<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Opferperspektive - Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</title>
	<atom:link href="https://www.opferperspektive.de/tag/opferperspektive/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.opferperspektive.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 03 Jun 2026 17:01:04 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
	<item>
		<title>Landtagswahlen 2024: Es droht eine Ausweitung der Gefahrenzonen</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/landtagswahlen-2024-es-droht-eine-ausweitung-der-gefahrenzonen</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 13:20:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen­­­ &­­ Stellungnahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[osten]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsruck]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=46624</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><section class="av_textblock_section av-qcdwb4-bf2c6485b1b619b26f76e7c97ea08cc6 ">
<div class="avia_textblock">
<div>
<p>Im Kontext der Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Th&uuml;ringen <strong>droht eine Ausweitung der Gefahrenzonen</strong> f&uuml;r demokratisch und zivilgesellschaftlich Engagierte sowie Menschen, die aufgrund von rechten, rassistischen und antisemitischen Ideologien als Feindbilder markiert werden.</p>
<p><strong>Auswirkungen zunehmender Gewaltbereitschaft<br>
</strong></p>
<p>Schon vor den Kommunal- und Europawahlen im Juni 2024 hat vielerorts die Pr&auml;senz und Bedrohung durch die militante Anh&auml;ngerschaft der AfD im &ouml;ffentlichen Raum zugenommen. Die Markierung von Kandidaten:innen und Mandatstr&auml;ger:innen demokratischer Parteien als &bdquo;politische Feinde&ldquo; f&uuml;hrte zu erheblichen und teils schweren Gewalttaten.</p>
<blockquote><p>&bdquo;Diese Angriffe richten sich gegen einzelne Politiker:innen und Engagierte &ndash; beim Plakatieren, beim Flyer-Verteilen und an Infost&auml;nden; betroffen sind aber auch Wahlkreisb&uuml;ros und Wohnh&auml;user. Unter den Folgen der zunehmenden Gewalt leiden auch Angeh&ouml;rige und Familien der Angegriffenen ebenso wie deren Mitarbeitende und Helfer:innen&ldquo;,&nbsp;berichtet eine Berater:in von SUPPORT in Dresden.</p></blockquote>
<p>Eine Beraterin von SUPPORT Chemnitz erg&auml;nzt: &bdquo;Mit der&nbsp;<strong>Normalisierung von rechter Gewalt&nbsp;</strong>gegen politisch Engagierte und politisch Verantwortliche und Kandidat:innen demokratischer Parteien wird Demokratie im Kern bedroht.</p>
<blockquote><p>Das gesellschaftliche Klima vor Ort&nbsp;<strong>versch&auml;rft sich auch dort</strong>, wo<strong>&nbsp;Gesellschaft</strong>,&nbsp;<strong>Strafverfolgungsbeh&ouml;rden und Justiz &uuml;ber Jahre rassistische, antisemitische und rechte Angriffe verharmlost&nbsp;haben</strong>, die Strafverfolgung verschleppt wurde bzw. Betroffene mit T&auml;ter-Opfer-Umkehr konfrontiert waren und sind.&ldquo;</p></blockquote>
<p><strong>Schwindender Raum<br>
</strong></p>
<p>Das Engagierte sich zur&uuml;ckziehen, zeigt sich auch beim R&uuml;cktritt des mittels&auml;chsischen Landrats Dirk Neubauer (parteilos) nach massiven Bedrohungen durch die Neonazi-Partei Freie Sachsen, u.a. durch Kundgebungen vor dessen Wohnhaus und Aufrufe ihn zu jagen.&nbsp;Die&nbsp;<strong>Opferberatungsstelle Support in Sachsen verzeichnet&nbsp;</strong>seit Mai 2024 mindestens 49 Vorf&auml;lle von rechter Gewalt gegen Parteien, Politiker*innen und Wahlkampfhelfer:innen.</p>
<p>Das politische Klima wird durch die Rechtspopulisten massiv aufgeheizt. Gewaltvolle Sprache schl&auml;gt in Gewalt um. Laut&nbsp;<a href="https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/starweb/LBB/ELVIS/parladoku/w7/drs/ab_10000/10040.pdf" aria-label="10040">Angaben der Brandenburgischen Landesregierung</a>&nbsp;gab es dort bereits im Rahmen der Europa- und Kommunalwahlen einen deutlichen Anstieg von Attacken mit rund 1000 politisch motivierten Straftaten. &bdquo;Derartige wahltypische Straftaten sowie Angriffe auf Wahlkreisb&uuml;ros m&uuml;ssen auch zuk&uuml;nftig einkalkuliert werden&ldquo;, hei&szlig;t es von der Landesregierung.</p>
<blockquote><p>&bdquo;Anfeindungen aus dem rechten Lager erschweren bereits jetzt unsere Arbeit.&nbsp;<strong>Die Rechten nehmen zunehmend soziale R&auml;ume ein und verbreiten ein Klima der Angst. Beratung f&uuml;r Betroffene muss dringend abgesichert werden.</strong>&nbsp;Umso wichtiger ist es, seine Stimme zu nutzen und sich f&uuml;r eine solidarische Zivilgesellschaft einzusetzen&ldquo;, so Judith Porath, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Opferperspektive e.V. und Vorst&auml;ndin VBRG.</p></blockquote>
<p>Wesentlich mitverantwortlich f&uuml;r die rechten Angriffe sind extrem rechte Parteien wie Freie Sachsen, III. Weg und die AfD. Deren Mandatstr&auml;ger:innen sind auch selbst durch gewaltvolle Angriffe gegen politische Gegner:innen aufgefallen, wie die Analyse &bdquo;<a href="https://verband-brg.de/analyse-gewaltbereitschaft-bei-afd-funktionaer-innen/" aria-label="analyse gewaltbereitschaft bei afd funktionaer innen">Besorgniserregende Gewaltbereitschaft bei AfD-Funktion&auml;r:innen</a>&ldquo; des VBRG zeigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<div></div>
</div>
</section><section class="av_textblock_section av-lhaz6drf-bc729d7232259edb0dbd5439a3deeb28 ">
<div class="avia_textblock av_inherit_color">
<h2><strong>Angriffe gegen Engagierte vor Ort</strong></h2>
</div>
</section><section class="av_textblock_section av-l9zlu78k-67b2963d84e51a0836644ef90feb1c14 ">
<div class="avia_textblock av_inherit_color">
<p>Die nachfolgende Auflistung an Beispielf&auml;llen aus dem Monitoring der Opferberatungsstellen machen die teilweise erheblichen Auswirkungen der Angriffe auf die Betroffenen deutlich:</p>
<p><em>13.08.2024, Oberhavel (BRB)</em></p>
<p>Ein 68-j&auml;hriger Wahlkampfhelfer der Gr&uuml;nen wurde in Hohen Neuendorf bei einer rechtsideologisch motivierten Attacke verletzt. Der Staatsschutz ermittelt.<br>
Quelle:&nbsp;<a href="https://www.rbb24.de/politik/wahl/Landtagswahl/2024/brandenburg-oberhavel-hohen-neuendorf-wahlhelfer-buendnis90-gruene-angegriffen-wahlkampf.html" aria-label="brandenburg oberhavel hohen neuendorf wahlhelfer buendnis90 gruene angegriffen wahlkampf">Presse, RBB</a></p>
<p><em>01.08.2024, Dohna (SN)<br>
</em>Mit den Worten &bdquo;Verpisst Euch, sonst hack ich euch den Kopf ab&ldquo; und einem Schwert bedroht und verfolgt ein 69-J&auml;hriger eine Gruppe von f&uuml;nf Wahlkampfhelfer*innen der Partei Die Linke, die Flyer verteilten.</p>
<p><em>01.08.2024 Dresden Striesen</em></p>
<p>In den Tagen vor dem 01.08.2024 haben unbekannte Personen das B&uuml;rofenster der Partei &bdquo;Die Gr&uuml;nen&ldquo; in Striesen mit einer Metallstange und zugeh&ouml;rigem Betonsockel besch&auml;digt. Der Staatschutz der Polizeidirektion Dresden hat die Ermittlungen aufgenommen.</p>
<p><em>01.08.2024 D&uuml;rr&uuml;hrsdorf-Dittersbach</em></p>
<p>Ein gro&szlig;es Wahlplakat an der Bahnhofstra&szlig;e in D&uuml;rr&uuml;hrsdorf-Dittersbach wurde mit einem 1 Meter gro&szlig;em Hakenkreuz beschmiert. Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurde durch den Staatschutz &uuml;bernommen.</p>
<p><em>31.07.2024 Dohna</em></p>
<p>In Dohna wurden am Mittwoch f&uuml;nf Wahlkampfhelfende (14-20 Jahre) der Linken beschimpft, bedroht und verfolgt. Diese waren nachmittags unterwegs um Wahlwerbematerial zu verteilen, als sie von einem Mann zun&auml;chst verbal und dann mit einem Schwert bedroht und verfolgt wurden. Die Betroffenen konnten fl&uuml;chten und der T&auml;ter durch die Polizei ermittelt werden. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der N&ouml;tigung ermittelt.</p>
<p><em>31.07.2024 Heidenau</em></p>
<p>Am Abend des 31.07.2024 waren zwei Personen (16 und 18 Jahre) in Heidenau auf dem Elbradweg unterwegs. Sie rissen mehrere Wahlplakate herunter und zeigten wiederholt den Hitlergru&szlig;. Gegen Beide ermittelt nun der Staatschutz wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbesch&auml;digung.</p>
<p><em>28.07.2024, Greiz</em></p>
<p>Im Nachgang einer Wahlkampfveranstaltung der AfD sowie entsprechender Gegenproteste, blockiert eine Gruppe von rund 15 Neonazis den Eingang zu einem Wahlkreisb&uuml;ro der Linkspartei und hindert Personen daran das B&uuml;ro zu betreten. Im Anschluss versucht die Gruppe der Neonazis in den Innenhof zu st&uuml;rmen.<br>
<a href="https://x.com/linksjugend_th/status/1818257875854094375" aria-label="1818257875854094375">Quelle: Linksjugend Solid Th&uuml;ringen</a></p>
<p><em>27.07.2024 Leipzig Probstheida</em></p>
<p>Gro&szlig;er Aufsteller Wahlplakat der SPD rassistisch beschmiert mit &bdquo;Danke f&uuml;r Moscheen und Messer&ldquo;</p>
<p><em>27.07.2024 Dresden Seevorstadt</em></p>
<p>Ein Wahlkampfteam der Piraten wurde in der Nacht zum Samstag von einer Gruppe bestehend aus drei M&auml;nnern und einer Frau bedroht. Das Team war gerade dabei Plakate f&uuml;r die anstehenden Landtagswahlen auf der Prager Stra&szlig;e in der Seevorstadt. In Dresden hat es erneut einen &Uuml;bergriff auf ein Wahlkampfteam gegeben. Eventuell gibt es einen Zusammenhang zur Elblandrevolte, die schon wegen mehrfacher Angriffe im Fokus der Polizei steht.</p>
<p><em>27.07.2024 Dresden Neustadt</em></p>
<p>In der Nacht zum Samstag wurde das Fenster des B&uuml;ros der Partei &bdquo;Die Piraten&ldquo; in der Neustadt bespr&uuml;ht. In einer Pressemitteilung der Piraten verwiesen sie auf das &bdquo;Lambda&ldquo;-Symbol als Erkennungszeichen der rechtsextremen Identit&auml;ren Bewegung. Auch in diesem Fall ermittelt der Staatsschutz.</p>
<p><em>26.07.2024, Cottbus (BRB)<br>
</em>Eine&nbsp;CDU-Landtagskandidatin wird beim Aufh&auml;ngen von Wahlplakaten in Gegenwart ihrer Kinder rassistisch beleidigt und von der Angreiferin anschlie&szlig;end mit einem Schlag in den Nacken verletzt.</p>
<p><em>24.07.2024 Chemnitz Zentrum</em></p>
<p>Polizist*innen stellten zwei Personen fest, welche mehrfach verfassungsfeindliche Parolen skandiert haben sollen. Zudem soll die 23-J&auml;hrige den Hitlergru&szlig; gezeigt und sechs Wahlplakate von Laternen abgerissen haben.</p>
<p><em>21.7.2024, Erfurt</em></p>
<p>Die Scheiben des Wahlkreisb&uuml;ro von Bodo Ramelow, Karola Stange und Andr&eacute; Blechschmidt (alle Die Linke) in der Innenstadt werden versucht einzuschlagen und dadurch besch&auml;digt.<br>
<a href="https://x.com/bodoramelow/status/1814898344826712306" aria-label="1814898344826712306">Quelle:&nbsp;x.com &ndash; Bodo Ramelow</a></p>
<p><em>20.07.2024 Leipzig M&ouml;ckern</em></p>
<p>Zwei M&auml;nner entfernen 3 Wahlplakate der Partei Die Linke und beleidigen daraufhin den anwesenden Wahlkampfhelfer*innen der betroffenen Partei.</p>
<p><em>19.07.2024 Leipzig Meusdorf</em></p>
<p>Mann wird von Wahlhelfer*innen der Partei Die Linke auf Abrei&szlig;en von Plakaten angesprochen, bedroht diese daraufhin mit einem spitzen Gegenstand und beleidigt sie.</p>
<p><em>13.07.2024 Bleicherode</em></p>
<p>Im Rahmen einer bundesweiten Aktion von Neonazis, wird vor dem Wahlkreisb&uuml;ro der Landtagspr&auml;sidentin und Abgeordneten der Linkspartei, Birgit Pommer, ein schwarzer Holzkreuz mit rassistischem Inhalt aufgestellt.<br>
<a href="https://www.thueringer-allgemeine.de/lokales/nordhausen/article406790488/holzkreuz-vor-buero-der-landtagspraesidentin-birgit-pommer-in-bleicherode-aufgestellt.html" aria-label="holzkreuz vor buero der landtagspraesidentin birgit pommer in bleicherode aufgestellt">Quelle:&nbsp;Th&uuml;ringer Allgemeine</a></p>
