Erinnerungen an Bernd „Stippi“ Köhler

Im Juli 2008 stirbt Bernd Köhler in Folge rechter Gewalt in Templin. Die Opferperspektive spricht mit Familie und Freund_innen. Daraus entsteht die Broschüre „Erinnerungen an Stippi“.
Bernd „Stippi“ Köhler kommt aus Templin. Vor der „Wende“ arbeitet er als Meliorationstechniker und später als Kraftfahrer in einem Getränkekombinat. Nach 1990 verursacht der Vater von zwei Kindern betrunken einen Unfall, verliert seinen Führerschein und wird arbeitslos. Seitdem ist er ohne Aussicht auf eine feste Stelle. Der Alkohol spielt dafür eine immer größere Rolle in seinem Leben. Der freundliche und friedfertige Bernd Köhler, der Streit auch betrunken aus dem Weg geht, trifft sich zunehmend mit seinen Kumpels zum Trinken und übernachtet anschließend in der Böttcher-Werkstatt seines Vaters. Hier wurde er am 22. Juli 2008 er in der Werkstatt seines Vaters von den beiden Neonazis Christian W. und Sven P. brutal ermordet.
Christian W. wird wegen Beihilfe zum Mord durch Unterlassen und Körperverletzung zu neun Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Urteil gegen Sven P. reduziert das Landgericht Neuruppin im Revisionsverfahren auf neun Jahre Jugendhaft. Die Strafkammer sieht es in ihrem Urteil als erwiesen an, dass bei der Auswahl des Opfers das „neonazistische Menschenbild“ der Täter eine wichtige Rolle spielte. Sie misshandelten und quälten Bernd Köhler zu Tode, weil sie ihn aufgrund seines sozialen Status als Alkoholiker verachteten.
Jedes Jahr treffen sich Angehörige, Freunde und Vertreter der Stadt in Gedenken an Bernd Köhler an dessen Grab in Templin.

 

Erinnerungen an Stippi – PDF zum Download