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	<title>Cottbus - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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		<title>Jugendliche und Sprecher*in der &#8222;Initiative Sichere Orte&#8220; von Rechten attackiert</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/jugendliche-und-sprecherin-der-initiative-sichere-orte-von-rechten-attackiert</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Herz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 06:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen­­­ &­­ Stellungnahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative Sichere Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazi]]></category>
		<category><![CDATA[rechter Angriff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erneut zwei rechte Angriffe in Cottbus + Einschüchterungsversuche im öffentlichen und privaten Raum + Übergriffe fanden fast zeitgleich, aber durch unterschiedliche Täter statt.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/jugendliche-und-sprecherin-der-initiative-sichere-orte-von-rechten-attackiert">Jugendliche und Sprecher*in der „Initiative Sichere Orte“ von Rechten attackiert</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. April kam es ungefähr zur gleichen Zeit und in der selben Straße zu zwei Vorfällen in einem Cottbusser Wohnviertel, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind und gezielt auf Einschüchterung abzielen. Betroffen sind Menschen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren. Im ersten Fall wurde eine antifaschistisch aktive Person, die mit dem Fahrrad unterwegs war, von einem gleichfalls fahrradfahrenden jugendlichen Neonazi bedrängt. Er forderte die Person auf, deren Tasche herauszugeben, die sichtbar mit antifaschistischen Symbolen versehen war. Der Täter bremste die betroffene Person aus, stellte sich in deren Weg und verhöhnte die Person wegen deren antifaschistischen Engagements. Schließlich riss er einen Button von der Tasche ab und flüchtete.<br>In einem zweiten Vorfall ist eine Person aus dem Presseteam der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ in ihrem Wohnumfeld attackiert worden. Am späten Nachmittag des gestrigen Tages haben zwei Neonazis die Haustür aufgetreten, waren mehrere Stockwerke zur Wohnung vorgedrungen und hatten vor der Wohnungstür randaliert. Zudem wurden mehrere rechte Aufkleber am Briefkasten hinterlassen. Darunter befand sich auch ein Sticker mit der Aufschrift „Piss dich nach Berlin“, der bereits im Zusammenhang mit einer extrem rechten Vertreibungskampagne im Spreewald bekannt geworden ist. Betroffen waren damals zwei Lehrkräfte, die an einer Burger Schule auf Probleme mit rechtsextremen Jugendlichen hingewiesen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ricarda Budke vom Presseteam der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ erklärt dazu:</p>


<div class="su-quote su-quote-style-default"><div class="su-quote-inner su-u-clearfix su-u-trim"> Die extreme Rechte versucht weiterhin, ihren Dominanzanspruch in Cottbus zu demonstrieren und Menschen einzuschüchtern, die sich für den Erhalt der Demokratie engagieren. Dass dabei gezielt bis ins Wohnumfeld vorgedrungen 1wird, ist besonders erschreckend. Diese Angriffe zielen darauf ab, engagierten Menschen ihre Rückzugsräume zu nehmen und sie zu vertreiben. Wir erwarten von Verantwortungstragenden in Politik und Gesellschaft, dass sie sich öffentlich mit den Angegriffenen solidarisieren und gemeinsam mit uns für eine demokratische Gesellschaft einstehen. </div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dorina Feldmann von der Opferperspektive ordnet die Vorfälle ein:</p>


<div class="su-quote su-quote-style-default"><div class="su-quote-inner su-u-clearfix su-u-trim"> Erst vor wenigen Tagen mussten wir für Brandenburg erneut einen alarmierenden Höchststand rechter Gewalt – auch in Cottbus &#8211; feststellen, darunter zahlreiche Angriffe auf politische Gegner*innen. Antifaschistisches Engagement nicht als Bedrohung, sondern notwendige Bereicherung einer lebendigen Zivilgesellschaft zu begreifen, ist das Gebot der Stunde. Dass echte Angriffe bis in private Räume hinein für immer mehr Menschen zum alltag gehören, ist eine traurige Realität, die niemals hingenommen werden darf.&nbsp; </div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für Rückfragen stehen Ihnen Dorina Feldmann von der Opferperspektive e.V. und Ricarda Budke von der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg zur Verfügung:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dorina Feldmann (Opferperspektive): d.feldmann@opferperspektive.de, Tel: 0176-56718438</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ricarda Budke (Initiative Sichere Orte): presse@ini-sichere-Orte.de, Tel: 0177 7742746</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Opferperspektive – Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Gewalt e.V</strong>. ist die Brandenburger Fachberatungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Der Verein berät Betroffene, deren Angehörige, Freund<em>innen und Zeug</em>innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Initiative Sichere Orte</strong> ist ein Zusammenschluss von Jugendclubs, Hausprojekten, Orten der Subkultur sowie sozialpolitischen Einrichtungen in Südbrandenburg. Die Dominanz extrem rechter Gruppierungen in der Region hat dazu geführt, dass sich ein solidarisches Netzwerk gegründet hat, das sich gemeinsam gegen rechte Angriffe wehrt – mit öffentlicher Sichtbarkeit, praktischer Unterstützung und klarer Haltung.