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	<title>rechte Angriffe - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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		<title>Cottbus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Herz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2020 10:04:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am Cottbuser Hauptbahnhof beleidigt ein 26-Jähriger einen Jugendlichen, der laut Polizeiangaben die Staatsangehörigkeit der Republik Guniea besitzt, rassistisch und greift ihn körperlich an.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-120">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Cottbuser Hauptbahnhof beleidigt ein 26-Jähriger einen Jugendlichen,<br />
der laut Polizeiangaben die Staatsangehörigkeit der Republik Guniea<br />
besitzt, rassistisch und greift ihn körperlich an.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-120">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Rassistische Gewalt ungebrochen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jul 2018 13:53:14 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p><em>2017 aus Sicht der Opferperspektive</em></p><p>Zuerst erschienen in:<em> Schattenberichte &ndash; Nachrichten aus der Opferperspektive Juli 2018 </em> (gesamte Ausgabe <a href="https://www.opferperspektive.de/schattenberichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="schattenberichte (&ouml;ffnet in neuem Tab)">hier</a>)</p><p>Rechte Gewalt und die Bedrohungen durch rechte Pr&auml;senz im S&uuml;den Brandenburgs, insbesondere in der<br>
Stadt Cottbus, sind seit drei Jahren ungebrochen. Wir als Opferperspektive und auch Andere haben darauf bereits mehrfach hingewiesen. Anfang dieses Jahres waren Berater_innen der Opferperspektive selbst Ziel von Bedrohungen und Einsch&uuml;chterungsversuchen: Nach der rassistischen Demonstration der Initiative &bdquo;Zukunft Heimat&ldquo; im Januar in Cottbus wurden unsere Mitarbeiter_innen beschimpft und bedroht. Sie hatten die Demonstration beobachtet, da rechte &Uuml;bergriffe zu erwarten waren.</p><p>Im M&auml;rz stellten wir die Jahresstatistik f&uuml;r 2017 der &Ouml;ffentlichkeit vor. Der Verein Opferperspektive registrierte im vergangenen Jahr 171 rechte Angriffe im Land Brandenburg. Dies stellt zwar einen R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber den Vorjahren (2016: 221, 2015: 203) dar, die Zahl der rechten Gewalttaten liegt aber immer noch deutlich &uuml;ber dem Niveau des Zeitraums von 2002 bis 2014. Die kreisfreie Stadt Cottbus ist mit 32 rechtsmotivierten Angriffen erneut der Ort mit den meisten registrierten Taten. Diese Entwicklung setzt sich 2018 fort: Zehn F&auml;lle sind bereits im ersten Quartal zu z&auml;hlen. Der S&uuml;den Brandenburgs bleibt ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Aber auch in anderen Teil des Landes sind rechte und rassistische Gewalttaten und Diskriminierungen allt&auml;glich. Unsere Arbeit beschr&auml;nkt sich an all diesen Orten nicht auf die Beratung der Betroffenen, sondern wir unterst&uuml;tzen auch deren Umfeld und die Kommunen in der Auseinandersetzung mit rechter Gewalt und begleiten Strafprozesse. Zum Beispiel im Norden Brandenburgs, in den St&auml;dten Wittstock, Schwedt oder in Bad Freienwalde.</p><p>Befeuert wird die rassistische Stimmung in Cottbus und im restlichen Land auch durch die Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) (siehe dazu die <a href="https://www.mmz-potsdam.de/files/MMZ-Potsdam/Download-Dokumente/EJGF_Mitteilungen_2018_02.pdf" aria-label="EJGF Mitteilungen 2018 02">&bdquo;Die Sprache der &sbquo;Asylkritik'&ldquo; der EJGF</a>. Mit Besorgnis beobachten wir, wie die AfD parlamentarische Mittel nutzt, um unliebsamen Kritiker_innen die staatliche F&ouml;rderungen abzuerkennen. Neben Kleinen Anfragen zur Verwendung von F&ouml;rdergeldern f&uuml;r emanzipatorische und antirassistische Projekte in verschiedenen Bundesl&auml;ndern, hatte die Brandenburger AfD ein Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, unseren Partner_innen des Aktionsb&uuml;ndnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit die Landesf&ouml;rderung zu entziehen und ihre Arbeit als verfassungswidrig zu brandmarken. Der Angriff der AfD blieb erfolglos: Das Gutachten erkannte keinen Verfassungsversto&szlig;. Dieses Ergebnis begr&uuml;&szlig;en wir und gehen noch weiter: Wir sehen es als einen Auftrag der Verfassung, sich mit den rassistischen Positionen in der Gesellschaft zu befassen. Denn in Artikel 7a der Landesverfassung hei&szlig;t es: &bdquo;Das Land sch&uuml;tzt das friedliche Zusammenleben der Menschen und tritt der Verbreitung rassistischen und fremdenfeindlichen Gedankenguts entgegen.