Rechte Gewalt ist Normalität in Brandenburg


Für das Jahr 2018 hat die Beratungsstelle Opferperspektive 174 rechte Gewalttaten im Land Brandenburg verzeichnet. Damit verbleibt die Zahl der Angriffe weiterhin auf einem besorgniserregend hohen Niveau. 2017 zählte die Opferperspektive 171 rechtsmotivierte Übergriffe. Bereits 2015 warnte die Beratungsstelle vor einer möglichen Normalisierung rechter Gewalt.

Judith Porath, Geschäftsführerin des Vereins Opferperspektive, stellt fest: „Schauen wir auf die vergangenen vier Jahre, stellen wir fest, dass eine Normalisierung eingetreten ist. Die Anzahl rechter Gewalttaten ist auf einem konstant hohen Niveau.“

Die Normalisierung rechter Gewalt in Brandenburg basiert vor allem auf der Vielzahl rassistisch motivierter Angriffe. In 86 Prozent aller rechten Gewalttaten (150) war Rassismus das Motiv. Dies ist erneut ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr und ein weiterer Höchstwert seit Beginn des Monitorings im Jahr 2001.

Wie in den Jahren zuvor bilden Körperverletzungsdelikte den herausragenden Schwerpunkt rechter Gewalttaten in Brandenburg. Die Opferperspektive zählte 83 einfache Körperverletzungen (2017: 79) und 64 gefährliche Körperverletzungen (2017: 69). Weiterhin handelt es sich bei den meisten körperlichen Übergriffen um spontane Taten im öffentlichen Raum.

Betroffene rechter Gewalt sind in Brandenburg überwiegend männlich (ca. 80 Prozent) und im jungen Erwachsenenalter. Im Jahr 2018 waren 19 Prozent der Betroffenen Frauen (50 von 262). Die meisten der angegriffenen Frauen (44 von 50) wurden aus rassistischen Motiven angegriffen. Bei derartigen Angriffen ist die Tatmotivation oft mit starken Elementen sexistischer Abwertung verschränkt. Dies belastet die Betroffenen zusätzlich.

Die Stadt Cottbus sticht wie in den Vorjahren landesweit mit der höchsten Zahl an rechten Gewaltdelikten hervor. Durch die Beratungsstelle wurden in Cottbus 35 rechte Angriffe registriert, die überwiegende Mehrheit hiervon (29) waren rassistisch motiviert und betrafen vor allem Geflüchtete, die in der Stadt ihren Wohnsitz haben. In der aktuellen seit 2015 anhaltenden Situation ist die Uckermark konstant einer der Landkreise mit der höchsten Anzahl rechter Gewaltstraftaten im Land Brandenburg. Von diesem hohen Niveau ausgehend musste im Jahr 2018 ein weiterer Anstieg der Angriffe von 13 auf 27 festgestellt werden.

Im Hintergrundpapier zur Jahresstatistik 2018 finden sich ausführlichen Analysen sowie die grafische Aufarbeitung der Statistik. Die Grafiken sind unter Nennung der Quelle (Peer Neumann/ Opferperspektive) frei verwendbar:

Zum Anschauen oder Herunterladen hier klicken:
Hintergrundpapier der Opferperspektive zur Jahresstatistik 2018

Infografik Jahresstatistik 2018

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