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/jugendliche-und-sprecherin-der-initiative-sichere-orte-von-rechten-attackiert">Jugendliche und Sprecher*in der „Initiative Sichere Orte“ von Rechten attackiert</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Cottbus</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-308</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Herz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 09:58:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Angriff]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Ratsuchende sitzt auf einer Bank im Park und raucht. Auf der Bank daneben versammeln sich mehrere Personen, die augenscheinlich der rechten Szene zuzuordnen sind. Unvermittelt kommen etwa drei Personen auf den Ratsuchenden zu. Sie nehmen Anstoß an seinem Rauchen, bedrängen ihn und beschimpfen ihn als „Scheiß Zecke“. Sie fordern ihn auf, den Ort zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-block-paragraph">Der Ratsuchende sitzt auf einer Bank im Park und raucht. Auf der Bank daneben versammeln sich mehrere Personen, die augenscheinlich der rechten Szene zuzuordnen sind. Unvermittelt kommen etwa drei Personen auf den Ratsuchenden zu. Sie nehmen Anstoß an seinem Rauchen, bedrängen ihn und beschimpfen ihn als „Scheiß Zecke“. Sie fordern ihn auf, den Ort zu verlassen, andernfalls drohen sie ihm körperliche Gewalt an. Als der Ratsuchende daraufhin aufsteht und den Park verlassen will, bekommt er einen Tritt in den Rücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-308">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Cottbus</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-278</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2024 09:51:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Cottbus hängt eine Politikerin zusammen mit Familienmitgliedern Plakate für den Landtagswahlkampf auf. Eine 29-jährige Frau wird auf die Gruppe aufmerksam und beleidigt sie rassistisch; u.a. mit den Worten &#8222;Ihr seid keine Menschen&#8220; und sinngemäß &#8222;das Grundgesetz gilt nicht für euch&#8220;. Im weiteren Wortgefecht versucht die Täterin ein Wahlplakat aus den Händen der Politikerin zu [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-278">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Cottbus hängt eine Politikerin zusammen mit Familienmitgliedern Plakate für den Landtagswahlkampf auf. Eine 29-jährige Frau wird auf die Gruppe aufmerksam und beleidigt sie rassistisch; u.a. mit den Worten &#8222;Ihr seid keine Menschen&#8220; und sinngemäß &#8222;das Grundgesetz gilt nicht für euch&#8220;. Im weiteren Wortgefecht versucht die Täterin ein Wahlplakat aus den Händen der Politikerin zu reißen und droht damit die Brille zu zerstören. Nach den Worten &#8222;wenn ich Sie jetzt schlage, sind Sie schwärzer als sie jetzt sind&#8220; packt die Täterin ihr an den Hals und schlägt ihr in den Nacken. Die Betroffene muss im Krankenhaus behandelt werden.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-278">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Kein Rassismus und keine Strafverfolgung&#8220; in Cottbus</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/report_gegen_rechts_2023_cottbus</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2023 16:21:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Prozess]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der neue Bericht &#252;ber rechtsextreme Tendenzen in der Rechtsprechung &#8222;Recht gegen rechts&#8220; ist erschienen. Darin befindet sich ein ausf&#252;hrlicher Artikel von Heike Kleffner, freie Journalistin und Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin des Bundesverbandes der Beratungsstellen f&#252;r Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG), zu einem der gr&#246;&#223;ten Justizskandale der letzten Jahre in Cottbus. Der Fall aus der Silvesternacht 2016/2017 [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/report_gegen_rechts_2023_cottbus">„Kein Rassismus und keine Strafverfolgung“ in Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><?xml encoding="UTF-8"></p>
<p>Der neue Bericht &uuml;ber rechtsextreme Tendenzen in der Rechtsprechung &bdquo;Recht gegen rechts&ldquo; ist erschienen. Darin befindet sich ein ausf&uuml;hrlicher Artikel von Heike Kleffner, freie Journalistin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Bundesverbandes der Beratungsstellen f&uuml;r Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG), zu einem der gr&ouml;&szlig;ten Justizskandale der letzten Jahre in Cottbus. Der Fall aus der Silvesternacht 2016/2017 in Spremberg ist ein klassisches Beispiel daf&uuml;r, wie langwierig die Strafverfolgung bei rechten Gewaltdelikten am Gerichtsbezirk Cottbus verl&auml;uft. Die schleppende und damit fehlende Aufarbeitung der Taten durch das Amts- und Landgericht Cottbus f&uuml;hrt zu einer <em>de facto</em> Strafffreiheit f&uuml;r rechte T&auml;ter. Den Artikel in voller L&auml;nge haben wir dankenswerterweise mit Zustimmung des Fischer Verlags auf dieser Seite ver&ouml;ffentlicht.</p>
<p>Unser Positionspapier zur fehlenden Strafverfolgung in Cottbus k&ouml;nnen Sie <a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/rechte-gewalt-und-fehlende-strafverfolgung-im-gerichtsbezirk-cottbus" aria-label="rechte gewalt und fehlende strafverfolgung im gerichtsbezirk cottbus">hier</a> nachlesen.</p>
<hr>
<h2><strong>Kein Rassismus und</strong><br />
<strong>keine Strafverfolgung</strong></h2>
<h5>Wie Ermittlungsbeh&ouml;rden und Justiz<br />
in Cottbus auf Neonazi-Gewalt reagieren</h5>
<p>
Die Welle rassistischer Gewalt aus den Jahren 2015 bis 2018 ist in den Medien und im &ouml;ffentlichen Diskurs l&auml;ngst in den Hintergrund ger&uuml;ckt. Doch die strafrechtliche Aufarbeitung der mehr als 3000 &uuml;berwiegend rassistisch motivierten Gewalttaten alleine in den f&uuml;nf ostdeutschen Bundesl&auml;ndern und Berlin aus diesem kurzen Zeitraum ist noch immer nicht abgeschlossen.</p>
<p>Noch nicht einmal besonders gravierende Tatvorw&uuml;rfe und eindeutige Hinweise auf Rassismus und Rechtsextremismus als Tatmotive f&uuml;hren offenbar nicht zu einer zeitnahen Strafverfolgung und ihrer W&uuml;rdigung. Besonders eindr&uuml;cklich zeigt sich dies im Fall eines versuchten Totschlags an Abdul K. (Name ge&auml;ndert) in der Silvesternacht 2017 in der s&uuml;dbrandenburgischen Kleinstadt Spremberg. Der T&auml;ter: ein Neonazi aus dem Umfeld der rechtsextremen &raquo;Black Legion &ndash; Kampfgemeinschaft Cottbus&laquo;.</p>
<p><strong>Alle Hinweise nach rechts ignoriert</strong></p>