&ldquo; Das schlie&szlig;t auch AfD-Positionen ein.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/schattenberichte/rassistische-gewalt-ungebrochen">Rassistische Gewalt ungebrochen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>2017: Anzahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ungebrochen hoch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2018 10:00:57 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p align="justify"><span style="font-size: medium"><i>Der Verein Opferperspektive e.V. hat 2017 im Land Brandenburg 171 rechte Angriffe registriert. Dies stellt einen R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber den Vorjahren (2016: 221, 2015: 203) dar. Die Zahl der rechten Gewalttaten liegt immer noch deutlich &uuml;ber dem Niveau des Zeitraums von 2002 bis 2014. Die Summe der gez&auml;hlten K&ouml;rperverletzungsdelikte (148) ist die zweith&ouml;chste Zahl, die jemals im Rahmen des Monitorings durch die Beratungsstelle erfasst wurde.</i></span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Das h&auml;ufigste Tatmotiv war 2017 Rassismus: 84 Prozent aller Taten lag diese Motivation zu Grunde. Dies ist ein erneuter Anstieg gegen&uuml;ber 2016 (79 Prozent). In der Mehrzahl dieser F&auml;lle waren Gefl&uuml;chtete von den Attacken betroffen. Hierzu erkl&auml;rt Judith Porath, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Opferperspektive: &bdquo;Die rassistische Gewaltwelle, die vor allem gefl&uuml;chtete Menschen betrifft, muss endlich gestoppt werden. Eine Gesellschaft, in der sich Alteingesessene und Neuangekommene auf Augenh&ouml;he begegnen k&ouml;nnen, ist nicht m&ouml;glich, solange die Orte fehlen, an denen sich Gefl&uuml;chtete angstfrei bewegen k&ouml;nnen.&ldquo;</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Neben den 143 durch die Opferperspektive registrierten rassistischen Gewalttaten (2016: 175) wurden 25 (2016: 24) Angriffe durch Rechte auf politische Gegner_innen ver&uuml;bt. Zwei &Uuml;bergriffe auf nicht-rechte und alternative Personen (2016: 14) wurden erfasst, au&szlig;erdem ein Angriff aus einer sozialdarwinistischen Motivation heraus. Mehrheitlich handelte es sich bei den der Beratungsstelle bekannt gewordenen Gewalttaten um K&ouml;rperverletzungsdelikte, davon 79 einfache und 69 gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzungen (2016: 85/101). In Brandenburg wurden 2017 zwei rechtsmotivierte Brandstiftungen, in Templin und Kremmen, ver&uuml;bt (2016: 9). Der Molotowcocktail-Anschlag von Kremmen wird durch die Opferperspektive als versuchtes T&ouml;tungsdelikt gewertet. Des weiteren wurden eine versuchte schwere K&ouml;rperverletzung, 13 F&auml;lle von N&ouml;tigung und Bedrohung (2016: 13), 3 massive Sachbesch&auml;digungen (2016: 6), ein rechtsmotivierter Raub und ein Fall von Landfriedensbruch statistisch erfasst. In zwei F&auml;llen versuchten rassistisch motivierte T&auml;ter mittels Kraftfahrzeugen, Personen zu verletzen. </span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Von den Angriffen waren 2017 264 Personen direkt betroffen (2016: 335) und 161 Personen indirekt (2016: 196), z.B. als Zeug_innen oder Angeh&ouml;rige. Von einem gro&szlig;en Dunkelfeld ist nach Ansicht der Opferperspektive auszugehen. Deutlich zugenommen hat die Zahl der betroffenen Kinder (vollendetes 13. Lebensjahr oder j&uuml;nger). Die Opferperspektive erlangte Kenntnis von 35 Kindern, die 2017 Opfer rechter Gewaltt&auml;ter wurden &ndash; eine deutliche Zunahme gegen&uuml;ber 2016 (22) und 2015 (26). </span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Der schon 2016 erkennbare Trend der regionalen Ausdifferenzierung bez&uuml;glich rechter Gewalttaten hat sich auch 2017 fortgesetzt und weiter verst&auml;rkt. Die kreisfreie Stadt Cottbus ist mit 32 rechtsmotivierten Angriffen erneut der Ort mit den meisten registrierten Angriffen. Dies stellt die zweith&ouml;chste Zahl rechter &Uuml;bergriffe dar, die durch die Opferperspektive jemals in einem Landkreis bzw. einer kreisfreien Stadt registriert wurde (H&ouml;chstzahl 41, ebenfalls Cottbus, 2016). Gleichzeitig gibt es in anderen Regionen teils erhebliche R&uuml;ckg&auml;nge: In Spree-Nei&szlig;e (von 27 Angriffen auf 8 Angriffe), Frankfurt (Oder) (von 16 Angriffen auf 5 Angriffe), in M&auml;rkisch-Oderland (von 13 Angriffen auf 2 Angriffe) und im Havelland (von 11 Angriffen auf 2 Angriffe) zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich. Dem entgegen stehen Steigerungen der Angriffszahlen in Teltow-Fl&auml;ming (14, 2016:11), Oberhavel (12, 2016:11), Barnim (11, 2016: 5) und der Prignitz (8, 2016: 5). Neben Cottbus bleibt der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit 16 rechten Gewaltdelikten (2016: 21) ein Schwerpunkt rechter Gewalt in Brandenburg.