Prozess in Cottbus


Prozess nach rassistischem Angriff am 11.03.2020 am Amtsgericht Cottbus
Pressemitteilung vom 04.03.2020

Der Prozess im Falle eines rechten Angriffs auf einen jungen Mann beginnt am 11.03.2020, um 9 Uhr am Amtsgericht Cottbus (Thiemstr. 130, Saal 021). Der Termin, der bereits im November 2019 stattfinden sollte, musste verschoben werden. Die Beratungsstelle Opferperspektive begleitet den Betroffenen im Gerichtsverfahren und ruft zur Prozessbeobachtung auf.

Am 05. Mai 2016 wurde ein damals 18-Jähriger von mehreren Rechten am Branitzer Badesee in Cottbus angegriffen, als er einem Freund zur Hilfe kam, der von der Männergruppe rassistisch beleidigt wurde. Als der junge Mann am Boden liegt, treten die Angreifer mit Schuhen auf den Kopf
ein und verletzen ihn durch Schläge und Tritte am gesamten Körper. Der Betroffene erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma und verspürt über mehrere Wochen starke Schmerzen im Nackenbereich. Aufgrund der langen Erkrankung durch den Angriff kann dieser seine Ausbildung nicht wie geplant absolvieren.

Die Polizei ermittelte einen Tatverdächtigen, der sich nun vor dem Gericht verantworten muss.
„Es ist zu bedauern, dass von den Angreifern lediglich ein Tatverdächtiger ermittelt wurde. Zudem ist die überlange Dauer bis zur Eröffnung des Verfahrens eine Katastrophe, da so rechte Täter in ihrem Verhalten gestärkt und Betroffene keine Gerechtigkeit erfahren“, so Elisabeth Strauch, Beraterin der Opferperspektive. Die körperlichen, sozialen und psychischen Tatfolgen für den Betroffenen waren massiv. „Es braucht endlich eine effektive Strafjustiz in Cottbus, die gegen rechte Täter vorgeht und die zahlreichen rechten Gewalttaten in der Stadt juristisch aufarbeitet“, so Elisabeth Strauch weiter. Die Opferperspektive ruft zur aktiven Teilnahme am Prozess auf, um den Betroffenen zu unterstützen.

Pressekontakt und Ansprechpartnerin:
Elisabeth Strauch: Tel: 0176 43285928

Büro der Opferperspektive: Tel.: 0331 8170000

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