Rechtsextreme aus Wittstock vor Gericht
Die Angeklagten wurden im Mai dieses Jahres durch das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Neuruppin wegen gefährlicher Körperverletzung zu Freiheits- bzw. Jugendstrafen zwischen einem Jahr und zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als …
»Es ist alles zutreffend, was in der Anklageschrift steht«
Den beiden Angeklagten war vorgeworfen worden, in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2005 den aus Benin stammenden Bewohner des Flüchtlingsheims Stolpe, Eucker D. (34), angehalten, rassistisch beschimpft und anschließend mit dem Auto …
Mit dem Auto gejagt
Die beiden Täter Andreas S. (21) und Christian M. (20) sollen in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2005 einen aus Afrika stammenden Bewohner des Flüchtlingsheims Stolpe bei Hennigsdorf angehalten, rassistisch beschimpft und …
Stadtpark II
In bisher sechs Verhandlungstagen wurde das Tatgeschehen vom 18. Juni 2005 weitgehend rekonstruiert. Danach kam es gegen 19 Uhr zu einem ersten Zusammentreffen der Rechten mit den Punks, die wegen ihrer Musik als »Scheiß Zecken-Pack« …
Bewährungsstrafen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung
Erstaunt, aber auch wütend wirkten die beiden Angeklagten, als sie heute den Urteilsspruch des Amtsgerichts Potsdam vernahmen. Der arbeitslose Fliesenleger Sebastian M. (25) wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten verurteilt. Der Mitangeklagte Thomas L. …
Kevin
Im Juli letzten Jahres war Kevin M. noch Punk, auf dem Kopf hatte er einen pinken Irokesen-Haarschnitt. Grund genug für einen Schläger aus einer rechten Dorfclique aus der Uckermark, Kevin zu verfolgen, zu beschimpfen und …
Wortlose Schläge
Der Überfall auf Markus S. und seinen Begleiter René S. kam ohne Vorwarnung: Wortlos zerfetzte Oliver Oe. das T-Shirt von Markus S.. Als sein Freund René S. sich beschwerte, was dies solle, schlug ihm Oliver …
Prozessbericht: Angriff in Straßenbahn
Am Abend des 18. Juni 2005 stiegen Markus S. und sein Freund René S. in die Straßenbahn der Linie 94 ein. Was sie nicht wussten: in derselben Straßenbahn war ein Gruppe von 25 bis 30 …
Rechtsextremismus fängt im Alltag an
Am Morgen des 15. Juni 2006 traute der Hausmeister der Graf-von-Arco-Oberschule seinen Augen nicht. Am Heizhaus der Nauener Schule wehte in 20 Meter Höhe eine Hakenkreuzfahne. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde das NS-Symbol entfernt; die …
»Nationale Jugendarbeit«: das Beispiel Neuruppin
Nach der Wende war in Neuruppin eine rechtsorientierte Jugendkultur herangewachsen. Gruppen junger Männer machten Jagd auf Linke und AsylbewerberInnen, 1992 erschlugen Skinheads den Obdachlosen Emil Wendland. Die Stadtverwaltung reagierte und richtete mit dem Verein »Initiative …
Die »Bewegung Neue Ordnung«
Die NPD verlor damit ihre aktivsten Mitglieder und zwei Mandatsträger: Mario Schulz im Kreistag Prignitz und Matthias Wirth in der Stadt- verordneten- versammlung von Wittstock. Beide behielten nach dem Parteiaustritt ihr Mandat. Als Anlass für …
Demokratiefeindliche Bestrebungen konsequent bekämpfen
Sehr geehrte Damen und Herren, die Debatte um Rechts- extremismus, Ausländer- feindlichkeit und Gewalt in Deutschland ist in vollem Gange. Das ist gut so angesichts der Gefahr, die zur Zeit von rechts- extremistischem Gedankengut ausgeht. …
Die Verfolgung rechtsextremistischer Straftaten durch die Staatsanwaltschaft Neuruppin
Sehr verehrte Frau Ministerin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, Herr General- staatsanwalt, meine Damen und Herren, ich begrüße sie recht herzlich in der Staats- anwaltschaft Neuruppin zur Vorstellung eines stark repressiv ausgerichteten Ansatzes zur …
R.W. – Ein »Unbelehrbarer«
R.W. wurde im Jahre 1986 geboren. Er wuchs ohne Geschwister und – obwohl sich seine Mutter, als R.W. zwei Jahre alt war, von seinem leiblichen Vater trennte – in einer stabilen Familie auf, insbesondere deshalb, …
Imbissbetriebe als Zielscheibe von Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremer Gewalt
In Brandenburg liegt der Ausländeranteil seit Jahren zwischen 1,5 und 2 Prozent. Die meisten Zugewanderten leben in Potsdam, Cottbus und Frankfurt. Asyl- bewerberinnen und -bewerber sind oft am Rand von Kreisstädten untergebracht. So bleiben …
Störende Faktoren – Für demokratische Partizipation im ländlichen Raum
Ich bin mir unsicher, ob das, was an Besonderheiten für den ländlichen Raum zu beschreiben ist, als Störung bezeichnet werden sollte. Wir haben das Problem, dass die Situation und die Perspektiven des ländlichen Raums häufig …
