Mehr als zwei Jahre nach einem brutalen Überfall auf linke Jugendliche findet der Prozess statt


In den nächtlichen Morgenstunden des 13. Mai 2012 verlässt eine kleine Gruppe Jugendlicher nach einem Konzert den Jugendclub Erebos in Spremberg, um mit dem Auto nachhause zu fahren. Die Autotüren sind noch nicht alle geschlossen, das stürmen Vermummte auf den Wagen zu, zertrümmern die Scheiben mit Baseballschlägern, schlagen auf die im Auto Sitzenden ein und versuchen einen Jugendlichen herauszuziehen. Der jungen Frau am Steuer gelingt es trotzdem loszufahren. Nur so konnte Schlimmeres als Schnittwunden, Prellungen, ein mehrfach gebrochener Finger und wochenlange Alpträume verhindert werden. An der Kleidung und an Rufen wie „ihr Zeckenschweine“ sind die Angreifer als Rechte zu erkennen, aber nur einer kann eindeutig persönlich identifiziert werden. Ihm wird am Dienstag der Prozess gemacht. In Spremberg können rechte Schläger, die zum Teil im Umfeld der verbotenen Neonazi-Organisation „Spreelichter“ zu verorten sind, seit Jahren alternative Jugendliche, antifaschistische AktivistInnen und alle anderen, die ihnen unlieb sind, terrorisieren. Mit verantwortlich dafür sind lange Verfahrensdauern und die geringen Strafen, die in der Vergangenheit häufig verhängt wurden. Die Täter können sich weitgehend unbehelligt fühlen und die lokale rechte Szene kann Gewalt als attraktives Freizeitvergnügen anbieten und so weiter Zulauf bekommen.

Pressekontakt:

Beate Selders, Tel.: 0151-59100080

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