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">In Cottbus hat sich in der Stadt eine gewaltt&auml;tige Stimmung, vor allem gegen&uuml;ber Gefl&uuml;chteten, verfestigt. Mit den Demonstrationen des rassistischen Vereins &bdquo;Zukunft Heimat&ldquo; ist eine Mobilisierungsplattform entstanden, die unterschiedlichste Str&ouml;mungen des lokalen, regionalen und &uuml;berregionalen rechten Spektrums vereint und vernetzt. &bdquo;Rassistische Gewalt wird durch die aktuelle Stra&szlig;enmobilisierung legitimiert, indem sie als &bdquo;Notwehr&ldquo; gegen einen angeblichen, durch Zuwanderung bedingten &bdquo;Volksaustausch&ldquo; umgedeutet wird&ldquo;, erl&auml;utert Judith Porath. Auch die &ouml;rtliche rechte Hooliganszene besucht die Demonstrationen in Cottbus. So kommt es im Umfeld dieser Veranstaltungen wiederholt zu &Uuml;bergriffen auf politische Gegner_innen aus diesem Personenkreis. Die Opferperspektive sieht die Gefahr, dass Cottbus zum Vorbild f&uuml;r rassistische Kampagnen in weiteren Kommunen im Land Brandenburg wird.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Untenstehend finden Sie das Hintergrundpapier der Opferperspektive zur Ver&ouml;ffentlichung der Jahresstatistik 2017 mit ausf&uuml;hrlichen Analysen sowie die grafische Aufarbeitung der Statistik. Die Grafiken sind unter Nennung der Quelle (Peer Neumann/ Opferperspektive) frei verwendbar.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">F&uuml;r R&uuml;ckfragen stehen Ihnen zur Verf&uuml;gung:</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Hannes P&uuml;schel: </span>0151 50768549</p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Joschka Fr&ouml;schner: 0151 50724851</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">B&uuml;ro: 0331 817 0000</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Opferperspektive e.V.</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">Rudolf-Breitscheid-Str.164</span></p><p align="justify"><span style="font-size: medium">14482 Potsdam</span></p><p align="justify"><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2018/03/Infosheet_Recht_Rass_Gewalt_BRB2017_PRINT.pdf" aria-label="Infosheet Recht Rass Gewalt BRB2017 PRINT">Infografik rechte Gewalt in Brandenburg 2017</a></p><p align="justify"><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2018/03/Hintergrundpapier-Statistik-2017.pdf" aria-label="Hintergrundpapier Statistik 2017">Hintergrundpapier der Opferperspektive zur Jahresstatistik 2017</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/anzahl-rechter-gewalttaten-in-brandenburg-ungebrochen-hoch">2017: Anzahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ungebrochen hoch</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>2015: Gefährliche Normalisierung rechter Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2016 12:01:24 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p><strong>Hintergrundpapier des Vereins Opferperspektive zur Ver&ouml;ffentlichung der Angriffszahlen rechter Gewalt 2015 in Brandenburg.</strong></p><p><a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/rechte-und-rassistische-gewalt-in-brandenburg-eskaliert-203-angriffe-im-jahr-2015" aria-label="rechte und rassistische gewalt in brandenburg eskaliert 203 angriffe im jahr 2015">Zur Pressemitteilung vom 1.M&auml;rz 2016</a></p><h2>Entwicklung der Angriffszahlen</h2><p>Die Opferperspektive e.V. beobachtete bereits im Jahr 2014 einen Anstieg rechter und rassistischer Angriffe in Brandenburg, f&uuml;r das Jahr 2015 ist landesweit eine Versch&auml;rfung der rechten Gewalt auf einen alarmierenden H&ouml;chststand von 203 Angriffen zu melden. Die Beratungsstelle hat Kenntnis von 415 direkt betroffenen und 291 indirekt betroffenen Personen, im Vergleich zum Vorjahr sind damit 346 % mehr Menschen in Brandenburg bedroht oder angegriffen worden.</p><p><a href="/wp-content/uploads/2016/03/gewalttaten_ohne_logo-Seite001.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="gewalttaten ohne logo Seite001 (&ouml;ffnet in neuem Tab)"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter" src="/wp-content/uploads/2016/03/gewalttaten_ohne_logo-Seite001.jpg" alt="Angriffszahlen und direkte Betroffene - 2002 bis 2015" width="500" height="236"></a></p><p>Die Gewaltbereitschaft ist insgesamt gestiegen. 