<p>Erst f&uuml;nfeinhalb Jahre nachdem Abdul K. (Name ge&auml;ndert) morgens um drei Uhr auf der Tanzfl&auml;che der Diskothek im &raquo;City Center Spremberg&laquo; am 1. Januar 2017 v&ouml;llig unvermittelt von dem stadtbekannten Neonazi und Kampfsportler Rocco W. angegriffen worden war und durch mehrere gezielte Tritte gegen Kopf, Oberk&ouml;rper und Kiefer das Bewusstsein verloren sowie einen Unterkieferbruch und weitere Knochenbr&uuml;che erlitten hatte, begann am 17. Juni 2022 vor der 1. Gro&szlig;en Strafkammer des Landgerichts Cottbus der Prozess gegen den heute 39-j&auml;hrigen Angeklagten. Dabei hatte die Polizeidirektion Brandenburg S&uuml;d nach dem brutalen Angriff innerhalb von wenigen Tagen Rocco W. als mutma&szlig;lichen T&auml;ter ermittelt. Zeugen und Ersthelfer des schwer verletzten afghanischen Asylsuchenden Abdul K. hatten sich an die Polizei gewandt: Sie hatten Rocco W. anhand seines Facebook-Profils identifiziert und damit den Ermittlungsbeh&ouml;rden auch unzweifelhafte Hinweise auf dessen Einbindung in die militante Mischszene aus Neonazis und Kampfsportlern in S&uuml;dbrandenburg und Ostsachsen gegeben: Das damals noch &ouml;ffentlich einsehbare Facebook-Profil las sich wie ein Who&rsquo;s who bundesweiter militanter Neonazi-Netzwerke und Rechtsrock-Label: mit &raquo;Gef&auml;llt mir&laquo;-Verweisen auf Facebook-Seiten u. a. der &raquo;Black Legion &ndash; Kampfgemeinschaft Cottbus&laquo;, Accounts mit den Namen von NS-Kriegsverbrechern wie &raquo;Dr. Josef Mengele&laquo;, &raquo;Adolf Hitler&laquo; oder &raquo;10. SS-Panzerdivision Frundsberg&laquo; sowie &raquo;Likes&laquo; f&uuml;r die Rechtsrock-Band &raquo;Race War&laquo;, die rechtsextreme Initiative &raquo;Nein zum Heim in Spremberg&laquo;, die militante Neonazi-Gruppierung &raquo;Angry Aryans&laquo;, die inzwischen verbotene Neonazi-Vereinigung &raquo;Combat 18&laquo; und f&uuml;r den Wahlspruch der neonazistischen Hammerskins &raquo;Br&uuml;der schweigen&laquo;.</p>
<p>Mit der Festnahme von Rocco W. am 18. Januar 2017 und auch nach seiner Entlassung aus einer lediglich sechst&auml;gigen Untersuchungshaft schien einer z&uuml;gigen strafrechtlichen Aufarbeitung des schweren Angriffs auf Abdul K., der zu diesem Zeitpunkt immer noch in der Fl&uuml;chtlingsunterkunft leben musste, gegen die die &raquo;Initiative Nein zum Heim in Spremberg&laquo; mobilisierte, wenig im Weg zu stehen. Immerhin verfasste die Staatsanwaltschaft Cottbus noch im Juni 2017 eine Anklage wegen versuchten Totschlags gegen Rocco W. Doch zur &Uuml;berraschung von Abdul K. und seiner Nebenklagevertreterin Anja Lederer fand sich in der Anklage kein einziger Hinweis auf Rassismus oder Rechtsextremismus als Tatmotiv &ndash; was bei angemessener Ber&uuml;cksichtigung auch zu einer Anklage wegen versuchten Mordes h&auml;tte f&uuml;hren m&uuml;ssen. Stattdessen wurde als mutma&szlig;liches Tatmotiv nunmehr die Behauptung der damaligen Verlobten des Angeklagten angef&uuml;hrt, wonach Abdul K. sie auf der Tanzfl&auml;che sexuell bel&auml;stigt habe. Rocco W. seien daraufhin &raquo;die Sicherungen durchgebrannt&laquo;, er sei &raquo;nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen&laquo;; daran, dass es mehrerer Menschen bedurfte, um ihn von weiteren Tritten gegen den Kopf des schon am Boden liegenden verletzten Abdul K. abzubringen, habe er keine Erinnerung mehr.</p>
<p>Rechtsanw&auml;ltin Anja Lederer erfuhr durch eine Anzeige gegen ihren Mandanten und anschlie&szlig;ende Akteneinsicht, dass die Verlobte von Rocco W. Wochen nach dem Angriff, nach dessen Untersuchungshaft und erst in ihrer zweiten Zeuginnenvernehmung eine Strafanzeige wegen sexueller Bel&auml;stigung gegen Abdul K. gestellt hatte. Deren Wortlaut &uuml;bernahm die Anklage der Staatsanwaltschaft Cottbus unhinterfragt &ndash; trotz Videoaufnahmen der Tanzfl&auml;che, die sowohl den Angriff auf Abdul K. als auch das Vortatgeschehen zeigen: Abdul K., der alleine tanzt, weit weg von der Verlobten von Rocco W. Doch w&auml;hrend der minutenlange Gewaltexzess von Rocco W. auf den &Uuml;berwachungskameras in einzelnen Sequenzen und hochaufl&ouml;send f&uuml;r die Staatsanwaltschaft und das Gericht aufbereitet wurde, verzichtete die Staatsanwaltschaft Cottbus ebenso wie der Ermittlungsf&uuml;hrer der Polizeidirektion Cottbus darauf, die Videoaufnahmen von der Tanzfl&auml;che und den Tanzenden vor dem Angriff ebenfalls technisch aufbereiten zu lassen &ndash; und sich damit ein Bild von der Glaubw&uuml;rdigkeit von Rocco W.&rsquo;s Einlassung und der Zeug*innenaussagen u. a. seiner Verlobten zu verschaffen. Stattdessen beharrte der inzwischen pensionierte Ermittlungsf&uuml;hrer der Einheit &raquo;Strukturermittlungen&laquo; im Polizeipr&auml;sidium Cottbus auch im Zeugenstand darauf, dass es nicht notwendig gewesen sei, in Richtung eines rechtsextremen oder rassistischen Tatmotivs zu ermitteln. Schlie&szlig;lich sei ja das Tatmotiv der behaupteten sexuellen Bel&auml;stigung eindeutig gewesen &ndash; obwohl dieses vermeintliche &raquo;Motiv&laquo; tats&auml;chlich aber erst rund einen Monat nach der Tat auftauchte. Damit ignorierte der Ermittlungsf&uuml;hrer auch Hinweise seiner eigenen Beamten: Diese hatten unmittelbar nach dem Angriff auf Abdul K. auf eine weitere schwere rassistische Gewalttat gegen zwei afghanische Asylsuchende am 25. Dezember 2016 in unmittelbarer N&auml;he zum City Center Spremberg durch Security-Mitarbeiter und Bekannte von Rocco W. hingewiesen und einen m&ouml;glichen Zusammenhang vermutet.</p>
<p><strong>F&uuml;nf Jahre zwischen Tat und Hauptverhandlung </strong></p>
<p>Doch statt einer zeitnahen Hauptverhandlung folgte auf die Anklage wegen versuchten Totschlags an Abdul K. keinerlei Terminierung durch das Landgericht Cottbus. F&uuml;nf Jahre lang schrieb Nebenklagevertreterin Anja Lederer Beschwerden und Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen; schlie&szlig;lich reichte sie im April 2021 eine Entsch&auml;digungsklage beim Oberlandesgericht Brandenburg wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer zum Nachteil von Abdul K. ein. Denn dass Rocco W. durch Strafnachlass von der langen Verfahrensdauer profitieren w&uuml;rde, war l&auml;ngst absehbar, wohingegen die massiven Konsequenzen des Angriffs und dessen verschleppter Aufarbeitung f&uuml;r Abdul K. keinerlei W&uuml;rdigung durch die Justiz erfuhren.</p>
