihn nicht nur l&auml;nger drangsaliert, sondern die Tat auch noch gefilmt und ins Internet gestellt haben.</p><p style="text-align: justify">Und wir hatten 2023 einige rechte Gewalttaten mit sehr schweren Tatfolgen. Das waren rassistisch motivierte Taten im direkten Wohnumfeld, die nicht zuletzt dazu f&uuml;hren, dass die Betroffenen das Sicherheitsgef&uuml;hl verlieren. <a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe/wittstock-12" aria-label="wittstock 12">Zum Beispiel der Angriff auf einen jungen schwarzen Mann in Wittstock</a>, der schon seit langer Zeit von einer rechten Gruppe in seiner Nachbarschaft bedroht und drangsaliert wurde. Im Juni 2023 haben die ihn vom Fahrrad gerissen und mit einem Messer auf seinen Kopf eingestochen. Seither traut er sich kaum noch alleine auf die Stra&szlig;e. Oder die polnische Familie, die in einem Wohnblock in der Uckermark von der gesamten Nachbarschaft rassistisch gemobbt wird. Der Vater wurde, in Begleitung seines Sohnes, auf der Stra&szlig;e angegriffen. Die T&auml;ter haben ihm gegen den Kopf getreten, als er schon am Boden lag. Von den Folgen dieses Angriffs wird der Mann sich f&uuml;r den Rest seines Lebens nicht mehr erholen.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/jahresrueckblick_2023_brandenburg">Brandenburg 2023: Bedrohliche Demos, starke AfD und massive Gewalt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und   antisemitischer Gewalt fordern deutlich mehr  Budgets</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2016 16:52:42 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p><strong>&bdquo;Gewaltopfer haben ein Recht auf Beratung und Unterst&uuml;tzung&ldquo;</strong></p><p>Das Ausma&szlig; rechter und rassistischer Gewalt im Jahr 2016 ist dramatisch hoch. Nachdem bereits f&uuml;r das Jahr 2015 eine Verdoppelung rechtsmotivierter und insbesondere rassistischer Gewalttaten festgestellt werden musste, verweisen die aktuellen Zahlen der Bundesregierung auf einen erneuten massiven Anstieg, der das Ausma&szlig; des vergangenen Jahres noch &uuml;bertreffen wird. Die Bundesregierung geht derzeit vom h&ouml;chsten Stand seit Beginn der Z&auml;hlung politisch motivierter Kriminalit&auml;t im Jahr 2001 aus (Quelle: Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit der Bundesregierung). Die Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt best&auml;tigen diesen enormen Anstieg. Sie z&auml;hlten 2015 insgesamt 1747 Angriffe mit mindestens 2237 betroffenen Personen allein in den neuen Bundesl&auml;ndern, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Eine Trendwende f&uuml;r 2016 ist nicht absehbar. Damit einher geht seit Herbst 2014 eine stark gestiegene Nachfrage von Betroffenen nach professioneller Unterst&uuml;tzung und Beratung zur Bew&auml;ltigung der materiellen und immateriellen Tatfolgen.</p><p>In den vergangenen zwei Jahren versuchten die Beratungsstellen der stark gestiegenen Nachfrage mit gro&szlig;em Engagement und hohem pers&ouml;nlichem Einsatz gerecht zu werden. Nun ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Die gro&szlig;e Anzahl von Betroffenen und Beratungssuchenden ist f&uuml;r viele Beratungsstellen ohne zus&auml;tzliche Ressourcen nicht mehr zu bew&auml;ltigen. Die Beratungsstellen fordern daher eine Verdopplung ihres Budgets um auf den massiv gestiegenen Beratungsbedarf reagieren zu k&ouml;nnen. Die Landes- und bundesgef&ouml;rderten Beratungsstellen in Bayern, Hessen, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Th&uuml;ringen und Brandenburg mussten ihr Angebot bereits reduzieren. Ein aktives Zugehen auf Betroffene, Pr&auml;vention und lokale Intervention, die wesentliche Bestandteile der Opferberatung sind, k&ouml;nnen &uuml;berwiegend nicht mehr geleistet werden.