Das Eingangsschild einer Begegnungsstelle für Behinderte wurde mit folgenden Worten beschmiert: »Behinderte leben, um von Gesunden getötet zu werden« (…) »P.S. Behinderte raus«
Jüterbog


Das Eingangsschild einer Begegnungsstelle für Behinderte wurde mit folgenden Worten beschmiert: »Behinderte leben, um von Gesunden getötet zu werden« (…) »P.S. Behinderte raus«

Am Abend sammelten sich etwa 30 bis 40 Mitglieder der rechten Szene auf
einem Parkplatz gegenüber der Gaststätte Irish Pub mit der erklärten
Absicht, einen schwarzen Deutschen anzugreifen, der sich in der Kneipe
aufhielt. Dieser konnte mit Hilfe von Gästen in einem Auto fliehen.

Unbekannte Täter schlugen gegen 22.00 Uhr das Verkaufsfenster eines vietnamesischen Imbisses ein und legten Feuer. Der Innenraum brannte komplett aus, es entstand ein Sachschaden von mehreren 1.000 Euro. Die Polizei geht von einem rechtsmotivierten Anschlag aus. Im Vorfeld waren in derselben Gegend gehäuft ausländerfeindliche Parolen an Imbisse von
nicht-weißen Deutschen und Migranten geschmiert worden.

Eine junge Frau wurde abends im Bahnhof von sechs Rechten die Treppe runtergeschuppst und erlitt Verletzungen am Fuß.

Zu einer Auseinandersetzung zwischen Berufsschülern kam es am Abend in
der Berliner Allee. Dabei wurde ein Schüler rassistisch beschimpft, eine weitere wurde mit einem Messer bedroht.

Gegen 2.00 Uhr wurden drei Personen in der Goethestraße von mehreren
Angehörigen der rechten Szene angegriffen. Eine Person wurde dabei durch
Schläge gegen den Kopf verletzt.

Ein 44-jähriger Linker wurde von einem stadtbekannten Neonazi während und nach einem Open Air-Konzert mehrfach attackiert; er wurde zu Boden gestoßen und ins Gesicht geschlagen. Zuvor hatte sich der 44-Jährige über den »Hitlergruß« des Rechten lustig gemacht.

In der Nacht wurden acht alternative Jugendliche von zehn Rechten aus
der Hiphop-Szene in der Nähe des Studentenclubs »Grotte« als
»Scheiß-Zecken« beschimpft. Drei der Jugendlichen wurden geschlagen,
getreten und an den Haaren gezogen. Eine Person erlitt eine
Gehirnerschütterung.

Ein deutscher Staatsbürger wurde Opfer einer Körperverletzung, die sich
»gegen links« richtete. Es wurden zwei Tatverdächtige festgestellt.
Nähere Angaben liegen nicht vor.

Auf dem Rückweg vom Altstadtfest wurden mehrere Punks von einer Gruppe
Rechter beschimpft, an den Haaren gerissen und getreten.

In einem Jugendclub beleidigte ein 31-Jähriger einen 27-Jährigen
als »linke Kiffer-Zecke« und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.
Der 27-jährige trug eine Platzwunde und eine Schwellung am Auge
davon. Zuvor hatte der 31-Jährige seinen Unmut darüber geäußert,
dass sich der 27-Jährige »seine Zeit mit N-Wort-Musik vertreibt
und sich mit Juden solidarisiert«.

Gegen drei Uhr morgens wurde ein dunkelhäutiger linker Jugendlicher
im Stadtzentrum von Rechten geschlagen. Eingreifende Passanten konnten
Schlimmeres verhindern. Wenige später tauchten weitere Personen aus der
rechten Szene auf und griffen umstehende Linke an. Die Polizei nahm zwei
Rechte fest.

Drei Männer wurden aus einer größeren Gruppe Rechter heraus angegriffen,
weil sie sich auf Englisch unterhielten. Dabei wurden sie mit dem
N-Wort und dem K-Wort beschimpft. Ein 38-jähriger Neuruppiner wurde bei
dem Angriff geschlagen. Die Täter trugen Kleidung mit rechtsextremen
Symbolen, darunter das Konterfei von Rudolf Hess und eine 88 mit
Eichenlaub.

Ein deutscher Staatsbürger wurde Opfer einer gefährlichen
Körperverletzung, die das LKA als rechtsmotiviert einstuft.
Es wurde ein Täter ermittelt. Nähere Angaben liegen nicht vor.

Ein dunkelhäutiger Mann gab bei der Polizei an, rassistisch beschimpft
und bedroht worden zu sein. Er berichtete, dass ihm sein Reisepass aus
der Hemdtasche gefallen sei, woraufhin ein Mann seinen Fuß darauf
gestellt, den Pass aufgenommen, einige Seiten herausgerissen und den
Ausweis in eine Pfütze geworfen habe. Ein zweiter Mann habe ihn mit »Ausländer raus« beschimpft.

An dem Wohnhaus einer vietnamesischen Familie wurde nachts der Rolladen
angezündet, so dass Flammen am Fenster aufstiegen. Als Hausbewohner den
Brand löschten, riefen vorbei laufende Personen etwas wie: » … müssen
alle raus hier!«. Das Haus und Grundstück der Familie war in den
vergangenen Jahren mehrfach von Unbekannten beschädigt worden.