<p>Nachdem das Oberlandesgericht Brandenburg den Antrag auf Prozesskostenhilfe f&uuml;r die Entsch&auml;digungsklage abgewiesen hatte, folgte ein knappes Jahr sp&auml;ter dann die Terminierung der erstinstanzlichen Hauptverhandlung durch das Landgericht Cottbus f&uuml;r Juni 2022. In lediglich f&uuml;nf Verhandlungstagen, deren Termine nicht mit der Nebenklage abgestimmt worden waren, lehnte die 1. Gro&szlig;e Strafkammer mit Unterst&uuml;tzung der Staatsanwaltschaft s&auml;mtliche Beweisantr&auml;ge der Nebenklage ab. So begr&uuml;ndete die Kammer ihre Ablehnung des Beweisantrags der Nebenklage, das Facebook-Profil von Rocco W. beizuziehen und Zeug*innen vorzuhalten, u. a. mit den S&auml;tzen: &raquo;Selbst wenn der Angeklagte ein gefestigtes rechtsextremes Weltbild habe, verm&ouml;ge die Kammer nicht festzustellen, dass dieses zur Tat gef&uuml;hrt habe.&laquo; Die Richter*innen verwiesen dann auf die wiederholten Behauptungen von Rocco W. und seiner Verlobten, bei dem Angriff habe es sich um eine Reaktion auf eine angebliche sexuelle Bel&auml;stigung durch Abdul K. gehandelt. Auch den Beweisantrag der Nebenklage, die Videoaufnahmen von der Tanzfl&auml;che der Diskothek vor dem Angriff auf Abdul K. in der Hauptverhandlung in technisch einwandfreier und aufbereiteter Form zu zeigen, lehnte das Landgericht ab. Dabei hatte ein vom Gericht bestellter Gutachter explizit darauf hingewiesen, dass Rechtsextremismus und Rassismus grunds&auml;tzlich als eskalierende Faktoren bei Gewalttaten anzusehen seien.</p>
<p>Rechtsanw&auml;ltin Anja Lederer sagt: Nebenkl&auml;ger Abdul K. und sie wurden w&auml;hrend der f&uuml;nfj&auml;hrigen Verschleppungsphase und in der f&uuml;nft&auml;gigen Hauptverhandlung mit einer &raquo;Allianz aus Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht&laquo; konfrontiert. Diese Allianz habe &raquo;Rassismus und Rechtsextremismus weder als Motiv&laquo; f&uuml;r erheblich gehalten, noch &raquo;diesbez&uuml;glich ansatzweise ermitteln wollen.&laquo; Eine Auseinandersetzung mit der f&uuml;r Neonazis klassischen Legitimierung rassistischer Gewalt durch einen vermeintlichen Schutzauftrag f&uuml;r &raquo;deutsche Frauen&laquo; sei rundweg abgelehnt worden. Und eine Beweisaufnahme mit Zeug*innenvernehmungen f&uuml;nfeinhalb Jahre nach der Tat sei ohnehin eine Farce. Mitte Juli 2022 verurteilte das Landgericht Cottbus Rocco W. dann unter Ber&uuml;cksichtigung der &uuml;berlangen Verfahrensdauer wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gef&auml;hrlicher K&ouml;rperverletzung zu einer zweij&auml;hrigen Bew&auml;hrungsstrafe &ndash; mit einer auf vier Jahre ausgedehnten Bew&auml;hrungszeit, &raquo;damit Rocco W. auf dem rechten Weg bleibe&laquo;, so der Vorsitzende der 1. Gro&szlig;en Strafkammer, und zu einer Schmerzensgeldzahlung in H&ouml;he von 3000 Euro.</p>
<p>Damit wich das Gericht von den Forderungen der Staatsanwaltschaft ab: Diese hatte in ihrem Pl&auml;doyer eine dreieinhalbj&auml;hrige Haftstrafe nunmehr lediglich noch wegen schwerer K&ouml;rperverletzung gefordert. Zur Frage des Tatmotivs folgten Gericht und Staatsanwaltschaft den Behauptungen des angeklagten Neonazis und seiner Verlobten. Das Wort Rassismus fiel kein einziges Mal. &raquo;Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft haben einen schweren rassistischen Angriff wie eine gew&ouml;hnliche Kneipenschl&auml;gerei &rsaquo;um eine Frau&lsaquo; behandelt&laquo;, kritisiert Anja Lederer. W&auml;re es nach der Staatsanwaltschaft und dem Gericht gegangen, w&auml;ren die Zeug*innen nicht einmal zu der offenkundigen rechtsextremen und rassistischen Einstellung des Angeklagten befragt worden &ndash; seine Verbindungen in die militante s&uuml;dbrandenburgische Neonazi-Szene w&auml;ren ebenso unter den Tisch gefallen wie das Hakenkreuz-Tattoo auf seinem Oberarm und das &Uuml;berwachungsvideo von der Tat. Dieses Video widerlegt nach Ansicht der Nebenklage eindeutig die Behauptung des Angeklagten und seiner damaligen Verlobten, wonach der Angeklagte aufgrund einer angeblichen sexuellen Bel&auml;stigung durch das sp&auml;tere Opfer momentan die Kontrolle verloren und zugeschlagen habe.</p>
<p>Abdul K., der weiterhin an den Folgen des Angriffs leidet &ndash; sein Unterkieferbruch ist schlecht verheilt und bereitet ihm Schmerzen; posttraumatische Belastungsst&ouml;rungen in Form von Depressionen und massiven Kopfschmerzen verfolgen ihn auch an seinem neuen Wohnort au&szlig;erhalb von Brandenburg &ndash;, und seine Nebenklagevertreterin haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt &ndash; mit ungewissen Erfolgsaussichten. Martin Vesely, Berater bei der Opferberatung der Opferperspektive e. V. in Brandenburg, der Abdul K. und viele weitere Betroffene rassistischer Gewalt in Spremberg und im angrenzenden Neonazi-Hotspot Cottbus unterst&uuml;tzt, hatte schon im Juli 2021 kritisiert:</p>
<p>&raquo;Trotz der j&uuml;ngsten Personalaufstockungen in Staatsanwaltschaft und Gericht m&uuml;ssen wir in Cottbus weiterhin von einem strukturellen Problem bei der juristischen Strafverfolgung politisch rechtsmotivierter Taten ausgehen. Selbst wenn die seit vielen Jahren anh&auml;ngigen Verfahren nun St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck abgearbeitet werden sollten, f&uuml;hren die &uuml;berlangen Verfahrensdauern letztlich zu Straffreiheit f&uuml;r rechte T&auml;ter und zum Vertrauensverlust der Betroffenen in die Funktionsf&auml;higkeit des Rechtsstaats.&laquo; Eine staatliche Stelle immerhin hat im Fall von Abdul K. keinen Zweifel an der rassistischen Tatmotivation: Das Bundesamt f&uuml;r Justiz sprach ihm auf seinen Antrag eine Billigkeitsentsch&auml;digung als Opfer einer rechtsextremen Gewalttat zu und zeigte sich damit &uuml;berzeugt vom rassistischen Hintergrund des Angriffs.</p>
<p><strong>Erschreckende Diskrepanz</strong></p>
