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	<title>Gerichtsverfahren - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
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	<lastBuildDate>Thu, 25 Jun 2026 08:08:16 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Cottbus: Verfahren nach queerfeindlichem Angriff eingestellt</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/cottbus-verfahren-nach-queerfeindlichem-angriff-eingestellt</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Herz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 06:55:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Staatsanwaltschaft Cottbus nicht an Verfolgung rechter Gewalt interessiert Am 9. Juni 2026 sollte vor dem Amtsgericht Cottbus ein queerfeindlicher Angriff aus dem Jahr 2024 verhandelt werden. Die Betonung liegt auf „sollte“, denn das Verfahren wurde nach Antrag der Verteidigung und mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft gegen die Zahlung einer geringen Geldauflage eingestellt. Dies geschah, ohne die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 class="wp-block-heading">Staatsanwaltschaft Cottbus nicht an Verfolgung rechter Gewalt interessiert</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. Juni 2026 sollte vor dem Amtsgericht Cottbus ein queerfeindlicher Angriff aus dem Jahr 2024 verhandelt werden. Die Betonung liegt auf „sollte“, denn das Verfahren wurde nach Antrag der Verteidigung und mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft gegen die Zahlung einer geringen Geldauflage eingestellt. Dies geschah, ohne die Angegriffenen und weitere Zeug*innen anzuhören.<br>Der Antrag der Verteidigung, dem die Staatsanwaltschaft folgte, berief sich darauf, dass die Angeklagten seitdem keine weiteren Straftaten begangen hätten und die Tat bereits lange zurück liege. Die Staatsanwaltschaft nannte „prozessökonomischen Gründe“, also die Maßgabe, möglichst ressourcenschonend vorzugehen, für ihre Zustimmung zur Einstellung. Für die Betroffenen der rechtsmotivierten Gewalt ist das eine herbe Enttäuschung, die ihr Vertrauen in den Rechtsstaat nachhaltig erschüttert.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was war passiert?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die zwei jungen Männer aus Kolkwitz waren angeklagt, am 20. April 2024 nach einer Party im Cottbuser Studentenclub „Muggefug“ zunächst für Ärger gesorgt zu haben, weil sie einen Stuhl aus den Räumlichkeiten entfernen wollten. Darauf vom betroffenen Studenten angesprochen, reagierten sie mit queerfeindlichen Beleidigungen und Schlägen gegen ihn und einen weiteren Studierenden. Die verständigte Polizei konnte die beiden Tatverdächtigen und einen weiteren Mittäter noch vor Ort aufgreifen.<br>Gegen letzteren wird ein gesondertes Verfahren vor dem Jugendgericht geführt, da er zum Tatzeitpunkt noch minderjährig war.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kein Interesse an Strafverfolgung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Juni 2024, weniger als zwei Monate nach der Tat, erhielt einer der Angegriffenen Post von der Staatsanwaltschaft Cottbus. Das Verfahren wegen Körperverletzung werde eingestellt, hieß es darin. Die Strafverfolgung der queerfeindlichen Tat sei „nicht als ein gegenwärtiges Anliegen der Allgemeinheit anzusehen“, so die Staatsanwaltschaft weiter.<br>Daraufhin wandte sich der Student an die Opferperspektive und legte Beschwerde gegen die Einstellung ein – mit Erfolg. Denn die Einstellung der Staatsanwaltschaft war rechtswidrig: in den bundeseinheitlichen Richtlinien für das Strafverfahren (RistBV) ist klar geregelt, dass bei vorurteilsmotivierten Taten grundsätzlich ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung gegeben ist. Außerdem fehlte im Schreiben die Belehrung über Fristen und Beschwerdemöglichkeiten. Die Staatsanwaltschaft Cottbus musste das Verfahren schließlich wieder aufnehmen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vom Staat im Stich gelassen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Danach hieß es für den Betroffenen: Warten. Zwei Jahre lang, in denen das Erlebte immer wieder Thema war. Dann endlich wurde die Verhandlung angesetzt. Auch das war für ihn mit Stress verbunden, aber auch mit der Möglichkeit, selbst schildern zu können, was passiert war und welche Auswirkungen die queerfeindliche Tat hatte. Und mit der Perspektive, mit dem Geschehenen abzuschließen und der Erwartung, dass der Staat klar signalisiert, dass rechte Gewalt verfolgt und bestraft wird. Stattdessen endete die Verhandlung nach 5 Minuten mit der Einstellung des Verfahrens. Ohne die Möglichkeit selbst zu sprechen. Und mit dem Eindruck: Jetzt hat die Staatsanwaltschaft das erreicht, was sie schon vor zwei Jahren wollte &#8211; den Fall abhaken und die Akte schließen. Besonders bitter: Die lange Verfahrensdauer – also die Langsamkeit von Gericht und Staatsanwaltschaft, unter der gerade die Angegriffenen schwer zu leiden hatten – lieferte nun einen der zentralen Gründe für die Einstellung. Das sorgt für zusätzliches Unverständnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Cottbus, in der sich rechte Gewaltstraftaten häufen und der Oberbürgermeister der Stadt und der Innenminister Brandenburgs die konsequente Strafverfolgung rechter Gewalttäter*innen fordern bzw. ankündigen, ist die Einstellung dieses Verfahrens ein fatales Signal.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was jetzt passieren muss</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Konsequenzen für rechte Gewalttäter*innen an „prozessökonomischen Erwägungen“ scheitern und Betroffene von der Justiz im Stich gelassen werden, dann wird sich an den massiven Problemen mit rechter Gewalt in Cottbus auch in Zukunft nichts ändern.