<p><em>22.06.2024 Dresden Mitte</em></p>
<p>Am Wochenende vom 22.06.2024 wurde ein Loch in einem Fenster in der dritten Etage des Herbert-Wehner-Hauses gefunden. Da sich im betroffenen Haus das Parteib&uuml;ro des SPD-Landesverbandes befindet, hat der Staatsschutz der Polizei Dresden die Ermittlungen aufgenommen. Laut Polizei sei das Projektil einer Druckluftwaffe an der Doppelscheibe abgeprallt. Personen wurden nicht verletzt.</p>
<p><em>07.06.2024, Eisenberg</em></p>
<p>In einem Supermarkt wird der Linken-Politiker Steffen Much von einem Mann beschimpft, bespuckt und am T-Shirt gepackt sowie bedroht.<br>
<a href="https://www.otz.de/lokales/saale-holzland-kreis/article406542191/koerperlicher-angriff-auf-linken-politiker-im-saale-holzland.html" aria-label="koerperlicher angriff auf linken politiker im saale holzland">Quelle:&nbsp;OTZ</a></p>
<p><em>Anfang Mai, Saalfeld-Rudolstadt</em></p>
<p>Der Kreistagsvorsitzende von Saalfeld-Rudolstadt wird in einem Rap-Track in sozialen Medien verunglimpft und bedroht.<br>
<a href="https://www.otz.de/regionen/saalfeld-rudolstadt/article242350768/Kreistagsvorsitzender-von-Saalfeld-Rudolstadt-wird-in-Musikvideo-bedroht.html" aria-label="Kreistagsvorsitzender von Saalfeld Rudolstadt wird in Musikvideo bedroht">Quelle:&nbsp;OTZ</a></p>
<p><em>04.05.2024, Dresden (SN):<br>
</em>Der SPD-Europawahl-Spitzenkandidat Matthias Ecke (41) wird beim Aufh&auml;ngen von Wahlplakaten von vier jungen Neonazis aus dem Umfeld der &bdquo;Elblandrevolte&ldquo; angegriffen und schwer verletzt. Er muss mehrere Tage mit einem Bruch der Augenh&ouml;hle station&auml;r behandelt werden. Kurze Zeit vorher hatten die Angreifer auch ein 28-j&auml;hriger Wahlkampf-Helfer der Gr&uuml;nen ebenfalls beim Plakatieren bedroht und angegriffen.</p>
<p><em>22.05.2024, Limbach-Oberfrohna (SN)<br>
</em>Unbekannte T&auml;ter*innen zerst&ouml;ren mit Steinw&uuml;rfen eine Fensterscheibe am Wohnhaus der Linken-Stadtr&auml;tin Elisa Grobe. Bei einem zweiten Angriff wird ein Stein durch ein ge&ouml;ffnetes Fenster geworfen.</p>
<p><em>16.04.2024, Altenburg</em></p>
<p>Das Wahlkreisb&uuml;ro des Landtagsabgeordneten Ralf Pl&ouml;tner (Die Linke) wird erneut von einem Mann und einer Frau angegriffen. Beide echauffieren sich lautstark &uuml;ber die Plakate der Partei im Schaufenster und der Eingangst&uuml;r des B&uuml;ros. Anschlie&szlig;end st&uuml;rmt der Mann in das B&uuml;ro und rei&szlig;t die Plakate herunter und fl&uuml;chtet mit der Frau vom Ort des Geschehens.<br>
<a href="https://www.facebook.com/Ralf.Ploetner.MdL/posts/pfbid02WRKAhthGFoQ9fzHRRb39EThCh6HFpimhdaecopfA3RgtiyQAE91KTtdkSFUb2xptl" aria-label="pfbid02WRKAhthGFoQ9fzHRRb39EThCh6HFpimhdaecopfA3RgtiyQAE91KTtdkSFUb2xptl">Quelle:&nbsp;Ralf Pl&ouml;tner</a></p>
<p><em>18.02.2024, Schnepfenthal (TH)<br>
</em>Mit Brands&auml;tzen ver&uuml;ben unbekannte T&auml;ter einen Brandanschlag auf den Pkw und das Wohnhaus des SPD-Kommunalpolitikers Michael M&uuml;ller. Eine im Wohnhaus schlafende vierk&ouml;pfige Familie entkommt nur durch gl&uuml;ckliche Zuf&auml;lle den Flammen. Es entsteht ein Sachschaden von mehreren 10.000 Euro.</p>
</div>
</section><section class="av_textblock_section av-m02aiqnj-128bff5904e62a7167774d134001f945 ">
<div class="avia_textblock av_inherit_color">
<h4><strong>Weitersagen</strong></h4>
<p>Es braucht eine breite Solidarit&auml;t innerhalb der Zivilgesellschaft. Dazu geh&ouml;rt auch, m&ouml;glichst viel Aufmerksamkeit zu schaffen, z.B. indem<a href="https://www.instagram.com/p/C-uJvkZsxSY/?img_index=1" aria-label="C uJvkZsxSY">&nbsp;ihr unseren Beitrag auf Social Media teilt.</a></p>
</div>
</section><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/landtagswahlen-2024-es-droht-eine-ausweitung-der-gefahrenzonen">Landtagswahlen 2024: Es droht eine Ausweitung der Gefahrenzonen</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>An der Seite der Betroffenen – und Partnerin der Wissenschaft</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/partnerin_der_wissenschaft</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jan 2024 14:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[MMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=45761</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Perspektive aus der Rechtsextremismusforschung auf die Gewaltopferberatung der Opferperspektive.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/partnerin_der_wissenschaft">An der Seite der Betroffenen – und Partnerin der Wissenschaft</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p style="text-align: justify"><strong>Eine Perspektive aus der Rechtsextremismusforschung auf die Gewaltopferberatung der Opferperspektive. Von Christoph Schulze und Gideon Botsch.</strong></p><p style="text-align: justify">Auf dem Papier betrachtet ist leicht einsehen, weshalb die Beratungsarbeit der Opferperspektive dringend geboten und unverzichtbar ist. Schlie&szlig;lich pr&auml;gt der Rechtsextremismus und mit ihm rechte, rassistische und antisemitische Gewalt die gesellschaftliche Realit&auml;t in unserem Bundesland mit. Das Leben von vielen Menschen in Brandenburg wurde und wird dadurch beeintr&auml;chtigt &ndash; wenn nicht gar genommen! &ndash; und die Gewalt wirkt auf das gesellschaftliche Klima im Land in der denkbar negativsten Art ein. Die Taten treffen meist Angeh&ouml;rige von vulnerablen und marginalisierten Bev&ouml;lkerungsteilen. Also: Solidarit&auml;t mit den Betroffenen! Und daf&uuml;r braucht es eine parteiliche, unb&uuml;rokratische, schnelle praktische Unterst&uuml;tzung &ndash; wenn angebracht leise im Hintergrund, wenn n&ouml;tig laut in der &Ouml;ffentlichkeit!</p><p style="text-align: justify">Der Opferperspektive kommt nicht nur das Verdienst zu, die Idee zu dieser spezialisierten Beratungsarbeit entworfen und erprobt zu haben. Sie hat dar&uuml;ber hinaus dieses Konzept &uuml;ber sage und schreibe 25 Jahre hinweg in der ganzen Fl&auml;che des Landes Brandenburg zur Anwendung gebracht. Am Anfang der zuerst ehrenamtlichen Arbeit stand der antifaschistische Impuls im Vordergrund, der grassierenden Gewalt und dem verbreiteten Wegsehen der Gesellschaft entgegenzutreten. Die Leidenschaft der Anfangsjahre hat die Opferperspektive sich bewahrt. Sie ist aber beim Idealismus nicht stehen geblieben, sondern hat daf&uuml;r gesorgt, dass sich entsprechende Beratungsangebote bundesweit verbreiteten und sich &uuml;ber die Jahre immer wieder selbst reflektieren, kritisieren und professionalisieren konnten.</p><p style="text-align: justify">Am Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ) bearbeitet seit 2016 die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle wissenschaftliche Fragestellungen zu den Feldern Antisemitismus und Rechtsextremismus. Aus der Finanzierung durch das Land leiten wir den Anspruch ab, dabei die Entwicklungen in Brandenburg besonders aufmerksam im Auge zu behalten. Schon vor 2016 wurde mit Blick auf das Bundesland am MMZ zum hiesigen Antisemitismus und Rechtsextremismus geforscht. Aus dieser wissenschaftlichen Praxis heraus k&ouml;nnen wir bezeugen, wie weit die Bedeutung der Opferperspektive &uuml;ber die f&uuml;r sich schon fulminant wichtige Unterst&uuml;tzung der Betroffenen hinausreicht. Bei der Forschungsarbeit im Land ist die Opferperspektive f&uuml;r uns eine wichtige Partnerin. Unl&auml;ngst haben wir einen wissenschaftlichen Sammelband zu Geschichte und Gegenwart der rechten Gewalt im Bundesland ver&ouml;ffentlicht, in den die Expertise und Daten aus der Opferperspektive auf vielf&auml;ltige Weise einflossen. Von ihrem Monitoring der rechten Gewalt und ihrer dokumentarischen Arbeit im Rahmen ihrer Chronologie von rechtsmotivierten &Uuml;bergriffen k&ouml;nnen wir als Forschungseinrichtung direkt profitieren und sie mit anderen Datenquellen aus Zivilgesellschaft, Presse oder von der Polizei in Beziehung setzen.</p><p style="text-align: justify">Ein weiterer Effekt der Arbeit der Opferperspektive verdient es, hier hervorgehoben zu werden. Die aufsuchende Beratungsarbeit bringt es mit sich, dass die Mitarbeiter:innen der Opferperspektive permanent im Bundesland unterwegs sind, Netzwerke aufbauen, erhalten und erneuern und sich dabei einen ungeheuren Wissensschatz &uuml;ber lokale Ereignisse, Stimmungen und Entwicklungen im Themenfeld aneignen, der fortlaufend aktualisiert wird. Dieses Wissen flie&szlig;t in die kritische Betrachtung des Brandenburger Rechtsextremismus ein und steigert das &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Wissen quantitativ und qualitativ. Ihre Netzwerke und Wissenssammlungen pflegt die Opferperspektive vorrangig zur Wahrung der Interessen ihrer Klient:innen, doch es profitiert die ganze Gesellschaft. &Uuml;ber manche beunruhigende Entwicklung im Land w&auml;re ohne diese Arbeit viel weniger bekannt &ndash; dies reicht vom Tun militanter Neonaziorganisationen &uuml;ber queerfeindliche Stimmungen bis hin zu &uuml;berlangsamer Arbeit in der Justiz. Die Opferperspektive ist somit ein wahrlicher Wachhund f&uuml;r die Demokratie in Brandenburg, ein Fr&uuml;hwarnsystem zur Wahrnehmung demokratiegef&auml;hrdender Ph&auml;nomene.</p><p style="text-align: justify">Dass die Opferperspektive auf von ihr wahrgenommene Probleme manchmal unp&auml;sslich, lautstark und unbequem hinweisen muss, geh&ouml;rt zu ihren Aufgaben. Wir w&uuml;nschen f&uuml;r die Arbeit in den kommenden Jahren das Beste. Es ist erahnbar, dass schwere Jahre f&uuml;r die demokratische Zivilgesellschaft anstehen. Wir setzen darauf, in unserer Forschungsarbeit weiter auf die Impulse und Informationen aus der Opferperspektive bauen zu k&ouml;nnen.</p><hr><p style="text-align: justify">Apl. Prof. Dr. Gideon Botsch ist Leiter der <a href="https://www.mmz-potsdam.de/forschung/emil-julius-gumbel-forschungsstelle" aria-label="emil julius gumbel forschungsstelle">Emil Julius Gumbel Forschungsstelle (EJGF)</a> Antisemitismus und Rechtsextremismus am <a href="https://www.mmz-potsdam.de/">Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ)</a> der Universit&auml;t Potsdam. Dr. Christoph Schulze ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am MMZ. Beide forschen seit vielen Jahren zur Entwicklung des Rechtsextremismus in Brandenburg.</p><hr><p>Dieser Beitrag ist in der <a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/Schattenbericht_Dezember-23-v6_Web_Einzelseiten.pdf" aria-label="Schattenbericht Dezember 23 v6 Web Einzelseiten">Dezemberausgabe 2023</a> der Schattenberichte erschienen.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/partnerin_der_wissenschaft">An der Seite der Betroffenen – und Partnerin der Wissenschaft</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>20 Jahre Monitoring rechter Gewalttaten in Brandenburg</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/20_jahre_monitoring</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jan 2024 13:57:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Monitoring]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=45748</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nicht nur der Verein Opferperspektive feiert im Jahr 2023 Jubiläum – auch das Monitoring der Gewaltopferberatung, über das jährlich die Zahlen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt systematisch erfasst werden, besteht nun seit 20 Jahren.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/20_jahre_monitoring">20 Jahre Monitoring rechter Gewalttaten in Brandenburg</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p style="text-align: justify"><strong>Nicht nur der Verein Opferperspektive feiert im Jahr 2023 Jubil&auml;um &ndash; auch das Monitoring der Gewaltopferberatung, &uuml;ber das j&auml;hrlich die Zahlen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt systematisch erfasst werden, besteht nun seit 20 Jahren. Von Joschka Fr&ouml;schner.<br>