<p>Dabei hatte der Gesetzgeber in Umsetzung der Empfehlungen des ersten NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestags insbesondere f&uuml;r die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden und Justiz eine Reihe von wichtigen Gesetzesreformen verabschiedet, die die Strafverfolgung von rassistischer, antisemitischer und rechtsextremer Gewalt deutlich verbessern sollte: darunter die Anweisung f&uuml;r Polizeibeamte in den &raquo;Richtlinien f&uuml;r Strafverfahren und das Bu&szlig;geldverfahren (RiStBV), dass in allen F&auml;llen von Gewaltkriminalit&auml;t, die wegen der Person des Opfers einen rassistisch oder anderweitig politisch motivierten Hintergrund haben k&ouml;nnten, dieser eingehend gepr&uuml;ft und diese Pr&uuml;fung an geeigneter Stelle nachvollziehbar dokumentiert werden muss. Und f&uuml;r Staatsanw&auml;lt*innen und Richter*innen gilt seit August 2015, dass nach Paragraph 46 Absatz 2 Satz 2 des Strafgesetzbuches bei der Strafzumessung &raquo;besonders auch rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende&laquo; Beweggr&uuml;nde und Ziele von T&auml;ter*innen ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen. Doch der Abgleich zwischen den Intentionen des Gesetzgebers und der Realit&auml;t bei der Strafverfolgung auch nach schwersten antisemitisch, rassistisch und rechts motivierten Gewalttaten offenbart &ndash; nicht nur im Fall Abdul K. &ndash; weiterhin eine erschreckende Diskrepanz.</p>
<hr>
<p>Verfahren: Landgericht Cottbus, Urteil vom 19. Juli 2022, Aktenzeichen 21 Ks 4/17.<br />
Literatur: Opferperspektive Brandenburg, Positionspapier: Rechte Gewalt und fehlende Strafverfolgung im Gerichtsbezirk Cottbus vom 26. Januar 2021, abrufbar unter https://www.opferperspektive.de.</p>
<hr>
<p><a href="https://www.fischerverlage.de/buch/recht-gegen-rechts-9783103971866" aria-label="recht gegen rechts 9783103971866"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-44645 size-medium" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/02/9783103971866-197x300.jpg" alt='Cover des Buchs "Report gegen Rechts 2023' width="197" height="300" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/02/9783103971866-197x300.jpg 197w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/02/9783103971866-674x1024.jpg 674w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/02/9783103971866-768x1167.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/02/9783103971866-1011x1536.jpg 1011w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/02/9783103971866-1347x2048.jpg 1347w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/02/9783103971866.jpg 1477w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /></a></p>
<p>Nele Austermann, Andreas Fischer-Lescano, Heike Kleffner, Kati Lang, Maximilian Pichl, Ronen Steinke, Tore Vetter (Hg.): Recht gegen rechts &ndash; Report 2023</p>
<p>&copy; 2023 S. Fischer Verlag GmbH,<br />
Hedderichstr. 114, D-60596 Frankfurt am Main</p>
<hr>
<p><a href="https://www.fischerverlage.de/buch/recht-gegen-rechts-9783103971866" aria-label="recht gegen rechts 9783103971866">www.fischerverlage.de/buch/recht-gegen-rechts-9783103971866</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/report_gegen_rechts_2023_cottbus">„Kein Rassismus und keine Strafverfolgung“ in Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Cottbus</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-120</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Herz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2020 10:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Chronologie]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Angriffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Cottbuser Hauptbahnhof beleidigt ein 26-Jähriger einen Jugendlichen, der laut Polizeiangaben die Staatsangehörigkeit der Republik Guniea besitzt, rassistisch und greift ihn körperlich an.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Cottbuser Hauptbahnhof beleidigt ein 26-Jähriger einen Jugendlichen,<br />
der laut Polizeiangaben die Staatsangehörigkeit der Republik Guniea<br />
besitzt, rassistisch und greift ihn körperlich an.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-120">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Rezension: Zukunft rechts?!</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/schattenberichte/rezension-zukunft-rechts</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2019 11:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rundbrief “Schattenberichte”]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus unserem Rundbrief Schattenberichte Juli 2019 Der Verein Zukunft Heimat ist f&#252;r viele zum Inbegriff rassistischer Mobilisierung in Cottbus und im Land Brandenburg geworden. Joschka Fr&#246;schner, Mitarbeiter des Vereins Opferperspektive und Jakob Warnecke, promovierter Historiker, analysieren in der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem&#173; Aktionsb&#252;ndnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit herausgegebenen Brosch&#252;re pr&#228;zise die Entwicklung, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><?xml encoding="UTF-8"><em>Aus unserem Rundbrief Schattenberichte Juli 2019</em></p>
<p>Der Verein Zukunft Heimat ist f&uuml;r viele zum Inbegriff rassistischer Mobilisierung in Cottbus und im Land Brandenburg geworden. Joschka Fr&ouml;schner, Mitarbeiter des Vereins <em>Opferperspektive</em> und Jakob Warnecke, promovierter Historiker, analysieren in der von der <em>Rosa-Luxemburg-Stiftung</em> und dem&shy; <em>Aktionsb&uuml;ndnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit</em> herausgegebenen Brosch&uuml;re pr&auml;zise die Entwicklung, Vernetzung und Wirkung der als Pro Z&uuml;tzen gegr&uuml;ndeten gefl&uuml;chteten-feindlichen Initiative. Zukunft Heimat gilt inzwischen als Erfolgsmodell und wird &uuml;berregional von rechten Strukturen, wie <em>Ein Prozent</em>, <em>Institut f&uuml;r Staatspolitik</em> und <em>Pegida</em> unterst&uuml;tzt. Zurecht widmen sich die beiden Autoren diesem besorgniserregenden Beispiel auf 87 Seiten. Zum Redaktionsschluss Anfang diesen Jahres sehen sie den erneut eingetretenen Wahlerfolg der AfD in Brandenburg voraus und stellen ihn in einen Zusammenhang mit den Aktivit&auml;ten des Vereins. Die rassistischen Stra&szlig;enproteste um <em>Zukunft Heimat</em> seien ein stimmenbringendes Modell, das von anderen Landesverb&auml;nden der Partei &uuml;bernommen werden k&ouml;nnte. In Sachen wirksamer, langfristiger Gegenma&szlig;nahmen zum rechten Agenda-Setting herrscht weitgehende Ratlosigkeit. Die Verwaltung und Presse der Region, die der Entwicklung wenig entgegenzusetzen haben, sehen die Autoren in die Verantwortung und zeigen, welche massiven Auswirkungen die rassistische<br />