138 Taten waren rassistisch motiviert, 36 aus Hass gegen politische Gegner_innen, 9 richteten sich gegen nicht-rechte Personen, 4 der Angriffe wiesen ein sozialdarwinistisches Motiv auf, 4 waren antisemitisch motiviert. 3 Angriffe richteten sich gegen Journalist_innen.</p><p><a href="/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="grafik tatmotive ohne logo Seite001 (&ouml;ffnet in neuem Tab)"><img decoding="async" class="alignright wp-image-34857 size-medium" src="/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-300x167.jpg" alt="Rechte Angriffe - Tatmotive - 2015" width="300" height="167" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-300x167.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-1024x571.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br>
Jeweils 1 Tat erfolgten aufgrund der sexuellen Orientierung der Betroffenen oder richteten sich gegen Wohnungslose (Sozialdarvinismus).</p><p>Einfache und gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzungen machten zusammen mit 67,5% den h&ouml;chsten Anteil der Angriffe aus, gefolgt von N&ouml;tigungen mit 14,7%, massiver Sachbesch&auml;digung mit 9,4% und Brandstiftung mit 5%</p><p>Rechte Angriffe fanden in allen Landkreisen Brandenburgs statt, die meisten von ihnen wurden in Cottbus und im Landkreis Spree-Nei&szlig;e ver&uuml;bt. Bis zum Herbst 2015 lie&szlig;en sich keine Schwerpunktregionen identifizieren, mit dem Anstieg der rassistischen Proteste im letzten Quartal war ein deutlicher Anstieg der rechten Gewalttaten zu verzeichnen, hier insbesondere in Cottbus mit 28 Angriffen.</p><h2></h2><p>&nbsp;</p><h2>Gewalt, Diskriminierung, Unverst&auml;ndnis:</h2><h2>Brandenburg kein sicherer Ort</h2><p>F&uuml;r Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen sind Angriffe und Bedrohungen in Brandenburg Alltag. Im Jahr 2015 sank die Hemmschwelle zur Gewalt deutlich, das Spektrum der Taten reichte von organisierten Angriffen rechter Gruppen bis zu spontanen &Uuml;bergriffen von so genannten<br>
Gelegenheitsrassist_innen, die in Bussen, Bahnen, im Supermarkt, in der Schule, auf der Stra&szlig;e, im Hausflur oder im Umfeld von Gemeinschaftsunterk&uuml;nften Gefl&uuml;chtete, Migrant_innen oder Menschen, die sie daf&uuml;r hielten, rassistisch beleidigten, bedrohten oder schlugen. Der aufgeheizte rassistische Diskurs schien sie zu best&auml;rken, ihr menschenverachtendes Weltbild mit Gewalt in die Tat umzusetzen.</p><p>Rassistische Gewalttaten sind Botschaftstaten und unterscheiden sich von anderen Taten dadurch, dass sie sich nie nur allein gegen die Betroffenen richten. So wirken rassistische Bedrohungen und Angriffe ebenso wie rassistische Kundgebungen und Proteste gegen Unterk&uuml;nfte auf alle Migrant_innen und Gefl&uuml;chtete in Brandenburg. F&uuml;r die Betroffenen verst&auml;rken sich die Angstr&auml;ume im Alltag und schr&auml;nken ihre Bewegungsfreiheit zum Teil massiv ein, insbesondere wenn eine eindeutige gesellschaftliche und politische Solidarisierung ausbleibt. In der Beratungspraxis der Opferperspektive berichten Klient_innen, dass sie ihre Wohnungen oder Unterk&uuml;nfte kaum noch zu verlassen wagen oder sich nicht mehr alleine auf die Stra&szlig;e trauen. K&ouml;rperliche Angriffe und Bedrohungen sind dabei nur die Spitze des Eisberges, sie kn&uuml;pfen zum Teil an t&auml;glich erlebte Diskriminierungen und bedrohliche Erfahrungen unterhalb der Gewaltschwelle an. Dies erzeugt in Brandenburg f&uuml;r Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen ein Klima der Verunsicherung und Ausgrenzung.</p><h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4><h4 style="padding-left: 30px">Allt&auml;gliche Gewalt in Zehdenick</h4><p style="padding-left: 30px">In einer Sammelunterkunft in der Kleinstadt Zehdenick lebt eine Gruppe eritreischer Gefl&uuml;chteter. Die gr&ouml;&szlig;tenteils jungen M&auml;nner, aber auch einige Frauen, berichten von t&auml;glichen Erfahrungen mit Rassismus und Ablehnung. Immer wieder werden sie von Autofahrer_innen abgedr&auml;ngt, wenn sie mit dem Fahrrad oder zu Fu&szlig; unterwegs sind. Passant_innen rufen ihnen Beleidigungen hinterher, im Supermarkt werden sie mit Einkaufswagen angesto&szlig;en und es wird ihnen der Zugang zur Sauna verweigert &ndash; da die anderen Kund_innen angeblich keine Schwarzen m&ouml;gen. Nach dem Umzug in eine eigene Wohnung scheint auch das Verh&auml;ltnis zu den Nachbar_innen rassistisch gepr&auml;gt: n&auml;chtliches