Die tödliche Dimension rechter Gewalt

Die Rede ist von »Döner-Morden«, ermittelt wird von einer »Sonderkommission Bosporus«, die die Taten in den Zusammenhang von Mafia und Schutzgelderpressung stellt. Statt von einem rassistischen Tatmotiv auszugehen, dominieren rassistische Klischees.

In den betroffenen Communities ist die Wirkung der Mordserie eine andere. Aus unserer Arbeit wissen wir: Gewalttaten im rechten Milieu sind nicht spontan und ungeplant. Sie zielen auch nicht nur auf das Opfer allein: Das Umfeld soll eingeschüchtert werden. Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleiche Rechte haben und gleich geschützt werden. Nach wie vor ist der Kampf gegen rechte Schläger auf den Straßen nicht gewonnen. Nach wie vor besteht die Gefahr wegen der Hautfarbe, wegen des Aussehens oder der kulturellen Zuordnung angegriffen zu werden.

Seit 1990 starben 27 Menschen durch die Gewalt von Neonazis in Brandenburg, zuletzt 2008 Bernd Köhler in Templin. Die Mordserie des Thüringer Neonazitrios zeigt erneut: Der Übergang von alltäglicher Neonazigewalt zu organisierten Formen, die die gezielte
Tötung von Menschen zum Ziel hat, ist fließend und allgegenwärtig.

Opferperspektive e.V.

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