Stimmungsmache unter anderem f&uuml;r Gefl&uuml;chtete und People of Color hat.</p>
<p><em>Rosa-Luxemburg-Stiftung/ Aktionsb&uuml;ndnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus &amp; Fremdenfeindlichkeit: &bdquo;Was interessiert mich denn Cottbus?&ldquo; Dynamiken rechter Formierung in S&uuml;dbrandenburg: der Verein Zukunft Heimat. Potsdam 2019.</em></p>
<p>Die gesamte Ausgabe ist als PDF hier zu finden:<br />
<a href="/wp-content/uploads/2019/07/Schattenbericht_2019_1_web.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="Schattenbericht 2019 1 web (&ouml;ffnet in neuem Tab)"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-39818" src="/wp-content/uploads/2019/07/Schattenbericht_2019_1_front-214x300.jpg" alt="" width="214" height="300" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2019/07/Schattenbericht_2019_1_front-214x300.jpg 214w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2019/07/Schattenbericht_2019_1_front-768x1077.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2019/07/Schattenbericht_2019_1_front-730x1024.jpg 730w" sizes="(max-width: 214px) 100vw, 214px" /></a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/schattenberichte/rezension-zukunft-rechts">Rezension: Zukunft rechts?!</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cottbus</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-107</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jun 2019 12:40:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An der Tram-Haltestelle Stadtpromenade unterhalten sich zwei 14-jährige Freunde auf arabisch. Als diese Unterhaltung ein in der Nähe stehender deutlich älterer erwachsener deutscher Mann, welcher in Begleitung eines zweiten Erwachsenen war, wahrnimmt, beginnt er die zwei Jugendlichen rassistisch zu beschimpfen. Er fordert die Beiden auf Deutsch zu sprechen. Als einer der Betroffenen sagt, er solle [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>An der Tram-Haltestelle Stadtpromenade unterhalten sich zwei 14-jährige Freunde auf arabisch. Als diese Unterhaltung ein in der Nähe stehender deutlich älterer erwachsener deutscher Mann, welcher in Begleitung eines zweiten Erwachsenen war, wahrnimmt, beginnt er die zwei Jugendlichen rassistisch zu beschimpfen. Er fordert die Beiden auf Deutsch zu sprechen. Als einer der Betroffenen sagt, er solle ihn in Ruhe lassen, beginnt der Angreifer ihm zu drohen und versucht ihm in das Gesicht zu schlagen, trifft ihn aber am Hals. Der Freund des 14-Jährigen geht dazwischen. Daraufhin schlägt der Mann ihm mit der Faust ins Gesicht und greift die Betroffenen weiter an. Als sich Zeug*innen einmischen, flüchtet der Täter mit seinem Begleiter. Die angegriffenen Jugendlichen erleiden Verletzungen im Gesicht, am Hals und Abschürfungen an den Armen und Beinen, die bei einem der Jungen ambulant im Krankenhaus versorgt werden müssen.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/chronologie-rechter-angriffe/cottbus-107">Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prozessbericht: Nach über 7 Jahren Verfahrensdauer und verschwundener Akten</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/cottbus-akten-verschwunden</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2019 16:09:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Prozeß gegen rechten Schläger am Landgericht Cottbus nach über sieben Jahren Verfahrensdauer zu Ende gegangen Vorsitzende Richterin erklärt: &#8222;Offensichtlich sind hier einige Jahre lang ein paar Akten verschwunden gewesen&#8230;&#8220; Vor dem Landgericht Cottbus wurde am gestrigen Dienstag eine Berufungsverhandlung abgeschlossen, die mit einem Schuldspruch gegen einen rechten Täter endete, der zu einem Jahr und acht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Prozeß gegen rechten Schläger am Landgericht Cottbus nach über sieben Jahren Verfahrensdauer zu Ende gegangen</strong></p>
<p><em>Vorsitzende Richterin erklärt: &#8222;Offensichtlich sind hier einige Jahre lang ein paar Akten verschwunden gewesen&#8230;&#8220;</em></p>
<p>Vor dem Landgericht Cottbus wurde am gestrigen Dienstag eine Berufungsverhandlung abgeschlossen, die mit einem Schuldspruch gegen einen rechten Täter endete, der zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde. Der Angreifer musste sich für eine ganze Reihe von Straftaten verantworten, u.a. für einen Angriff vom 15.10.2011 in Senftenberg. Damals wurde eine 70-jährige Frau und ihr Enkel unter &#8222;Heil Hitler&#8220;-Rufen und dem Zeigen des sog. Hitlergruß angegriffen. Der Enkel erlitt dabei eine Platzwunde am Ohr. Die 70-jährige Frau wurde gegen den Oberkörper geschlagen und musste aufgrund der Verletzungen fünf Tage im Krankenhaus verbringen. Die Brandenburger Justiz benötigte zur Sanktionierung der Tat über sieben Jahre.</p>
<p>&#8222;Die überlangen Verfahrenslängen sind für die Betroffenen rechter Gewalt eine völlig inakzeptable Situation und stehen einer Aufarbeitung der Gewalterlebnisse im Weg&#8220;, so Martin Vesely von der Beratungsstelle Opferperspektive e.V. &#8222;Für die rechten Täter bedeutet die ausbleibende zeitnahe Sanktionierung durch die Justiz eine Bestärkung in ihrem menschenverachtenden Denken und Handeln&#8220;, so Vesely weiter. Die über siebenjährige Verfahrensdauer wirkte sich bei der Strafzumessung des Gerichts für den rechten Schläger strafmildernd aus, so dass er letztlich mit einer Bewährungsstrafe davonkam. Aufgrund anderer Taten und offener Bewährungsauflagen wäre bei einer zeitnahen Verurteilung eine Bewährung ausgeschlossen gewesen.</p>