<br>Es kann nicht sein, dass ein schonender Umgang mit den eigenen Ressourcen für die Staatsanwaltschaft Cottbus wichtiger ist als die Verfolgung von rechtsmotivierten Gewalttaten und die Belange der Verletzten. Die Opferperspektive fordert, dass die Staatsanwaltschaft ihre Prioritätensetzung ändert, um ihrem gesellschaftlichen Auftrag endlich wieder gerecht zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/cottbus-verfahren-nach-queerfeindlichem-angriff-eingestellt">Cottbus: Verfahren nach queerfeindlichem Angriff eingestellt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Prozessbericht: Gerichtsverfahren wegen rassistischer Attacke auf schwangere Frau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jul 2018 08:26:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am Dienstag, den 17. Juli 2018, beginnt um 9:00 Uhr am Amtsgericht Senftenberg das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung an einer schwangeren Frau. Die Opferperspektive begleitet den Prozess und ruft zur solidarischen Prozessbeobachtung auf. Angeklagt ist ein 19-Jähriger aus Großräschen. Ihm wird vorgeworfen, am 25. August 2017 vier Frauen mit ihren Kindern auf einem Spielplatz angegriffen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, den 17. Juli 2018, beginnt um 9:00 Uhr am Amtsgericht Senftenberg das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung an einer schwangeren Frau. Die Opferperspektive begleitet den Prozess und ruft zur solidarischen Prozessbeobachtung auf.</p>
<p>Angeklagt ist ein 19-Jähriger aus Großräschen. Ihm wird vorgeworfen, am 25. August 2017 vier Frauen mit ihren Kindern auf einem Spielplatz angegriffen zu haben. Der damals 18-jährige Deutsche soll auf die Gruppe zugekommen sein und sie rassistisch beleidigt haben. Laut Anklage habe der Angreifer einer schwangeren Frau in den Bauch und ein 5-jähriges Kind in den Rücken getreten. Die Betroffene hat sich dem Prozess als Nebenklägerin angeschlossen.</p>
<p>„Wir hoffen, dass bei diesem ersten Termin viele Besucher_innen ihre Unterstützung für die Betroffenen zeigen.“, sagt Anne Brügmann, Beraterin der Opferperspektive, die am Verhandlungstag vor Ort sein wird.</p>
<p>Die Attacke war eine der schwerwiegendsten rassistischen Gewalttaten, die die Opferperspektive im vergangenen Jahr registriert hat. 2017 nahm die Anzahl von Übergriffen, die sich gegen Kinder richteten, deutlich zu. Eine von acht Betroffenen rechter Gewalt war in diesem Zeitraum zum Tatzeitpunkt 13 Jahre alt oder jünger. In der Mehrzahl der Angriffe auf Kinder war Rassismus das Tatmotiv.</p>
<p>Pressekontakt und Ansprechpartner_innen:</p>
<p>Anne Brügmann<br />
Tel: 0151-59100085</p>
<p>Büro der Opferperspektive<br />
Tel.: 0331-8170000</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/senftenberg-gerichtsverfahren-wegen-rassistischer-attacke-auf-schwangere-frau">Prozessbericht: Gerichtsverfahren wegen rassistischer Attacke auf schwangere Frau</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Prozessbericht: Angriff auf Limsdorfer Ortsbürgermeister</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2018 10:01:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Prozess wegen rechtem Angriff auf ehemaligen Ortsbürgermeister von Limsdorf wird in Fürstenwalde fortgesetzt. Am kommenden Donnerstag, den 21. Juni 2018, kommt es ab 9.30 Uhr am Amtsgericht Fürstenwalde zur Fortsetzung eines Verfahrens wegen einer rechtsmotivierten Körperverletzung. Der Verein Opferperspektive möchte die Öffentlichkeit auf den Termin hinweisen und begleitet den Betroffenen im Gerichtsverfahren. Die zu [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/prozess-wegen-rechtem-angriff-auf-ehemaligen-ortsbuergermeister-von-limsdorf-wird-in-fuerstenwalde-fortgesetzt">Prozessbericht: Angriff auf Limsdorfer Ortsbürgermeister</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Prozess wegen rechtem Angriff auf ehemaligen Ortsbürgermeister von Limsdorf wird in Fürstenwalde fortgesetzt.</p>
<p>Am kommenden Donnerstag, den 21. Juni 2018, kommt es ab 9.30 Uhr am Amtsgericht Fürstenwalde zur Fortsetzung eines Verfahrens wegen einer rechtsmotivierten Körperverletzung. Der Verein Opferperspektive möchte die Öffentlichkeit auf den Termin hinweisen und begleitet den Betroffenen im Gerichtsverfahren.</p>
<p>Die zu verhandelnde Tat soll sich bereits vor knapp drei Jahren ereignet haben. Christian T. wird vorgeworfen, am 27. Juli 2015, den damaligen ehrenamtlichen Ortsbürgermeister von Limsdorf und Stadtverordneten von Storkow, Wolfgang H., zu Boden gestoßen, geschlagen, und unter anderem als „Rote Sau“ beschimpft zu haben. Seit den Ereignissen vom Juli 2015<br />
ist der Betroffene schwer erkrankt und leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er musste krankheitsbedingt seine politischen Mandateniederlegen, und hat Limsdorf mittlerweile verlassen, um sich wieder sicher zu fühlen.</p>
<p>Vor dem Angriff war Wolfgang H. viele Jahre gegen rechte Umtriebe im örtlichen Jugendclub und in der Gemeinde engagiert. Immer wieder stellten sich H. und auch seine Ehefrau öffentlich gegen rechte Veranstaltungen in Storkow. Dadurch wurde das Ehepaar H. zur Zielscheibe für die lokale rechte Szene. Es folgten Drohungen, Sachbeschädigungen am Grundstück und Beschimpfungen per Post, die schließlich in dem Angriff mündeten, der nun vor Gericht verhandelt wird.</p>
<p>„Immer wieder wird in der Politik das Bild der „wehrhaften Demokratie“ bemüht und dazu aufgefordert, Zivilcourage gegen Rechts zu zeigen. Hier ist Wolfgang H. mit gutem Beispiel vorangegangen – und deshalb in den Fokus der Rechten geraten“, erklärt Joschka Fröschner, Berater bei der Opferperspektive. „Nun sind Staat und lokale Zivilgesellschaft gefragt ein deutliches Zeichen zu setzen: Dass Attacken auf Mandatsträger nicht hingenommen, und Betroffene nach der Tat nicht alleine gelassen werden“, so Fröschner weiter.</p>
<p>Pressekontakt und Ansprechpartner:</p>