</strong></p><p style="text-align: justify">Im Jahr 2002 begannen die Mitarbeiter:innen der Opferperspektive, ihnen bekannt gewordene rechte Angriffe in einer Online-Chronik zu ver&ouml;ffentlichen. Dabei stand, mehr noch als heute, das zeitnahe Ver&ouml;ffentlichen der Vorf&auml;lle im Vordergrund. Die Chronologie wurde schnell zu einer wichtigen Informationsquelle f&uuml;r die Presse und die Zivilgesellschaft. &Ouml;ffentlichkeit zu schaffen f&uuml;r die Perspektiven der Betroffenen sowie das Ausma&szlig; rechter Gewalt sichtbar zu machen, war von Anfang an untrennbar mit dem Konzept der Opferperspektive verbunden.</p><p style="text-align: justify">Die Beratungsstelle etablierte sich hierdurch als vertrauensw&uuml;rdige und gut informierte Quelle im Themenfeld rechter Gewalt, was sowohl der Beratungsarbeit als auch dem politischen Standing des Vereins zu Gute kam. Anf&auml;nglich mussten sich die Berater:innen Zug&auml;nge zu Informationen erst erschlie&szlig;en. Sie erhielten ihre Informationen &uuml;ber neue rechte &Uuml;bergriffe haupts&auml;chlich aus aktivistischen und zivilgesellschaftlichen Netzwerken sowie einer zu dieser Zeit besser aufgestellten lokalen und &uuml;berregionalen Presse. Informationen von der Polizei gab es kaum.</p><p style="text-align: justify">Hinter der Erfassung rechter Gewalttaten und der Ver&ouml;ffentlichung einer seri&ouml;sen Jahresstatistik steckt eine umfangreiche Arbeitsleistung. Sie ist das Aggregat einer akribischen Auswertung von hunderten Vorf&auml;llen mit rechten Bez&uuml;gen, Ausdruck eines Ringens um Deutungen mit staatlichen Beh&ouml;rden, Abbild von Zug&auml;ngen der Beratungsstelle zu betroffenen Communities und Gruppen, und der vorhandenen Ressourcen der Berater:innen f&uuml;r die proaktive Recherche. Die Frage, was genau sich aus den Angriffszahlen der Jahresstatistik ablesen l&auml;sst, und wo die Grenzen ihrer Aussagekraft liegen, begleitet die Beratungsstelle bis heute.</p><p>
<div id="attachment_45750" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/statistik-brandenburg/statistik-rechter-gewalt" aria-label="statistik rechter gewalt"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45750" class="wp-image-45750 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/verlauf_2022-e1704204064132-1024x375.png" alt="" width="790" height="289" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/verlauf_2022-e1704204064132-1024x375.png 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/verlauf_2022-e1704204064132-300x110.png 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/verlauf_2022-e1704204064132-768x282.png 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/verlauf_2022-e1704204064132-1536x563.png 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/verlauf_2022-e1704204064132.png 1754w" sizes="(max-width: 790px) 100vw, 790px" /></a><p id="caption-attachment-45750" class="wp-caption-text">Verlauf rechter Gewalttaten in Brandenburg 2005-2022 &copy; Peer Neumann / Opferperspektive</p></div>
</p><p style="text-align: justify">Die Ver&ouml;ffentlichung der ersten Jahresstatistik f&uuml;r das Jahr 2002 fiel in eine Zeit, in der staatlichen Stellen die Deutungshoheit dar&uuml;ber, was als rechte Gewalt zu gelten hat, entglitten war. Wenige Jahre zuvor hatten Heike Kleffner und Frank Jansen gemeinsam mit weiteren Journalist:innen eine Recherche zu Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 ver&ouml;ffentlicht, die die Untererfassung rechter &Uuml;bergriffe durch Polizei und staatliche Stellen selbst in extremsten F&auml;llen aufdeckte. Die Opferperspektive thematisierte die rechten T&ouml;tungsdelikte an Kajrat Batesov und Marinus Sch&ouml;berl, die beide im Jahr 2002 stattfanden.</p><p style="text-align: justify">Die Ver&ouml;ffentlichung der Statistik wurde auch zur politischen Intervention genutzt, um scharfe Kritik am damaligen Innenminister J&ouml;rg Sch&ouml;nbohm zu &uuml;ben, der rechte Gewalttaten verharmlost hatte. Aus der ersten Presseerkl&auml;rung zur Jahresstatistik l&auml;sst sich ein bis heute unver&auml;ndertes Ziel des Monitorings ablesen: der staatlichen Untererfassung rechter Gewalttaten ein realilit&auml;tsn&auml;heres zivilgesellschaftliches Monitoring entgegenzusetzen und damit den Diskurs mitzubestimmen, anstatt nur darauf beschr&auml;nkt zu sein, staatliche Statistiken zu kommentieren.</p><p style="text-align: justify">In einem Qualit&auml;tszirkel der unabh&auml;ngigen Beratungsstellen der ostdeutschen Bundesl&auml;nder, inklusive Berlin, wurden die Erfassungskriterien f&uuml;r rechte Gewalttaten gemeinsam erarbeitet. Bereits im Folgejahr 2004 wurde die erste gemeinsame Statistik ver&ouml;ffentlicht. Das Erarbeiten von Definitionen und die Positionierung im Vergleich zu staatlichen Stellen fand also nicht nur intern unter den Mitarbeiter:innen der Opferperspektive statt, sondern war von Anfang an ein kollaborativer Prozess aller unabh&auml;ngigen Beratungsstellen. Dies f&ouml;rderte den Austausch zwischen den Projekten, verlangte aber auch viel Engagement und Offenheit. Dieser Prozess dauert bis heute an. Auch im Jahr 2023 treffen sich Berater:innen nahezu aller Projekte im mittlerweile bestehenden bundesweiten Dachverband der Beratungsstellen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) regelm&auml;&szlig;ig in der AG Monitoring. Insofern sind die Jahresstatistiken der Opferperspektive, aber auch des Dachverbandes, in ihrer heutigen Form das Resultat eines nun schon 20 Jahre andauernden Prozesses der gemeinsamen Diskussion und Weiterentwicklung &uuml;ber Projektgrenzen hinweg.</p><p style="text-align: justify">Einhergehend mit der Professionalisierung der Arbeit der Opferperspektive gab es auch Neuerungen bei der Erfassung rechter Gewalttaten. Ab 2006 wurde eine eigens f&uuml;r die Beratungsstellen entwickelte Datenbank eingef&uuml;hrt, in der die Monitoring-F&auml;lle in einem einheitlichen System erfasst werden konnten. An ihre Stelle trat 2015 eine neue, vollst&auml;ndig &uuml;berarbeitete Datenbank, die mittlerweile von fast allen Beratungsstellen des VBRG genutzt wird. Das Erfassungssystem und die Kriterien werden seitdem kontinuierlich &uuml;berarbeitet, Tatmotive ausdifferenziert und Fallkomplexe diskutiert, um eine m&ouml;glichst einheitliche Statistik &uuml;ber Landesgrenzen hinweg zu gew&auml;hrleisten. Hier dr&uuml;ckt sich auf technischer Ebene aus, was schon bei der Beratungsarbeit gegenw&auml;rtig ist: Rechte Ideologie und Gewalt sind Ph&auml;nomene, die gesellschaftlichen Ver&auml;nderungen unterworfen sind und eine st&auml;ndige Weiterentwicklung des Monitorings erfordern.</p><p>
<div id="attachment_45749" style="width: 800px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/statistik-brandenburg/statistik-rechter-gewalt" aria-label="statistik rechter gewalt"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45749" class="wp-image-45749 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/7-e1704204431407-1024x529.png" alt="" width="790" height="408" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/7-e1704204431407-1024x529.png 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/7-e1704204431407-300x155.png 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/7-e1704204431407-768x397.png 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/7-e1704204431407-1536x793.png 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2024/01/7-e1704204431407.png 1754w" sizes="(max-width: 790px) 100vw, 790px" /></a><p id="caption-attachment-45749" class="wp-caption-text">Rechte Gewalttaten in Brandenburg nach Tatmotivation 2022 &copy; Peer Neumann / Opferperspektive</p></div>
</p><p style="text-align: justify">Die Ver&ouml;ffentlichung von Jahresstatistiken trug unmittelbar dazu bei, die Opferperspektive nicht nur als Beratungsstelle, sondern auch und insbesondere als politische Akteurin zu etablieren. Dies dr&uuml;ckte sich nicht nur durch ein zunehmendes Medieninteresse an den &bdquo;Zahlen&ldquo; der Opferperspektive aus, sondern auch in erfolgreich erk&auml;mpften Zug&auml;ngen. Die Tatsache, dass die Opferperspektive in einer Studie zur Neubewertung m&ouml;glicher Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg seit 1990 einbezogen wurde, die im Auftrag des Landes und durch das MMZ durchgef&uuml;hrt wurde, zeigt, dass die Opferperspektive nun offiziell als Expertin anerkannt ist, wenn es um die Beurteilung und Erfassung von rechten Gewalttaten geht.</p><p style="text-align: justify">Seit 2015 flankiert ein <a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/03/opp_hintergrundpapier_2022.pdf" aria-label="opp hintergrundpapier 2022">Hintergrundpapier</a>, das tiefer gehende Analysen enth&auml;lt, die Ver&ouml;ffentlichung der Jahresstatistik. Dies auch, um weiterhin dem Anspruch gerecht zu werden, &ouml;ffentlich nicht nur mit Zahlen zu hantieren, sondern auch ein Bewusstsein f&uuml;r die Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg zu schaffen &ndash; und sichtbar zu machen, mit welchen Tatfolgen und Problemen sie zu k&auml;mpfen haben. Dar&uuml;ber hinaus erm&ouml;glicht es, spezifische Probleme in bestimmten Regionen und St&auml;dten genauer zu benennen und lokale Ma&szlig;nahmen zu fordern. Das Monitoring und die fortw&auml;hrende Ver&ouml;ffentlichung von <a href="https://www.opferperspektive.de/category/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe" aria-label="chronologie rechter angriffe">Chronologie-Eintr&auml;gen</a> soll nicht nur ein blo&szlig;es &bdquo;Sammeln&ldquo; von Daten sein. Inzwischen werden die Eintr&auml;ge in enger Abstimmung mit den Betroffenen verfasst, um ihnen m&ouml;glichst viel Kontrolle dar&uuml;ber zu geben, was &ouml;ffentlich &uuml;ber ihren Fall bekannt wird. Zudem soll das Monitoring lokal Aktiven und Initiativen vor Ort als Ressource dienen, sei es als Ausgangspunkt f&uuml;r eigene Recherchen oder als Argumentationshilfe, um vor Ort rechte Gewalt zu thematisieren und Ver&auml;nderungen anzusto&szlig;en. Ob dies tats&auml;chlich auch heute noch so gelingt, ist eine offene Frage. Schlie&szlig;lich existieren viele der Initiativen und Gruppen, mit denen die Opferperspektive vor allem in ihrer Anfangsphase eng und partnerschaftlich verbunden war, heute nicht mehr.</p><p style="text-align: justify">Das Monitoring wirft bis heute zentrale Fragen f&uuml;r die Arbeit der Beratungsstelle auf. Denn was rechte Gewalt darstellt, ist auf vielen Ebenen umstritten und umk&auml;mpft. Inwieweit ist etwa &bdquo;islamistische Gewalt&ldquo; als rechte Gewalt zu verstehen, insbesondere angesichts von T&ouml;tungsdelikten an LGBTIQ*-Personen in Sachsen und Nordrhein-Westfalen in j&uuml;ngster Zeit, die aus dieser Motivation heraus begangen wurden? Wie positioniert man sich zu Gewalt gegen Klima-Aktivist:innen? Und wie kann der Umgang mit einer wachsenden Projektlandschaft, in der weitere spezialisierte Monitoringstrukturen geschaffen werden, aussehen? Diese Debatten werden zus&auml;tzlich durch die Verkn&uuml;pfung mit der Beratungsarbeit, die weiterhin das Herzst&uuml;ck der Arbeit der Opferperspektive bildet, verkompliziert: Bedeutet eine Erfassung von bestimmten F&auml;llen in der Statistik auch eine Zust&auml;ndigkeit in der Beratung? So sind politische und theoretische Debatten des Monitorings immer auch eng mit der beraterischen Praxis verzahnt.