<p>Zusätzlich zu dem Missstand der fehlenden zeitnahen Bearbeitung offenbarte das Verfahren einen erschreckenden Einblick in die Abläufe der Cottbuser Justiz. Die Vorsitzende erklärte die lange Verfahrensdauer folgendermaßen: &#8222;Offensichtlich sind hier einige Jahre lang ein paar Akten verschwunden gewesen&#8230;&#8220;. Bei der Erläuterung des Urteils musste sie zudem eingestehen: &#8222;Ich kann nicht sagen, ob mir jetzt vollständige Akten vorliegen&#8220;.</p>
<p>&#8222;Die hier offenbarten verheerenden Zustände im Landgericht Cottbus lassen für die dringend notwendige juristische Aufarbeitung der Welle von rassistischer und rechter Gewalt in den letzten Jahren in Cottbus und Umgebung nichts Gutes erahnen. Gleiches gilt für den weiteren Verlauf des §129-Verfahrens gegen die rechte Szene in der Region, welches vor ein paar Wochen zu massiven Hausdurchsuchungen führte. Aufgrund des ausbleibenden juristischen Drucks gegen rechte Schläger bedarf es dringend politischer Interventionen aus dem Land&#8220;, so Vesely weiter.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/cottbus-akten-verschwunden">Prozessbericht: Nach über 7 Jahren Verfahrensdauer und verschwundener Akten</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prozessbericht: Schwere Mängel in Cottbus</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/schwere-maengel-im-gerichtsbezirk-cottbus</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2018 13:33:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen­­­ &­­ Stellungnahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www-dev.opferperspektive.de/?p=38574</guid>

					<description><![CDATA[<p>Verfahren gegen Spremberger Neonazi offenbart schwere Mängel im Gerichtsbezirk Cottbus Am vergangenen Dienstag endete das Berufungsverfahren am Landgericht Cottbus gegen den Spremberger Neonazi Marcus S. mit Einstellungen und einer Bewährungsstrafe. Zeug*innen wurden nicht gehört. Bei der Erstverhandlung am Amtsgericht war S. zu einer Haftstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt worden. Grund für die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Verfahren gegen Spremberger Neonazi offenbart schwere Mängel im Gerichtsbezirk Cottbus</p>
<p>Am vergangenen Dienstag endete das Berufungsverfahren am Landgericht Cottbus gegen den Spremberger Neonazi Marcus S. mit Einstellungen und einer Bewährungsstrafe. Zeug*innen wurden nicht gehört. Bei der Erstverhandlung am Amtsgericht war S. zu einer Haftstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt worden. Grund für die milde Strafe waren prozessuale Fehler und die überaus lange Verfahrensdauer. Eine der Taten, die S. vorgeworfen wurden, liegt bereits über sechs Jahre zurück. Die Opferperspektive sieht rechtsstaatliche Mindeststandards im Gerichtsbezirk Cottbus als nicht mehr gewährleistet an.</p>
<p>Dem Angeklagten Marcus S., der unter anderem wegen des Verbotsverfahren der neonazistischen „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ in den Fokus der Ermittlungsbehörden geriet, wurden vor dem Landgericht eine Reihe von Vergehen vorgeworfen: Unterschlagung, Beleidigung in drei Fällen, Körperverletzung in Tateinheit mit Bedrohung und Beleidigung, versuchte Nötigung, sowie zwei weitere gefährliche Körperverletzungen, begangen im Zeitraum vom 20. April 2012 bis zum 18. Oktober 2014. Die Taten richteten sich in erster Linie gegen linke und nicht-rechte Jugendliche aus Spremberg und Cottbus.</p>
<p>Drei der sieben Anklagepunkte wurden zu Beginn wegen eines prozessualen Fehlers eingestellt, die Verlesung des Eröffnungsantrags der Staatsanwaltschaft war nicht protokolliert worden. Ohne Zeug*innen gehört zu haben, wurde S. schließlich zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt, die zu zwei Jahren Bewährung ausgesetzt wurde. Das Urteil beinhaltet zwei Fälle von Beamtenbeleidigung, eine versuchte Nötigung eines Journalisten der Lausitzer Rundschau und zwei gefährliche Körperverletzungen, bei denen er einem Jugendlichen mehrfach ins Gesicht geschlagen und gegen den Kopf getreten hatte, so dass dieser ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Außerdem muss der Verurteilte ein Schmerzensgeld von 2400 Euro an den Geschädigten zahlen, der sich als Nebenkläger dem Prozess anschloss.</p>
<p>Rechtsanwältin Regina Götz, die die Nebenklage im Verfahren vertrat, äußerte sich nach dem Ende der Verhandlung besorgt: „Die Strafjustiz in Cottbus ist nicht funktionsfähig. Teilweise wurden schon Strafverfahren mit schwerwiegenden Tatvorwürfen, wie der Fragezeichenprozess, einfach eingestellt. Vor allem im Bereich rechter Gewalt hat das fatale Folgen.“</p>
<p>Für die Betroffenen der Gewalttaten des Spremberger Neonazis geht eine lange Leidenszeit zu Ende. Wegen der langen Verfahrensdauer konnten sie in den vergangenen sechs Jahren mit den Übergriffen gegen sie nicht abschließen, und mussten sich immer wieder der Angst stellen, dem Täter gegenüber treten zu müssen. Wiederholt wurden Verhandlungstermine kurzfristig abgesagt. Eine Zeugin, die zum Tatzeitpunkt 12 Jahre alt war, ist im Verlauf des Verfahrens volljährig geworden – die Sorgen aufgrund der Gerichtsverhandlung haben sie ihre gesamte Jugend begleitet. „Für viele der Betroffenen ist in den vergangenen Jahren die Hoffnung, so etwas wie Gerechtigkeit zu erfahren, in den Hintergrund gerückt. Der Wunsch, dass das Verfahren zu Ende geht, stand im Vordergrund. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass der Staat nicht in der Lage ist, rechte Gewalttaten annähernd angemessen zu verfolgen, und viel Vertrauen in den Rechtsstaat verloren“, so Joschka Fröschner, der für die Opferperspektive in Südbrandenburg berät.</p>
<p>Die Einigung, während des Landgerichtsverfahrens keine Zeug*innen zu hören, wurde durch den Vertreter der Staatsanwaltschaft u.a. damit begründet, dass man Zeug*innen, die sowieso schon nicht mehr aussagen wollten, nicht durch eine weitere Aussage belasten wolle. Nach sechs Jahren ging für die Zeug*innen das Verfahren somit mit einer mehrstündigen Wartezeit auf dem Gerichtsflur, und schließlich der Mitteilung, dass sie nicht mehr gebraucht werden würden, zu Ende.</p>