<p>Joschka Fröschner – 0151 5072 4851</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/prozess-wegen-rechtem-angriff-auf-ehemaligen-ortsbuergermeister-von-limsdorf-wird-in-fuerstenwalde-fortgesetzt">Prozessbericht: Angriff auf Limsdorfer Ortsbürgermeister</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>2015: Gefährliche Normalisierung rechter Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2016 12:01:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hintergrundpapier des Vereins Opferperspektive zur Ver&#246;ffentlichung der Angriffszahlen rechter Gewalt 2015 in Brandenburg.Zur Pressemitteilung vom 1.M&#228;rz 2016 Entwicklung der Angriffszahlen Die Opferperspektive e.V. beobachtete bereits im Jahr 2014 einen Anstieg rechter und rassistischer Angriffe in Brandenburg, f&#252;r das Jahr 2015 ist landesweit eine Versch&#228;rfung der rechten Gewalt auf einen alarmierenden H&#246;chststand von 203 Angriffen zu [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/gefaehrliche-normalisierung-rechter-gewalt-alltaegliche-angriffe-fehlende-konsequenzen-gesellschaftliche-gefaehrdung">2015: Gefährliche Normalisierung rechter Gewalt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><?xml encoding="UTF-8"><strong>Hintergrundpapier des Vereins Opferperspektive zur Ver&ouml;ffentlichung der Angriffszahlen rechter Gewalt 2015 in Brandenburg.</strong><a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/rechte-und-rassistische-gewalt-in-brandenburg-eskaliert-203-angriffe-im-jahr-2015" aria-label="rechte und rassistische gewalt in brandenburg eskaliert 203 angriffe im jahr 2015">Zur Pressemitteilung vom 1.M&auml;rz 2016</a></p>
<h2>Entwicklung der Angriffszahlen</h2>
<p>
Die Opferperspektive e.V. beobachtete bereits im Jahr 2014 einen Anstieg rechter und rassistischer Angriffe in Brandenburg, f&uuml;r das Jahr 2015 ist landesweit eine Versch&auml;rfung der rechten Gewalt auf einen alarmierenden H&ouml;chststand von 203 Angriffen zu melden. Die Beratungsstelle hat Kenntnis von 415 direkt betroffenen und 291 indirekt betroffenen Personen, im Vergleich zum Vorjahr sind damit 346 % mehr Menschen in Brandenburg bedroht oder angegriffen worden.</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2016/03/gewalttaten_ohne_logo-Seite001.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="gewalttaten ohne logo Seite001 (&ouml;ffnet in neuem Tab)"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter" src="/wp-content/uploads/2016/03/gewalttaten_ohne_logo-Seite001.jpg" alt="Angriffszahlen und direkte Betroffene - 2002 bis 2015" width="500" height="236"></a></p>
<p>Die Gewaltbereitschaft ist insgesamt gestiegen. 138 Taten waren rassistisch motiviert, 36 aus Hass gegen politische Gegner_innen, 9 richteten sich gegen nicht-rechte Personen, 4 der Angriffe wiesen ein sozialdarwinistisches Motiv auf, 4 waren antisemitisch motiviert. 3 Angriffe richteten sich gegen Journalist_innen.</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="grafik tatmotive ohne logo Seite001 (&ouml;ffnet in neuem Tab)"><img decoding="async" class="alignright wp-image-34857 size-medium" src="/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-300x167.jpg" alt="Rechte Angriffe - Tatmotive - 2015" width="300" height="167" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-300x167.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/03/grafik-tatmotive_ohne_logo-Seite001-1024x571.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Jeweils 1 Tat erfolgten aufgrund der sexuellen Orientierung der Betroffenen oder richteten sich gegen Wohnungslose (Sozialdarvinismus).</p>
<p>Einfache und gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzungen machten zusammen mit 67,5% den h&ouml;chsten Anteil der Angriffe aus, gefolgt von N&ouml;tigungen mit 14,7%, massiver Sachbesch&auml;digung mit 9,4% und Brandstiftung mit 5%</p>
<p>Rechte Angriffe fanden in allen Landkreisen Brandenburgs statt, die meisten von ihnen wurden in Cottbus und im Landkreis Spree-Nei&szlig;e ver&uuml;bt. Bis zum Herbst 2015 lie&szlig;en sich keine Schwerpunktregionen identifizieren, mit dem Anstieg der rassistischen Proteste im letzten Quartal war ein deutlicher Anstieg der rechten Gewalttaten zu verzeichnen, hier insbesondere in Cottbus mit 28 Angriffen.
</p>
<h2></h2>
<p>
&nbsp;
</p>
<h2>Gewalt, Diskriminierung, Unverst&auml;ndnis:</h2>
<h2>Brandenburg kein sicherer Ort</h2>
<p>
F&uuml;r Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen sind Angriffe und Bedrohungen in Brandenburg Alltag. Im Jahr 2015 sank die Hemmschwelle zur Gewalt deutlich, das Spektrum der Taten reichte von organisierten Angriffen rechter Gruppen bis zu spontanen &Uuml;bergriffen von so genannten<br />
Gelegenheitsrassist_innen, die in Bussen, Bahnen, im Supermarkt, in der Schule, auf der Stra&szlig;e, im Hausflur oder im Umfeld von Gemeinschaftsunterk&uuml;nften Gefl&uuml;chtete, Migrant_innen oder Menschen, die sie daf&uuml;r hielten, rassistisch beleidigten, bedrohten oder schlugen. Der aufgeheizte rassistische Diskurs schien sie zu best&auml;rken, ihr menschenverachtendes Weltbild mit Gewalt in die Tat umzusetzen.</p>
<p>Rassistische Gewalttaten sind Botschaftstaten und unterscheiden sich von anderen Taten dadurch, dass sie sich nie nur allein gegen die Betroffenen richten. So wirken rassistische Bedrohungen und Angriffe ebenso wie rassistische Kundgebungen und Proteste gegen Unterk&uuml;nfte auf alle Migrant_innen und Gefl&uuml;chtete in Brandenburg. F&uuml;r die Betroffenen verst&auml;rken sich die Angstr&auml;ume im Alltag und schr&auml;nken ihre Bewegungsfreiheit zum Teil massiv ein, insbesondere wenn eine eindeutige gesellschaftliche und politische Solidarisierung ausbleibt. In der Beratungspraxis der Opferperspektive berichten Klient_innen, dass sie ihre Wohnungen oder Unterk&uuml;nfte kaum noch zu verlassen wagen oder sich nicht mehr alleine auf die Stra&szlig;e trauen. K&ouml;rperliche Angriffe und Bedrohungen sind dabei nur die Spitze des Eisberges, sie kn&uuml;pfen zum Teil an t&auml;glich erlebte Diskriminierungen und bedrohliche Erfahrungen unterhalb der Gewaltschwelle an. Dies erzeugt in Brandenburg f&uuml;r Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen ein Klima der Verunsicherung und Ausgrenzung.