</p><p>F&uuml;r ihre Arbeit erhalten die Landes- und bundesweit gef&ouml;rderten Beratungsstellen eine Finanzierung aus dem Bundesprogramm &bdquo;Demokratie Leben!&ldquo; und verschiedenen Landesprogrammen. Die Ausstattung ist je nach Bundesland unterschiedlich und nur in wenigen L&auml;ndern bedarfsgerecht. &bdquo;Als die Bundesregierung im M&auml;rz 2016 eine Verdoppelung des F&ouml;rderprogramms &bdquo;Demokratie Leben!&ldquo; f&uuml;r das kommende Jahr ank&uuml;ndigte war das f&uuml;r die Beratungsstellen eine sehr erleichternde Nachricht.&ldquo;, so Verbandssprecher Robert Kusche. &bdquo;Da die Erh&ouml;hung unter anderem mit der massiven Zunahme rechter und rassistischer Gewalttaten begr&uuml;ndet wurde, hoffen die Beratungsstellen auf deutlich mehr Budget, um wieder angemessen auf den starken Anstieg rechter und rassistischer Gewalt reagieren zu k&ouml;nnen. Es steht leider noch immer nicht fest, wie viel Geld von der Erh&ouml;hung in die vorhanden Strukturen der Opferberatungsstellen flie&szlig;en wird. Wir bef&uuml;rchten jedoch, dass die Erh&ouml;hung nicht dem tats&auml;chlichen Bedarf entspricht.&ldquo;</p><p>In der &bdquo;Strategie der Bundesregierung zur Extremismuspr&auml;vention und Demokratief&ouml;rderung&ldquo; wird festgestellt, dass &bdquo;im gesamten Bundesgebiet zum Thema Fl&uuml;chtlinge ein gestiegener Bedarf an mobiler Beratung und Opferberatung&ldquo; zu verzeichnen sei. &bdquo;Die Bundesregierung wird daher die Beratungsarbeit in diesem Bereich ausweiten und auf spezielle Anforderungen anpassen.&ldquo; Und auch die L&auml;nder haben in der &bdquo;gemeinsamen Erkl&auml;rung der Bundesministerin f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen, und Jugend und der f&uuml;r das Bundesprogramm &bdquo;Demokratie Leben!&ldquo; verantwortlichen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der L&auml;nder&ldquo; vom 19. Juli 2016 erkl&auml;rt, &bdquo;sich bedarfsorientiert gegen&uuml;ber dem Bundestag und den Landesparlamenten daf&uuml;r ein(zusetzen), die erfolgreichen Angebote der mobilen Beratung und der Opferberatung dauerhaft zu sichern und auszubauen.&ldquo;</p><p>Verbandssprecher Robert Kusche: &bdquo;Es ist gut und wichtig, dass die Politik klar Stellung bezieht gegen rechte und rassistische Gewalt. Nun m&uuml;ssen diesen Bekenntnissen auch konkrete Taten folgen die der Situation der vielen Betroffenen gerecht werden. Es darf nicht sein, dass es Deutschland nicht gelingt die Bev&ouml;lkerung vor rechten und rassistischen Angriffen zu sch&uuml;tzen, und dann auch noch die Betroffenen eines Angriffs im Stich gelassen werden. Gewaltopfer haben ein Recht auf Beratung und Unterst&uuml;tzung. Die Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt k&ouml;nnen dieses Recht aber nur dann gew&auml;hren, wenn die Bundes- und Landesf&ouml;rderung im kommenden Jahr deutlich gesteigert wird.&ldquo;</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Pressemitteilung des <a href="http://verband-brg.de/index.php/" aria-label="index">VBRG</a>, Bundesverband unabh&auml;ngiger Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland, vom 27.10.2016</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/beratungsstellen-fuer-betroffene-rechter-rassistischer-und-antisemitischer-gewalt-fordern-deutlich-mehr-budgets">Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und   antisemitischer Gewalt fordern deutlich mehr  Budgets</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt fordern deutlich mehr  Budgets</title>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p><strong>&bdquo;Gewaltopfer haben ein Recht auf Beratung und Unterst&uuml;tzung&ldquo;</strong><br>
