Eberswalde

Nach einer Gerichtsverhandlung lauerten mehrere Neonazis einem Szeneaussteiger auf. Die Polizei musste die Abreise der
Prozessbeteiligten absichern. Schon während der Verhandlung herrschte eine äußerst aggressive Stimmung.

Cottbus

Nach erfolgreichen Protesten gegen eine NPD-Demonstration in Spremberg drangen am Abend vermummte Neonazis in die vermeintliche Wohnung eines Cottbusser Antifa-Aktivisten ein und bedrohten eine im Bett liegende Bewohnerin.

Bad Freienwalde (Oder)

Drei linke Jugendliche wurden nach dem WM-Fußballspiel Deutschland-Spanien von Neonazis in einer Kneipe angegriffen. Sie flohen in den Vorraum einer nahe gelegenen Polizeiwache, den mehrere Rechte
versuchten zu stürmen. Schließlich kam es vor der Wache zu einer Prügelei. Die Jugendlichen und einer der Rechten wurden verletzt.

Guben

Aus einer Gruppe von vier Neonazis heraus wurde ein 14-Jähriger vor seiner Haustür zusammengeschlagen. Die Rechten hatten morgens an der Tür geklingelt und sich darüber empört, dass der Betroffene den
NPD-Wahlkampf gestört habe. Vor den Augen des Vaters schlugen sie ohne weitere Vorwarnung auf den Schüler ein.

Rathenow

Am frühen Samstagmorgen griff eine Gruppe Neonazis drei alternative Jugendliche an und verletzte diese teils erheblich. Ein Betroffener wurde mit einem Schädelhirntrauma in ein Krankenhaus eingewiesen. Die Täter stammen aus dem örtlichen Kameradschaftsspektrum.

Burg

In Burg wurde eine der bekannten »Erdbeeren« niedergebrannt. Dem Feuer
waren Schmierereien an mehreren der Verkaufsstände eines Spreewaldbauers
in Burg und Vetschau vorausgegangen. Neonazis agitieren im Internet seit
Monaten gegen den Großhändler; in Burg und Vetschau tauchten immer
wieder Flugblätter auf, mit denen gegen den Bauern gehetzt wurde.

Feilschen um die Zahl der Opfer

Lässt sich mit Toten Politik machen? Offensichtlich schon. Jüngster Beleg: ein Schreiben des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion. Die wollte – nach einer Reihe tödlicher Gewaltexzesse im Sommer – genau wissen, wie viele Menschen seit der Wiedervereinigung Opfer politisch rechts motivierter Gewalt wurden. Die Antwort auf die Anfrage: 40. Das ist erstaunlich. Würde es doch bedeuten, dass seit 2005 niemand mehr von Neonazis umgebracht wurde. Dumm nur, dass die Realität eine andere Sprache spricht.
Von Jörg Schindler

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»Jeder kann ein Opfer des Rechtsextremismus werden«

»Jeder kann ein Opfer des Rechtsextremismus werden«, sagt Dietmar Viehweger vom »Netzwerk tolerantes Teltow«. Dies beweise eindrucksvoll eine Ausstellung, die vom Netzwerk und vom Verein »Opferperspektive« ab morgen bis zum 19. Dezember im Neuen Rathaus Teltow, Marktplatz 1-3, mit Unterstützung der Stadt Teltow gezeigt wird. Morgen um 19 Uhr findet die Eröffnung statt.

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Pirschheide, 1. Mai: »Wir wurden von Neonazis angegriffen«

Am diesjährigen »Herrentag« am 1. Mai wurden Jugendliche in der Pirschheide (Potsdam) von einer Gruppe Rechter angegriffen. Sechs Personen wurden verletzt. Sie werden von der Opferperspektive betreut. Die Polizei hatte den Vorfall zuerst als Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen eingestuft. Die Ermittlungen wurden ausgeweitet, nachdem die Betroffenen von den Ereignissen in einer Beiratssitzung des Lokalen Aktionsplans Potsdam am 6. Mai berichtet hatten. Die Jugendlichen wehren sich gegen das Verschweigen des politischen Hintergrunds und wollen, dass ihre Perspektive öffentlich bekannt wird. Dazu führte der Opferberater Tobias Pieper mit mehreren Geschädigten das folgende Gespräch.

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