Sturmklingeln, zerkratzte Klingelschilder und bedrohliche Blicke erzeugen ein Klima der Unsicherheit. Belastend f&uuml;r die Eritreer_innen ist besonders die Sprachbarriere, denn eine Verst&auml;ndigung mit&nbsp; Beh&ouml;rdenmitarbeiter_innen, Nachbar_innen und &Auml;rzt_innen ist schwierig. K&ouml;nnen sich &Auml;rzt_in und Patient_in nicht verst&auml;ndigen, ist oft auch der Zugang zur medizinischen Behandlungen erschwert; andere Hilfsangebote fallen g&auml;nzlich weg. Angesichts dieser t&auml;glich gemachten Erfahrungen erleben die Betroffenen auch dies als Resultat einer rassistischen Ausgrenzung. Sie finden kaum ad&auml;quate M&ouml;glichkeiten, ihre Lebenssituation, ihre Diskriminierungserlebnisse und die von ihnen erlebten Angriffe zur Sprache zu bringen und damit geh&ouml;rt zu werden. Lokale Beh&ouml;rden und gesellschaftlichen Institutionen erkl&auml;ren zwar, dass sie sich f&uuml;r ein friedliches Miteinander in der Stadt einsetzen wollen, unternehmen aber praktisch zu wenig, um das Bedrohungsgef&uuml;hl der Betroffenen aufzul&ouml;sen.</p><p>In Brandenburg ist Rassismus f&uuml;r viele Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen inzwischen so allt&auml;glich geworden, dass sie sich erst bei massiv erlittener Gewalt an Beratungsstellen wenden. Die Berater_innen der Opferperspektive nehmen verst&auml;rkt wahr, dass Gefl&uuml;chtete auch schwerere Angriffe wie K&ouml;rperverletzungen, Bedrohungen oder N&ouml;tigungen nicht mehr zur Anzeige bringen wollen: sie sind verunsichert, bef&uuml;rchten, dass ihnen nicht geglaubt wird oder eine Anzeige negative Auswirkungen auf ihr Asylverfahren haben k&ouml;nnte, haben schlicht Angst vor der Polizei oder m&ouml;chten keine Probleme bereiten &ndash; mit dem Hintergrund, dass sie sich dankbar zeigen wollen, &uuml;berhaupt in Deutschland sein zu d&uuml;rfen. Letzteres ist in der H&auml;ufigkeit eine neue Erfahrung in der Beratungspraxis und ein zus&auml;tzlicher Grund f&uuml;r Abweichungen zwischen der polizeilichen Statistik und den Angriffszahlen von unabh&auml;ngigen Beratungsstellen.</p><p>&nbsp;</p><h2>Fehlende Konsequenzen normalisieren rechte Gewalt</h2><p>Jeden zweiten Tag wurde im Jahr 2015 statistisch gesehen in Brandenburg ein rechte Gewalttat ver&uuml;bt, ein Mensch verletzt, angegriffen oder bedroht. Dennoch blieben notwendige politische und zivilgesellschaftliche Reaktionen und Interventionen h&auml;ufig aus, Solidarit&auml;t und Empathie mit den Betroffenen und das Ernstnehmen ihrer &Auml;ngste schien sich eher zu verringern. Die Qualit&auml;t und die<br>
Quantit&auml;t der Angriffe stiegen im Jahresverlauf, gleichzeitig war zu beobachten, dass Meldungen zu rassistischen Ausschreitungen und rechten Angriffe zunehmend zu Randnotizen verkamen, mitunter auch verharmlost wurden. Bundesweit warnten Sicherheitsbeh&ouml;rden und Politik bereits vor rechtem Terror. Es gelang ihnen in der Konsequenz jedoch nicht, ausreichend f&uuml;r den Schutz von Gefl&uuml;chteten zu sorgen. D&uuml;rftige Ermittlungserfolge bei rassistischen &Uuml;bergriffen oder bei Anschl&auml;gen wie in Nauen, Neuhardenberg oder J&uuml;terbog schaffen ein wenig abschreckendes Klima f&uuml;r die Gewaltt&auml;ter_innen. Auch die Verz&ouml;gerung vieler Strafprozesse gegen rechte T&auml;ter_innen k&ouml;nnte den Eindruck von Straffreiheit best&auml;rken.<br>
Ist die Unterbringung von Gefl&uuml;chteten nicht ad&auml;quat geregelt, steigert sich ihre ohnehin schon gr&ouml;&szlig;ere Verletzlichkeit. Viele Unterk&uuml;nfte liegen fernab von jeglicher Infrastrukur und Anbindung an die n&auml;chste Siedlung, nachbarschaftlicher Kontakt und gesellschaftliche Integration ist so wenig m&ouml;glich. Dar&uuml;ber hinaus verf&uuml;gen Beh&ouml;rden in einigen F&auml;llen anscheinend nicht &uuml;ber ausreichende Kapazit&auml;ten, um ihre Aufsichtspflicht zu erf&uuml;llen: Bei Problemen mit Heimbetreibern, mit Personal und Wachschutz oder bei der Einhaltung der ohnehin schon abgesenkten Mindeststandards erfolgt<br>
Abhilfe mitunter nur sehr schleppend. Ein ausreichender Schutz der Gefl&uuml;chteten kann so oft nicht gew&auml;hrleistet werden.</p><h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4><h4 style="padding-left: 30px">Pfefferspray-Attacke in Massow</h4><p style="padding-left: 30px">Einer der schwerwiegendsten rassistischen Angriffe des letzten Jahres ereignet sich in der Gefl&uuml;chtetenunterkunft in Massow im Landkreis Dahme-Spreewald. Am ersten September dringt ein Mitarbeiter einer Baufirma, der auf dem Gel&auml;nde der Unterkunft im Auftrag der Betreiberfirma Campanet arbeitet, ausger&uuml;stet mit zwei &bdquo;Pfefferl&ouml;schern&ldquo; und einer Atemschutzmaske in das Geb&auml;ude ein und greift gezielt Bewohner_innen mit Pfefferspray an. Nach Informationen von Unterst&uuml;tzer_innen und Bewohner_innen geht die Opferperspektive von &uuml;ber 80 Betroffenen und Verletzten aus.<br>
