Aktuelle Situation 2025

Die Opferperspektive hat für das Jahr 2025 insgesamt 290 rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe und damit einen erneuten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2024: 273).
Durchschnittlich ereigneten sich mehr als 5 Gewalttaten pro Woche bzw. 11,4 Gewalttaten auf 100.000 Einwohner*innen im Land Brandenburg. Die Zahl der Menschen, die in Brandenburg von rechter Gewalt unmittelbar betroffen war, stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 25% von 416 auf 523 Personen an und erreicht damit die höchste Anzahl Betroffener, die durch die Opferperspektive jemals erfasst wurde.

Eine umfassende Analyse für das Jahr 2025 findet sich im Hintergrundpapier.

Zahl rechter Gewalttaten nach Landkreisen und kreisfreien Städten

2025 kam es in den nördlichen und östlichen Landkreisen Brandenburgs häufiger zu rechter Gewalt als in den südlichen Regionen. Ein Trend, der besonders in einer auf die Einwohnerzahl bezogenen bereinigten Rechnung deutlich wird.

Tatbestände

Die Zahl der 2025 begangenen rechtsmotivierten Körperverletzungsdelikte ist mit 134 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig (2024: 141). Darunter fallen 73 einfache und 61 gefährliche Körperverletzungsdelikte (2024: 75/66). Minimal zugenommen haben Nötigungen und Bedrohungen, von 116 auf 119 Vorfälle. Steigerungen gab es auch bei Brandstiftungen (2025: 3; 2024: 1) und Massiven Sachbeschädigungen (2025: 8; 2024: 4). Für 2025 erfasst die Opferperspektive zudem 1 rassistisch motiviertes versuchtes Tötungsdelikt. Es wurden zudem 4 Fälle von Landfriedensbruch im Kontext von Angriffen durch organisierte Rechte auf politische Gegner*innen begangen. Hinzu kommen 3 Fälle von Raub, 3 Fälle von räuberischer Erpressung, und jeweils 1 Fall von Erpressung und dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Bei 2 Fällen handelt es sich um schweren Eingriff in den Straßenverkehr.

Tatmotivationen

Rassismus ist weiterhin mit Abstand das häufigste Tatmotiv bei rechten Gewalttaten in Brandenburg. Im Jahr 2025 wurden 133 rassistische Angriffe gezählt (2024: 130). Die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, ist gegenüber von Rassismus Betroffenen dabei deutlich niedriger als gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen.
Nach dem sprunghaften Anstieg von Angriffen auf politische Gegner*innen im Superwahljahr 2024 (66 Angriffe), verbleibt die Zahl dieser Gewalttaten auf nahezu identischem Niveau (65 Angriffe). Antisemitische Gewalttaten sind nach Kenntnis der Opferperspektive mit 8 Übergriffen leicht zurückgegangen (2024: 11). Die Zahl queerfeindlicher Attacken stieg von 19 in 2024 auf 33 im Jahr 2025 deutlich an. Bei 38 Übergriffen ist der Opferperspektive das genaue Motiv der Täter*innen nicht bekannt (2024: 33).

 

Betroffene

Die Zahl der von rechter Gewalt Betroffenen stieg 2025 deutlich auf 523 Personen an (2024: 416) und erreichte die höchste Anzahl Betroffener, die durch die Opferperspektive jemals erfasst wurde. Bei 342 von ihnen handelt es sich um Erwachsene (2024: 242). 71 Jugendliche wurden aus einer rechten, rassistischen oder andere vorurteilsgeleiteten Tatmotivation heraus angegriffen, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel (2024: 53). Die Zahl angegriffener Kinder verringerte sich von 42 auf 23.
254 der Angegriffenen waren männlichen Geschlechts (2024: 242), 137 Frauen waren von rechter Gewalt betroffen (2024: 121).

Im Hintergrundpapier zur Jahresstatistik 2025 finden Sie ausführliche Analysen sowie die grafische Aufbereitung der Statistik. Die Grafiken sind unter Nennung der Quelle (Mathis Ruffing/Opferperspektive) frei verwendbar.

 


Im Hintergrundpapier zur Jahresstatistik 2025 finden Sie ausführliche Analysen sowie die grafische Aufbereitung der Statistik. Die Grafiken sind unter Nennung der Quelle (Matthis Ruffing/Opferperspektive) frei verwendbar.

     

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