</p><p style="text-align: justify">Zus&auml;tzlich zu diesen Fragen sind gesellschaftliche Entwicklungen, insbesondere der erkennbare Rechtsruck und die St&auml;rkung der rechtsextremen AfD, eine gro&szlig;e Herausforderung. Angriffe der AfD und rechter Medien auf die Glaubw&uuml;rdigkeit des Monitorings und die Validit&auml;t der Bewertungen der Opferperspektive nehmen zu und werden auch in Zukunft weiter zunehmen. Klassische Diskurse, wie die &bdquo;T&auml;ter-Opfer-Umkehr&ldquo;, erhalten dadurch einen breiteren Resonanzraum, wie wir es bereits in diesem Jahr nach rassistischen &Uuml;bergriffen in <a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe/lieberose" aria-label="lieberose">Lieberose</a> und <a href="https://www.opferperspektive.de/rechte-angriffe/chronologie-rechter-angriffe/heidesee-2" aria-label="heidesee 2">Heidesee</a> im Landkreis Dahme-Spreewald beobachten konnten.</p><hr><p>Dieser Beitrag ist in der <a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/Schattenbericht_Dezember-23-v6_Web_Einzelseiten.pdf" aria-label="Schattenbericht Dezember 23 v6 Web Einzelseiten">Dezemberausgabe 2023</a> der Schattenberichte erschienen.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/20_jahre_monitoring">20 Jahre Monitoring rechter Gewalttaten in Brandenburg</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>25 Jahre Opferperspektive – Ein Grund zum Feiern</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/25jahre</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Dec 2023 09:56:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[25Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Jubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?page_id=45616</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am späten Nachmittag des 22. Septembers versammelten sich Menschen aus verschiedenen Teilen der Gesellschaft in Potsdam, um das 25-jährige Bestehen der Opferperspektive zu feiern.</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/25jahre">25 Jahre Opferperspektive – Ein Grund zum Feiern</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p style="text-align: justify">Am sp&auml;ten Nachmittag des 22. Septembers versammelten sich Menschen aus verschiedenen Teilen der Gesellschaft in Potsdam, um das 25-j&auml;hrige Bestehen der Opferperspektive zu feiern. Die Veranstaltung, die vielf&auml;ltige Einblicke in die Arbeit des Vereins bot, wurde durch Gru&szlig;worte von <a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/grusswort-werner-tress" aria-label="grusswort werner tress">Dr. Werner Tre&szlig;</a>, stellvertretender Direktor des MMZ, <a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/grusswort-ursula-nonnemacher" aria-label="grusswort ursula nonnemacher">Ministerin Ursula Nonnemacher</a> sowie von <a href="https://www.opferperspektive.de/aktuelles/grusswort-women-in-exile" aria-label="grusswort women in exile">Elizabeth Ngari und Janet Otieno von Women in Exile</a> er&ouml;ffnet.</p><p style="text-align: justify">Eine Gespr&auml;chsrunde brachte Max Teske und Eric Mbiakeu mit Anne Br&uuml;gmann, einer Beraterin der Opferperspektive, zusammen. Sie diskutierten die aktuellen Herausforderungen im l&auml;ndlichen Raum, insbesondere in Bezug auf rechte Dominanz und deren Auswirkungen. Max Teske, ehemalige Lehrkraft einer Schule in Burg (Spreewald), ging gemeinsam mit Laura Nickel im April 2023 mit einem Brandbrief zu Rassismus und rechter Gewalt an ihrer Schule an die &Ouml;ffentlichkeit. In dem Minitalk teilte er seine Erfahrungen von Anfeindung nach der Ver&ouml;ffentlichung des Briefs.</p><p style="text-align: justify">Eric Mbiakeu ist Mitbegr&uuml;nder des Vereins Open Dreams in Brandenburg (Havel), einer Plattform zur Vernetzung von gefl&uuml;chteten Menschen und ihren Unterst&uuml;tzenden in der Havelstadt. Auch er erlebte am eigenen Leib, was es bedeutet, sich lokal gegen Rechts und Rassismus zu engagieren. In diesem Kontext betonte er die Bedeutung solidarischer Community-Projekte in der Region, um der rechten Raumaneignung entgegenzuwirken. Daf&uuml;r braucht es einen physischen Treffpunkt in der Havelstadt. Eric Mbiakeu sagte: &bdquo;Es ist wichtig, dass unsere Communities in der Stadt mehr Raum bekommen, um einen intensiveren Austausch mit der Mehrheitsgesellschaft zu erm&ouml;glichen.&ldquo;</p><p>
<div id="attachment_45623" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45623" class="wp-image-45623 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-40-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-40-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-40-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-40-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-40-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-40-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45623" class="wp-caption-text">Anne Br&uuml;gmann, Eric Mbiakeu und Max Teske &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
</p><p style="text-align: justify">K&uuml;nstlerische Elemente wurden ebenfalls in das Veranstaltungsprogramm integriert, darunter Musik von Bookwood and Friend, ein Poetry Slam von Tanya Raab sowie der Gedenkinitiative Emil Wendland.</p><p style="text-align: justify">Tanya Raabs Spoken Word reflektierte eindr&uuml;cklich die aktuellen Anliegen von J&uuml;dinnen und Juden in Brandenburg, u. a. dass Diskussionen &uuml;ber j&uuml;disches Leben zu h&auml;ufig auf den Holocaust reduziert werden, w&auml;hrend die gegenw&auml;rtigen Herausforderungen und &Auml;ngste j&uuml;discher Menschen vernachl&auml;ssigt werden. Ein Auszug aus dem Redebeitrag:</p><blockquote>
<p style="text-align: justify">Ich soll nat&uuml;rlich immer meine j&uuml;dische Perspektive einbringen.<br>
Ich ersetze alles und jeden.<br>
Ich soll historische Fakten &uuml;ber die Shoah herunterbeten,<br>
als w&auml;re ich eine Historikerin<br>
und dann soll ich auch noch pers&ouml;nlich werden,<br>
ich meine, was w&auml;re ein gutes Gespr&auml;ch &uuml;ber den Holocaust nicht ohne Tr&auml;nen.</p>
<p>Ich m&ouml;chte eigentlich gar nicht so viel. Ich w&uuml;rde mir eine Synagoge in meiner N&auml;he w&uuml;nschen. Oder dass auch mal &uuml;ber die Gegenwart gesprochen wird, wenn es um Juden geht.</p></blockquote><p>
<div id="attachment_45627" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45627" class="wp-image-45627 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-30-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-30-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-30-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-30-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-30-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-30-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45627" class="wp-caption-text">Tanya Raab &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
</p><p style="text-align: justify">In einigen Orten Brandenburgs haben sich inzwischen Gedenkinitiativen gegr&uuml;ndet. Anuscha Zbikowski von der Gedenkinitiative Emil Wendland pr&auml;sentierte ein bewegendes Spoken Word, das die Erinnerung an die Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg bewahrte:</p><blockquote><p>H&auml;nde sind zum Sch&uuml;tteln da,<br>
Zum Streicheln und Liebkosen.<br>
Doch eines Nachts h&ouml;rt man es tosen &ndash; Schreie durch die Nachbarschaft.<br>
Wenn aus H&auml;nden F&auml;uste werden,<br>
Unschuldige Menschen sterben,<br>
Klopft das Elend an die T&uuml;r;<br>
Hier bei uns<br>
Geschehen Morde<br>
Durch die Rechte Hetzerhorde.</p>
<p>Emil Wendland auf der Bank,<br>
Einer nur von vielen.<br>
Wie lange woll&rsquo;n die M&ouml;rder noch<br>
Mit uns verstecken spielen?</p></blockquote><p style="text-align: justify">Dieser Text wurde beim Gedenkfest zum 30. Todestag von Emil Wendland am 1. Juli 2022 in Neuruppin performt und ver&ouml;ffentlicht unter: https://todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de/neuruppin/.</p><p>
<div id="attachment_45626" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45626" class="wp-image-45626 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-44-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-44-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-44-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-44-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-44-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-44-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45626" class="wp-caption-text">Anuscha Zbikowski &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
</p><p style="text-align: justify">Weitere Programmpunkte umfassten eine Lesung von Christian Bangel aus seinem Buch &bdquo;Oder Florida&ldquo;, die Einblicke in die humorvoll-nostalgische Auseinandersetzung mit den Ambitionen eines jungen Mannes aus Frankfurt (Oder) und der Realit&auml;t einer von Nazis gepr&auml;gten Stadt bot. Christian Bangel arbeitet aktuell bei der Zeit, wo er viel zu den Themen &bdquo;Rechtsextremismus, Ostdeutschland und fragilen Konservatismus&ldquo; schreibt. 2019 ging sein Tweet viral:</p><blockquote><p>Ihr Zeugen der Baseballschl&auml;gerjahre. Redet und schreibt von den Neunziger und Nullern. It&rsquo;s about time.</p></blockquote><p style="text-align: justify">Der Hashtag &bdquo;Baseballschl&auml;gerjahre&ldquo; ging viral und erm&ouml;glichte einen Austausch &uuml;ber eine bis dahin wenig beachtete Realit&auml;t: Die massive Gewalt durch Menschen, die lange Zeit als sogenannte &bdquo;Verlierer&ldquo; und &bdquo;eigentliche Opfer&ldquo; der Transformationsprozesse dargestellt wurden, und die teilweise t&ouml;dlichen Folgen dieser Gewalttaten f&uuml;r BIPoC, f&uuml;r alternative Jugendliche, f&uuml;r sozialschwache Menschen und andere Betroffenengruppen.</p><p style="text-align: justify">Eine Talkrunde zwischen Nadja Abdelhamid, Vorst&auml;ndin der Opferperspektive, und Hassaan Al Hassan vom Gefl&uuml;chtetennetzwerk Cottbus beleuchtete die Notwendigkeit der Antidiskriminierungsberatung in Brandenburg. Ein weiterer Minitalk mit Heike Kleffner, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Verbands der Opferberatungsstellen VBRG, und Judith Porath vertiefte die Diskussion &uuml;ber die Bedeutung professioneller Beratungsangebote und die dringend notwendige Debatte &uuml;ber ein AfD-Verbot.</p><p style="text-align: justify">Zum Abschluss pr&auml;sentierte Prof. Dr. Gideon Botsch das Buch &bdquo;Rechte Gewalt: Aktuelle Analysen und zeithistorische Perspektiven auf das Land Brandenburg&ldquo;.</p><p style="text-align: justify">Eine &Uuml;berraschungsperformance von Danger Dan setzte den H&ouml;hepunkt der Feierlichkeiten. Seine musikalische Darbietung gemischt mit konkreten politischen Kampfansagen zeigt, wie vielf&auml;ltig Solidarit&auml;t und Aktivismus sein k&ouml;nnen.</p><p>
<div id="attachment_45628" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45628" class="wp-image-45628 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-22-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-22-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-22-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-22-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-22-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-22-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45628" class="wp-caption-text">Danger Dan &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