Der T&auml;ter macht im Vorfeld aus seiner rassistischen Gesinnung keinen Hehl, bekennt sich in sozialen Netzwerken zu Pegida und zu lokalen rechten Bewegungen. Bewohner_innen berichten von antiziganistischen Beleidigungen und dem Zeigen des Hitlergru&szlig;es seitens des T&auml;ters, gegen den ein Verfahren nach &sect; 86a (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) anh&auml;ngig ist.<br>
Unmittelbar nach dem Angriff lassen offizielle Stellen und ranghohe Politiker &ouml;ffentlich verlauten, dass ein &bdquo;fremdenfeindlicher&ldquo; Hintergrund der Tat ausgeschlossen werden k&ouml;nne und melden ca. 35 verletzte Personen. Wahlweise Alkohol oder Drogen werden zur Erkl&auml;rung des Angriffs bem&uuml;ht. Noch Monate sp&auml;ter leiden Betroffene an gesundheitlichen Folgen der Pfefferspray-Attacke wie Schmerzen im Hals- und Brustbereich und Atemnot. Ihre medizinische Versorgung ist jedoch nicht gew&auml;hrleistet, Behandlungen scheitern an fehlenden Dolmetscher_innen und den daraus resultierenden Verst&auml;ndigungsproblemen.<br>
Der T&auml;ter arbeitet bis zuletzt f&uuml;r die selbe Baufirma, diesmal an einer Fl&uuml;chtlingsunterkunft in J&uuml;terbog, die auch von Campanet betrieben wird und die der Landkreis im Februar 2016 nach anhaltenden Beschwerden von Bewohner_innen und Unterst&uuml;tzer_innen aufgrund des desolaten baulichen Zustandes teilr&auml;umen l&auml;&szlig;t.<br>
Eine Vielzahl der Betroffenen und Zeug_innen der Pfefferspray-Attacke ist inzwischen abgeschoben oder zur Ausreise gedr&auml;ngt worden. Zu bef&uuml;rchten ist, dass die &auml;u&szlig;erst restriktiven Asylgesetz&auml;nderungen, die pauschal Balkanstaaten zu &bdquo;sicheren Herkunftsl&auml;ndern&ldquo; erkl&auml;ren, nun daf&uuml;r sorgen, dass sich die Strafverfolgung im Fall Massow &auml;u&szlig;erst schwierig gestaltet.</p><p>Der Opferperspektive ist aus ihrer Beratungspraxis bekannt, dass Gerichtsverfahren ohne Zeugenaussagen oft eingestellt werden oder die T&auml;ter_innen einen Freispruch erhalten. Dies best&auml;rkt rassistische Gewaltt&auml;ter_innen in unertr&auml;glicher Weise. Bisher fehlt ein Bleiberecht f&uuml;r Betroffene rassistischer Gewalt als notwendige Ma&szlig;nahme und als klares politisches Signal gegen rechte Gewalt, das dar&uuml;ber hinaus auch endlich die Einhaltung bestehender Zeugen- und<br>
Opferschutzstandards f&uuml;r Gefl&uuml;chtete gew&auml;hrleistet.</p><h2></h2><p>&nbsp;</p><h2>Rassistische Proteste gegen die Aufnahme von Gefl&uuml;chteten spalten die Gesellschaft</h2><p>Mit 213 Kundgebungen sind 2015 in Brandenburg so viele rassistische Proteste registriert worden wie noch nie. Dabei versch&auml;rfte sich die rassistische Hetze stetig ebenso wie in den sozialen Medien und bei B&uuml;rgerversammlungen. Rechts-populistische und rassistische Forderungen scheinen zunehmend salonf&auml;hig geworden zu sein und flossen als Themengeber sogar in die Asylrechtsversch&auml;rfungen ein.<br>
Rassistische Proteste fanden zunehmend mehr R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung. Sie als Ausdruck besorgter B&uuml;rger_innen mit berechtigten &Auml;ngsten zu bezeichnen, die ernst genommen werden m&uuml;ssten, verharmlost deren Gewaltpotential. Aktivit&auml;ten von Neonazis, Rechtspopulist_innen und rassistischen B&uuml;rgerinitiativen gehen vielmehr oft Hand in Hand, ihr Hass und Drohungen richten sich nicht nur gegen Gefl&uuml;chtete, sondern gegen alle Menschen mit Migrationsgeschichte. Zeitgleich steigt auch der Bedrohungsgrad gegen Menschen, die sich in der Unterst&uuml;tzung von Gefl&uuml;chteten engagieren, gegen Journalist_innen, die von &bdquo;rechtspopulistischen&ldquo; Veranstaltungen berichten, oder gegen Politiker_innen der demokratischen Parteien an.</p><h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4><h4 style="padding-left: 30px">Rassistische Eskalation in Cottbus</h4><p style="padding-left: 30px">Das Zusammenspiel zwischen rechter Gewalt und rassistischer Mobilisierung gegen Gefl&uuml;chtete l&auml;sst sich an Cottbus nachvollziehen. Die Opferperspektive registriert hier f&uuml;r das Jahr 2015 fast eine Verdreifachung der Angriffszahlen. Mehr als die H&auml;lfte ereignet sich im letzten Quartal, als &auml;u&szlig;erst aggressive Proteste gegen eine Erstaufnahmeeinrichtung beginnen und breiten Zuspruch finden. Eine Eskalation der rechten Gewalt findet am 23. Oktober 2015 statt: Nach einer Kundgebung zieht ein offensichtlich aus rechten Hooligankreisen mobilisierter Mob durch die Stadt und macht Jagd auf (vermeintliche) Ausl&auml;nder_innen. Die Gewalt m&uuml;ndet in einem koordinierten Angriff auf Studierende durch zum Teil vermummte Personen auf dem Gel&auml;nde der BTU Cottbus. Nach Kenntnis der Opferperspektive ereignen sich allein in dieser Nacht 7 Angriffe.<br>
