Erfolgreiche Zivilcourage – Besucher*innen vertreiben gewalttätige Neonazis des „Dritten Weges“ vom Trödelmarkt

Im Vordergrund ein Teil einer Beachflag mit dem Symbol des "Dritten Weg". Im Hintergrund eine Hausfassade, an dem ein Transparent mit dem Schriftzug "Nie wieder Faschismus" angebracht ist.

Am 18. April 2026 griffen Anhänger der extrem rechten Partei „Der Dritte Weg“ eine Person bei einem Trödelmarkt in Buckow (Märkisch-Oderland) an. Anwesende stellten sich den Rechten mutig entgegen.

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Eine größere Wandergruppe junger Männer und Frauen erschien am Samstagnachmittag des 18. April bei einem lokalen Trödelmarkt in Buckow. Anwesende Gäste und Standbetreuer*innen identifizierten diese anhand ihrer Kleidung als Anhänger der neonazistischen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“. Einer der anwesenden Standbetreuer sprach die Gruppe an und machte deutlich, dass sie dort nicht erwünscht seien. Auch die Veranstalterin des Trödelmarktes kam hinzu und verwies die Neonazis des Hofes. Doch die Rechten weigerten sich das Gelände zu verlassen. Mindestens drei Personen aus der Gruppe attackierten daraufhin koordiniert den Standbetreuer mit Pfefferspray und Schlägen. Einer der Angreifer wurde von den Anwesenden als Erik S. identifiziert, ein Parteikader des „Dritten Wegs“.

„Der Angriff zeigt die hohe Gewaltbereitschaft des „Dritten Wegs“ und insbesondere deren Nachwuchsorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“. Diese trainieren in Kampfsportgruppen für Angriffe auf politische Gegner*innen. Vermeintlich harmlose Wanderausflüge in uniformer Parteikleidung dienen dazu, Nachwuchs zu rekrutieren und ihren extrem rechten Dominanzanspruch zu demonstrieren.“ sagt Joschka Fröschner von der Beratungsstelle Opferperspektive.

Trotz der gewalttätigen Attacke gelang es Besucher*innen und Standbetreuer*innen des Trödelmarkts schließlich, die Rechten vom Gelände zu entfernen und den Trödelmarkt anschließend fortzusetzen.

Die alarmierte Polizei konnte die Neonazis in unmittelbarer Nähe stellen. Sie ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

„Der spontane Einsatz zahlreicher Personen bei dem Trödelmarkt ist ein ermutigendes Beispiel von Zivilcourage, das zeigt, dass es möglich ist, rechter Raumnahme erfolgreich entgegenzutreten. Die Anwesenden haben sich von dem dominanten Auftreten der Neonazis nicht einschüchtern lassen, sondern diese klar in die Schranken gewiesen.“ betont Joschka Fröschner.

In Märkisch-Oderland sind organisierte Neonazis schon länger präsent. Der Landkreis entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einer der Schwerpunktregionen rechter Gewalt in Brandenburg. Die Opferperspektive registrierte im Jahr 2025 insgesamt 46 Angriffe – der höchste bisher verzeichnete Wert. Die regionale „Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt“ (BorG) wird zeitnah eine ausführliche Analyse für den Landkreis vorstellen.

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Für Rückfragen steht Ihnen Joschka Fröschner von der Opferperspektive zur Verfügung:
Tel: 0151 – 5072 4851
E-Mail: j.froeschner@opferperspektive.de

Die Opferperspektive – Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Gewalt e.V. ist die Brandenburger Fachberatungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Der Verein berät Betroffene, deren Angehörige, Freund*innen sowie Zeug*innen rechter Gewalt. https://www.opferperspektive.de/

Die BOrG – Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt, unterstützt Betroffene rechter Gewalt in Märkisch Oderland. Die BOrG ist ein Projekt des Horte-Kollektivs in Strausberg. https://horte-srb.de/borg/

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