</p><p style="text-align: justify">Die Jubil&auml;umsfeier war gepr&auml;gt von Engagement, W&uuml;rdigung der Arbeit des Vereins und dem Ausblick auf zuk&uuml;nftige Herausforderungen im Kampf gegen rechte Gewalt und Diskriminierung in Brandenburg. An dieser Stelle m&ouml;chten wir unseren herzlichen Dank an alle Beteiligten und Unterst&uuml;tzenden richten, einschlie&szlig;lich unserer Kooperationspartner:innen in der Zivilgesellschaft und Wissenschaft, darunter Gefl&uuml;chteten- und Migrant:innenselbstorganisationen, antifaschistische Initiativen, Migrationsberatungsstellen, Anw&auml;lt:innen und engagierten Einzelpersonen. Nicht zuletzt geb&uuml;hrt unser aufrichtiger Dank all unseren ehemaligen und aktuellen Kolleg:innen. Mit eurer tatkr&auml;ftigen Unterst&uuml;tzung konnten und k&ouml;nnen wir weiterhin unseren Beitrag zur Bek&auml;mpfung von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt in all ihren Erscheinungsformen leisten. Ihr seid unverzichtbar f&uuml;r unsere Arbeit!</p><p>
<div id="attachment_45621" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45621" class="wp-image-45621 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-15-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-15-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-15-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-15-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-15-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-15-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45621" class="wp-caption-text">Elizabeth Ngari und Janet Otieno von Women in Exile &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
<div id="attachment_45625" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45625" class="wp-image-45625 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-36-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-36-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-36-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-36-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-36-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-36-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45625" class="wp-caption-text">Judith Porath auf dem Podium mit Heike Kleffner vom VBRG &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
<div id="attachment_45618" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45618" class="wp-image-45618 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-12-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-12-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-12-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-12-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-12-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-12-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45618" class="wp-caption-text">Musik von Bookwood and Friend &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
<div id="attachment_45619" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45619" class="wp-image-45619 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-45-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-45-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-45-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-45-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-45-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-45-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45619" class="wp-caption-text">Christian Bangel liest aus seinem Buch &bdquo;Oder Florida&ldquo;&copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
<div id="attachment_45629" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-45629" class="wp-image-45629 size-large" src="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-47-1024x683.jpg" alt="" width="790" height="527" srcset="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-47-1024x683.jpg 1024w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-47-300x200.jpg 300w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-47-768x512.jpg 768w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-47-1536x1024.jpg 1536w, https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2023/12/2023.09.23-Potsdam-Freiland-25-Jahre-Opferperspektive-47-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px" /><p id="caption-attachment-45629" class="wp-caption-text">Tanya Raab mit ihrer Regenbogen-Kippah im Publikum &copy; Presseservice Rathenow / Opferperspektive</p></div>
</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/25jahre">25 Jahre Opferperspektive – Ein Grund zum Feiern</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Belltower News: 25 Jahre Brandenburger Opferperspektive</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/25_jahre_opferperspektive</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Dec 2023 15:13:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Belltower News]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=45850</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p>Erschienen bei <a href="https://www.belltower.news/im-portraet-25-jahre-brandenburger-opferperspektive-154355/" aria-label="im portraet 25 jahre brandenburger opferperspektive 154355">Belltower News (30. November 2023)</a>.</p><p style="text-align: justify">Seit 1998 ber&auml;t der Verein Opferperspektive Brandenburg Betroffene von rechter Gewalt und Diskriminierung. Seine Arbeit war eine Antwort auf die Baseballschl&auml;gerjahre. Und lieferte die Blaupause f&uuml;r Beratungsstellen bundesweit. Dieser Text erschien zuerst in der Ermutigen, der Zeitung der Amadeu Antonio Stiftung.</p><p style="text-align: justify">Die Geschichte der Brandenburger Opferperspektive beginnt Anfang der 1990er Jahre: Die Mauer ist gefallen, und rechtsextreme Gewalt steigt rasant. Eines der ersten Todesopfer der sogenannten Baseballschl&auml;gerjahre ist Amadeu Antonio, der in Eberswalde von Neonazis zu Tode gepr&uuml;gelt wird. Aber es gibt auch viele andere, deren Schicksale bis heute weitgehend unbekannt sind. Eine Reihe von Projekten aus selbstorganisierten Jugendzentren will dieser Entwicklung etwas entgegensetzen: praktische Solidarit&auml;t f&uuml;r Betroffene.</p><p style="text-align: justify">Aus diesen Strukturen entsteht 1998 die Opferperspektive, das erste Projekt, das die junge Amadeu Antonio Stiftung &ndash; im selben Jahr gegr&uuml;ndet &ndash; f&ouml;rdert. &bdquo;Rechte Gewalt war damals ein ganz selbstverst&auml;ndlicher Alltag f&uuml;r viele Menschen&ldquo;, erinnert sich Anne Br&uuml;gmann, Projektkoordinatorin des Vereins, &bdquo;und die mediale Behandlung des Themas war sehr t&auml;terzentriert&ldquo;. Deshalb &bdquo;Opferperspektive&ldquo;, auch wenn Br&uuml;gmann heute lieber von der &bdquo;Betroffenenperspektive&ldquo; spricht. &bdquo;Der Name steht eben in Abgrenzung zu der &uuml;berall vorhandenen T&auml;terperspektive&ldquo;, sagt die 46-J&auml;hrige. Damals lautete die These, rechtsextreme T&auml;ter*innen seien Verlierer*innen, &bdquo;akzeptierende Jugendarbeit&ldquo; war an der Tagesordnung. &bdquo;Bei uns ging es um einen grunds&auml;tzlichen Paradigmenwechsel&ldquo;, so Br&uuml;gmann.</p><p style="text-align: justify">25 Jahre sp&auml;ter ist die Opferperspektive eine Erfolgsgeschichte. Nicht nur in Brandenburg, sondern bundesweit. Sie gilt als erste Beratungsstelle f&uuml;r Betroffene rechter Gewalt, als Blaupause f&uuml;r &auml;hnliche Strukturen in ganz Deutschland und bietet inzwischen auch eine Antidiskriminierungsberatung. &bdquo;Unseren Ansatz kann man ein St&uuml;ck weit mit dem der autonomen Frauenh&auml;user vergleichen&ldquo;, erkl&auml;rt Br&uuml;gmann. &bdquo;Wir bieten eine individuelle, parteiliche Unterst&uuml;tzung von Betroffenen: Stichwort Opferschutz.&ldquo; Br&uuml;gmann sitzt im B&uuml;ro des Vereins &ndash; eine in die Jahre gekommene Villa am Griebnitzsee in Potsdam mit hohen Decken und viel Charme, wo die rund 20 Mitarbeiter*innen der Opferperspektive arbeiten. An der Wand klebt ein Plakat mit Strand und Sonne: &bdquo;Sch&ouml;ner leben ohne Nazis&ldquo; steht darauf.</p><p style="text-align: justify">Zum Ansatz der Beratung geh&ouml;ren &bdquo;Interventionen&ldquo;: &bdquo;Wir versuchen, gemeinsam die Stimme der Betroffenen zu st&auml;rken. Denn so ein Angriff ist kein individuelles Problem, es gibt eine strukturelle Dimension&ldquo;, so Br&uuml;gmann. Rechtsextreme Gewalttaten seien Botschaften. &bdquo;Es geht oft nicht um die einzelnen Betroffenen, sie werden eher zuf&auml;llig ausgew&auml;hlt.&ldquo; 138 rechtsextreme &Uuml;bergriffe z&auml;hlt die Opferperspektive f&uuml;r das Jahr 2022 in Brandenburg. Seit 2002 wertet der Verein solche Gewalttaten statistisch aus, sie kommt dabei auf h&ouml;here Zahlen als die Sicherheitsbeh&ouml;rden. Auch 23 Todesopfer rechtsextremer Gewalt hat die Opferperspektive seit 1990 dokumentiert, dazu neun weitere Verdachtsf&auml;lle.</p><p style="text-align: justify">Im vergangenen Jahr stand Brandenburg nach rassistischen Vorf&auml;llen wiederholt in den Schlagzeilen: Nachdem sie einen Brandbrief wegen rechtsextremer Vorf&auml;lle geschrieben hatten, wurden zwei Lehrer*innen aus Burg massiv angefeindet und verlie&szlig;en schlie&szlig;lich die Schule. In einem Ferienlager in Heidesee wurde eine Berliner Schulklasse rassistisch beleidigt und bedroht. Solche F&auml;lle landen auf Br&uuml;gmanns Tisch. &bdquo;Wir haben zahlreiche F&auml;lle von Mobbing im Nachbarschaftskontext, vor allem gegen gefl&uuml;chtete Familien&ldquo;, sagt sie. Dazu z&auml;hlen Verleumdungen, ungerechtfertigte Anzeigen bei der Polizei, zerkratzte Briefk&auml;sten, aber auch K&ouml;rperverletzung.</p><p style="text-align: justify">Vor diesem Hintergrund blickt Br&uuml;gmann mit Sorge auf die kommende Landtagswahl in Brandenburg. Laut Umfragen steht die AfD weit vorne, zuletzt mit 32 Prozent. &bdquo;F&uuml;r potenziell Betroffene w&auml;re das furchtbar&ldquo;, sagt sie &uuml;ber einen Sieg der Rechtsradikalen, &bdquo;die Stimmung w&auml;re noch bedrohlicher&ldquo;. Schon jetzt will die AfD Initiativen gegen Rechts mit parlamentarischen Anfragen einsch&uuml;chtern, auch die Opferperspektive. Auch das zeigt: Nach 25 Jahren ist die Opferperspektive n&ouml;tiger denn je.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/25_jahre_opferperspektive">Belltower News: 25 Jahre Brandenburger Opferperspektive</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Контакты работников, которые оказывают консультации</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/russisch/%d0%ba%d0%be%d0%bd%d1%82%d0%b0%d0%ba%d1%82%d1%8b-%d1%80%d0%b0%d0%b1%d0%be%d1%82%d0%bd%d0%b8%d0%ba%d0%be%d0%b2-%d0%ba%d0%be%d1%82%d0%be%d1%80%d1%8b%d0%b5-%d0%be%d0%ba%d0%b0%d0%b7%d1%8b%d0%b2%d0%b0</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Mar 2021 14:18:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pусский]]></category>
		<category><![CDATA[BOrG]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer rechter Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Potsdam]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=34268</guid>

					<description><![CDATA[<p>Примечание: Мы говорим и на английском языке! Пожалуйста, обращайтесь вначале на английском языке, в случае необходимости мы можем организовать помощь переводчика. Opferperspektive Адрес: Rudolf-Breitscheid-Straße 164 14482 Potsdam Teлефон: 0331 &#8211; 8170000 Факс: 0331 &#8211; 8170001 E-Mail: info@opferperspektive.de &#160; Консультационная команда Север Работает в ландкрайсе: Барним, Франкфурнт на Одере, Хавелланд, Меркиш-Одерланд, Оберхавель, Остпригниц-Руппин, Пригниц, Укермарк Анне [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/russisch/%d0%ba%d0%be%d0%bd%d1%82%d0%b0%d0%ba%d1%82%d1%8b-%d1%80%d0%b0%d0%b1%d0%be%d1%82%d0%bd%d0%b8%d0%ba%d0%be%d0%b2-%d0%ba%d0%be%d1%82%d0%be%d1%80%d1%8b%d0%b5-%d0%be%d0%ba%d0%b0%d0%b7%d1%8b%d0%b2%d0%b0">Контакты работников, которые оказывают консультации</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Примечание: Мы говорим и на английском языке! Пожалуйста, обращайтесь вначале на английском языке, в случае необходимости мы можем организовать помощь переводчика.<br />