Das Ausma&szlig; rechter und rassistischer Gewalt im Jahr 2016 ist dramatisch hoch. Nachdem bereits f&uuml;r das Jahr 2015 eine Verdoppelung rechtsmotivierter und insbesondere rassistischer Gewalttaten festgestellt werden musste, verweisen die aktuellen Zahlen der Bundesregierung auf einen erneuten massiven Anstieg, der das Ausma&szlig; des vergangenen Jahres noch &uuml;bertreffen wird. Die Bundesregierung geht derzeit vom h&ouml;chsten Stand seit Beginn der Z&auml;hlung politisch motivierter Kriminalit&auml;t im Jahr 2001 aus (Quelle: Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit der Bundesregierung). Die Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt best&auml;tigen diesen enormen Anstieg. Sie z&auml;hlten 2015 insgesamt 1747 Angriffe mit mindestens 2237 betroffenen Personen allein in den neuen Bundesl&auml;ndern, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Eine Trendwende f&uuml;r 2016 ist nicht absehbar. Damit einher geht seit Herbst 2014 eine stark gestiegene Nachfrage von Betroffenen nach professioneller Unterst&uuml;tzung und Beratung zur Bew&auml;ltigung der materiellen und immateriellen Tatfolgen.<br>
In den vergangenen zwei Jahren versuchten die Beratungsstellen der stark gestiegenen Nachfrage mit gro&szlig;em Engagement und hohem pers&ouml;nlichem Einsatz gerecht zu werden. Nun ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Die gro&szlig;e Anzahl von Betroffenen und Beratungssuchenden ist f&uuml;r viele Beratungsstellen ohne zus&auml;tzliche Ressourcen nicht mehr zu bew&auml;ltigen. Die Beratungsstellen fordern daher eine Verdopplung ihres Budgets um auf den massiv gestiegenen Beratungsbedarf reagieren zu k&ouml;nnen. Die Landes- und bundesgef&ouml;rderten Beratungsstellen in Bayern, Hessen, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Th&uuml;ringen und Brandenburg mussten ihr Angebot bereits reduzieren. Ein aktives Zugehen auf Betroffene, Pr&auml;vention und lokale Intervention, die wesentliche Bestandteile der Opferberatung sind, k&ouml;nnen &uuml;berwiegend nicht mehr geleistet werden.<br>
F&uuml;r ihre Arbeit erhalten die Landes- und bundesweit gef&ouml;rderten Beratungsstellen eine Finanzierung aus dem Bundesprogramm &bdquo;Demokratie Leben!&ldquo; und verschiedenen Landesprogrammen. Die Ausstattung ist je nach Bundesland unterschiedlich und nur in wenigen L&auml;ndern bedarfsgerecht. &bdquo;Als die Bundesregierung im M&auml;rz 2016 eine Verdoppelung des F&ouml;rderprogramms &bdquo;Demokratie Leben!&ldquo; f&uuml;r das kommende Jahr ank&uuml;ndigte war das f&uuml;r die Beratungsstellen eine sehr erleichternde Nachricht.&ldquo;, so Verbandssprecher Robert Kusche. &bdquo;Da die Erh&ouml;hung unter anderem mit der massiven Zunahme rechter und rassistischer Gewalttaten begr&uuml;ndet wurde, hoffen die Beratungsstellen auf deutlich mehr Budget, um wieder angemessen auf den starken Anstieg rechter und rassistischer Gewalt reagieren zu k&ouml;nnen. Es steht leider noch immer nicht fest, wie viel Geld von der Erh&ouml;hung in die vorhanden Strukturen der Opferberatungsstellen flie&szlig;en wird. Wir bef&uuml;rchten jedoch, dass die Erh&ouml;hung nicht dem tats&auml;chlichen Bedarf entspricht.&ldquo;<br>
In der &bdquo;Strategie der Bundesregierung zur Extremismuspr&auml;vention und Demokratief&ouml;rderung&ldquo; wird festgestellt, dass &bdquo;im gesamten Bundesgebiet zum Thema Fl&uuml;chtlinge ein gestiegener Bedarf an mobiler Beratung und Opferberatung&ldquo; zu verzeichnen sei. &bdquo;Die Bundesregierung wird daher die Beratungsarbeit in diesem Bereich ausweiten und auf spezielle Anforderungen anpassen.&ldquo; Und auch die L&auml;nder haben in der &bdquo;gemeinsamen Erkl&auml;rung der Bundesministerin f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen, und Jugend und der f&uuml;r das Bundesprogramm &bdquo;Demokratie Leben!&ldquo; verantwortlichen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der L&auml;nder&ldquo; vom 19. Juli 2016 erkl&auml;rt, &bdquo;sich bedarfsorientiert gegen&uuml;ber dem Bundestag und den Landesparlamenten daf&uuml;r ein(zusetzen), die erfolgreichen Angebote der mobilen Beratung und der Opferberatung dauerhaft zu sichern und auszubauen.&ldquo;<br>