Im Oktober und November finden in Cottbus &uuml;ber 20 rassistische Kundgebungen statt, an denen sich auch reaktivierte militante Alt-Neonazi-Strukturen und rechte und gewaltorientierte Fanstrukturen des Vereins Energie Cottbus beteiligen. Betroffene, in der Mehrzahl Gefl&uuml;chtete, berichten von einem rassistischen Ausnahmezustand in Cottbus, der sich mit Beschimpfungen, Hitlergr&uuml;&szlig;en, Flaschenw&uuml;rfen und Ausspucken l&auml;ngst zur Normalit&auml;t verfestigt hat. Internationale Studierende erz&auml;hlen, dass sie ihr Praktikumssemester nach den letzten &Uuml;bergriffen lieber in anderen St&auml;dten absolvieren oder nach dem Abschluss so schnell wie m&ouml;glich wegziehen wollen.</p><p style="padding-left: 30px">Als Folge der Gewalt polarisiert sich die Cottbuser Stadtgesellschaft. Denn parallel zu der zunehmenden Salonf&auml;higkeit der rassistischen Hetze und der rechten Gewalt bilden sich immer mehr Strukturen heraus, die sich sowohl f&uuml;r Gefl&uuml;chtete und gegen Rassismus engagieren, als auch rechten Positionen entgegenstellen.</p><p>Viele Menschen engagieren sich in Brandenburg in der Unterst&uuml;tzung von Gefl&uuml;chteten. In ihrer Praxis bilden sie einen wichtigen Gegenentwurf zu rassistisch gepr&auml;gten Debatten um Zuwanderung. Denn leider l&auml;sst sich festhalten, dass sich das gesellschaftliche Koordinatensystem 2015 deutlich nach Rechts verschoben hat. So besteht die Gefahr, dass rechte Gewaltt&auml;ter_innen und Rassist_innen ohne nennenswerte Gegenwehr im &ouml;ffentlichen Raum agieren k&ouml;nnen, falls die Gegenproteste gegen rassistische Kundgebungen und rechte Aufm&auml;rsche einbrechen sollten.</p><p>Das zu verhindern ist die Aufgabe f&uuml;r das Jahr 2016 .</p><p>Opferperspektive, 28.02.2016</p><p>&nbsp;</p><p><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/02/Opferperspektive_Hintergrundpapier_Jahreszahlen2015.pdf" aria-label="Opferperspektive Hintergrundpapier Jahreszahlen2015">Hintergrundpapier als pdf</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/gefaehrliche-normalisierung-rechter-gewalt-alltaegliche-angriffe-fehlende-konsequenzen-gesellschaftliche-gefaehrdung">2015: Gefährliche Normalisierung rechter Gewalt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Jahresbericht 2007-2008</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Materialien]]></category>
		<category><![CDATA[Materialien­­ & Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[2007]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><h2>Aus dem Inhalt</h2><p><a title="Recherche und Monitoring" href="/publikationen/recherche-und-monitoring" aria-label="recherche und monitoring"><strong>Recherche und Monitoring</strong></a> Rechte Gewalt trifft oft Angeh&ouml;rige diskriminierter Gruppen, die selten aktiv Hilfe suchen.</p><p><a title="Das Schweigen brechen" href="/publikationen/das-schweigen-brechen" aria-label="das schweigen brechen"><strong>Das Schweigen brechen</strong></a> Polnisch-deutsche Kooperation gegen rechte Gewalt: Seit Anfang 2008 untersuchen WissenschaftlerInnen und AktivistInnen aus Warschau, Krakau, Breslau und Berlin das Monitoring rechter Gewalttaten und die Hilfsangebote f&uuml;r Opfer in Polen und Deutschland.</p><p><a title="Umk&auml;mpfte R&auml;ume" href="/publikationen/umkaempfte-raeume" aria-label="umkaempfte raeume"><strong>Umk&auml;mpfte R&auml;ume</strong></a><br>
Rechte Cliquen dominieren mancherorts Jugendklubs. Jugendliche, die nicht ins Bild passen wollen, sind f&uuml;r sie &raquo;Zecken&laquo;.</p><p><a title="Prek&auml;re Arbeit, gef&auml;hrliche Umgebung" href="/publikationen/prekaere-arbeit-gefaehrliche-umgebung" aria-label="prekaere arbeit gefaehrliche umgebung"><strong>Prek&auml;re Arbeit, gef&auml;hrliche Umgebun</strong></a> Rassistische BrandstifterInnen z&uuml;nden in Brandenburg immer wieder D&ouml;nerbuden und Asia-Imbisse an. Wo es kaum sichtbare Migration gibt, stehen Imbisse in den Augen von RassistInnen f&uuml;r die verhassten &raquo;Fremden&laquo;.</p><hr><p>&nbsp;</p><h4>Files:</h4><p><span class="doc_attach"> <a href="https://www-dev.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2014/04/Opferperspektive_2007-2008.pdf" aria-label="Opferperspektive 2007 2008">Opferperspektive_2007-2008</a><br>