</strong><br />
<strong>Opferperspektive</strong><br />
<strong>Адрес:</strong> Rudolf-Breitscheid-Straße 164<br />
14482 Potsdam<br />
<strong>Teлефон:</strong> 0331 &#8211; 8170000<br />
<strong>Факс: </strong> 0331 &#8211; 8170001<br />
<strong>E-Mail:</strong> info@opferperspektive.de</p>
<h2><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999"></a></div></h2>
<p>&nbsp;</p>
<a name=a01 href=#01>Консультационная команда Север - Beratungsteam Nord</a> <span id="result_box" class="short_text" lang="ru"><br />
<a name=a02 href=#02>Консультационная команда Юг - Beratungsteam Süd</a>
<a name=a03 href=#03>Онлайн совет</a>
<a name=a04 href=#04>Региональные консультации в земле Бранденбург</a>
</span></p>
<h2><div class="su-divider su-divider-style-default" style="margin:15px 0;border-width:3px;border-color:#999999"><a href="#" style="color:#999999"></a></div></h2>
<a name=01 href=#anfang></a>
<h5>Консультационная команда Север</h5>
<p>Работает в ландкрайсе: Барним, Франкфурнт на Одере, Хавелланд, Меркиш-Одерланд, Оберхавель, Остпригниц-Руппин, Пригниц, Укермарк</p>
<p><strong><span id="result_box" class="short_text" lang="ru"><span class="">Анне Брюгман</span></span></strong><br />
Teлефон: 0151 59100085<br />
Email: a.bruegmann(at)opferperspektive.de</p>
<p><strong><span id="result_box" class="short_text" lang="ru">Ханнес Пюшель</span></strong><br />
Teлефон: 0151 50768549<br />
Email: h.pueschel(at)opferperspektive.de</p>
<p><strong><span id="result_box" class="short_text" lang="ru">Джулиан Макел</span></strong><br />
Teлефон: 0151 59100086<br />
Email: j.muckel(at)opferperspektive.de</p>
<p><strong><span id="result_box" class="short_text" lang="ru">Лавиния Шведерская</span></strong><br />
Teлефон: 0151 50768549<br />
Email: l.schwedersky(at)opferperspektive.de</p>
<p>&nbsp;</p>
<a name=02 href=#anfang></a>
<h5>Консультационная команда Юг</h5>
<p>Работает в ландкрайсе: Бранденбург/Хавел, Котбус, Даме-Шпревальд, Эльба-Эльстер, Обершпревальд-Лаузиц, Одер-Шпре, Потсдам, Потсдам-Мительмарк, Шпре-Нейссе, Тельтов-Флеминг</p>
<p><span id="result_box" class="" lang="ru"><strong>Йошка Фрешнер</strong><br />
<span class="">Телефон: 0151 50724851</span><br />
<span class="">Email: j.froeschner(at)opferperspektive.de</span></span></p>
<p><strong>Мартин Веселы</strong><br />
Teлефон: 0171 1935669<br />
Email: m.vesely(at)opferperspektive.de</p>
<p><span id="result_box" class="" lang="ru"><strong>Элизабет Штраух</strong><br />
Телефон: 0159 01320560<br />
<span class="">Email: e.strauch(at)opferperspektive.de</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<a name=03 href=#anfang></a>
<h5>Онлайн совет</h5>
<p><strong><span id="result_box" class="short_text" lang="ru">Йозеф Борхардт</span></strong><br />
Teлефон: 0176 56718438<br />
Email: j.borchardt(at)opferperspektive.de</p>
<p>&nbsp;</p>
<a name=04 href=#anfang></a>
<h4>Региональные консультации в земле Бранденбург</h4>
<div>Вы также можете обратиться за консультацией в эти региональные организации, с которыми сотрудничает Opferperspektive.<br />
Примечание: Здесь также первое обращение делайте, пожалуйста, на английском языке. Дальнейшее общение консультанты могут организовать при помощи переводчика.<br />
<strong>Бернау</strong><br />
Организация: Kontakt- und Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt<br />
Aдрес: c/o DOSTO<br />
Breitscheidstraße 43c<br />
16321 Bernau<br />
Teлефон: 03338 &#8211; 709868 (с автоответчиком)<br />
E-Mail : kontaktstelle@so36.net</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Франкфурт на Одере</strong><br />
Организация: BorG Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt<br />
Aдрес: c/o Utopia e.V.<br />
Berliner Straße 24<br />
15230 Frankfurt (Oder)<br />
Моб. тел.: 0151 16902805<br />
E-Mail: borg-ffo@riseup.net</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Штраузберг</strong><br />
Организация: Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Gewalt – Strausberg<br />
Aдрeс: Postfach 1126<br />
15331 Strausberg<br />
Моб. тел.: 0173 6343604<br />
E-Mail : BORG-SRB@gmx.net</p>
</div><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/russisch/%d0%ba%d0%be%d0%bd%d1%82%d0%b0%d0%ba%d1%82%d1%8b-%d1%80%d0%b0%d0%b1%d0%be%d1%82%d0%bd%d0%b8%d0%ba%d0%be%d0%b2-%d0%ba%d0%be%d1%82%d0%be%d1%80%d1%8b%d0%b5-%d0%be%d0%ba%d0%b0%d0%b7%d1%8b%d0%b2%d0%b0">Контакты работников, которые оказывают консультации</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Amadeu Antonio: Gedenken Eberswalde</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/eberswalde-gedenken-an-amadeu-antonio</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Dec 2018 13:32:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen­­­ &­­ Stellungnahmen]]></category>
		<category><![CDATA[2002]]></category>
		<category><![CDATA[Amadeu Antonio]]></category>
		<category><![CDATA[Angriff]]></category>
		<category><![CDATA[Angriffe]]></category>
		<category><![CDATA[Barnim]]></category>
		<category><![CDATA[Beleidigungen]]></category>
		<category><![CDATA[Beratungspraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenken]]></category>
		<category><![CDATA[gefährliche Körperverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalttaten]]></category>
		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>
		<category><![CDATA[Körperverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[rassistische Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Unterstützung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www-dev.opferperspektive.de/?p=38572</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p>Am 6. Dezember 1990 starb <em>Amadeu Antonio</em>, der als angolanischer Vertragsarbeiter in die DDR kam. In der Nacht auf den 25. November 1990 wurde er vor einem Gasthof in Eberswalde von etwa 60 rechten Jugendlichen mit Kn&uuml;ppeln angegriffen und ins Koma gepr&uuml;gelt. Er erlag Tage sp&auml;ter seinen Verletzungen.</p><p>In Gedenken an <em>Amadeu Antonio</em> findet am Donnerstag, den 6. Dezember um 17 Uhr eine Kundgebung an der Mahn- und Gedenktafel (Eberswalder Str. 261, 16225 Eberswalde) statt. Zur anschlie&szlig;enden Begegnung und gemeinsamen Essen laden der <em>Afrikanische Kulturverein Palanca e.V.</em>, die <em>Barnimer Kampagne &bdquo;Light me Amadeu&ldquo;</em> und die <em>Antifaschistische Initiative Eberswalde</em> in die R&auml;ume von Palanca in der Coppistra&szlig;e ein.</p><p>Anl&auml;sslich des Gedenkens wird momentan unsere Ausstellung <em><a href="http://todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">[Kein sch&ouml;ner Land</a>]</em> zu Todesopfern rechter Gewalt in Brandenburg in der Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde gezeigt. Zur Er&ouml;ffnung berichtete Andreas Michael, Mitarbeiter der <em>Opferperspektive</em>, &uuml;ber die aktuelle Situation in Eberswalde. Den Redebeitrag dokumentieren wir hier.</p><p><strong>Rechte Gewalt in Eberswalde und die aktuelle Situation f&uuml;r Betroffene</strong></p><p>F&uuml;r das erste Halbjahr z&auml;hlte die Opferperspektive 97 Angriffe im Land Brandenburg. Bis zum 1. August waren es schon &uuml;ber 100, welche f&uuml;r dieses Jahr registriert wurden. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2017 wurden 98 F&auml;lle gez&auml;hlt, im ganzen Jahr 171. 80 F&auml;lle, und damit die weit &uuml;berwiegende Zahl der Angriffe, war rassistisch motiviert.</p><p>Es muss festgestellt werden, dass es in den letzten Monaten keinen R&uuml;ckgang rechter Gewalttaten gegeben hat. Das Niveau rassistischer Gewalt bleibt stabil hoch, obwohl viele Gr&uuml;nde, die in den letzten drei Jahren f&uuml;r den Anstieg rechter Gewalttaten herangezogen wurden, derzeit nicht gegeben sind. Weder gibt es in diesem Jahr Landtags- oder Bundestagswahlen, noch kommen derzeit in hoher Zahl Gefl&uuml;chtete in Brandenburg an. Rassistische Gewalt ist in den letzten drei Jahren f&uuml;r einen Teil der Brandenburger Bev&ouml;lkerung offenbar zu einer normalen und akzeptierten Handlungsweise im Umgang mit Migrant*innen geworden.</p><p>Allein im Landkreis Barnim registrierte die Opferperspektive bis dato 13 rechte Gewalttaten. Dies stellt einen Anstieg gegen&uuml;ber den Vorjahren dar. So gab es 2015 sechs, 2016 f&uuml;nf und 2017 elf Angriffe, die Gesamtzahl der Angriffe ist damit die h&ouml;chste, welche seit Beginn des Monitorings im Jahr 2002 durch die Opferperspektive dokumentiert wurde. Dazu muss gesagt werden, dass 2017 in fast allen anderen Landkreisen die Gewalttaten einen leichten R&uuml;ckgang hatten.</p><p>Die Stadt Eberswalde ist ein Schwerpunkt rechter Angriffe im Barnim, hier stieg die Angriffszahl von sechs im Jahr 2017 auf acht Angriffe an. Das h&auml;ufigste Tatmotiv bei diesen Angriffen ist Rassismus, bei 85% aller Taten lag diese Motivation zugrunde. Betroffen davon sind vor allem Menschen mit realer oder zugeschriebener Migrationsgeschichte, vermeintlich Gefl&uuml;chtete aber auch internationale Studierende. So zum Beispiel Anfang August als eine Gruppe junger Frauen in Eberswalde mit dem Fahrrad unterwegs war und bei einem Streit mit einem Autofahrer erst rassistisch beleidigt wurde und dann eine von ihnen in den Gegenverkehr geschubst wurde. Gl&uuml;cklicherweise konnte das ihr entgegen kommende Fahrzeug rechtzeitig bremsen, sodass Schlimmeres verhindert wurde.</p><p>Neben diesen rassistisch motivierten Gewalttaten, die vor allem in Bernau, Biesenthal, Eberswalde und Wandlitz die h&auml;ufigste Tatmotivation bilden, wurden durch Opferperspektive auch zwei k&ouml;rperliche Angriffe auf politische Gegner*innen bzw. nicht Rechte registriert. K&ouml;rperverletzungsdelikte, einfache wie gef&auml;hrliche, bilden weiterhin die mit Abstand h&auml;ufigsten Tatbest&auml;nde. Die Opferperspektive z&auml;hlte vier einfache und eine gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung in Eberswalde, eine gef&auml;hrliche so wie eine einfache K&ouml;rperverletzung in Bernau, eine versuchte gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung in Biesenthal und eine versuchte einfache K&ouml;rperverletzung in Wandlitz. In Biesenthal wurde ein Mann aus Somalia, welcher mit dem Fahrrad durch die Bahnhofsstra&szlig;e fuhr, rassistisch beleidigt und dann mit einem schweren Kettenfahrradschloss beworfen. In Eberswalde wurden an verschieden Tagen junge Menschen aus der russischen F&ouml;rderation rassistisch beleidigt und angegriffen, in einem Fall konnte der Angriff abgewehrt werden. Ebenfalls in Eberswalde gab es einen rassistisch motivierten Angriff auf eine Frau aus Vietnam.</p><p>Neben diesen t&auml;tlichen Angriffen registrierte die Opferperspektive drei F&auml;lle von N&ouml;tigungen und Bedrohungen, beispielsweise Mitte April in Wandlitz. Am Liepnitzsee werden zwei M&auml;nner rassistisch beleidigt und bedroht, bis sie den See verlassen. Aber auch in Bernau und Eberswalde kommt es immer wieder zu rassistischen Beleidigungen und Bedrohungen. Aufgrund der Tatsache, dass es im Barnim nur sehr wenig Kontakt zu den Betroffenen gibt, geht die Opferperspektive hier davon aus, dass die Zahlen nicht das tats&auml;chliche Ausma&szlig; widerspiegeln. Aus der allgemeinen Beratungspraxis heraus l&auml;sst sich sagen, dass, wie auch in den Vorjahren, Menschen mit Fluchterfahrung die Hauptbetroffenengruppe rechter Gewalt in Brandenburg sind.