Spenden aus dem Erlös von »Karikaturen gegen rechte Gewalt« an den Verein »Opferperspektive« überreicht

Keine Entwarnung bei rechtsextremer Gewalt in Brandenburg

Karikaturen gegen rechte Gewalt

Karikaturen gegen rechte Gewalt

Am heutigen Dienstag wurde vom Geschäftsführer des Düsseldorfer Obdachlosenhilfevereins Hubert Ostendorf und dem Karikaturisten Bernd A. Skott eine Spende von 4000 Euro aus dem Erlös des Buches »Karikaturen gegen rechte Gewalt« an den Verein »Opferperspektive« überreicht. Die Übergabe fand in den Räumen der »Amadeu-Antonio-Stiftung« statt, im Beisein der Vorsitzenden Anetta Kahane. Kay Wendel, Projektleiter der »Opferperspektive«, gab an, dass ein Teil der Spenden an die Mutter von Kajrat Batesov fließen. Der 24-jährige Russlanddeutsche war im Mai in der Nähe von Wittstock ermordet worden. Der Mutter soll damit eine Teilnahme als Nebenklägerin am dem Prozess ermöglicht werden, der am 8. Januar 2003 vor dem Landgericht Neuruppin beginnt.

Weiter betonte Wendel, dass von einer Entwarnung für rechtsextrem motivierte Gewalt in Brandenburg keine Rede sein könne. Im Gegensatz zu Angaben von Innenminister Schönbohm, der von einem deutlichen Rückgang politisch motivierter Gewaltdelikte – rechts in den ersten neun Monaten diesen Jahres auf 49 spricht, verzeichnete die »Opferperspektive« im gleichen Zeitraum 81 Angriffe mit mindestens 81 Verletzten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei das nur ein Rückgang um zwei Angriffe. Die rechte Gewalt halte sich auf einem hohen Niveau und müsse im Kontext gesellschaftlicher Ausgrenzung von Minderheiten gesehen werden. Sie lasse sich nicht allein mit repressiven Mitteln bekämpfen. Vielmehr müssten demokratische Prozesse in der Zivilgesellschaft gefördert werden, auch um Solidarität mit den Opfern rechtsextremer Gewalt zu praktizieren.

Schönbohms Äußerungen in der »Jungen Freiheit« seien ein Schlag gegen zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen Ausgrenzung engagieren.

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