Verbandssprecher Robert Kusche: &bdquo;Es ist gut und wichtig, dass die Politik klar Stellung bezieht gegen rechte und rassistische Gewalt. Nun m&uuml;ssen diesen Bekenntnissen auch konkrete Taten folgen die der Situation der vielen Betroffenen gerecht werden. Es darf nicht sein, dass es Deutschland nicht gelingt die Bev&ouml;lkerung vor rechten und rassistischen Angriffen zu sch&uuml;tzen, und dann auch noch die Betroffenen eines Angriffs im Stich gelassen werden. Gewaltopfer haben ein Recht auf Beratung und Unterst&uuml;tzung. Die Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt k&ouml;nnen dieses Recht aber nur dann gew&auml;hren, wenn die Bundes- und Landesf&ouml;rderung im kommenden Jahr deutlich gesteigert wird.&ldquo;<br>
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Pressemitteilung des <a href="http://verband-brg.de/index.php/" aria-label="index">VBRG</a>, Bundesverband unabh&auml;ngiger Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland, vom 27.10.2016</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/beratungsstellen-fuer-betroffene-rechter-rassistischer-und-antisemitischer-gewalt-fordern-deutlich-mehr-budgets-2">Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt fordern deutlich mehr  Budgets</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Jahresbericht 2007-2008</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/jahresbericht-2007-2008</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 22:00:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><h2>Aus dem Inhalt</h2><p><a title="Recherche und Monitoring" href="/publikationen/recherche-und-monitoring" aria-label="recherche und monitoring"><strong>Recherche und Monitoring</strong></a> Rechte Gewalt trifft oft Angeh&ouml;rige diskriminierter Gruppen, die selten aktiv Hilfe suchen.</p><p><a title="Das Schweigen brechen" href="/publikationen/das-schweigen-brechen" aria-label="das schweigen brechen"><strong>Das Schweigen brechen</strong></a> Polnisch-deutsche Kooperation gegen rechte Gewalt: Seit Anfang 2008 untersuchen WissenschaftlerInnen und AktivistInnen aus Warschau, Krakau, Breslau und Berlin das Monitoring rechter Gewalttaten und die Hilfsangebote f&uuml;r Opfer in Polen und Deutschland.</p><p><a title="Umk&auml;mpfte R&auml;ume" href="/publikationen/umkaempfte-raeume" aria-label="umkaempfte raeume"><strong>Umk&auml;mpfte R&auml;ume</strong></a><br>
Rechte Cliquen dominieren mancherorts Jugendklubs. Jugendliche, die nicht ins Bild passen wollen, sind f&uuml;r sie &raquo;Zecken&laquo;.</p><p><a title="Prek&auml;re Arbeit, gef&auml;hrliche Umgebung" href="/publikationen/prekaere-arbeit-gefaehrliche-umgebung" aria-label="prekaere arbeit gefaehrliche umgebung"><strong>Prek&auml;re Arbeit, gef&auml;hrliche Umgebun</strong></a> Rassistische BrandstifterInnen z&uuml;nden in Brandenburg immer wieder D&ouml;nerbuden und Asia-Imbisse an. Wo es kaum sichtbare Migration gibt, stehen Imbisse in den Augen von RassistInnen f&uuml;r die verhassten &raquo;Fremden&laquo;.</p><hr><p>&nbsp;</p><h4>Files:</h4><p><span class="doc_attach"> <a href="https://www-dev.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2014/04/Opferperspektive_2007-2008.pdf" aria-label="Opferperspektive 2007 2008">Opferperspektive_2007-2008</a><br>
[2008, 24 S. DIN lang]<br>
application/pdf &nbsp;1.8 MB </span></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/jahresbericht-2007-2008">Jahresbericht 2007-2008</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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