Recherche und Monitoring
Viele Betroffene glauben, an ihrer Lage nichts ändern zu können, und finden sich mit Gewalt und Diskriminierung ab. Sprachbarrieren, geringes Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen und fehlende soziale Netzwerke im dünn besiedelten Brandenburg kommen hinzu. Die …
Das Schweigen brechen
Im Herbst sollen die Ergebnisse des Kooperationsprojekts der Opferperspektive und Nigdy Więcej (»Nie Wieder«), das von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft finanziert wird, in Warschau VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen beider Länder vorgestellt werden. Dr. Rafal Pankowski …
Umkämpfte Räume
In der Lausitz sind Rechtsextreme aktiv und gut vernetzt. In Spremberg trifft sich die Szene im eigenen Klub Bunker 38. Am letzten Mai-Wochenende 2008 wurde in der Stadt ein schwarzer Deutscher überfallen und das Auto …
Prekäre Arbeit, gefährliche Umgebung
Am 28. September 2007 brannte der Innenraum eines vietnamesischen Imbisses in Eberswalde ab. Den sechs Tätern werden 18 Straftaten zur Last gelegt. Am 20. Oktober wurden in Drebkau Brandsätze bei einem Asia-Shop und einem Imbisswagen …
Gerichtsverfahren zum Angriff auf Gegendemonstranten des sogenannten »Heldengedenkens«
Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten gemeinschaftliche Nötigung, Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Jennifer K. soll am 16. November 2006 gemeinsam mit Mittätern Jugendliche angegriffen haben, die auf dem Weg zu einer Protestdemonstration gegen das neonazistische …
Rechte Gewalt geht leicht zurückKein Grund zur Entwarnung:
Bislang seien 125 Angriffe mit rechtsextremem oder rassistischem Hintergrund gegen 165 Menschen bekannt geworden, 15 weniger als 2005, teilte der Verein gestern mit. Bei 90 Prozent der Straftaten handelte es sich um Körperverletzungen. Damit bewege …
Hohe Zahl rechter Gewalttaten in Ostdeutschland
Im Jahr 2007 erlangten die Opferberatungsstellen in den östlichen Bundesländern und Berlin Kenntnis von insgesamt 861 rechts motivierten Gewalttaten. Das liegt deutlich über den jeweiligen Werten für die Jahre 2003 bis 2005. Lediglich im Vergleich …
Zum Gerichtsurteil gegen fünf Rechtsextreme aus Frankfurt (Oder)
Die überzeugten Neonazis sind polizeilich und politisch einschlägig bekannt und teilweise vorbestraft. Um so mehr verwundert die Entscheidung des Frankfurter Amtsgerichtes. Nach einer kurzen Besprechung zwischen Staatsanwaltschaft, Richter und den Verteidigern war den Angeklagten am …
Vor Gericht: Rassistische Gewalt am »Herrentag« 2007
Laut Zeugen soll zunächst einer der Beschuldigten aus einer Gruppe heraus die beiden Schwarzen mit dem N-Wort beschimpft haben. Deren weißer Freund habe die Gruppe daraufhin zur Rede gestellt, woraufhin Daniel H. ihn unmittelbar angegriffen …
Brandanschlag auf Dönerimbiss: Fünf Rechte vor Gericht
Die aus dem rechten Spektrum stammenden Täterinnen und Täter hatten im Dezember letzten Jahres mit Molotowcocktails einen kurdischen Imbiss in Senftenberg angezündet. Der Dönerstand brannte vollständig aus, es entstand ein Totalschaden in Höhe von 14.000 …
Rechter Schläger in Oranienburg vor Gericht
Angeklagt ist ein Mann aus der rechten Szene, der am Abend des 28. Dezember 2006, gemeinsam mit einem Bekannten, Fahrgäste in dem Regionalexpress lautstark beschimpft und bedroht hatte. Unter den zahlreichen Reisenden befanden sich zwei …
Kopf der Oranienburger Kameradschaftsszene zu drei Jahren Haft verurteilt
Einen besonderen Stellenwert räumte Richter Passerini einer gefährlichen Körperverletzung am 30. August 2006 ein, bei der ein Mitarbeiter eines Imbisses am Hennigsdorfer Postplatz schwer verletzt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Christian …
Demontage eines Opfers
Am 16. April 2006 wurde Ermyas M. in Potsdam lebensgefährlich verletzt. Der deutsche Staatsbürger äthiopischer Herkunft war bewusstlos mit schweren Verletzungen in der Nähe des Bahnhofs Charlottenhof aufgefunden worden. Auf der Mailbox des Handys seiner …
Pirschheide, 1. Mai: »Wir wurden von Neonazis angegriffen«
Was ist am 1. Mai in der Pirschheide passiert? Wir sind eine Gruppe von Jugendlichen, etwa 25-30 Personen, und wir haben in Pirschheide am See gefeiert. Zwei von uns sind Grillkohle holen gegangen. Auf einmal …
Angst vor Repression
Zwei Jahre nach dem Angriff auf den Potsdamer Afrodeutschen Ermyas Mulugeta hat der Verein Opferperspektive e.V. beklagt, dass Betroffene von rassistischer Gewalt vermehrt keine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen. Diese Sorge formuliert der Opferschutzverein …
