Eisenhüttenstadt

Ein Jugendlicher aus Eisenhüttenstadt, der in Syrien geboren wurde, sitzt mit zwei Bekannten am Kanal auf einer Bank. Die drei rauchen gemeinsam Shisha-Pfeife und telefonieren mit einem weiteren Bekannten aus Wien, als ein deutsches Pärchen mit drei Hunden vorbeikommt. Der Mann beginnt den Jugendlichen rassistisch zu beleidigen und fordert ihn auf in sein Heimatland zurückzugehen. Der Angesprochene versucht die Lage zu deeskalieren. Dennoch greift der Mann den Jugendlichen am Unterarm, so stark dass er Schmerzen hat, entwendet ihm sein Smartphone und wirft es in den Kanal. Der Angegriffene verständigt über das Telefon seines Freundes die Polizei, die nach dem Eintreffen die Personalien der Beteiligten aufnimmt. Allerdings behauptet der an der Aufnahme des Sachverhalts beteiligte Polizist wahrheitswidrig, dass der Jugendliche das Smartphone selbst in den Kanal geworfen habe.

Wittenberge

Mit einer Großrazzia geht die Polizei in mehreren Bundesländern gegen mutmaßliche Mitglieder der Neonaziorganisation “Freie Kräfte Prignitz” vor. Im Zuge dessen wird auch bekannt, dass diese Vorbereitungen für Brandanschläge gegen einen Moscheeraum in Wittenberge sowie mehrere migrantische Gewerbetreibende in der Region geplant hatten.

Potsdam

Ein Nachbar deutscher Herkunft beleidigt und bedroht ein 2-Jähriges Kind, welches sich auf seinem Balkon aufhält, rassistisch und wünscht ihm lautstark den Tod. Schon zuvor ist der Mann durch rassistische Beleidigungen gegenüber der Familie und beleidigenden Gesten auffällig geworden.

Cottbus

Aus rassistischen Motiven reißt ein Mann deutscher Herkunft seinen syrischen Nachbarn hinterrücks zu Boden. Vor der Haustür eines Mehrfamilienhauses in der Stadtmitte versucht der Angreifer auf ihn einzuschlagen. Der Angegriffene kann die Attacke abwehren und verständigt die Polizei. Zuvor hatte ihn der Nachbar wegen seiner Fluchtgeschichte über einen längeren Zeitraum bedroht und beleidigt und ihm verboten, sich bei der gemeinschaftlich genutzten Sitzecke vor dem Wohnblock aufzuhalten.

Lindow (Mark)

Eine geflüchtete Familie lebt in einem Aufgang mit einer Familie, deren erwachsene Mitglieder keinen Hehl aus ihrer rassistischen Einstellung machen, u.a. indem sie vor allem die Mutter und die Kinder regelmäßig rassistisch beleidigen. An einem Nachmittag eskaliert die Situation und die Erwachsenen ermuntern ihre Kinder mit rassistischen Sprüchen dazu, die geflüchteten Kinder zu schlagen, während sie dabei zusehen und lachen.

Prenzlau

Vor einem Supermarkt schlägt ein Rechter einen 37-jährigen ehemaligen Punk, der inzwischen in der Trinkerszene verkehrt. Er attackiert ihn ohne Vorwarnung mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht und prügelt auf ihn ein. Der Betroffene war am selben Tag bereits durch einen weiteren Angriff verletzt worden.

Bad Belzig

Ein 70-jähriger Wohnungsloser wird in der Nacht durch eine Polizeistreife aufgegriffen, da er zuvor eine Flasche in Richtung eines Passanten geworfen haben soll. Während ein Polizist den Wohnungslosen zu Fuß und schubsend vor sich her treibt, filmt der zweite Beamte das Geschehen mit dem Smartphone, während er im Steifenwagen sitzend folgt. Dabei kommt es auch zu Fußtritten gegen den Wohnungslosen, sowie zu offensichtlichen Schmähungen. Der Betroffene wird durch die Beamten ausgelacht und verhöhnt. Das anderthalb Minuten lange Video wird im Anschluss durch die Polizist*innen in einer WhatsApp-Gruppe verbreitet. Die Landespolizei Brandenburg macht den sozialdarwinistischen Angriff auf den Wohnungslosen im Laufe der Woche öffentlich, nachdem das angefertigte Video in Polizeikreisen bekannt wird.

Potsdam

Eine schwangere deutsche Frau (18) mit familiärer Migrationsgeschichte befindet sich am Vormittag auf dem Weg nach Hause in einer Tram. Kurz vor der Haltestelle Bildungsforum stürmt ein etwa Mitte 50-jähriger Deutscher auf sie zu und beginnt sie in Bezugnahme auf ihren fehlenden Mundschutz rassistisch zu beleidigen. Dabei wird er zusehends aggressiver und fordert etwa, sie solle sich an deutsche Gesetze halten. Als sie die Tram verlassen will, folgt der Täter ihr bis auf den Bahnsteig, holt zu einem Schlag aus und trifft die junge Frau an der Schulter. Ein Zeuge, der zuvor versucht hatte zu intervenieren, verständigt die Polizei, die nach Eintreffen die Personalien der Beteiligten aufnimmt.