<p>Mit diesem Gerichtsverfahren erfahren rechte Gewalttäter im Gerichtsbezirk Cottbus wiederholt, dass lange Verfahrensdauern zu milden Strafen oder Einstellungen führen. Ein fatales Signal an die organisierte rechte Szene, und leider kein Einzelfall: Vor wenigen Wochen endete ein anderes Verfahren am Amtsgericht Cottbus mit einer Einstellung wegen geringer Schuld. Hier wurde dem Angeklagten vorgeworfen, von seinem Balkon eine Glasflasche auf zwei junge Mädchen geworfen zu haben, weil sie Kopftücher trugen. Mitverantwortlich für die Einstellung war auch hier die Verfahrensdauer – vier Jahre lagen zwischen Tat und Erstverhandlung.</p>
<p>Das Fazit von Joschka Fröschner: „In Cottbus sind rechtsstaatliche Mindeststandards nicht mehr gewahrt. Rechte Tätermilieus, die dafür sorgen, dass die Stadt und ihr Umland seit Jahren ein Brennpunkt rechter Gewalt ist, werden so in ihrem Handeln bestärkt. Vorzuwerfen ist dies allerdings kaum den einzelnen Angestellten im Gerichtsbezirk. Die Landespolitik ist gefordert, die entsprechende personelle Ausstattung bei Staatsanwaltschaft und Gerichten sicherzustellen, um dem aktuellen Zustand annähernder Straflosigkeit für rechte Gewalttäter entgegenzuwirken.“</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/schwere-maengel-im-gerichtsbezirk-cottbus">Prozessbericht: Schwere Mängel in Cottbus</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hohe Zahl rechter Angriffe im ersten Halbjahr</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/hohe-zahl-rechter-angriffe-im-ersten-halbjahr</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2018 09:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Angriffe]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Asylbewerber]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Cottbus]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalttaten]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[rassistische Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=37247</guid>

					<description><![CDATA[<p>97 Angriffe zählte die Opferperspektive im ersten Halbjahr 2018 im Land Brandenburg. Mittlerweile (Stand 1. August 2018) sind es über 100 Angriffe, die in diesem Jahr registriert wurden. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2017 wurden 98 Fälle gezählt, im ganzen Jahr 171. Die weit überwiegende Zahl der Fälle (80) war rassistisch motiviert, herausragender regionaler Schwerpunkt [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/hohe-zahl-rechter-angriffe-im-ersten-halbjahr">Hohe Zahl rechter Angriffe im ersten Halbjahr</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>97 Angriffe zählte die Opferperspektive im ersten Halbjahr 2018 im Land Brandenburg. Mittlerweile (Stand 1. August 2018) sind es über 100 Angriffe, die in diesem Jahr registriert wurden. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2017 wurden 98 Fälle gezählt, im ganzen Jahr 171. Die weit überwiegende Zahl der Fälle (80) war rassistisch motiviert, herausragender regionaler Schwerpunkt Cottbus (22 Fälle). Angriffe waren zumeist Körperverletzungsdelikte (einfache KV: 46, gefährliche KV: 33). Die Opferperspektive fordert den Schutz der Betroffenen ernstzunehmen und aktiv zu verfolgen.</p>
<p>Fast täglich registrieren die Berater_innen für Betroffene rechter Gewalt des Vereins Opferperspektive neue Fälle. Da ist die Mutter, die mit ihrer Tochter im Supermarkt Persisch spricht und deswegen verbal rassistisch angegangen wird und, als sie sich dies verbittet, geschlagen wird. Da werden Moscheebesucher_innen mit Steinen beworfen. Da ist die schwangere Frau, die mit ihrem Freund von vermummten Rechten angegriffen wird, weil Neonazis glauben, dass sie rechte Aufkleber abgekratzt hätten.</p>
<p>Es muss festgestellt werden, dass es in den letzten Monaten keinen Rückgang rechter Gewalttaten gegeben hat. Das Niveau rassistischer Gewalt bleibt stabil hoch, obwohl viele Gründe, die in den letzten drei Jahren für den Anstieg rechter Gewalttaten herangezogen wurden, derzeit nicht gegeben sind. Weder gibt es in diesem Jahr Landtags- oder Bundestagswahlen, noch kommen derzeit in hoher Zahl Geflüchtete in Brandenburg an. Auch gibt es außerhalb des Cottbusser Großraums derzeit keine starken politischen Aktivitäten rechter Gruppen im öffentlichen Raum. Rassistische Gewalt ist in den letzten drei Jahren für einen Teil der Brandenburger Bevölkerung offenbar zu einer normalen und akzeptierten Handlungsweise im Umgang mit Migrant_innen geworden.</p>
<p>Dabei stellen in Fällen rassistischer Gewalt die registrierten physischen Angriffe nur die Spitze des Erlebens der Betroffenen dar. Neben den physischen Angriffen sind viele von ihnen täglich mit rassistischer Diskriminierung konfrontiert, werden nicht in Sportstudios gelassen, in Läden nicht bedient oder auf der Straße beschimpft. Das Erleben dieser alltäglichen Feindseligkeit in Verbindung mit der ständigen Angst vor Gewalt belastet die Betroffenen psychisch stark. Für einen syrischen Asylbewerber waren diese anhaltenden Anfeindungen und zwei tätliche Angriffe auf ihn in kurzer Zeit Auslöser einen Suizidversuch zu unternehmen.</p>
<p>Hannes Püschel, Berater der Opferperspektive, berichtet: „Wir haben es derzeit mit vielen Betroffenen, die schwerwiegende psychische Folgen davongetragen haben zu tun. Nach unserer Beobachtung sind staatliche Stellen, von der Polizei über die Justiz bis hin zu Ausländer- und Sozialbehörden immer wieder mit der aktuellen von massiver rechter Gewalt geprägten Situation überfordert und stellen kaum eine Hilfe für die Betroffenen dar. Wir müssen erkennen, dass die seit drei Jahren anhaltende Hochphase rechter Gewalt kein vorübergehendes kurzfristiges Phänomen ist. Dementsprechend muss auf diese Lage seitens des Landes, der Kommunen und der Zivilgesellschaft reagiert werden und der Schutz der Betroffene höchste Priorität bekommen.“</p>
<p>Pressekontakt und Ansprechpartner_innen:</p>
<p>Christin Jänicke<br />
Tel.: 0151 59100083</p>
<p>Hannes Püschel<br />
Tel.: 0151 50768549</p>
<p>Büro der Opferperspektive<br />
Tel.: 0331 8170000</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/hohe-zahl-rechter-angriffe-im-ersten-halbjahr">Hohe Zahl rechter Angriffe im ersten Halbjahr</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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