Vom idealisierten Opfer zum betrunkenen Provokateur
Der Alltagsrassismus ist da, weiß nicht nur die stellvertretende Landes-Ausländerbeauftragte Ines Schröder-Sprenger. Allein der Zeitpunkt war außergewöhnlich. Kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft war eine entsprechende Sensibilität auch in den politischen Etagen zu finden, wo sie sonst …
Der »Fall Ermyas M.« – Chronik einer Debatte
Ermyas M. wurde am 16. April 2006 gegen vier Uhr morgens in der Nähe des Potsdamer Bahnhofs Charlottenhof mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden. Er war bewusstlos und schwebte in Lebensgefahr, fast zwei Wochen lang. Unbekannte …
Cottbus: Erstes Urteil nach Überfall auf Jugendklub
Der 25-jährige Heiko L. wurde wegen der Teilnahme an dem Überfall und der Beleidigung eines indischen Staatsbürgers zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt, der 22-jährige Felix W. wegen des Überfalls zu einem Jahr und …
Urteilsverkündung im Cottbuser Fragezeichen-Prozess
In den verschiedenen Prozesstagen wurde deutlich, was sich am Nachmittag des 14. Mai 2005 abgespielt hat: Rechte verabredeten sich, zum Teil per SMS, um »Sachsendorf von der roten Pest zu befreien«, wie einer der Angeklagten …
Potsdam: Rassistischer Angriff vor Gericht
Am 24. Juni 2006 gewann Deutschland mit 2:0 gegen Schweden im Achtelfinalspiel. Am Potsdamer Hauptbahnhof feierten Fußballfans den Sieg der deutschen Auswahl. Als zwei junge Männer sich gegenüber einigen Fans mit den Worten »Scheiß Deutschland« …
Freispruch nach rassistischem Angriff
Duplex N. schilderte vor Gericht, wie er am 31. März des vergangenen Jahres in der Innenstadt von Prenzlau zunächst von einem Unbekannten, der von einem weiteren Mann begleitet wurde, rassistisch beschimpft wurde. Darauf habe er …
Verein »Opferperspektive« berät nach Gewalt in Döbern
Gestern haben zwei Mitarbeiter des Potsdamer Vereins »Opferperspektive« im Jugendklub Döbern eine Gruppe junger Menschen beraten, die am 22. Februar nach eigenen Angaben Opfer eines Überfalls mit rechten Hintergrund geworden sind. Berndt Fleischer, Polizeisprecher für …
»Ich schieb' jetzt immer Panik«
HENNIGSDORF Sie schaut sich jetzt an jeder Ecke um, achtet auf Verdächtiges, auf lauernde Gefahren. Auf ihrem Körper hat sie Blutergüsse. An ihrer linken Wange zeichnet sich eine Schnittwunde ab. Am Kinn, unter dem rechten …
»Ich schieb‘ jetzt immer Panik«
HENNIGSDORF Sie schaut sich jetzt an jeder Ecke um, achtet auf Verdächtiges, auf lauernde Gefahren. Auf ihrem Körper hat sie Blutergüsse. An ihrer linken Wange zeichnet sich eine Schnittwunde ab. Am Kinn, unter dem rechten …
Monitoring und Opferschutz in Polen und Deutschland
ENGLISH VERSION - POLISH VERSION Zielsetzung dieses von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung, Zukunft« finanzierten Projektes ist es, einen stärkeren Austausch von Erfahrungen in diesem Bereich zu ermöglichen und Perspektiven für eine verbesserte transnationale Kooperation zwischen …
Rechtsextremisten schlagen und zündeln weiter
Potsdam - Rechte Gewalt bleibt ein Dauerproblem in Brandenburg. Der in Potsdam ansässige Verein Opferperspektive hat im vergangenen Jahr 137 rechtsmotivierte Angriffe festgestellt, das waren fast genauso viele wie 2006 und 2005 (je 140). Wahrscheinlich …
Zahl rechter Gewalttaten unverändert hoch
Die Zahl rechter Gewalttaten, die sich erfahrungsgemäß durch Nachmeldungen noch erhöhen wird, bleibt damit unverändert hoch. 2006 und 2005 waren jeweils 140 Angriffe erfasst worden. Die 2007 erfassten Straftaten richteten sich gegen 233 Personen, weitere …
Das Jahr elf danach
Er schwankt vorwärts, kippelt nach rechts und stößt gegen die Wand. Orazio Giamblanco presst mit aller Kraft die Griffe seiner Krücken und setzt das linke Bein, das in einer Plastikschiene steckt, einen halben Schritt vor. …
Weiterhin viele Fragezeichen
Einer der Angeklagten berichtete, er habe eine SMS mit der Frage erhalten, ob er Zeit habe, am Nachmittag in der Südstadt »Zecken zu verprügeln«. Aus Neugier sei er mitgegangen, als gegen 17:00 Uhr etwa 20 …
»Ich verzeihe ihm jetzt«
Heute, nach mehr als neun Jahren, möchte ich, Jan Weicht, mich bei Ihnen, Frau Angelica Berdes, Frau Efthimia Berdes und Herrn Orazio Giamblanco, für mein damaliges Verhalten entschuldigen. Ich habe mich so lange vor diesem …