Prenzlau

Ein Mann betritt den Einkaufsmarkt am Georg-Dreke-Ring ohne vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung. Als ein Securitymitarbeiter den Mann darauf anspricht, reagiert dieser mit rassistischen und obszönen Beleidigungen, anschließend zeigt er außerdem den sog. „Hitlergruß“. Als der Mann bei Eintreffen der Polizei flieht, stößt er eine Seniorin zu Boden. Die Seniorin muss aufgrund der erlittenen Verletzungen im Anschluss ärztlich versorgt werden.

Neutrebbin

Zwei 36 und 40 Jahre alte Männer afghanischer Herkunft landen bei einem Geschäftsausflug mit ihrem Auto an einer falschen Adresse. Als sie sich dort bemerkbar machen, kommt eine Gruppe Männer auf sie zu, beleidigt die beiden rassistisch und schlägt sie. Die Betroffenen flüchten mit ihrem Auto, doch die Angreifer verfolgen sie bis nach Gusow. Dort nötigen sie die Betroffenen anzuhalten, beleidigen und schlagen sie erneut. Dann verschwinden die Angreifer. Nachdem die Betroffenen bei der Polizei Anzeige erstattet haben, kann diese an der Neutrebbiner Adresse sieben teils polizeibekannte Männer im Alter von 19 bis 48 Jahren feststellen.

Wittstock/Dosse

Zwei Rechte greifen am frühen Morgen einen aus Gambia geflüchteten jungen Mann an, als dieser auf dem Weg zu seiner Ausbildung ist. Sie stellen sich ihm mit dem Auto in den Weg, steigen aus, greifen ihn körperlich an und beleidigen ihn rassistisch. Ein weiterer Rechter kommt mit einem Baseballschläger hinzu und schlägt damit zu. Die drei Täter verschwinden gemeinsam mit dem Auto.

Finsterwalde

Am frühen Abend geht eine muslimische Frau mit ihren drei kleinen Kindern zum Supermarkt. Dort spricht sie unvermittelt ein unbekannter deutscher Mann an. Er beschimpft sie rassistisch, worauf die Frau nicht eingeht, um ihre Kinder zu schützen. Plötzlich schlägt der Mann der Frau mit der Faust auf den Kopf.

Diese Situation beobachten zwei deutsche Passant*innen. Sie halten mit dem Auto an und rennen zu der Frau und den Kindern, um ihnen zur Hilfe zu eilen. Einer der Zeug*innen kann den Angreifer vertreiben, die andere Zeugin kümmert sich in dieser Zeit um die geschlagene Frau. Weitere Zeugen vom Supermarkt rufen die Polizei. Die junge Mutter leidet mehrere Wochen an starken Schmerzen am rechten Ohr.

Werder (Havel)

Zwei deutsche Anwohner beleidigen drei Schülerinnen tschetschenischer Herkunft in der Nähe der Gemeinschaftsunterkunft mit rassistischen und antimuslimischen Beschimpfungen. Sie drohen, ihren Hund auf die Frauen loszulassen. Als zwei jugendliche Bewohner der Unterkunft die Männer darauf ansprechen wollen, holt einer der Täter ein Messer aus der Tasche und schlägt einem Jugendlichen so fest ins Gesicht, dass dieser zu Boden geht.

Kleinmachnow

Zwei Männer treten und schlagen auf dem Parkplatz des Discounters Aldi, im Adolf-Grimme-Ring, einen Mann im Rollstuhl so heftig, dass dieser zu Boden fällt und starke Kopf- sowie Gesichtsverletzungen erleidet. Diese müssen im Krankenhaus behandelt werden. Zuvor streift einer der Männer den Betroffenen mit dem Fahrrad, woraufhin die Unbekannten den offenkundig körperlich und geistig stark eingeschränkten Mann aggressiv beleidigen und angreifen.

Werder/Havel

Während eine Schwarze Frau mit ihrem 18-Monate alten Sohn spazieren geht, spielt dieser zwischenzeitlich am Wegesrand. Plötzlich rennen zwei Hunde wie auf Befehl auf die Mutter und ihren Sohn zu. Die bellenden und zähnefletschenden Hunde werden von einem rostigen Zaun aufgehalten. Nachdem die Mutter ihren Sohn und sich in einen Sicherheitsabstand gebracht hat, fordert sie die Hundehalterinnen auf, ihre Hunde zurückzurufen. Die Frauen kommen der Aufforderung der Mutter nicht nach, echauffieren sich hierüber und werfen der Schwarzen Frau vor, kein Hundeverständnis zu haben. Ein ebenfalls auf dem Weg befindliches älteres Paar wird von den Hunden nicht beachtet, was bei der Betroffenen den Eindruck verstärkt, dass die Hunde gezielt aus rassistischen Motiven auf sie losgelassen wurden.