</p>
<h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4>
<h4 style="padding-left: 30px">Allt&auml;gliche Gewalt in Zehdenick</h4>
<p style="padding-left: 30px">In einer Sammelunterkunft in der Kleinstadt Zehdenick lebt eine Gruppe eritreischer Gefl&uuml;chteter. Die gr&ouml;&szlig;tenteils jungen M&auml;nner, aber auch einige Frauen, berichten von t&auml;glichen Erfahrungen mit Rassismus und Ablehnung. Immer wieder werden sie von Autofahrer_innen abgedr&auml;ngt, wenn sie mit dem Fahrrad oder zu Fu&szlig; unterwegs sind. Passant_innen rufen ihnen Beleidigungen hinterher, im Supermarkt werden sie mit Einkaufswagen angesto&szlig;en und es wird ihnen der Zugang zur Sauna verweigert &ndash; da die anderen Kund_innen angeblich keine Schwarzen m&ouml;gen. Nach dem Umzug in eine eigene Wohnung scheint auch das Verh&auml;ltnis zu den Nachbar_innen rassistisch gepr&auml;gt: n&auml;chtliches Sturmklingeln, zerkratzte Klingelschilder und bedrohliche Blicke erzeugen ein Klima der Unsicherheit. Belastend f&uuml;r die Eritreer_innen ist besonders die Sprachbarriere, denn eine Verst&auml;ndigung mit&nbsp; Beh&ouml;rdenmitarbeiter_innen, Nachbar_innen und &Auml;rzt_innen ist schwierig. K&ouml;nnen sich &Auml;rzt_in und Patient_in nicht verst&auml;ndigen, ist oft auch der Zugang zur medizinischen Behandlungen erschwert; andere Hilfsangebote fallen g&auml;nzlich weg. Angesichts dieser t&auml;glich gemachten Erfahrungen erleben die Betroffenen auch dies als Resultat einer rassistischen Ausgrenzung. Sie finden kaum ad&auml;quate M&ouml;glichkeiten, ihre Lebenssituation, ihre Diskriminierungserlebnisse und die von ihnen erlebten Angriffe zur Sprache zu bringen und damit geh&ouml;rt zu werden. Lokale Beh&ouml;rden und gesellschaftlichen Institutionen erkl&auml;ren zwar, dass sie sich f&uuml;r ein friedliches Miteinander in der Stadt einsetzen wollen, unternehmen aber praktisch zu wenig, um das Bedrohungsgef&uuml;hl der Betroffenen aufzul&ouml;sen.</p>
<p>
In Brandenburg ist Rassismus f&uuml;r viele Gefl&uuml;chtete und Migrant_innen inzwischen so allt&auml;glich geworden, dass sie sich erst bei massiv erlittener Gewalt an Beratungsstellen wenden. Die Berater_innen der Opferperspektive nehmen verst&auml;rkt wahr, dass Gefl&uuml;chtete auch schwerere Angriffe wie K&ouml;rperverletzungen, Bedrohungen oder N&ouml;tigungen nicht mehr zur Anzeige bringen wollen: sie sind verunsichert, bef&uuml;rchten, dass ihnen nicht geglaubt wird oder eine Anzeige negative Auswirkungen auf ihr Asylverfahren haben k&ouml;nnte, haben schlicht Angst vor der Polizei oder m&ouml;chten keine Probleme bereiten &ndash; mit dem Hintergrund, dass sie sich dankbar zeigen wollen, &uuml;berhaupt in Deutschland sein zu d&uuml;rfen. Letzteres ist in der H&auml;ufigkeit eine neue Erfahrung in der Beratungspraxis und ein zus&auml;tzlicher Grund f&uuml;r Abweichungen zwischen der polizeilichen Statistik und den Angriffszahlen von unabh&auml;ngigen Beratungsstellen.</p>
<p>&nbsp;
</p>
<h2>Fehlende Konsequenzen normalisieren rechte Gewalt</h2>
<p>
Jeden zweiten Tag wurde im Jahr 2015 statistisch gesehen in Brandenburg ein rechte Gewalttat ver&uuml;bt, ein Mensch verletzt, angegriffen oder bedroht. Dennoch blieben notwendige politische und zivilgesellschaftliche Reaktionen und Interventionen h&auml;ufig aus, Solidarit&auml;t und Empathie mit den Betroffenen und das Ernstnehmen ihrer &Auml;ngste schien sich eher zu verringern. Die Qualit&auml;t und die<br />
Quantit&auml;t der Angriffe stiegen im Jahresverlauf, gleichzeitig war zu beobachten, dass Meldungen zu rassistischen Ausschreitungen und rechten Angriffe zunehmend zu Randnotizen verkamen, mitunter auch verharmlost wurden. Bundesweit warnten Sicherheitsbeh&ouml;rden und Politik bereits vor rechtem Terror. Es gelang ihnen in der Konsequenz jedoch nicht, ausreichend f&uuml;r den Schutz von Gefl&uuml;chteten zu sorgen. D&uuml;rftige Ermittlungserfolge bei rassistischen &Uuml;bergriffen oder bei Anschl&auml;gen wie in Nauen, Neuhardenberg oder J&uuml;terbog schaffen ein wenig abschreckendes Klima f&uuml;r die Gewaltt&auml;ter_innen. Auch die Verz&ouml;gerung vieler Strafprozesse gegen rechte T&auml;ter_innen k&ouml;nnte den Eindruck von Straffreiheit best&auml;rken.<br />
Ist die Unterbringung von Gefl&uuml;chteten nicht ad&auml;quat geregelt, steigert sich ihre ohnehin schon gr&ouml;&szlig;ere Verletzlichkeit. Viele Unterk&uuml;nfte liegen fernab von jeglicher Infrastrukur und Anbindung an die n&auml;chste Siedlung, nachbarschaftlicher Kontakt und gesellschaftliche Integration ist so wenig m&ouml;glich. Dar&uuml;ber hinaus verf&uuml;gen Beh&ouml;rden in einigen F&auml;llen anscheinend nicht &uuml;ber ausreichende Kapazit&auml;ten, um ihre Aufsichtspflicht zu erf&uuml;llen: Bei Problemen mit Heimbetreibern, mit Personal und Wachschutz oder bei der Einhaltung der ohnehin schon abgesenkten Mindeststandards erfolgt<br />
Abhilfe mitunter nur sehr schleppend. Ein ausreichender Schutz der Gefl&uuml;chteten kann so oft nicht gew&auml;hrleistet werden.
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<h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4>
<h4 style="padding-left: 30px">Pfefferspray-Attacke in Massow</h4>
<p style="padding-left: 30px">Einer der schwerwiegendsten rassistischen Angriffe des letzten Jahres ereignet sich in der Gefl&uuml;chtetenunterkunft in Massow im Landkreis Dahme-Spreewald. Am ersten September dringt ein Mitarbeiter einer Baufirma, der auf dem Gel&auml;nde der Unterkunft im Auftrag der Betreiberfirma Campanet arbeitet, ausger&uuml;stet mit zwei &bdquo;Pfefferl&ouml;schern&ldquo; und einer Atemschutzmaske in das Geb&auml;ude ein und greift gezielt Bewohner_innen mit Pfefferspray an. Nach Informationen von Unterst&uuml;tzer_innen und Bewohner_innen geht die Opferperspektive von &uuml;ber 80 Betroffenen und Verletzten aus.<br />
Der T&auml;ter macht im Vorfeld aus seiner rassistischen Gesinnung keinen Hehl, bekennt sich in sozialen Netzwerken zu Pegida und zu lokalen rechten Bewegungen. Bewohner_innen berichten von antiziganistischen Beleidigungen und dem Zeigen des Hitlergru&szlig;es seitens des T&auml;ters, gegen den ein Verfahren nach &sect; 86a (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) anh&auml;ngig ist.<br />
Unmittelbar nach dem Angriff lassen offizielle Stellen und ranghohe Politiker &ouml;ffentlich verlauten, dass ein &bdquo;fremdenfeindlicher&ldquo; Hintergrund der Tat ausgeschlossen werden k&ouml;nne und melden ca. 35 verletzte Personen. Wahlweise Alkohol oder Drogen werden zur Erkl&auml;rung des Angriffs bem&uuml;ht. Noch Monate sp&auml;ter leiden Betroffene an gesundheitlichen Folgen der Pfefferspray-Attacke wie Schmerzen im Hals- und Brustbereich und Atemnot. Ihre medizinische Versorgung ist jedoch nicht gew&auml;hrleistet, Behandlungen scheitern an fehlenden Dolmetscher_innen und den daraus resultierenden Verst&auml;ndigungsproblemen.<br />
Der T&auml;ter arbeitet bis zuletzt f&uuml;r die selbe Baufirma, diesmal an einer Fl&uuml;chtlingsunterkunft in J&uuml;terbog, die auch von Campanet betrieben wird und die der Landkreis im Februar 2016 nach anhaltenden Beschwerden von Bewohner_innen und Unterst&uuml;tzer_innen aufgrund des desolaten baulichen Zustandes teilr&auml;umen l&auml;&szlig;t.<br />
Eine Vielzahl der Betroffenen und Zeug_innen der Pfefferspray-Attacke ist inzwischen abgeschoben oder zur Ausreise gedr&auml;ngt worden. Zu bef&uuml;rchten ist, dass die &auml;u&szlig;erst restriktiven Asylgesetz&auml;nderungen, die pauschal Balkanstaaten zu &bdquo;sicheren Herkunftsl&auml;ndern&ldquo; erkl&auml;ren, nun daf&uuml;r sorgen, dass sich die Strafverfolgung im Fall Massow &auml;u&szlig;erst schwierig gestaltet.</p>
<p>
Der Opferperspektive ist aus ihrer Beratungspraxis bekannt, dass Gerichtsverfahren ohne Zeugenaussagen oft eingestellt werden oder die T&auml;ter_innen einen Freispruch erhalten. Dies best&auml;rkt rassistische Gewaltt&auml;ter_innen in unertr&auml;glicher Weise. Bisher fehlt ein Bleiberecht f&uuml;r Betroffene rassistischer Gewalt als notwendige Ma&szlig;nahme und als klares politisches Signal gegen rechte Gewalt, das dar&uuml;ber hinaus auch endlich die Einhaltung bestehender Zeugen- und<br />
Opferschutzstandards f&uuml;r Gefl&uuml;chtete gew&auml;hrleistet.