Ein Flüchtling wurde von einer Gruppe junger Gartenarbeiter rassistisch
beleidigt. Als der Kameruner auf die »N-Wort«-Rufe und Affengeräusche
nicht reagierte, wurde er aus der neunköpfigen Gruppe heraus mit Steinen
beworfen und am Bein getroffen. Die Gartenarbeiter hatten den Mann
bereits zuvor mehrmals beschimpft.

Auf dem Heimatfest in Burg wurden Schüler einer Berliner Schulklasse rassistisch beleidigt und geschlagen. Vier Schüler erlitten Prellungen. Von den Angreifern wurden die Personalien aufgenommen.

Am späten Abend wurden der tunesische Wirt und der Koch des am Marktplatz gelegenen Restaurants »Buenos Aires II« zunächst von zwei Männern mit den Worten »Verschwindet hier!« angepöbelt. Kurz darauf erschien eine Gruppe Rechter, die Betonplatten und Steine gegen die beiden Männer und das Lokal schleuderten. Dabei wurden die Betroffenen leicht verletzt. Die Fensterscheiben und Mobiliar wurden zerstört, außerdem stahlen die Täter eine größere Geldsumme.

Zwei Rechte provozierten während des »Dachsbergfestes« Punks, die sich
vor einem alternativen Jugendclub aufhielten. Als zwei Passanten
schlichtend eingreifen wollten, wurden diese von den Rechten angegriffen
und am Kopf verletzt.

Ein 18-jähriger Besucher eines linken Jugendclubs wurde auf dem Domplatz aus einer Gruppe Rechter heraus mit den Worten »Punkerdreckstück« beschimpft. Dann wurde er von einem 27-jährigen Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen und, am Boden liegend, getreten. Der Angreifer wurde
festgenommen.

Nachdem ein türkischer Imbissbesitzer am Spitzkrugcenter eine Gruppe von Männern aufgefordert hatte, das Anpöbeln von Passanten zu unterlassen, wurde er von einem 22-jährigen Mann aus der Gruppe rassistisch beleidigt und ins Gesicht geschlagen. Der Angreifer drohte, zurückzukommen und den Laden abzubrennen. Kurz darauf erschien er in Begleitung von fünf Männern und einer Frau vor dem Imbiss. Zur Abwehr eines Angriffs griffen
der Betreiber und ein Bekannter zu Stangen von Sonnenschirmständern. Daraufhin zog sich die Gruppe zurück.

Ein 21-jähriger Deutschtürke wurde vor einer Diskothek von Jugendlichen angegriffen und schwer verletzt. Dem Angriff ging ein Streit voraus, bei
dem der der Betroffene rassistisch beschimpft wurde. Das Opfer erlitt
einen Nasenbein- und einen Jochbeinbruch.

Ein Jugendlicher aus Potsdam wurde per SMS bedroht. In der darauf
folgenden Nacht wurde das Haus, in dem er mit seinen Eltern wohnt,
zunächst von einer Person mit Flaschen beworfen. Kurz darauf stellten
sich etwa 8-9 vermummte und mit Knüppeln bewaffnete Personen vor dem
Haus auf und skandierten rechtsextreme Parolen. Als die Eltern auf die
Straße traten, wurden sie von den Vermummten geschubst. Die Täter
umrundeten das Haus und verschwanden.

Eine vietnamesische Familie wurde vor ihrer Haustür von zwei Männern angegriffen. Ein 25-Jähriger schlug den Vater mit der Faust ins Gesicht
und trat auf den Sohn ein. Weitere Schläge, auch mit einer Flasche,
konnte der Vater abwehren. Die einschlägig vorbestraften Täter konnten
von der Polizei festgenommen werden.

Zwei Männer versuchten sich gewaltsam Zugang zu der Wohnung eines Inders
zu verschaffen. Dieser konnte die Täter mit Hilfe eines Stocks am
Eindringen hindern. Der Inder wurde als »Ausländerschwein« beschimpft.
Die Männer drohten ihm außerdem: »Wir schlagen alles kurz und klein«.

Ein deutscher Staatsbürger wurde Opfer einer gefährlichen Körperverletzung, die sich »gegen Links« richtete. Es wurden keine Tatverdächtigen ermittelt. Nähere Angaben liegen nicht vor.

Im Bus von Potsdam nach Teltow wurde ein alternativer Jugendlicher von
Rechten beschimpft und geschlagen. Die Täter versuchten zunächst, den
Jugendlichen einzuschüchtern. Als dieser, um einer Konfrontation zu
vermeiden, den Bus verlassen wollte, wurde ihm ein Bein gestellt und
mit der Faust auf den Kopf geschlagen. Aus der Gruppe heraus wurde er
als »Scheiß Zecke« beschimpft. Die Täter trugen Kleidung von Thor
Steinar und Sticker mit Symbolen der rechten Szene.

Ein Übergriff mit vermutlich rassistischem Hintergrund ereignete sich am Sonntagmorgen, gegen 02:30 Uhr, in der
Stadtpromenade. Nach ersten Erkenntnissen wurden drei türkische Staatsbürger in der Diskothek »Sound« von mehreren Unbekannten zunächst verbal, später körperlich angegriffen. Sie erhielten Schläge und Tritte gegen den Oberkörper. Zwei der Opfer erlitten leichte Verletzungen.

Etwa fünf maskierte Rechte sprangen aus einem Auto und schlugen einen alternativen Jugendlichen zusammen, der bereits am 3. März 2007 angegriffen worden war. Der Betroffene erlitt eine Platzwunde am Kopf.
Seine Begleiterin wehrte sich mit Pfefferspray.