</p><p>Bei rassistischen Gewaltdelikten kommen allerdings auch &Uuml;bergriffe auf Personen mit zugeschriebener oder realer Migrationsgeschichte hinzu. Sie erleben rassistische Gewalt und Anfeindungen in allen Lebensbereichen: Durch Nachbar*innen im eigenen Wohnumfeld, beim Sport, Einkaufen oder auf offener Stra&szlig;e. Verst&auml;rkt treffen die Beratenden Betroffene in einem Zustand gro&szlig;er Hoffnungslosigkeit: Der erfahrene Rassismus ist f&uuml;r die Angegriffenen so allgegenw&auml;rtig, dass die M&ouml;glichkeit eines Alltags jenseits dieser Erlebnisse v&ouml;llig unrealistisch ist. Oft wird der tats&auml;chliche k&ouml;rperliche Angriff nicht mehr als herausragendes Erlebnis wahrgenommen, sondern als ein weiterer Baustein in einer Kontinuit&auml;t der Ablehnung, die psychisch wesentlich schwerer wiegt. Wege aus dieser Situation zu finden ist nicht nur eine gro&szlig;e Herausforderung f&uuml;r die Betroffenen, die Unterst&uuml;tzenden vor Ort und die Beratenden. Sie ist vielmehr eine zentrale Problemstellung f&uuml;r die Landespolitik und die Brandenburger Gesellschaft. Hier muss der in der Landesverfassung formulierte Anspruch, als Land der &bdquo;Verbreitung rassistischen Gedankenguts&ldquo; entgegen zu treten, mit Leben gef&uuml;llt werden. Das eben dort erw&auml;hnte &bdquo;friedliche Zusammenleben der Menschen&ldquo; wird in Brandenburg durch rassistische Gewaltt&auml;terInnen Tag f&uuml;r Tag infrage gestellt.</p><p>In den allermeisten F&auml;llen f&uuml;hrt rassistische Gewalt bei Betroffenen zu einem R&uuml;ckzug aus dem &ouml;ffentlichen Raum ins Private. Die durch RassistInnen erzwungene Isolation verst&auml;rkt aber oft die psychischen Auswirkungen der Angriffe und erschwert die Verarbeitung der Gewalterfahrung, die bei Menschen mit Fluchtbiografie h&auml;ufig nicht die Erste ist. Selbst die allt&auml;glichen Dinge, wie das Einkaufen von Lebensmitteln, werden zu einer komplexen Aufgabe: Telefonketten werden gebildet, Freund*innen um Unterst&uuml;tzung gebeten, damit die Wohnung nicht mehr verlassen werden muss, Unternehmungen au&szlig;erhalb werden auf das Notwendigste beschr&auml;nkt. Dies sind die Begleitumst&auml;nde, unter denen viele Menschen mit Fluchtgeschichte versuchen m&uuml;ssen, in der Brandenburger Gesellschaft anzukommen. Eine Gesellschaft, in der sich Alteingesessene und Neuankommende auf Augenh&ouml;he begegnen k&ouml;nnen, ist nicht m&ouml;glich, solange im &ouml;ffentlichen Raum die Orte fehlen, an denen sich Gefl&uuml;chtete angstfrei bewegen k&ouml;nnen.</p><p>Die Entwicklung hinsichtlich rechter Gewalt bleibt besorgniserregend. Rassistische Gewalt ist zur Normalit&auml;t geworden. Diese hat Teile der Gesellschaft erfasst, welche zuvor durch rechte AkteurInnen nicht erreichbar waren. Eine neue Dynamik gewinnt die Situation durch die AfD, die sich mit ihrer politischen Ausrichtung in Brandenburg immer eindeutiger dem extrem rechten Spektrum zuordnen l&auml;sst und bei Wahlen als erfolgreicher Ausdruck dieser Stimmung fungiert. Die hasserf&uuml;llte Pr&auml;senz und Lautst&auml;rke, die rassistische Positionen derzeit in gesellschaftlichen Debatten haben, erwecken bei rechten Gewaltt&auml;terInnen den Eindruck, dass die Mehrheit der Gesellschaft hinter ihren Taten steht. Es besteht in dieser Situation die Gefahr, dass Rassismus und Gewalt Gegenpositionen aus den politischen Diskussionen vor Ort verdr&auml;ngen. Wenn sich rassistische Gewaltt&auml;terInnen derart als gesellschaftlich wirksam erleben, existiert die Gefahr, dass diese Erfahrung auch zuk&uuml;nftig reaktivierbar bleibt. Die Betroffenen der rechten Angriffe hingegen, f&uuml;hlen sich derzeit so bedroht und verunsichert, dass eine Teilhabe f&uuml;r sie nur stark eingeschr&auml;nkt m&ouml;glich ist. Selbst bei einem R&uuml;ckgang rechter Gewalt wird es l&auml;ngere Zeit dauern, bis das Vertrauen in Gesellschaft und Institutionen wieder ein Ma&szlig; annehmen kann, welches f&uuml;r ein unbelastetes Zusammenleben notwendig ist.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/pressemitteilungen_stellungnahmen/eberswalde-gedenken-an-amadeu-antonio">Amadeu Antonio: Gedenken Eberswalde</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stellenausschreibung</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/stellenausschreibung-2</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Nov 2018 09:58:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Antidiskriminierungsberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Antidiskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Antidiskriminierungsberatung Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Informationen]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=37832</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Antidiskriminierungsberatung Brandenburg des Vereins Opferperspektive e.V. sucht: Ein*e Berater*in in der landesweiten Beratung für Betroffene von rassistischer Diskriminierung als Elternzeitvertretung vom 7. Januar 2019 bis voraussichtlich Mitte Oktober 2019 mit einem Stellenumfang von 30 Stunden. Die Antidiskriminierungsberatung des Vereins Opferperspektive e.V. berät und unterstützt Betroffe­ne von rassistischer Diskriminierung. Über die Einzelfallberatung hinaus setzen wir [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/stellenausschreibung-2">Stellenausschreibung</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Antidiskriminierungsberatung Brandenburg des Vereins Opferperspektive e.V. sucht:<br />
<strong>Ein*e Berater*in</strong><br />
in der landesweiten Beratung für Betroffene von rassistischer Diskriminierung als Elternzeitvertretung vom 7. Januar 2019 bis voraussichtlich Mitte Oktober 2019 mit einem Stellenumfang von 30 Stunden.<br />
Die Antidiskriminierungsberatung des Vereins Opferperspektive e.V. berät und unterstützt Betroffe­ne von rassistischer Diskriminierung. Über die Einzelfallberatung hinaus setzen wir uns für die Eta­blierung und Weiterentwicklung von Antidiskriminierungsarbeit in Brandenburg ein.<br />
Weitere Informationen:<br />
www.antidiskriminierungsberatung-brandenburg.de<br />
Der/die neue Kolleg*in ist in der aufsuchenden, landesweiten Einzelfallberatung für Betroffene von rassistischer Diskriminierung tätig.<br />
Aufgabengebiete:<br />
1. Einzelfallberatung von Betroffenen rassistischer Diskriminierung; inkl. Durchführung von Interventionen, fallbezogener Öffentlichkeitsarbeit und Falldokumentation<br />
2. Netzwerkarbeit mit potentiellen Betroffenen und Kooperationspartner*innen<br />
3. Teilnahme an Teamsitzungen, Supervisionen<br />
Voraussetzungen:</p>
<ul>
<li>Hochschulabschluss im Bereich Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften oder vergleichbare Qualifikation</li>
<li>persönliche und theoretische Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Rassismus und Empower­ment</li>
<li>Beratungskompetenz und –erfahrungen</li>
<li>Kenntnisse im Bereich der Antidiskriminierungsarbeit</li>
<li>sehr gute Kommunikationsfähigkeit und ausgeprägtes Einfühlungsvermögen</li>
<li>Teamfähigkeit und die Fähigkeit zu selbständiger und strukturierter Arbeitsweise</li>
<li>Bereitschaft in einer selbstverwalteten Organisation zu arbeiten</li>
<li>sehr gute deutsche Sprachkenntnisse sowie beratungssichere Kenntnisse in einer weiteren Sprache</li>
<li>Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten</li>
</ul>
<p>Wünschenswert:</p>
<ul>
<li>Kenntnisse des rechtlichen Antidiskriminierungsschutzes im Allgemeinen und konkret des Allge­meinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)</li>
<li>Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit</li>
<li>Kenntnis der themenrelevanten Strukturen in Brandenburg</li>
<li>analytisches und strategisches Denken</li>
<li>Fahrerlaubnis der Klasse B</li>
<li>sicherer Umgang mit Desktopanwendung (Linux)</li>
</ul>
<p>Wir bieten:<br />
Die Mitarbeit in einer spannenden, selbstverwalteten Organisation mit einem politischen Umfeld, Fortbildungsmöglichkeiten, eigenem Gestaltungsspielraum bei der Projektumsetzung und ein kolle­giales<br />
Arbeitsklima. Die Vergütung ist an EG 10 TVL­Ost angelehnt.<br />
Bewerbung:<br />
Bitte die Bewerbung in Form eines aussagekräftigen Motivationsschreibens und eines tabellarischen Lebenslaufes (ohne Zeugnisse, Bescheinigungen, Foto, Angaben zu Alter oder Familienverhältnis­sen) ausschließlich per E­Mail an antidiskriminierung@opferperspektive.de<br />
Bewerbungsschluss ist der 3. Dezember 2018.<br />
Bewerbungsgespräche finden am 13. Dezember 2018 statt.<br />
Aufgrund der speziellen Anforderungen der Tätigkeit werden People of Color, Schwarze Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte und/oder Muslim*innen bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/stellenausschreibung-2">Stellenausschreibung</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aufruf zur Solidarität mit Miteinander e.V.</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/aufruf-zur-solidaritaet-mit-miteinander-e-v</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2018 12:02:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionsbündnis]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionsbündnis Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Amadeu Antonio]]></category>
		<category><![CDATA[Angriff]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Beratungsstellen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Förderung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Initiativen]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=37806</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><div class="entry-content">
Der gemeinn&uuml;tzige Verein Miteinander &ndash; Netzwerk f&uuml;r Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. macht seit 19 Jahren eine wichtige und unersetzliche Arbeit im Bundesland: Er engagiert sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus und unterst&uuml;tzt Betroffene rechter Gewalt. Er ber&auml;t, vernetzt, ermutigt und st&auml;rkt die demokratische Zivilgesellschaft vor Ort. Dieses Engagement ist jetzt wichtiger denn je!<br>
Daf&uuml;r ist der Verein ins Visier der AfD geraten: Die Partei diskreditiert den Verein, wo sie nur kann und will die Arbeit von Miteinander e.V. beenden. Die Rechtspopulisten fordern, die F&ouml;rderung der Arbeit durch Landes- und Bundesregierung einzustellen. Das w&uuml;rde das finanzielle Aus f&uuml;r das Netzwerk in Sachsen-Anhalt bedeuten. Es geht darum, den Verein handlungsunf&auml;hig und mundtot zu machen. Und es geht darum, den Druck auf die Menschen zu erh&ouml;hen, die sich in den Initiativen engagieren. Doch wir lassen diese Menschen nicht allein: Der Miteinander e.V. braucht jetzt die Solidarit&auml;t von uns allen!<br>
Die Kampagne gegen Miteinander e.V. reiht sich ein in zahlreiche Versuche der AfD, die Arbeit demokratief&ouml;rdernder zivilgesellschaftlicher Initiativen und Vereine systematisch zu besch&auml;digen, zu erschweren und zu beenden. Damit versucht die AfD nichts anderes, als die Demokratie von innen auszuh&ouml;hlen. Diesen Angriffen treten wir entschlossen und geschlossen entgegen!<br>
Alle, die sich f&uuml;r Demokratie und eine offene Gesellschaft engagieren, sind aufgefordert sich mit Miteinander e.V. zu solidarisieren. Denn der Angriff gegen Miteinander e.V. ist ein Angriff auf unsere gesamte demokratische Gesellschaft.<br>
Zeigen Sie, dass die Engagierten vor Ort nicht allein sind und stellen Sie sich an ihre Seite!