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<h2></h2>
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&nbsp;
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<h2>Rassistische Proteste gegen die Aufnahme von Gefl&uuml;chteten spalten die Gesellschaft</h2>
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Mit 213 Kundgebungen sind 2015 in Brandenburg so viele rassistische Proteste registriert worden wie noch nie. Dabei versch&auml;rfte sich die rassistische Hetze stetig ebenso wie in den sozialen Medien und bei B&uuml;rgerversammlungen. Rechts-populistische und rassistische Forderungen scheinen zunehmend salonf&auml;hig geworden zu sein und flossen als Themengeber sogar in die Asylrechtsversch&auml;rfungen ein.<br />
Rassistische Proteste fanden zunehmend mehr R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung. Sie als Ausdruck besorgter B&uuml;rger_innen mit berechtigten &Auml;ngsten zu bezeichnen, die ernst genommen werden m&uuml;ssten, verharmlost deren Gewaltpotential. Aktivit&auml;ten von Neonazis, Rechtspopulist_innen und rassistischen B&uuml;rgerinitiativen gehen vielmehr oft Hand in Hand, ihr Hass und Drohungen richten sich nicht nur gegen Gefl&uuml;chtete, sondern gegen alle Menschen mit Migrationsgeschichte. Zeitgleich steigt auch der Bedrohungsgrad gegen Menschen, die sich in der Unterst&uuml;tzung von Gefl&uuml;chteten engagieren, gegen Journalist_innen, die von &bdquo;rechtspopulistischen&ldquo; Veranstaltungen berichten, oder gegen Politiker_innen der demokratischen Parteien an.
</p>
<h4 style="padding-left: 30px">Zum Beispiel:</h4>
<h4 style="padding-left: 30px">Rassistische Eskalation in Cottbus</h4>
<p style="padding-left: 30px">Das Zusammenspiel zwischen rechter Gewalt und rassistischer Mobilisierung gegen Gefl&uuml;chtete l&auml;sst sich an Cottbus nachvollziehen. Die Opferperspektive registriert hier f&uuml;r das Jahr 2015 fast eine Verdreifachung der Angriffszahlen. Mehr als die H&auml;lfte ereignet sich im letzten Quartal, als &auml;u&szlig;erst aggressive Proteste gegen eine Erstaufnahmeeinrichtung beginnen und breiten Zuspruch finden. Eine Eskalation der rechten Gewalt findet am 23. Oktober 2015 statt: Nach einer Kundgebung zieht ein offensichtlich aus rechten Hooligankreisen mobilisierter Mob durch die Stadt und macht Jagd auf (vermeintliche) Ausl&auml;nder_innen. Die Gewalt m&uuml;ndet in einem koordinierten Angriff auf Studierende durch zum Teil vermummte Personen auf dem Gel&auml;nde der BTU Cottbus. Nach Kenntnis der Opferperspektive ereignen sich allein in dieser Nacht 7 Angriffe.<br />
Im Oktober und November finden in Cottbus &uuml;ber 20 rassistische Kundgebungen statt, an denen sich auch reaktivierte militante Alt-Neonazi-Strukturen und rechte und gewaltorientierte Fanstrukturen des Vereins Energie Cottbus beteiligen. Betroffene, in der Mehrzahl Gefl&uuml;chtete, berichten von einem rassistischen Ausnahmezustand in Cottbus, der sich mit Beschimpfungen, Hitlergr&uuml;&szlig;en, Flaschenw&uuml;rfen und Ausspucken l&auml;ngst zur Normalit&auml;t verfestigt hat. Internationale Studierende erz&auml;hlen, dass sie ihr Praktikumssemester nach den letzten &Uuml;bergriffen lieber in anderen St&auml;dten absolvieren oder nach dem Abschluss so schnell wie m&ouml;glich wegziehen wollen.</p>
<p style="padding-left: 30px">Als Folge der Gewalt polarisiert sich die Cottbuser Stadtgesellschaft. Denn parallel zu der zunehmenden Salonf&auml;higkeit der rassistischen Hetze und der rechten Gewalt bilden sich immer mehr Strukturen heraus, die sich sowohl f&uuml;r Gefl&uuml;chtete und gegen Rassismus engagieren, als auch rechten Positionen entgegenstellen.</p>
<p>
Viele Menschen engagieren sich in Brandenburg in der Unterst&uuml;tzung von Gefl&uuml;chteten. In ihrer Praxis bilden sie einen wichtigen Gegenentwurf zu rassistisch gepr&auml;gten Debatten um Zuwanderung. Denn leider l&auml;sst sich festhalten, dass sich das gesellschaftliche Koordinatensystem 2015 deutlich nach Rechts verschoben hat. So besteht die Gefahr, dass rechte Gewaltt&auml;ter_innen und Rassist_innen ohne nennenswerte Gegenwehr im &ouml;ffentlichen Raum agieren k&ouml;nnen, falls die Gegenproteste gegen rassistische Kundgebungen und rechte Aufm&auml;rsche einbrechen sollten.</p>
<p>Das zu verhindern ist die Aufgabe f&uuml;r das Jahr 2016 .</p>
<p>Opferperspektive, 28.02.2016</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/02/Opferperspektive_Hintergrundpapier_Jahreszahlen2015.pdf" aria-label="Opferperspektive Hintergrundpapier Jahreszahlen2015">Hintergrundpapier als pdf</a></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/gefaehrliche-normalisierung-rechter-gewalt-alltaegliche-angriffe-fehlende-konsequenzen-gesellschaftliche-gefaehrdung">2015: Gefährliche Normalisierung rechter Gewalt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Urteil nach rassistischen Beleidigungen und Angriff in Prenzlau</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/urteil-nach-rassistischen-beleidigungen-und-angriff-in-prenzlau</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2014 14:43:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Körperverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[rassisitischer Angriff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 25. April 2014 fand vor dem Amtsgericht Prenzlau eine Verhandlung wegen Körperverletzung und Beleidigung statt. Dem 44-jährigen Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Oktober 2012, einen 27-jährigen Bewohner des örtlichen Flüchtlingsheims geschlagen, getreten und rassistisch beleidigt zu haben.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Aussagen des Betroffenen befand sich dieser an besagtem Tag gemeinsam mit Freunden auf dem Weg von einem Supermarkt ins Heim. Der Angeklagte saß indes an einer Bushaltestelle welche zu diesem Zeitpunkt Jugendlichen als Treffpunkt diente. Als er die Ankommenden bemerkte ging er auf sie zu, sprach sie an und beleidigte sie mit Worten wie »Scheiß Ausländer, verpisst Euch«. Dann schlug er dem Betroffenen ins Gesicht und trat ihm, als dieser weitergehen wollte, in den Rücken. Im Wohnheim angekommen, informierte der Betroffene die Heimleitung und diese die Polizei welche den Täter vor Ort stellte.</p>