[2008, 24 S. DIN lang]<br>
application/pdf &nbsp;1.8 MB </span></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/jahresbericht-2007-2008">Jahresbericht 2007-2008</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Ein fast vergessener Mord</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor zehn Jahren wurde der Punker Sven Beuter in Brandenburg an der Havel von einem Neonazi tot geschlagen. Eine Ausstellung erinnert</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/ein-fast-vergessener-mord">Ein fast vergessener Mord</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>»Wie, wenn jemand ein Auto anstößt«, hätten die entfernt hallenden Geräusche geklungen: Dumpf, scheppernd und laut. Auf dem Gehsteig hatte sich eine Blutlache von einem halben Meter Durchmesser gebildet, daneben verlief eine rote Schleifspur durch den Schnee. So schilderten Zeugen vor Gericht die Kulisse, der sie in der Nacht des 15. Februar 1996 in der Innenstadt von Brandenburg/Havel begegneten. Um die Ecke, in einer Seitenstraße schließlich die Quelle des Lärms: Ein Glatzkopf, der ohne Unterlass auf sein Opfer eintritt. Couragiert greifen die Zeugen ein und überwältigen den Schläger. Eintreffende Polizisten nehmen den 21-jährigen Sascha Lücke zwar in Gewahrsam, lassen ihn kurz darauf jedoch wieder auf freien Fuß. Das Opfer: Der Brandenburger Sven Beuter, 23 Jahre alt, ein schmächtiger Punk mit grünem Irokesenschnitt. Beuter ist durch die Prügeltortur schwer verletzt: Hirnquetschung, Schädelbrüche, die Milz gerissen, die Leber angerissen. Nach fünf Tagen Todeskampf im Koma verstirbt er.</p>
<p>Seit dem brutalen Geschehen in sind mittlerweile zehn Jahre verstrichen. Um an den mittlerweile fast vergessenen Mord zu erinnern, wird in den kommenden Wochen in Brandenburg/Havel eine Ausstellung über die Todesopfer gezeigt, die die rechte Gewalt im wiedervereinigten Deutschland gefordert hat. In der von der Berliner Künstlerin Rebecca Forner gestalteten Ausstellung sind die Schicksale von 131 ermordeten Menschen dokumentiert &#8211; eines davon das von Sven Beuter. Viele Details seines Todes stehen exemplarisch für zahlreiche andere: Die Begegnung zwischen Opfer und Täter war zufällig und einen wirklich Anlass für die folgende Prügelorgie hat es nicht gegeben. Der angetrunkene Naziskinhead Sascha Lücke identifizierte sein Gegenüber als »linke Zecke« &#8211; das genügte, um den Gewaltakt zu legitimieren. Trotzdem meldeten Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft den Tod nur kurz und als ein unpolitisches Delikt. Erst Monate später wird der tatsächliche Hintergrund der Tat öffentlich bekannt. Der Verfassungsschutz meinte lapidar, in Brandenburg/Havel habe die »Rivalität zwischen gewaltbereiten Jugendgruppen« ihren Ausdruck gefunden.</p>
<p>Als Sascha Lücke schließlich vor Gericht gestellt wird, braucht es nur drei Verhandlungstage, um ihm seine brutale Tat nachzuweisen. Der Richter bescheinigte ihm eine »diffus faschistische Weltanschauung«. Nur 43 Kilogramm wog das Opfer, es habe sich gegen den stämmigen Skinhead kaum wehren können. Zumal Beuter drei Jahre zuvor schon einmal Opfer eines rechten Angriffs geworden war und davon bleibende körperliche Schäden davongetragen hatte. Wegen Totschlags erhält Lücke eine Haftstrafe von achteinhalb Jahren.</p>
<p>Am 19. Februar 1997, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod Sven Beuters, griffen Rechtsextreme in der Straßenbahn Brandenburg/Havels zwei linke Jugendliche an. Die Opfer erlitten Schädelverletzungen. Die Serie der rechten Gewalt hatte keinen Abbruch gefunden. Und auch, wenn Morde seltener geworden sind: Bis heute dauert der rechte Terror an. Im Jahr 2005 zählte der Verein Opferperspektive 128 rechte Angriffe im Land Brandenburg.</p>
<p>Die Ausstellung »Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland« gastiert ab Donnerstag, dem 16. Februar in Brandenburg/Havel. Bis zum 1. März ist sie dann von jeweils 10 Uhr bis um 13 Uhr (Montag und Freitag), 16 Uhr (Dienstag und Donnerstag) oder 18 Uhr (Mittwoch) im Bürgerhaus Hohenstücken zu sehen. Weitere Infos im Internet unter www.opfer-rechter-gewalt.de</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/ein-fast-vergessener-mord">Ein fast vergessener Mord</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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