Rheinsberg: Standortfaktor Rechtsextremismus
Die Rheinsberger Schlösser- und Seenlandschaft ist mit über einer halben Million BesucherInnen jährlich neben Potsdam und dem Spreewald das touristische Zentrum Brandenburgs. Die traditionelle Keramikmanufaktur, Lesungen im Tucholsky-Museum sowie das Opernfestival im Hof des Schlosses …
Wittstock: Eine Stadt kämpft um ihren Ruf
Ganz im Nordwesten Brandenburgs liegt die Kleinstadt Wittstock. Die alte Bischofsstadt mit Burg und Museen besitzt eine der schönsten historischen Stadtkerne der Region. 1953 zur Kreisstadt ernannt, verlor die Gemeinde diesen Status 1993 im Zuge …
Die Machtverhältnisse einmal umgedreht
Die Frau rennt auf die Straße, sie schreit. »Gehen Sie weg!«, faucht sie. »Sie vertreiben meine Kunden!« Die blond-gefärbte Verkäuferin versucht hektisch die Interessenten, die sich vor ihren Schaufenstern drängen, zu verscheuchen. Sie lässt die …
Radikale Rechte in kleinstädtischen Räumen
Schrumpfende Stadt Wittstock ist, wie viele andere Städte in den neuen Bundesländern, eine schrumpfende Stadt. Seit 1989 hat sie etwa ein Drittel seiner EinwohnerInnen verloren. Die Stadt kämpft gegen die nahezu hoffnungslosen Bedingungen ökonomischer Deprivation …
Alltag in Wittstock
WITTSTOCK. Das Wetter über der hübschen Stadt zeigt sich von der besten Seite. Manche Bewohner nicht. Mitten im nordbrandenburgischen Wittstock befindet sich ein Klamottenladen. Auf den ersten Blick nichts Besonderes: nur zwei Schaufenster. Einen Namen …
Das Bürgerbündnis in Wittstock und Umgebung
Sehr verehrte Damen und Herren, es ist ziemlich aufregend, als Vertreterin eines kleinen Bürger- bündnisses – wir sind nur 10,12, höchstens 15 Personen – der »großen Politik« gegenüber zu stehen. Das Wesen unseres Bündnisses erklärt …
»Eine weniger spektakuläre, dafür differenzierte Auseinandersetzung ist wichtig«
Ihr Verein heißt »Opferperspektive«. Was wollen Sie mit diesem Namen ausdrücken? Wir stellen uns an die Seite der Opfer und versuchen, ihre Wahrnehmung von rechter Gewalt, ihre Alltags- erfahrungen mit Rassismus und ihre Bedrohung nach- …
Neonazis ignorieren Vereinsverbot
NEURUPPIN Die rechtsextreme Szene im nordwestlichen Brandenburg ignoriert offensichtlich das im Juli 2006 vom Innenministerium verfügte Verbot der neonazistischen Kameradschaft »Schutzbund Deutschland«. In einem Nachfolgegebilde namens »Bewegung Neues Deutschland« sei »derselbe Personenkreis« aktiv wie im …
»Wir sind herausgefordert, uns zu wehren«
In den Statistiken über rechte Gewalttaten in Deutschland steht Brandenburg immer weit oben. Welchen Beitrag leistet das Aktionsbündnis zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Gewalt? Wir reagieren auf Übergriffe, üben Solidarität mit den Opfern von rassistischer …
»Demokratische Teilhabemöglichkeiten sind der beste Schutz gegen rechtsextreme Rattenfängerei«
Erinnern Sie sich an ein prägnantes Erlebnis aus Ihrer Arbeit, das aus ihrer Sicht die Probleme im gesellschaftlichen Umgang mit Rechtsextremismus anschaulich macht? Da gibt es viele; aus der Fülle auszuwählen, ist für mich schwer. …
Mobiler Fachtag: Rechtsextremismus in Brandenburg – Einblicke vor Ort
Auf Einladung des Vereins Opferperspektive und des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit treffen die Teilnehmer des »mobilen Fachtags« mit Bürgern, Staatsanwälten, Polizisten und Vertretern von Kommunen zusammen. Die Tagungsgäste brechen am Morgen mit einem …
Rechtsextremismus in Brandenburg – Einblicke vor Ort
Die TeilnehmerInnen sollten sich in direkten Gesprächen ein Bild davon machen können, wie Bürgerinitiativen, Vereine und kommunale Verwaltungen, die Strafverfolgungs- behörden die Entwicklung des Rechtsextremismus wahrnehmen – und was sie dagegen tun. 42 Abgeordnete, JournalistInnen, …
Bund lässt Beratungsprojekte gegen Rechtsextremismus auslaufen
In einer Pressemittelung vom 15. September 2006 erläutert der parlamentarische Staatssekretär des BMFSFJ, Dr. Hermann Kues, die Planungen des Ministeriums für ein neues Programm des Bundes gegen Rechtsextremismus. In dieser Pressemitteilung heißt es, das Bundesfamilienministerium …
Halbjahresstatistik der Beratungsstellen für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten in den östlichen Bundesländern
Weiterhin hohe Zahl rechtsmotivierter Gewalttaten in den östlichen Bundesländern. Eine deutliche Zunahme zeichnet sich in den Ländern Sachen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ab. Recherchierte Gewalttaten In den ersten sechs Monaten des Jahres 2006 erlangten die Opferberatungsstellen …