<p>Schlimmer als die körperliche Attacke empfand der 27-jährige Palästinenser die psychische Folgen. Früher sei er ein offener, hilfsbereiter Mensch gewesen. Nach der Tat hat er lange von dem Angriff geträumt. Auch heute noch hat er Probleme allein im Dunkeln raus zu gehen. Er ist unsicher und hat kein Vertrauen mehr. Früher sei er gerne in Prenzlau gewesen. Die Stadt hat er nach dem Überfall aus Angst vor erneuten Angriffen verlassen und kommt auch heute nur ungern zurück.</p>
<p>Da der Angeklagte zunächst die Aussage verweigerte und eine Hauptzeugin sich nicht mehr erinnern konnte oder wollte gestaltete sich die Wahrheitsfindung anfänglich schwierig.</p>
<p>Die Aussicht auf eine positive Berücksichtigung vor Gericht ließ den Angeklagten dann doch noch aussagen. Ja, er habe den 27-Jährigen geschlagen und getreten und er habe die Männer auch beleidigt. Ein Rassist sei er aber nicht und gegen Ausländer habe er auch nichts. Den grundlosen Angriff erklärte er mit seinem Alkoholkonsum und der Unterstellung, dass Ausländer mit Drogen handeln würden. Auf den Appell des Nebenklagevertreters und der Staatsanwältin hin entschuldigte er sich bei seinem Opfer und nach einem Hinweis des Richters bei dem Freund des Betroffenen, welcher als Zeuge geladen war.</p>
<p>In ihrem Plädoyer ging die Staatsanwältin ausführlich darauf ein, was es gerade für einen Menschen, der Gewalterfahrungen und Flucht hinter sich hat bedeutet, an einem Platz an dem er glaubte sicher zu sein angegriffen zu werden. Unzweifelhaft sah sie einen rassistischen Hintergrund der Tat gegeben. Hier schloss sich der Vertreter der Nebenklage an, der noch einmal ausführlich beleuchtete, warum der Täter, trotz seiner Behauptung »nichts gegen Ausländer zu haben« ein Rassist sei und warum die Tat ganz klar als rassistisch motiviert einzustufen sei. Der Angegriffene nahm ebenfalls die Möglichkeit eines Plädoyers wahr. Er betonte nochmals, was die Tat bei ihm bewirkt hatte, aber auch, was es ihm bedeutet zu sehen, dass die Tat geahndet und das Handeln des Täters missbilligt wird.</p>
<p>Der mehrfach Vorbestrafte wurde wegen Beleidigung und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, verurteilt. Außerdem muss er 200 Arbeitsstunden leistenund hat u.a. die Kosten des Verfahrens zu tragen. Damit folgte der zuständige Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. In der Urteilsbegründung hieß es: Der Betroffene habe, geflüchtet aus einem Krisengebiet, Schutz in der Bundesrepublik gesucht. Er habe sich in Prenzlau wohl und sicher gefühlt. Das alles bis zu dem Tag an dem er aus einer rassistischen Motivation heraus, völlig grundlos geschlagen und beleidigt wurde. Unter den Folgen der Tat leidet er heute noch – sein Grundvertrauen ist erschüttert.</p>
<p>Hannes Püschel, Mitarbeiter der Opferperspektive, berät und begleitet den Betroffenen seit dem Angriff. Er äußerte nach dem Urteil: »Der Umgang mit den Betroffenen war von Seiten der Staatsanwältin, dem Richter und des Nebenklägers von Respekt geprägt. Es wurde sich bemüht einen adäquaten juristischen Umgang mit der Tat zu finden und die Auswirkungen des Angriffs ernst zu nehmen.«</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/urteil-nach-rassistischen-beleidigungen-und-angriff-in-prenzlau">Urteil nach rassistischen Beleidigungen und Angriff in Prenzlau</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>»Fragezeichen«-Prozess wird fortgesetzt</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/fragezeichen-prozess-wird-fortgesetzt</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendklub]]></category>
		<category><![CDATA[rechter Überfall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Verfahren gegen die drei Angeklagten Maik L., Udo L. und Sebastian K. wird fortgesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, am 14. Mai 2005 am Überfall auf den Jugendklub Fragezeichen beteiligt gewesen zu sein. Das Landgericht Cottbus hatte vorgeschlagen, das Verfahren bei einer geständigen Einlassung sowie Schmerzensgeldzahlung einzustellen. Zudem sollten die Kosten der anwaltlichen Vertretung der Geschädigten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verfahren gegen die drei Angeklagten Maik L., Udo L. und Sebastian K. wird fortgesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, am 14. Mai 2005 am Überfall auf den Jugendklub Fragezeichen beteiligt gewesen zu sein. Das Landgericht Cottbus hatte vorgeschlagen, das Verfahren bei einer geständigen Einlassung sowie Schmerzensgeldzahlung einzustellen. Zudem sollten die Kosten der anwaltlichen Vertretung der Geschädigten teilweise übernommen werden. Dazu waren Maik L., Udo L. und Sebastian K. jedoch nicht bereit. Der Prozess wird am 27. Oktober 2010 um 9:00 am Landgericht Cottbus fortgesetzt.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/fragezeichen-prozess-wird-fortgesetzt">»Fragezeichen«-Prozess wird fortgesetzt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mord an Bernd K.: Revision teilweise erfolgreich, Urteil wegen Strafvereitelung</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/mord-an-bernd-k-revision-teilweise-erfolgreich-urteil-wegen-strafvereitelung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd K.]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Todesopfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits im Januar gab der Bundesgerichtshof der Revision eines der Täter von Templin statt. Das Verfahren muss nun erneut vor dem Landgericht Neuruppin aufgerollt werden. Ein weiteres Kapitel in der strafrechtlichen Aufarbeitung des Mordes an Bernd K. fand am 15. April 2010 vor dem Amtsgericht Prenzlau statt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die ehemalige Freundin von Christian W. wurde verwarnt und zu Ableistung von Sozialstunden verpflichtet. Weil sie nach der Tat die mit Blut versehenen Schuhe und Hosen der Täter gewaschen hatte, wurde Stephanie C. Mitte April vom Amtsgericht Prenzlau der Strafvereitelung für schuldig befunden.</p>
