Statistik rechter Gewalttaten in Brandenburg: Übersicht 2002-2020


Nach dem drastischen Anstieg in den Jahren 2015 und 2016 verzeichnet die Opferperspektive für 2020 einen leichten Rückgang bei rechten Angriffen in Brandenburg: 130 Gewaltdelikte, das sind 12 weniger als im Vorjahr. Damit bewegen sich die Angriffszahlen auf dem – dennoch hohen – Niveau der Jahre 2002 bis 2006.

Die gesamte Einschätzung zu 2020: H I E R klicken


Seit 2002 wertet die Opferperspektive registrierte rechte Gewalttaten statistisch aus.

Stand: 12. März 2021

Die Fallzahlen des Landeskriminalamts (LKA) und der Opferperspektive sind nicht direkt vergleichbar. Die Opferperspektive erfasst zusätzlich zu den vom Landeskriminalamt nach der Definition Politisch motivierte Kriminalität-rechts gezählten Delikten auch Bedrohungen, Nötigungen und Sachbeschädigungen. Bis 2005 waren, wenn man nur die nach dem Erfassungssystem PMK-rechts erhobenen Delikte betrachtet, dennoch erhebliche Abweichungen vorhanden. Seit 2006 enthält die Statistik der Opferperspektive auch Fälle, die nur dem LKA bekannt wurden. Diese werden regelmäßig den Antworten der Landesregierung Brandenburg auf Kleine Anfragen der Landtagsfraktion der Partei DIE LINKE entnommen.

Zahl rechter Gewalttaten und Geschädigter

Statistik2002200320042005200620072008200920102011201220132014201520162017201820192020
Gewalttaten (OPP)13011713714014015910410110887958598*203221171174142130
Gewalttaten (LKA)7887105979093716966395848731291671241239069
Direkt Geschädigte (OPP)171152179196206262174138149158146113124415335264262242193

*mit Nachmeldungen

Zahl rechter Straftaten nach Tatmotiven

Motiv200620072008200920102011201220132014201520162017201820192020
Rassismus506730494935463958138175143150106101
Antisemitismus822322011410254
Gegen LGBTIQ+002001111220033
gegen Menschen mit Behinderung111000020111002
gegen sozial Benachteiligte011101222400121
gegen politische Gegner:innen303934262525313019362425141710
gegen Nicht-Rechte4238321827231510119142566
Sonstiges100000000940212
Unklar8112450000000021

Die Situation bleibt landesweit besorgniserregend. Zwar ist punktuell ein Rückgang rechter Gewalttaten festzustellen, in den einigen Landkreisen ist jedoch ein teils erheblicher Anstieg bzw. gleichbleibend hohe Angriffszahlen zu verzeichnen. So nahm die Zahl registrierter Fälle in den südlichen Landkreisen Elbe-Elster und Spree-Neiße zu. Auch in Potsdam-Mittelmark und Ostprignitz-Ruppin stieg die Zahl der Angriffe. Die Mehrzahl der Angriffe zählte die Opferperspektive im nördlichen Brandenburg. Im Norden steht die Uckermark an der Spitze der Statistik mit 18 Angriffen. Darauf folgen die kreisfreien Städte Potsdam mit 15 und Cottbus mit 12 Delikten.

Insbesondere der hohe Anteil rassistischer Gewalttaten lässt sich auf einen enthemmten Vertreibungswillen bei den Täter:innen zurückführen. Die Opferperspektive ruft Zivilgesellschaft, Kommunalverwaltungen und Landesregierung auf, alles dafür zu tun, die rechte Gewaltwelle zu beenden. Dazu ist es notwendig rassistischer Hetze entschieden entgegenzutreten, Diskriminierungen abzubauen und ein gewaltfreies Zusammenleben aller Menschen in Brandenburg zu fördern.

Zahl rechter Gewalttaten nach Landkreisen und kreisfreien Städten

Landkreis / Kreisfreie Stadt2002200320042005200620072008200920102011201220132014201520162017201820192020
Barnim1063675232466865111397
Brandenburg an der Havel1122113022342555673
Cottbus1399971351319107510284132351412
Dahme-Spreewald12379136443340410441065
Elbe-Elster12151101231014555217
Frankfurt (Oder)5762139550116238165631
Havelland141824171113610223049112366
Märkisch-Oderland471563988772439132997
Oberhavel66571012818431717111218187
Oberspreewald-Lausitz7144232423625567510
Oder-Spree311215796335526799278
Ostprignitz-Ruppin9679786715139431621164510
Potsdam1215152722141712771012813911111715
Potsdam-Mittelmark2678982433223567568
Prignitz4513234341233758554
Spree-Neiße155107131081641020929278727
Teltow-Fläming34105109467284481114685
Uckermark8158681496551066161613271818



Stand: 12. April 2021

Diese Daten geben die regionale Verteilung rechter Gewalttaten in Brandenburg nach Verwaltungsgebieten wieder. Die Landkreise und Städte können nicht direkt verglichen werden. Enthalten sind nur Daten, die der Opferperspektive bekannt wurden, und die Quellenlage ist unterschiedlich gut. In der Größe, Einwohnerzahl und Sozialstruktur gibt es zudem erhebliche Unterschiede.

Pressemitteilungen

Einmal im Jahr gibt die Opferperspektive eine Pressemitteilung heraus, in der die statistische Entwicklung rechter Gewalt dargestellt und analysiert wird. Auf Grund von Nachmeldungen weichen die dort publizierten Zahlen von der auf dieser Seite wiedergegebenen Statistik ab.

2020: Wahrgenommene Bedrohung bleibt hoch

2019: Keine Sicherheit vor rechter Gewalt

2018: Rechte Gewalt ist Normalität in Brandenburg

2017: Anzahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ungebrochen hoch

2016: Rechte Gewalt in Brandenburg auf unverändert hohem Stand

2015: Rechte und rassistische Gewalt in Brandenburg eskaliert

2014: Rassistische Gewalt steigt auch in Brandenburg

2013: Keine Entwarnung in Brandenburg: Anzahl rechter Angriffe bleibt auf gleichem Niveau

2012: Zunahme rassistischer Angriffe in Brandenburg

2011: Anzahl rechter Angriffe in Brandenburg weiterhin hoch

2010: Rechte Gewalt in Brandenburg stabilisiert sich auf hohem Niveau

2009: Rechte Gewalt in Brandenburg weiter auf hohem Niveau

2008: Weniger rechte Gewalttaten in Brandenburg

2007: Zahl rechter Gewalttaten unverändert hoch und Mehr rechte Gewalttaten

2005: Mehr rechte Angriffe auf alternative Jugendliche

2004: Rechte Gewalt erreicht Höchststand

2003: Gewaltige Abweichungen bei Angriffszahlen

2002: Mehr rechte Gewalt in Brandenburg

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