<h2></h2>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Obwohl die AfD im Fall von Miteinander e.V. besonders massiv vorgeht, ist dies nicht das einzige Mal dass die Partei durch ein solches Vorhaben auff&auml;llt. Das Vorgehen der AfD hat System: Auch das Schulnetzwerk &bdquo;Schule ohne Rassismus &ndash; Schule mit Courage&ldquo; wurde Ziel eines Antrags der AfD-Fraktion im Landtag in Magdeburg. Der Verein betreibe &bdquo;ideologische Indoktrination sowie politischen Meinungs- und Gesinnungsterror&ldquo;, weshalb die AfD dem Verein mangelnde Neutralit&auml;t vorwirft.<br>
Auch in anderen Bundesl&auml;ndern geht die Partei so vor. Im August 2017 reichte Thorsten Wei&szlig; von der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus eine Anfrage unter dem Titel &bdquo;Linksextremistische Netzwerke in Berlin&ldquo; ein. Mit den 129 Fragen zu personellen und finanziellen Verbindungen versucht die AfD eine willk&uuml;rliche Auswahl von Organisationen, vom Sportverein bis zur Gewerkschaft, in die N&auml;he des Linksextremismus zu r&uuml;cken.<br>
Anfang 2017 wollte die AfD-Fraktion im Landtag Baden-W&uuml;rttemberg der NS-Gedenkst&auml;tte Gurs die Mittel streichen, hat diesen Antrag jedoch sp&auml;ter mit der Begr&uuml;ndung eines vermeintlichen Missverst&auml;ndnisses zur&uuml;ckgezogen. Die Partei m&ouml;chte also nicht nur vorgeblich &bdquo;linksextreme&ldquo; Projekte mundtot machen, sondern auch die &bdquo;erinnerungspolitische Wende&ldquo; H&ouml;ckes Praxis werden lassen.<br>
Antrag der AfD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt zu Schule ohne Rassismus &ndash; Schule mit Courage:<br>
<a href="https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d2880aan.pdf" aria-label="d2880aan">https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d2880aan.pdf</a><br>
Anfrage der AfD-Fraktion vom 22.08.2017:<br>
<a href="http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-12127.pdf" aria-label="S18 12127">http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-12127.pdf</a><br>
&Auml;nderungsantrag der AfD-Fraktion im Landtag Baden-W&uuml;rttemberg zum Haushaltsplan 2017 4/38:<br>
<a href="http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/1000/16_1304_D.pdf" aria-label="16 1304 D">http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/1000/16_1304_D.pdf</a><br>
Gro&szlig;e Anfrage der AfD zu Miteinander e.V. vom 20.12.2017 sowie Antwort der Landesregierung:<br>
<a href="https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d2791lag.pdf" aria-label="d2791lag">https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d2791lag.pdf</a><br>
Gro&szlig;e Anfrage der AfD zu Miteinander e.V. vom 03.09.2018:<br>
<a href="https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d3329aga.pdf" aria-label="d3329aga">https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d3329aga.pdf</a></p>
<h3></h3>
<h3>Unterzeichnende in alphabetischer Reihenfolge</h3>
<p>Aktion Courage e.V.<br>
Aktion S&uuml;hnezeichen Friedensdienste<br>
Aktionsb&uuml;ndnis Brandenburg<br>
Amadeu Antonio Stiftung<br>
Anne Frank Zentrum<br>
Antidiskriminierungsverband Deutschland<br>
Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt<br>
Archiv der Jugendkulturen e.V.<br>
AWO Bundesverband<br>
Bundesarbeitsgemeinschaft &bdquo;Ausstieg zum Einstieg&ldquo; e.V.<br>
Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus<br>
Bundesverband Mobile Beratung e.V.<br>
cultures interactive e.V. Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltpr&auml;vention<br>
Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Demokratiep&auml;dagogik e.V.<br>
Deutscher Bundesjugendring e.V.<br>
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)<br>
Each One Teach One<br>
Gesicht Zeigen! F&uuml;r ein weltoffenes Deutschland e.V.<br>
Institut f&uuml;r den Situationsansatz<br>
Jamel rockt den F&ouml;rster<br>
&bdquo;Kirche st&auml;rkt Demokratie&ldquo; Zentrum Kirchlicher Dienste<br>
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KIgA e.V.<br>
Lesben- und Schwulenverband in Deutschland , LSVD-Bundesverband<br>
LidiceHaus, Jugendbildungsst&auml;tte Bremen<br>
Mach meinen Kumpel nicht an! &ndash; f&uuml;r Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V.<br>
Mobile Beratung im Sport, Landessportbund MV<br>
Netzwerk f&uuml;r Demokratie und Courage<br>
Netzwerk Tolerantes Sachsen e.V.<br>
Opferperspektive e.V.<br>
Oxfam Deutschland<br>
Der Parit&auml;tische Gesamtverband<br>
PRO ASYL<br>
RAA Berlin<br>
Ufuq e.V.<br>
Verband der Beratungsstellen f&uuml;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, VBRG e.V.<br>
Verein f&uuml;r Demokratische Kultur Berlin
</p></div><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/aufruf-zur-solidaritaet-mit-miteinander-e-v">Aufruf zur Solidarität mit Miteinander e.V.</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unerträgliches Ausmaß rechter Gewalt</title>
		<link>https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/bundesweit-92-neue-gewalttaten-seit-chemnitz</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Opferperspektive e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 09:55:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Angriffe]]></category>
		<category><![CDATA[Beratungsstellen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalttaten]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Opferperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.opferperspektive.de/?p=37638</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<?xml encoding="UTF-8"><p>Unabh&auml;ngige Opferberatungsstellen registrieren schon jetzt 93 Vorf&auml;lle rassistischer, rechter und antisemitisch motivierter Gewalt und Bedrohungen, seitdem die extreme Rechte und organisierte Rassist*innen bundesweit den gewaltsamen Tod von Daniel H. (35) in Chemnitz in der Nacht vom 24./25. August 2018 instrumentalisieren.<br>
In der im Anhang befindlichen Auswahl sind lediglich diejenigen Angriffe und Bedrohungen aufgef&uuml;hrt, die entweder durch die Betroffenen, Polizei- oder Medien- und Blogger*innenberichte &ouml;ffentlich gemacht wurden. Nicht im Einzelnen aufgef&uuml;hrt sind mindestens 34 Vorf&auml;lle von K&ouml;rperverletzungen, N&ouml;tigungen und Bedrohungen, die die Opferberatung der RAA Sachsen alleine in Chemnitz seit dem 26. August 2018 registriert hat.<br>
&bdquo;Das ohnehin schon viel zu hohe Niveau rassistischer und rechter Gewalt der vergangenen zwei Jahre steigt in einem besorgniserregenden Ma&szlig; weiter&ldquo;, sagt Judith Porath, Mitglied im Vorstand der Verbands der Beratungsstellen f&uuml;r Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Vereins Opferperspektive. &bdquo;Die Allgegenwart rassistischer Hetze f&uuml;hrt dazu, dass es keine sicheren Orte mehr gibt: Ob in der Eisdiele beim Eisessen in Wiesloch, beim Zeitungsaustragen in Freiburg, beim S-Bahnfahren in Berlin und M&uuml;nchen, beim Bierfest im l&auml;ndlichen Bayern oder in der eigenen Wohnung in Demmin &ndash; Gefl&uuml;chtete, Familien mit Migrationshintergrund und Schwarze Deutsche m&uuml;ssen derzeit tats&auml;chlich &uuml;berall damit rechnen, von organisierten Neonazis und Rassisten oder von rassistischen Gelegenheitst&auml;ter*innen angegriffen zu werden.&ldquo;<br>
Aus Sicht der im VBRG zusammengeschlossenen dreizehn unabh&auml;ngigen Beratungsstellen sei es jetzt wichtiger denn je, &bdquo;bei rassistischen Bedrohungen und Gewalttaten einzugreifen statt wegzuschauen&ldquo;, betont Judith Porath. Es gelte jetzt deutlich zu machen, dass &bdquo;die Solidarit&auml;t mit den Betroffenen sich nicht auf Sonntagsreden reduziert.&ldquo; Das k&ouml;nne der Anruf beim polizeilichen Notruf sein, die Bereitschaft sich als Zeug*in zur Verf&uuml;gung zu stellen oder sich unmittelbar an die Seite von Angegriffen den T&auml;ter*innen entgegenzutreten.<br>
Dar&uuml;ber hinaus fordern die Opferberatungsstellen eine konsequentere Strafverfolgung rechter, rassistischer und antisemitisch motivierter Gewalt und Bedrohungen: &bdquo;Wir brauchen endlich in allen Bundesl&auml;ndern Schwerpunktstaatsanwaltschaften sowie eine Bereitschaft bei den Strafverfolgungsbeh&ouml;rden, rassistische, antisemitische und politisch rechte Tatmotive ad&auml;quat zu erkennen, zu benennen und unter Anwendung von &sect;46 Abs. 2 Satz 2 StGB auch strafsch&auml;rfend zu bewerten&ldquo;, so Porath. &bdquo;Im &Uuml;brigen werden wir es nicht zulassen, dass die extreme Rechte mit Daniel H. und auch Sophia L. aus Leipzig den gewaltsamen Tod von Menschen f&uuml;r rassistische Hetzjagden instrumentalisiert, die unter anderen Umst&auml;nden Zielscheibe f&uuml;r Rassismus und rechten Bedrohungen waren.&ldquo;<br>
&nbsp;<br>
<strong>Verband der Beratungsstellen fu&#776;r Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, 26.09.2018</strong><br>
&nbsp;<br>
Ausschnitte einer Dokumentation rassistisch, antisemitisch und politisch rechts motivierter Gewalt und Bedrohungen seit dem 25. August 2018 sind der PDF aufgelistet: <strong><a href="https://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2018/09/PE_Unertra%CC%88gliches_Ausma%C3%9F_rechter_Gewalt_VBRG_26092018.pdf" aria-label="PE Unertra&#776;gliches Ausma&szlig; rechter Gewalt VBRG 26092018">PE_Unertra&#776;gliches_Ausma&szlig;_rechter_Gewalt_VBRG_26092018</a></strong><br>
In der Auswahl sind lediglich diejenigen Angriffe und Bedrohungen aufgefu&#776;hrt, die entweder durch die Betroffenen, Polizei- oder Medien- und Blogger*innenberichte &ouml;ffentlich gemacht wurden. Nicht im Einzelnen aufgefu&#776;hrt sind mindestens 34 K&ouml;rperverletzungsdelikte, die die Opferberatung der RAA Sachsen alleine in Chemnitz seit dem 26. August 2018 registriert hat.<br>
&nbsp;</p><p>The post <a href="https://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/bundesweit-92-neue-gewalttaten-seit-chemnitz">Unerträgliches Ausmaß rechter Gewalt</a> first appeared on <a href="https://www.opferperspektive.de">Opferperspektive e.V. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