<p>Am 5. Mai 2009 hatte das Landgericht Neuruppin nach zwölf Verhandlungstagen den Angeklagten Sven P. des Mordes schuldig befunden und verurteilte ihn zu einer Jugendfreiheitsstrafe von zehn Jahren. Der Mitangeklagte Christian W. wurde der Beihilfe zum Mord durch Unterlassen für schuldig befunden und erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden jungen Männer den 55-jährigen Familienvater Bernd K. in der Nacht vom 21. zum 22. Juli 2008 brutal misshandelt und zu Tode geprügelt hatten, weil sie ihn aufgrund seines sozialen Status als Alkoholiker verachteten.</p>
<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) hob nun teilweise das Urteil auf. Im Fall von Sven P. gab der 5. Strafsenat der Revision wegen der Höhe der gegen ihn verhängten Jugendstrafe statt. Laut Beschluss vom 14. Januar 2010 beliebt seine Verurteilung wegen Mordes unberührt, es muss aber über die Höhe der Jugendstrafe neu verhandelt und entscheiden werden. Das Urteil gegen Christian W. ist nach der Entscheidung des BGH rechtskräftig. Wann das Verfahren gegen Sven P. vor dem Landgericht Neuruppin beginnt, ist momentan offen.</p>
<p><strong>Siehe auch</strong><br />
&#8222;Blutgetränkte Turnschuhe gewaschen&#8220;:http://gegenrede.info/news/2010/lesen.php?datei=100417_01<br />
&#8222;Beschluss des 5. Strafsenats vom 14.1.2010 &#8211; 5 StR 435/09&#8220;:http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/list.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;sid=d97c8ed939afac624d08b6d0aa71d8d5</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/mord-an-bernd-k-revision-teilweise-erfolgreich-urteil-wegen-strafvereitelung">Mord an Bernd K.: Revision teilweise erfolgreich, Urteil wegen Strafvereitelung</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Guben: Enttäuschendes Urteil nach Hetzjagd auf Linke</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/guben-enttaeuschendes-urteil-nach-hetzjagd-auf-linke</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dietmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit einem Freispruch und einer Bewährungsstrafe endete am 29. April 2009 der Prozess um eine Jagd von etwa 30 bis 50 Rechten auf eine Gruppe Linker auf dem Gubener Stadtfest im Jahr 2006. Vier Geschädigte, die als Nebenkläger aufgetreten waren, zeigten sich enttäuscht. Die OpferanwältInnen übten scharfe Kritik an den Ermittlungen der Polizei.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/guben-enttaeuschendes-urteil-nach-hetzjagd-auf-linke">Guben: Enttäuschendes Urteil nach Hetzjagd auf Linke</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Angeklagte Silvio G. wurde freigesprochen. Mehrere Zeugen hatten ihn beim Pöbeln und Provozieren gesehen, dass er auch zuschlug, konnte nicht bewiesen werden. Willi R. erhielt eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung. Er hatte den Kopf eines jungen Mannes gegen einen Imbisswagen geschlagen.</p>
<p>Das Ergebnis der Gerichtsverhandlung spiegelt nicht wieder, was die Opfer am 2. Juni 2006 in Guben erlebten. ZeugInnen aus dem Umfeld des alternativen Jugendzentrums »Sanikasten« hatten dem Gericht beschrieben, dass ihnen auf dem Stadtfest Rechte aufgefallen waren, die ihnen »offensichtlich nicht wohlgesonnen« gewesen seien. Die Linken hätten versucht, das Stadtfest sofort zu verlassen, da sei es aber »schon losgegangen«.</p>
<h2> Jagd auf Linke</h2>
<p>Zunächst habe Willi R. einen Geschädigten in provozierender Weise durch die zum Irokesenschnitt aufgestellten Haare gestrichen. Auf die Aufforderung hin, damit aufzuhören, habe er den Kopf des Geschädigten gegen einen Imbisswagen geschlagen. Silvio G. habe die Gruppe der Alternativen angepöbelt und mehrere Personen geschubst.</p>
<p>Unmittelbar danach ging eine Vielzahl Rechter auf die Gruppe der Linken los, die gestoßen, geschlagen und getreten wurden. Ein auf dem Stadtfest eingesetzter Mitarbeiter eines Wachschutzes beschrieb die Geschehnisse in seiner Zeugenaussage als »Hetzjagd«. Laut Nebenklagevertretung hatten Silvio G. und Willi R. dazu den Startschuss gegeben. Die Angeklagten seien daher auch dafür mit verantwortlich zu machen, was in der Folge geschah. Das Gericht sah keinen Zusammenhang zwischen den Angriffen der beiden Angeklagten und den darauf folgenden Körperverletzungen, an denen sich zahlreiche Täter beteiligten und bei denen Jugendliche zum Teil schwer verletzt wurden.</p>
<h2> Kritik an polizeilicher Ermittlungsarbeit</h2>
<p>Besonders ärgerlich ist, dass keine weiteren Tatverdächtigen festgestellt wurden. Ein Nebenklagevertreter machte in seinem Plädoyer die »schlampige Ermittlungsarbeit« der Polizei dafür verantwortlich. Den alarmierten Polizeibeamten war es am Tatabend weder gelungen, die Übergriffe zu unterbinden, noch die Personalien der Angreifer festzustellen. Es fand keine Spurensicherung am Tatort statt. Zeugenvernehmungen führte die Polizei zunächst nur als informatorische Befragung durch; Versuche, unabhängige Zeugen zu finden und zu befragen wurden nach Aktenlage nicht unternommen. </p>
<p>Auch vor Gericht trugen die Ermittlungsbeamten nichts zur Wahrheitsfindung bei: Sie konnten sich an ihre Ermittlungstätigkeiten kaum erinnern, obwohl sie die Möglichkeit gehabt hätten, sich anhand von Protokollen auf die Zeugenvernehmung vorzubereiten.</p>
