Spendenaufruf nach Brandanschlag auf einen Döner-Imbiss

Ein Brandanschlag in der Nacht des 22. Juni 2006 auf einen Döner-Imbiss in Ortrand, Landkreis Oberspreewald-Lausitz, vernichtete die Existenzgrundlage einer türkischen Familie. Ein Zusammenschluss lokaler Bürgerinnen und Bürger, Politiker und Unternehmer ruft zu Sach- und Geldspenden für eine Wiedererrichtung auf. Die Opferperspektive unterstützt diesen Aufruf.

Ismail Kiliç, der Besitzer des abgebrannten Imbisses hat sich einen Wagen geliehen, um mit diesem Provisorium den Betrieb bereits wenige Tage nach dem Anschlag wieder aufzunehmen. Doch wird Herr Kiliç noch lange mit der Beseitigung der Schäden und dem Wiederaufbau beschäftigt sein. Die komplette Inneneinrichtung des Imbisses wurde durch das Feuer zerstört; nur das aus Containern errichtete Gebäude blieb übrig. Da der Imbiss nicht versichert war, muss Herr Kiliç jegliche Kosten für Neuanschaffungen und Reparaturen selbst tragen, weshalb er auf Unterstützungsleistungen angewiesen ist. Der Sachschaden wird derzeit auf 20.000 Euro beziffert. Mögliche Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden. Ein technischer Defekt wird als Brandursache von Spezialisten der Ermittlungsbehörden ausgeschlossen.

In den vergangenen Jahren hat die Opferperspektive immer wieder Kenntnis von Brandanschlägen auf ausländische Imbisse in Brandenburg erhalten. In den Fällen, in denen die Täter ermittelt werden konnten, war ohne Ausnahme Rassismus die Motivation für die Tat. Imbisswagen und Container sind wegen ihres meist ungeschützten Standorts und wegen der verheerenden, existenziellen Folgen für ihre Besitzer ein geeignetes Ziel für rechte Täter. Mit ihren Angriffen versuchen die Rechten, ausländische Imbissbesitzer zu vertreiben. Rechte Symbole und kleine Sachbeschädigungen sind häufig die niedrigsschwellige Form, ausländische Imbisse als Angriffsziele zu kennzeichnen. Auch der Imbiss-Container von Herrn Kiliç war bereits wenige Tage vor dem Brandanschlag Ziel einer Sachbeschädigung geworden. Die Unterstützung der Betroffen, u.a. in Form von Sach- oder Geldspenden kann helfen, damit diese Strategie der Vertreibung nicht aufgehen kann.

Unter dem Stichwort »IBO Döner Kebap« wurde ein Spendenkonto bei der Sparkasse Niederlausitz eingerichtet. Kto.Nr. 307 110 00 18, BLZ: 180 550 00. Als lokaler Ansprechpartner und Koordinator der Hilfsangebote steht Herr Peter Weise unter folgender Telefonnummer zur Verfügung: 035755 240. Für Fragen zum Thema »Angriffsziel Imbisse« stehen wir Ihnen unter 0171 – 19 35 669 zur Verfügung.

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