<p>Die Verteidigung und mehrere Zeugen äußerten die Vermutung, dass für die Körperverletzungen, die in diesem Gerichtsverfahren nicht endgültig aufgeklärt werden konnten, keine Gubener, sondern Eisenhüttenstädter verantwortlich seien. Es wurde nicht ersichtlich, ob die Polizei etwas unternommen hat, um Tatverdächtige aus der rechtsextremen Szene in Eisenhüttenstadt zu ermitteln. Bei den Geschädigten entstand der Eindruck: »Von Anfang an schien es den Gubenern wichtiger zu sein, dass es keine Gubener waren, als herauszufinden, was eigentlich passiert ist.«</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/guben-enttaeuschendes-urteil-nach-hetzjagd-auf-linke">Guben: Enttäuschendes Urteil nach Hetzjagd auf Linke</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist anders nach zehn Jahren?</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/was-ist-anders-nach-zehn-jahren</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionsbündnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Guben]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den frühen Morgenstunden des 13. Februar 1999 verblutete in einem Hausflur in der Hugo- Jentsch-Straße in Guben der algerische Flüchtling Farid Guendoul. Er wollte sich in Panik vor den ihn verfolgenden rechtsgesinnten Jugendlichen mit einem Sprung durch die Glasscheibe einer Haustür in einen Wohneingang retten. Nach einem 17-monatigen Gerichtsverfahren wurden die Täter verurteilt. Das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den frühen Morgenstunden des 13. Februar 1999 verblutete in einem Hausflur in der Hugo- Jentsch-Straße in Guben der algerische Flüchtling Farid Guendoul. Er wollte sich in Panik vor den ihn verfolgenden rechtsgesinnten Jugendlichen mit einem Sprung durch die Glasscheibe einer Haustür in einen Wohneingang retten.</p>
<p>Nach einem 17-monatigen Gerichtsverfahren wurden die Täter verurteilt. Das Urteil zeigte das Unverhältnis zwischen der juristisch fassbaren strafrechtlichen und der moralischen Schuld, die jeder an der Hetzjagd Beteiligte auf sich geladen hatte. Der Bundesgerichtshof ging in der Revision von Vorsatz und nicht, wie das Cottbuser Landgericht,von Fahrlässigkeit aus und änderte das Urteil bei acht der elf Täter in versuchte Körperverletzung mit Todesfolge. Es bleibt die Erkenntnis, dass mit juristischen Mitteln allein auf solche rassistischen Taten und Gesinnungen nur schwerfällig reagiert werden kann.</p>
<p>Heute, zehn Jahre nach der Tat, stehen Fragen nach wie vor im Raum. Könnte Derartiges heute wieder geschehen? Würden heute mehr Menschen als im Februar 1999 nicht wegsehen sondern eingreifen, wenn Menschen verfolgt und verletzt werden?</p>
<p>Ich nehme die Irritationen und Spaltung in der Bevölkerung in Guben wahr, z. B. über den zentralen Ort des Gedenksteins. Viele Gubener würden dieses dunkle Kapitel ihrer Stadt lieber schnell vergessen.<br />
Um aus den Ereignissen vor zehn Jahren zu lernen, ist die Vorbildfunktion offizieller Vertreter der Gemeinde, speziell auch des Bürgermeisters, von großer Bedeutung. Sind hier in den letzten zehn Jahren Werte wie Mitmenschlichkeit und Toleranz, des grenzübergreifenden und völkerverbindenden Miteinanders so mit Nachdruck eingefordert worden, wie es das dienliche Zusammenleben der Menschen – gerade auch in der Grenzregion um Guben – erfordert?</p>
<p>Aus der Vergangenheit lernen bedeutet, unsere Gegenwart menschenwürdig gestalten. Wir wollen zunehmend sicher sein, dass sich derartige Exzesse, entstanden im Geist menschenverachtender Fremdenfeindlichkeit, nie wieder ereignen! Die Fragen bleiben aktuell.</p>
<p><em>Heilgard Asmus, Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz des Sprengels Cottbus, ist Vorsitzende des landesweiten Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeinlichkeit</em></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/was-ist-anders-nach-zehn-jahren">Was ist anders nach zehn Jahren?</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Diskussion: Schärfere Strafen für rechte Gewalt?</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/diskussion-schaerfere-strafen-fuer-rechte-gewalt</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dem Bundestag liegt ein Entwurf zur Änderung des Strafgesetzbuches vor, nach dem rassistische, fremdenfeindliche oder menschenverachtende Straftaten schärfer bestraft werden sollen. In einem von der Opferperspektive zusammengestellten Dossier der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung wird die vorgeschlagene Änderung erklärt und kontrovers diskutiert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><?xml encoding="UTF-8"></p>
<p>Mit Beitr&auml;gen von:
</p>
<ul>
<li>Beate Blechinger, Ministerin der Justiz des Landes Brandenburg</li>
<li>Andrea W&uuml;rdinger, Bundesvorstand Republikanischer Anw&auml;ltinnen- und Anw&auml;lteverein</li>
<li>Opferperspektive e.V.</li>
<li>Sigrun von Hasseln, Vorsitzende Richterin am Landgericht Cottbus</li>
</ul>
<p>
Die Gesetzesinitiative geht auf das brandenburgische Justizministerium zur&uuml;ck. Stimmt der Bundestag zu, m&uuml;ssten Gerichte k&uuml;nftig genau kl&auml;ren, ob eine Tat aus rassistischen, fremdenfeindlichen oder menschenverachtenden Motiven begangen wurde. Denn: Solche Taten w&uuml;rden in der Regel mit Gef&auml;ngnis geahndet. Sieht so eine konsequente Bek&auml;mpfung des Rechtsextremismus aus? Geht es nur um Symbolpolitik? Oder droht gar der erste Schritt in ein Gesinnungsstrafrecht?</p>
<p>Die Gesetzesinitiative ist ebenfalls der Schwerpunkt der neuen Ausgabe des Rundbriefes der Opferperspektive &raquo;Schattenberichte&laquo;. Anhand aktueller Gerichtsverfahren wird gezeigt, welche Bedeutung die Anerkennung diskriminierender Tatmotive durch Gerichte f&uuml;r viele Betroffene hat, und weshalb das Vertrauen in die Strafverfolgung oftmals so gering ist.</p>
<p><strong>Dossier</strong><strong> &raquo;</strong><a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/mehr-gefaengnisstrafen" aria-label="mehr gefaengnisstrafen"><strong>Mehr Gef&auml;ngnisstrafen?</strong></a><strong>&laquo;</strong></p>
<p><strong>Schattenberichte &raquo;<a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2014/04/Schattenberichte_091.pdf" aria-label="Schattenberichte 091">Sch&auml;rfere Strafen f&uuml;r rechte Gewalt</a>?&laquo;</strong></p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/diskussion-schaerfere-strafen-fuer-rechte-gewalt">Diskussion: Schärfere Strafen für rechte Gewalt?</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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